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Hardware- und Nachrichten-Links des 29. Januar 2020

Weit beachtet werden derzeit die Aussagen von AMDs CEO Lisa Su zur Vorstellung der jüngsten Quartalszahlen, welche die kommenden Grafik-Aktiviäten von AMD betreffen: Jene versprechen für das Jahr 2020 einen Refresh der bestehenden RDNA-basierten Produkte sowie neue Produkte basierend auf einer "NextGen RDNA-Architektur". Damit wird dann nochmals ganz klar bestätigt, das im Jahr 2020 ein weiterer Architektur-Sprung bei AMD stattfindet, allerhöchstwahrscheinlich dann auf RDNA2 – denn andere Möglichkeiten läßt die diesbezügliche AMD-Roadmap eigentlich nicht zu. Die Sache mit dem Refresh der aktuellen RDNA1-Beschleuniger kam in der Berichterstattung hierzu dann teilweise in den falschen Hals: Denn ein Refresh im Sinne eines Produkt-Anbieters wie AMD muß eben nicht auf Basis neuer Technik (sprich neuer Chips) stattfinden, sondern kann auch einfach nur neue, schnellere Grafikkarten-Varianten auf Basis vorhandener Chips bedeuten.

In 2019, we launched our new architecture in GPUs, it's the RDNA architecture, and that was the Navi based products. You should expect that those will be refreshed in 2020 – and we'll have a next generation RDNA architecture that will be part of our 2020 lineup. So we're pretty excited about that, and we'll talk more about that at our financial analyst day. On the data center GPU side, you should also expect that we'll have some new products in the second half of this year.
Quelle:  AMDs CEO Lisa Su im Conference Call zu den AMD-Quartalszahlen Q4/2019, notiert von AnandTech am 28. Januar 2020

Je nachdem wie breit AMD diesen Refresh anzusetzen gedenkt, könnte es sich hierbei also um neue Radeon RX 5550 XT, Radeon RX 5650 XT und Radeon RX 5750 XT Grafikkarten handeln – oder Radeon RX 6500, Radeon RX 6600 und Radeon RX 6700 Grafikkarten-Serien, basierend auf den bekannten RDNA1-Grafikchips Navi 14 & 10. In beiden Fällen würde man dem bisherigen AMD-Schema folgen, einmal vorhandene Grafikchips vergleichsweise lange zu verwenden und nicht jedesmal (wie zumeist bei nVidia passierend) einen kompletten Generations-Wechsel anzustreben. Dabei scheint der Aufbau des bisherigen Navi-Portfolios sowieso ganz automatisch Platz an der Spitze für ein bis zwei Chips oberhalb von Navi 10 zu lassen, würden sich die Navi 1X und Navi 2X Chips nicht einmal zwingend in die Quere kommen. Wie genau jenes AMD Grafik-Portfolio aufgebaut wird, darüber existieren derzeit natürlich nur Spekulationen und unbelegbare Gerüchte – AMDs eigene Aussage zeigt nur auf, das zukünftig RDNA1- und RDNA2-basierte Beschleuniger gemeinsam in AMDs Angebotsportfolio stehen werden. Mehr offizielle Informationen hierzu soll es zum nächsten FAD geben, welcher am 5. März stattfindet.

Die PC Games Hardware hat sich angesehen, wie eine Radeon RX 5600 XT mit 8 GB Grafikkartenspeicher laufen würde – simuliert über eine Radeon RX 5700 mit entsprechend tief heruntergetaktetem Speicher, um somit die gleiche Speicherbandbreite wie bei der Radeon RX 5600 XT zu erreichen. In den angetretenen 5 Benchmarks (unter Beteilung von "Wolfenstein: Youngblood") gab es bezüglich der durchschnittlichen Frameraten kaum großartige Unterschiede: Unter FullHD lag die 8-GB-Ausführung um +3% vorn, unter WQHD dann um +7%. Die eigentlichen Differenzen ergeben sich bei der Betrachtung der Minimum-Frameraten (99th percentiles): Unter FullHD sind die Unterschiede zur durchschnittlichen Framerate noch sehr ähnlich, unter WQHD dann jedoch nicht mehr, wo die 8-GB-Ausführung nur -10% zwischen durchschnittlicher und minimaler Framerate verliert, die reguläre 6-GB-Ausführung hingegen gleich -20%. Anders formuliert ergibt sich zwischen beiden Speicherbestückungen derzeit nur ein wirklich beachtbarer Unterschied unter der WQHD-Auflösung, wobei die Minimum-Frameraten stärker unter Druck stehen als die nominelle Framerate.

