30

Hardware- und Nachrichten-Links des 29./30. April 2019

Die kürzlich gemeldeten +15% (insgesamten) Performancegewinn zwischen Ryzen 2000 & 3000 sind ein großes Diskussionsthema – mit enttäuschten wie aber aber verständnisvollen Stimmen. Letztlich weisen jedoch viele Diskussionsteilnehmer darauf hin, das die Zeit der großen IPC-Zuwächse eigentlich vorbei ist, gerade weil schon die originalen Ryzen-Prozessoren diesbezüglich sogar (leicht) besser als erwartet herausgekommen sind – irgendwo auf dem IPC-Niveau von Intels Haswell. Davon ausgehend ist auch bei Intel dann nicht mehr viel passiert: Broadwell hat etwas gebracht (ca. +5% IPC zu Haswell), Skylake ist dann noch einmal eine gewisse Verbesserung (ca. +8% IPC zu Haswell) – und danach gab es bei Intel bekannterweise CPU-seitig nur noch Refresh-Generationen ohne jeden IPC-Gewinn, zumindest wenn man die höheren Speichertakte außer acht läßt. Allgemein betrachtet man das Thema "mehr IPC" auch als nahezu ausgeschöpft – und selbst bei den Taktraten ist Intel inzwischen schon in Grenzbereichen angelangt, wo es nur noch mühsam weitergeht. Die insgesamt +15%, welche AMD mittels Ryzen 3000 oben drauf legen soll, wären demgegenüber ein vergleichsweise mittelprächtiger Generationssprung. Wenn man sich die Ergebnisse vom seinerzeitigen Launch des Coffee Lake Refreshs ins Gedächtnis ruft, würde AMD mit +15% durchaus in die Nähe des Performance-Niveau eines Core i9-9900K gelangen.

Technik Anwendungs-Perf. Spiele-Perf.
Ryzen 3000 (8C) Zen 2, 8C/16T, hochgerechnet +20% auf Ryzen 7 2700X ~128% ~106%
Core i9-9900K CFL-R, 8C/16T, 3.6/5.0 GHz 127,7% 108,3%
Ryzen 3000 (8C) Zen 2, 8C/16T, hochgerechnet +15% auf Ryzen 7 2700X ~122% ~101%
Ryzen 7 2700X Zen+, 8C/16T, 3.7/4.3 GHz 106,4% 88,1%
basierend auf den Ergebnissen der Launch-Analyse zum Coffee Lake Refresh

Ob es ausreicht, um diesen auch zu schlagen, hängt davon ab, ob es bei diesen Achtkernern dann eventuell auch mehr als jene kolportierten +15% sind – jener Performance-Aufschlag soll schließlich aus dem Vierkern-Bereich stammen. Sicherlich haben einige an dieser Stelle bereits (deutlich) mehr erwartet – möglicherweise einen AMD-Sieg mit fliegenden Fahnen. Allerdings war Intels Vorgabe beim Core i9-9900K schon sehr hoch angesetzt, sicherlich auch erzielt unter (deutlicher) Verletzung der TDP. Sofern AMD überhaupt nur ein vergleichbares Performance-Niveau bietet, dafür aber beim Realverbrauch nicht derart übertreibt wie zuletzt Intel (bei wenigen Spitzenmodellen), wäre AMD durchaus in der Vorhand und würde die Möglichkeiten der 7nm-Fertigung dann auch ausgenutzt haben (vergleichbare Performance zu geringerem Stromverbrauch als Intel). Vielleicht liegt in der teilweisen Enttäuschung über diese Performance-Projektion aber auch einfach nur die Problematik zugrunde, das man sich oftmals von den Vorteilen neuer Fertigungsverfahren täuschen läßt – und von diesen dann Prozessoren mit automatisch (viel) mehr Takt zu einem geringem Strombedarf erwartet.

Im Prozessoren-Bereich werden neue Fertigungstechnologien jedoch inzwischen kaum noch dafür verwendet, deutlich mehr Takt zu erzielen (der Maximaltakt wird hier eher durch das konkrete Chipdesign bestimmt), sondern vor allem dazu, um massiv in die Breite zu gehen: Mehr CPU-Kerne zu möglichst nur gleichem Strombedarf. Dies mag im Consumer-Bereich inzwischen unspannend sein, ist aber für den Server-Bereich notwendig, um dort überhaupt noch größere Fortschritte erzielen zu können – weil wie gesagt IPC und Taktrate kaum noch steigen, bei diesen einfach keine großen Reserven mehr schlummern. An dieser Stelle liegt ein großer Unterschied zu Grafikchips, bei welchen mittels derselben Methode (des in die Breite gehen) mehr Performance für alle Anwendungsbereiche erzielt werden kann. Deswegen sind Fortschritte in der Fertigungstechnologie für Grafikchips zwingend notwendig, damit es noch große Performancegewinne gibt – während man im Prozessorenbereich auch mit nicht mehr ganz taufrischen Fertigungstechnologien noch gut mitspielen kann (siehe Intels ewig laufende 14nm-Fertigung).

