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Hardware- und Nachrichten-Links des 18./19. Juli 2019

In den letzten zwei Wochen haben sich dann auch schon erste Testberichte zu den Herstellerdesigns von GeForce RTX 2060/2070 Super eingefunden, insbesondere Guru3D und TechPowerUp haben sich hierbei mit einer Vielzahl an Testberichten hervorgetan. Am einfachsten auswertbar ist dabei letztgenannte Quelle, da TechPowerUp immer auch schon einen Performance-Durchschnitt (über nahezu zwei Dutzend Benchmarks) bilden, zuzüglich gibt es vorbildlicherweise konkrete Informationen zum Stromverbrauch, Power-Limit, maximalen Power-Limit, durchschnittlich anliegenden Taktraten, Chip-Temperaturen und letztlich der Geräuschentwicklung. Damit läßt sich zumeist schon ziemlich gut abschätzen, in welche Richtung ein bestimmtes Herstellerdesign geht – wobei alle getesteten Herstellermodelle augenscheinlich Wert auf niedrige Chip-Temperaturen legen, in dieser Disziplin durchgehend gute Vorteile gegenüber dem nVidia-Design geboten werden. Dafür geht noch nicht einmal die Geräuschbelastung nach oben, in Einzelfällen wird sogar eine Kombination von niedrigeren Chip-Temperaturen und niedrigerer Geräuschbelastung erreicht.

Taktraten GPU-Takt Power-Limit Verbr. Perf. Temp. Lautstärke
GeForce RTX 2060 Super FE 1470/1650/3500 MHz Ø 1839 MHz 175W (max. 215W) 184W 100% 76°C 33 dB(A)
EVGA SC Ultra 1470/1680/3500 MHz Ø 1910 MHz 175W (max. 200W) 181W +5% 69°C 35 dB(A)
MSI Gaming X 1470/1695/3500 MHz Ø 1921 MHz 175W (max. 185W) 195W +4% 67°C 33 dB(A)
Palit JetStream 1470/1830/3500 MHz Ø 1971 MHz 215W (max. 250W) 223W +6% 67°C 34 dB(A)
Performance gemäß der Messungen unter der WQHD-Auflösung in 21 Test-Spielen, gemäß den Ausführungen von TechPowerUp

Dafür sind die Performanceergebnisse durch die Bank weg nicht besonders weltbewegend, gerade angesichts von in der Spitze bis zu 11% (nominellen) Mehrtakt. Für die herauskommende Performance spielt jener nominelle Chiptakt augenscheinlich keine bedeutsame Rolle mehr, da geht es eher um das Zusammenspiel von Power-Limit, Kühlkonstruktion und Lüfterkurve. Somit schaffen es manche Herstellerdesigns auch mit nominell niedrigem Mehrtakt auf dieselbe Performance wie bei anderen Designs mit besonders hohem (nominellen) Takt – da ist es durchaus möglich, mit einem fein austarieren Design einen eher groben Ansatz trotz Taktraten-Malus die Stirn zu bieten. Wirklich selten ist hingegen die Variante, das ein Hersteller mal eine gewisse Mehrperformance erzielt, ohne das deswegen der Stromverbrauch ebenfalls mit nach oben geht. Meistens geht es in die umgekehrte Richtung, das für 5% Mehrperformance gleich 10-20% Mehrverbrauch akzeptiert werden müssen – was anzeigt, das bezüglich der Energieeffizienz nVidias Founders Edition durchaus schon ziemlich nahe am Optimum (für eine nicht manuell getunte Karte) steht.

Taktraten GPU-Takt Power-Limit Verbr. Perf. Temp. Lautstärke
GeForce RTX 2070 Super FE 1605/1770/3500 MHz Ø 1879 MHz 215W (max. 260W) 211W 100% 73°C 33 dB(A)
Asus Strix OC 1605/1905/3500 MHz Ø 2031 MHz 255W (max. 319W) 228W +6% 64°C 34 dB(A)
EVGA FTW3 Ultra 1605/1815/3500 MHz Ø 1980 MHz 260W (max. 338W) 243W +1% 65°C 33 dB(A)
MSI Gaming X Trio 1605/1800/3500 MHz Ø 1960 MHz 215W (max. 240W) 229W +3% 67°C 28 dB(A)
Palit GameRock Premium 1605/1830/3500 MHz Ø 2012 MHz 215W (max. 300W) 233W +5% 68°C 32 dB(A)
Zotac AMP Extreme 1605/1830/3500 MHz Ø 1994 MHz 215W (max. 240W) 232W +4% 68°C 31 dB(A)
Performance gemäß der Messungen unter der WQHD-Auflösung in 21 Test-Spielen, gemäß den Ausführungen von TechPowerUp

