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Hardware- und Nachrichten-Links des 3. Oktober 2012

AMDs Trinity-Prozessoren für den Desktop haben inzwischen breitflächtig den Einzelhandel erreicht, zumeist werden die Prozessoren auch schon ein paar Euro unterhalb des (Mehrwertsteuer-losen) US-Listenpreises angeboten. Erstaunlich ist allerdings, daß bei den für Trinity benötigten FM2-Boards noch ziemlich Ebbe herrscht – viele Ankündigungen und auch einige Listungen, aber nur höchst selten eine Lieferbarkeitsmeldung. Wer jetzt ein Trinity-System aufsetzen wollte, kann dies faktisch trotz breiter Verfügbarkeit der CPUs nicht umgehend tun – nicht gerade das, was man einen gelungenen Marktstart nennen würde. Dies verwundert um so mehr, als daß FM2-Platinen schon zu CeBIT-Zeiten breit gezeigt wurden – wahrscheinlich sind die zwischenzeitlichen Änderungen am Sockel doch bedeutsamer als gedacht, auf das es zu dieser (hoffentlich nur kurzfristigen) Verzögerung bei der Mainboard-Verfügbarkeit kommt.

Fudzilla sehen im übrigen mittels des aggressiven Preispunkts der Trinity-Prozessoren einen Prozessoren-Preiskrieg zwischen AMD und Intel aufkommen – immerhin bieten die Trinity-Prozessoren mehr fürs gleiche Geld, sofern man die integrierte Grafik wirklich nutzt. Aber kurz- und mittelfristig dürfte sich Intel nicht auf so etwas einlassen: AMD würde einen solchen Preiskampf in jedem Fall erst einmal mitgehen, beide Hersteller sich also nur die Gewinnmarge ruinieren – was Intel angesichts seiner hohen Gewinnmargen sogar härter treffen würden (bei AMD erwartet man ja schon fast rote Zahlen). Zudem muß AMD auch erst noch beweisen, Trinity auch wirklich breit verkaufen zu können – und da der Prozessor in erster Linie ins OEM-Geschäft geht, kann Intel hier mit seinen besseren Connections viel bewirken, ist der Markterfolg von Trinity trotz erstklassiger technischer Vorraussetzungen überhaupt nicht gegeben.

HT4U berichten dagegen über die zukünftige Mitarbeit von AMD beim Java-Projekt "Sumatra", womit zukünftig auch Java von GPGPU-Beschleunigung profitieren können soll. Da Java von einer ganzen Reihe an Anwendungssoftware benutzt wird, könnte sich hierbei ein größerer Sprung bei der GPGPU-Beschleunigung normaler Software ergeben. Zudem dürfte AMD dieses Projekt natürlich auch in Bezug auf seine integrierten Grafikbeschleuniger in Bobcat, Llano, Trinity und zukünftigen APUs nutzen wollen, AMD will wie bekannt diese integrierten Grafiklösungen zukünftig vermehrt auch bei typischen CPU-Aufgaben heranziehen und somit auch im Windows-Alltag von der (relativ) hohen Leistungsfähigkeit der verbauten integrierten Grafiklösungen profitieren.

Gemäß WinFuture haben die Festplatten-Preise in Teilsegmenten nun erstmals knapp wieder das Niveau von vor der Flutkatastrophe in Thailand im Herbst 2011 erreicht – konkret gemessen an 3TB-Modellen, welche heuer wie heute für 130 bis 150 Euro zu haben sind. Das Datum fällt damit ironischerweise fast exakt mit dem Beginn der nächsten jährlichen Flutsaison in Thailand zusammen – welche nicht so schlimm ausfallen muß wie das Vorjahr und welche durch neue Deichbauten auch glimpflichere Auswirkungen haben kann, aber dennoch sicher kommen wird. Nach wie vor ist es eine nicht gerade gute Idee, so viele für die Festplatten-Industrie wichtige Werke und Zulieferer in eine (tiefliegende) Region nördlich & westlich von Bangkok anzusiedeln, welche jährlich im Spätherbst grundsätzlich mit großen Überschwemmungen rechnen muß. Es bleibt nur zu hoffen, daß die Hersteller sich nicht auf die (wie in Deutschland vollmundigen) Politikerversprechnungen verlassen, sondern ihre Produktionsabläufe und Zuliefererketten derart umgestaltet haben, daß im Fall des Falles nicht wieder alles zusammenbricht.