In Zusammenhang mit den Feierlichkeiten zu AMDs 50jährigen Firmenjubiläum am 1. Mai hat AMD ein neues Spielebundle aufgelegt. Jenes umfasst "The Division 2" in der Gold-Ausführung sowie "World War Z" samt AMD-Weapon-Skin und wird für ein recht breites Spektrum an AMD-Hardware spendiert: CPU-seitig gibt es das Bundle für Ryzen 5 2400G, 2600 & 2600X sowie Ryzen 7 2700 & 2700X, GPU-seitig für Radeon RX 570, 580, 590, Vega 56 & Vega 64 sowie die Radeon VII. Das neue AMD-Bundle läuft vom 29. April bis 8. Juni 2019 bzw. so lange bis die von AMD eingekauften Spiele-Lizenzen aufgebraucht sind (je nachdem was früher eintritt). Zudem wird zum Jubiläum noch diverse Sonder-Hardware aufgelegt: Von AMD kommt für begrenzte Zeit eine "Ryzen 7 2700X Gold Edition" sowie eine "Radeon VII Gold Edition" (letztere ist laut der PC Games Hardware nur in den USA erhältlich) zu den üblichen Spezifikationen mit allerdings AMD-Devotionalien als Beigabe. So ist die CPU mittels einer Signatur von AMD-CEO Lisa Su graviert (eignet sich damit eher als Ausstellungsstück als denn zum realen Einsatz), bei CPU und Grafikkarte kann man zudem ein Jubiläums-T-Shirt per beiliegendem Code anfordern. Laut der ComputerBase haben desweiteren XFX eine "Radeon RX 590 8G AMD 50th Anniversary Edition" sowie Sapphire eine goldfarbene "Nitro+ Radeon RX 590 8G G5 SE AMD 50th Anniversary Edition" aufgelegt.

AMD "50th Anniversary" Spielebundle
teilnehmende Hardware Aktionszeitraum Inhalt des Spielebundles
Ryzen 5 2400G, 2600 & 2600X sowie Ryzen 7 2700 & 2700X
Radeon RX 570, 580, 590, Vega 56 & Vega 64 sowie Radeon VII
29. April bis 8. Juni 2019 Spiele "The Division 2" in der Gold-Ausführung sowie "World War Z" samt AMD-Weapon-Skin
Hinweis: Nicht jeder Händler nimmt an allen Aktionen teil und selbst bei den teilnehmenden Händlern muß nicht jedes Produktangebot Teil der konkreten Aktion sein.
Die kürzlich gemeldeten +15% (insgesamten) Performancegewinn zwischen Ryzen 2000 & 3000 sind ein großes Diskussionsthema - mit enttäuschten wie aber aber verständnisvollen Stimmen. Letztlich weisen jedoch viele Diskussionsteilnehmer darauf hin, das die Zeit der großen IPC-Zuwächse eigentlich vorbei ist, gerade weil schon die originalen Ryzen-Prozessoren diesbezüglich sogar (leicht) besser als erwartet herausgekommen sind - irgendwo auf dem IPC-Niveau von Intels Haswell. Davon ausgehend ist auch bei Intel dann nicht mehr viel passiert: Broadwell hat etwas gebracht (ca. +5% IPC zu Haswell), Skylake ist dann noch einmal eine gewisse Verbesserung (ca. +8% IPC zu Haswell) - und danach gab es bei Intel bekannterweise CPU-seitig nur noch Refresh-Generationen ohne jeden IPC-Gewinn, zumindest wenn man die höheren Speichertakte außer acht läßt. Allgemein betrachtet man das Thema "mehr IPC" auch als nahezu ausgeschöpft - und selbst bei den Taktraten ist Intel inzwischen schon in Grenzbereichen angelangt, wo es nur noch mühsam weitergeht. Die insgesamt +15%, welche AMD mittels Ryzen 3000 oben drauf legen soll, wären demgegenüber ein vergleichsweise mittelprächtiger Generationssprung. Wenn man sich die Ergebnisse vom seinerzeitigen Launch des Coffee Lake Refreshs ins Gedächtnis ruft, würde AMD mit +15% durchaus in die Nähe des Performance-Niveau eines Core i9-9900K gelangen.





Technik
Anwendungs-Perf.
Spiele-Perf.





Ryzen 3000 (8C)
Zen 2, 8C/16T, hochgerechnet +20% auf Ryzen 7 2700X
~128%
~106%



Core i9-9900K
CFL-R, 8C/16T, 3.6/5.0 GHz
127,7%
108,3%



Ryzen 3000 (8C)
Zen 2, 8C/16T, hochgerechnet +15% auf Ryzen 7 2700X
~122%
~101%



Ryzen 7 2700X
Zen+, 8C/16T, 3.7/4.3 GHz
106,4%
88,1%



basierend auf den Ergebnissen der Launch-Analyse zum Coffee Lake Refresh