Die teilweise erheblichen Performancegewinne früherer Herstellerdesigns auf Basis von nVidia-Chips sind hier aber auch nicht zu finden – was allerdings inzwischen wohl prinzipbedingt ist, da nVidias Boost-Modus die Karten sowieso allesamt weit höher treibt, als es die nominellen Taktraten vermuten lassen würden. Die ganz große Reserven gibt es somit selbst bei einer nominell auf nVidias Taktraten-Vorgabe laufenden Karte nicht mehr – womit auch Karte mit nominell großem Mehrtakt limitiert werden und nie soviel Mehrperformance bringen, als es deren Mehrtakt eigentlich verheißt. Der Boost-Modus dampft hierbei reale Taktraten-Reserve, Mehrperformance bei Werksübertaktung und auch letztlich die Übertaktungseignung einigermaßen ein – jene Reserven verschwinden nicht, verlieren aber deutlich an Effektivität gegenüber ihren Nominalwerten. In der Summe haben die Herstellerdesigns somit eher eine Bedeutung bezüglich besserer Lüfter oder (auch deswegen) einer besseren Übertaktungseignung – nicht aber mehr die Bedeutung früherer Grafikkarten, wo man sich mittels großartiger Werksübertaktungen bei der reinen Performance wirklich deutlich vom Standard absetzen konnte.

Beim Planet 3DNow! hat man sich die Entwicklung der Straßenpreise zu Ryzen 1000 & 2000 im Laufe der Zeit angesehen – welche insbesondere zuletzt nochmals beachtbar nachgegeben haben, als der Launch von Ryzen 3000 in Sichtweite kam bzw. nachfolgend über die Bühne ging. Einzelne Modelle dieser beiden Alt-Serien erreichen dabei durchaus noch beachtenswerte Performance/Preis-Verhältnisse: Markant ist hierbei der Ryzen 5 1600 für derzeit ab 110 Euro, welcher zwar -30% langsamer ist als ein neuer Ryzen 5 3600 (derzeit ab 209 Euro), dafür aber grob auch nur die Hälfte kostet – und daneben einen wirklich günstigen Einstieg ins Sechskern-Segment ermöglicht, für welchen auch bei Intel deutlich mehr zu löhnen ist. Der Ryzen 7 1700 schlug sich zum Zeitpunkt des Artikels beim Planet 3DNow! mit seinerzeit ab 155 Euro ebenfalls recht gut, auch wenn jener Prozessor gegenüber dem Ryzen 5 3600 um grob -15% langsamer sein dürfte. Inzwischen hat die Preislage zum Ryzen 7 1700 jedoch angezogen und weist diesen Prozessoren derzeit erst ab 179 Euro (lieferbar) aus – wofür es beim Performance/Preis-Verhältnis nur noch einen Gleichstand zum Ryzen 5 3600 gibt.

Die anderen Alt-Prozessoren haben es dann durchgehend schwieriger, sich noch gut zu präsentieren: Die meisten Vierkern-Modelle sind zu teuer, günstig sind nur die (weniger interessanten) Vierkerner ohne SMT. Die älteren Sechs- und Achtkerner haben zumeist durchaus passende Preispunkte, aber nirgendwo ergibt sich dabei ein richtiger Spar-Effekt so wie beim Ryzen 5 1600. Wie lange AMD diese teilweise wirklich niedrigen Preise für Ryzen 1000 & 2000 noch laufen läßt, ist im übrigen nicht bekannt. Regulär sollten diese älteren Prozessoren-Modelle auslaufen, um Platz für die neuen Prozessoren zu schaffen – aber diese Regel hat AMD schon bei Ryzen 1000 nicht eingehalten, welche jetzt immer noch zum Start des Nach-Nachfolgers gut und preisgünstig verfügbar sind. Wie gesagt lohnen dabei insbesondere Ryzen 5 1600 & Ryzen 7 1700 in Preissphären, wo Ryzen 3000 derzeit noch nicht hinreicht. Geht es dagegen in den Bereich oberhalb 200 Euro hinein, wo der Ryzen 5 3600 steht, sind die Performance/Preis-Vorteile der älteren Modelle trotz wirklich niedriger Preislagen meistens zu klein, um nicht doch eher zum Ryzen 5 3600 (samt dessen Neuheitswert) zu greifen.

Bei der Suche nach möglichen Erklärungen für die kürzlich dargelegte Problematik der Taktraten-Abstufungen von Ryzen 3000 läßt sich durchaus schon die These aufstellen, das hier primär das Zusammenwirken zweier Faktoren den zu sehenden Effekt bewirkt hat. Erstens hat AMD mittels "Precision Boost 2" einen mittlerweile nahezu perfekten Boost-Modus zur Hand – welcher prinzipiell immer das besonders hochtaktet, was derzeit gerade benötigt wird (ob es nur 2 CPU-Kerne oder 4 oder alle sind). Deswegen erzielen händische Übertaktungen auf einer festen Taktstufe teilweise auch die zu beobachtenden kuriosen Performance-Ergebnisse, wenn einige Tests unter Übertaktung langsamer laufen als im default-Modus. Gleichfalls reizt Precision Boost 2 die Ryzen-3000-Prozessoren bereits derart gut aus, das auch die Übertaktungsfunktion "Precision Boost Overdrive" und teilweise auch manuelle Übertaktung zumeist nichts mehr im Schnitt der Benchmarks hinzugewinnen – der Prozessor ist halt schon im Werkszustand nahezu am Maximum. Der zweite Punkt des Problems liegt dann in anzunehmenderweise zu hoch angesetzten default-Taktraten bei Ryzen 3000.