FullHD WQHD
avg. fps     min. fps avg. fps     min. fps
Radeon RX 5600 XT 6GB 100%     87,6%  (-12%) 100%     79,7%  (-20%)
Radeon RX 5600 XT 8GB 103,1%     92,4%  (-10%) 106,8%     96,2%  (-10%)
gemäß den Ausführungen der PC Games Hardware unter 5 Benchmarks

Noch ist die seitens AMD letztlich gewählte Speicherbestückung für die Radeon RX 5600 XT also durchaus gangbar, gerade wenn man jene als reinen FullHD-Beschleuniger einplant. Langfristig kann dies natürlich anders aussehen, die kommenden NextGen-Spielekonsolen werden sicherlich mit der Zeit einen gewissen Anforderungsschub auslösen, insbesondere im Speicher-Bereich. Allerdings kann man an dieser Stelle natürlich auch anmerken, das falls da wirklich ein deutlicher Anforderungsschub kommen sollte, auch 8-GB-Grafikkarten keine wirkliche Sicherheit mehr bieten werden – eher denn dürften 16-GB-Grafikkarten die Zielsetzung sein, wenn man mit den kommenden NextGen-Konsolen mithalten will. Natürlich kann man auch einfach den Zeitpunkt abwarten, wo diese Problematik dann tatsächlich in der Realität auftrifft – und dann einfach zum Neukauf schreiten. Schließlich läßt sich derzeit noch überhaupt nicht sagen, wann jener Anforderungsschub wirklich kommt, respektive jener nicht vielleicht sogar noch einige Jahre entfernt liegt.

WinFuture notierten den neuesten Leak zur Hardware der NextGen-Konsolen seitens des diesbezüglich bekannten Twitterers Tidux – welcher deutlich abweichend vom letzten Hardware-Leak ausfällt. Danach kommt die Playstation 5 bei der insgesamten Performance sogar vor der Xbox Series X heraus – welche nur einen Vorteil bei der Rechenleistung der Grafiklösung hat, allerdings in den Punkten RAM & SSD zurückliegt, bei gleichwertiger CPU. Insbesondere beim RAM kann die PS5 dann einiges ausgleichen, was an Rechenleistung fehlt, da es angeblich nicht nur eine höhere Speichermenge, sondern auch eine höhere Speicherbandbreite gibt. Zudem soll die GPU-Rechenleistung um weniger als 1 TeraFlops differieren – was einen faktischen Gleichstand ergibt, in der Praxis dürften beide NextGen-Spielekonsolen somit auf einer ziemlich gleichartigen Performance herauskommen bzw. unter den wirklich fordernden Spieletiteln dieselbe internen Render-Auflösungen benutzen. Aber natürlich ist unklar, inwiefern diese neuen Gerüchte zutreffen – letztlich wird sich erst nach der offiziellen Vorstellung sagen lassen, welche Gerüchtequelle hierzu etwas wirklich sinnvolles von sich gegeben hatte.

Playstation 5 vs. Xbox Series X
CPU Gleichstand
GPU Vorteil XBSX  (weniger als 1 TeraFlops Differenz)
RAM Vorteil PS5  (sowohl bei Menge als auch Bandbreite)
SSD Vorteil PS5  (sowohl bei Größe als auch Performance)
insgesamte Performance Vorteil PS5
gemäß den Ausführungen von Tidux @ Twitter
Weit beachtet werden derzeit die Aussagen von AMDs CEO Lisa Su zur Vorstellung der jüngsten Quartalszahlen, welche die kommenden Grafik-Aktiviäten von AMD betreffen: Jene versprechen für das Jahr 2020 einen Refresh der bestehenden RDNA-basierten Produkte sowie neue Produkte basierend auf einer "NextGen RDNA-Architektur". Damit wird dann nochmals ganz klar bestätigt, das im Jahr 2020 ein weiterer Architektur-Sprung bei AMD stattfindet, allerhöchstwahrscheinlich dann auf RDNA2 - denn andere Möglichkeiten läßt die diesbezügliche AMD-Roadmap eigentlich nicht zu. Die Sache mit dem Refresh der aktuellen RDNA1-Beschleuniger kam in der Berichterstattung hierzu dann teilweise in den falschen Hals: Denn ein Refresh im Sinne eines Produkt-Anbieters wie AMD muß eben nicht auf Basis neuer Technik (sprich neuer Chips) stattfinden, sondern kann auch einfach nur neue, schnellere Grafikkarten-Varianten auf Basis vorhandener Chips bedeuten.


In 2019, we launched our new architecture in GPUs, it's the RDNA architecture, and that was the Navi based products. You should expect that those will be refreshed in 2020 - and we'll have a next generation RDNA architecture that will be part of our 2020 lineup. So we're pretty excited about that, and we'll talk more about that at our financial analyst day. On the data center GPU side, you should also expect that we'll have some new products in the second half of this year.
Quelle:  AMDs CEO Lisa Su im Conference Call zu den AMD-Quartalszahlen Q4/2019, notiert von AnandTech am 28. Januar 2020