Denn letztlich werden die bei Ryzen 3000 zu sehenden Taktraten nur höchst selten erreicht bzw. sind auch einfachste Übertaktungen nur auf den maximalen Boost-Takt (was vor nicht all zu langer Zeit noch nicht einmal als wirkliches Overclocking betrachtet wurde) weitgehend nicht möglich. Damit liegt der Prozessor gegenüber Precision Boost 2 faktisch immer unterhalb der maximal möglichen Taktraten – womit Precision Boost 2 somit nirgendwo in die Position kommt, einfach mal anhand einer Werksvorgabe zum maximalen Takt abzuregeln. Würde diese Werksvorgabe (der maximalen Taktrate) ab und zu erreicht werden, dann könnten sich wohl auch beachtbare Performance-Differenzen zwischen verschieden getakteten CPU-Modellen mit derselben Kern/Thread-Anzahl ergeben. Letztlich würde eine niedrigere Taktraten-Festsetzung dann auch wieder zu echten Differenzen zwischen verschiedenen CPU-Ausführungen führen – auf allerdings einer etwas niedrigeren Grundperformance. Doch womöglich lag selbiges nicht im Sinne von AMD, hat man hierbei schlicht eine höhere Grundperformance gegenüber keinerlei Taktraten-Abstufung sowie fehlender Übertaktungsfähigkeit bevorzugt.

Im Sinne dessen, wie CPUs üblicherweise getestet werden, ist dies dann wohl einmal nicht verkehrt gedacht. In dieser Frage zählt heutzutage zuerst die Nominal-Performance, selbst bei Übertaktungstests haut man sich gern nur die erreichten Taktraten und maximal noch einen Cinebench-Wert um die Ohren, prüft aber nicht über das ganze Testfeld nach, was dabei nun wirlich herausgekommen ist. Dies hängt natürlich auch mit gewissen Übertakter-Erfahrungen über die Zeit zusammen – welche aber heuer im Zeitalter der nahezu perfekt den Prozessor ausreizenden Boost-Modi wohl nicht mehr wirklich gut zutreffen. Dabei kann man durchaus darüber spekulieren, ob Intel in dieser Frage nicht vielleicht sogar nachziehen wird, weil in einem feiner ausgereiften Boost-Modus noch einiges an Performance steckt – gerade wo Intel immer noch in der 14nm-Fertigung feststeckt und selbst weitere Optimierungen dieser Fertigungsstufe kaum noch große Taktratengewinne erbringen werden. Intel dürfte allerdings sicherlich darauf achten, das die Modell-Abstufungen auch bei der Performance erhalten bleiben, da Intel in aller Regel feiner abgestufte Modell-Portfolios bereithält, wo dann teilweise wirklich nur noch 100-200 MHz Mehrtakt ein höheres Prozessoren-Modell (zu einem höheren Preis) begründen sollen.

In den letzten zwei Wochen haben sich dann auch schon erste Testberichte zu den Herstellerdesigns von GeForce RTX 2060/2070 Super eingefunden, insbesondere Guru3D und TechPowerUp haben sich hierbei mit einer Vielzahl an Testberichten hervorgetan. Am einfachsten auswertbar ist dabei letztgenannte Quelle, da TechPowerUp immer auch schon einen Performance-Durchschnitt (über nahezu zwei Dutzend Benchmarks) bilden, zuzüglich gibt es vorbildlicherweise konkrete Informationen zum Stromverbrauch, Power-Limit, maximalen Power-Limit, durchschnittlich anliegenden Taktraten, Chip-Temperaturen und letztlich der Geräuschentwicklung. Damit läßt sich zumeist schon ziemlich gut abschätzen, in welche Richtung ein bestimmtes Herstellerdesign geht - wobei alle getesteten Herstellermodelle augenscheinlich Wert auf niedrige Chip-Temperaturen legen, in dieser Disziplin durchgehend gute Vorteile gegenüber dem nVidia-Design geboten werden. Dafür geht noch nicht einmal die Geräuschbelastung nach oben, in Einzelfällen wird sogar eine Kombination von niedrigeren Chip-Temperaturen und niedrigerer Geräuschbelastung erreicht.





Taktraten
GPU-Takt
Power-Limit
Verbr.
Perf.
Temp.
Lautstärke





GeForce RTX 2060 Super FE
1470/1650/3500 MHz
Ø 1839 MHz
175W (max. 215W)
184W
100%
76°C
33 dB(A)



EVGA SC Ultra
1470/1680/3500 MHz
Ø 1910 MHz
175W (max. 200W)
181W
+5%
69°C
35 dB(A)



MSI Gaming X
1470/1695/3500 MHz
Ø 1921 MHz
175W (max. 185W)
195W
+4%
67°C
33 dB(A)



Palit JetStream
1470/1830/3500 MHz
Ø 1971 MHz
215W (max. 250W)
223W
+6%
67°C
34 dB(A)



Performance gemäß der Messungen unter der WQHD-Auflösung in 21 Test-Spielen, gemäß den Ausführungen von TechPowerUp