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Hardware- und Nachrichten-Links des 30. August 2021

Bei AnandTech hat man sich die Übertaktung des Core i9-11900K angesehen – bezogen primär auf die Effekte unterschiedlicher CPU-Samples sowie unterschiedlicher Z590-Mainboards. Die verschiedenen CPU-Samples machten dabei fast keinen Unterschied (waren aber womöglich auch in der Menge zu gering, um dies sicher ermitteln zu können), zwischen den Mainboards von ASRock, Asus, Gigabyte & MSI ergaben sich hingegen gewisse Differenzen beim Übertaktungserfolg. Dies zeigte sich weniger bei der nominell erreichten Taktrate, sondern eher den damit erzielten Performance-Egebnissen: Während es kaum Performance-Differenzen auf Referenztaktung gab, zeigte sich das ASRock-Board unter Übertaktung den anderen drei Mainboards überlegen – und dies trotz wohlgemerkt (zumeist) gleicher Overclocking-Taktrate.

Core i9-11900K ASRock Z590 Taichi Asus ROG Maximus XIII Hero Gigabyte Z590 Aorus Master MSI MEG Z590 Ace
default-Performance 100% 100,2% 98,4% 100,2%
Performance-Streuung –0,2% bis +0,3%, Ø 0,2% –2,2% bis +2,4%, Ø 1,4% –0,3% bis +0,2%, Ø 0,2% –0,1% bis +0,1%, Ø 0,04%
Übertaktungserfolg vier Samples @ 5.2 GHz 1x @ 5.1 GHz, 3x @ 5.2 GHz vier Samples @ 5.1 GHz vier Samples @ 5.2 GHz
Overclocking-Perf. 107,2%  (+7,2%) 106,1%  (+5,9%) 104,6%  (+6,4%) 103,3%  (+3,1%)
OC-Perf.-Streuung –0,1% bis +0,1%, Ø 0,1% –2,6% bis +2,1%, Ø 1,6% –0,1% bis +0,1%, Ø 0,05% –0,3% bis +0,2%, Ø 0,2%
gemäß den Messungen AnandTech unter drei Benchmarks (POV-Ray, Cinebench R23, Geekbench, jeweils MT-Performance)

Das Asus-Board kam dabei zwar in die Nähe des ASRock-Boards, dies war jedoch verbunden mit einer ungewöhnlich hohen Streuung bei dessen Performance-Ergebnissen, je nach eingesetztem CPU-Sample. Dass eines der CPU-Samples auf dem Asus-Board nur auf 5.1 GHz kam, hat damit im übrigen nichts zu tun, denn selbst unter der Referenztaktung ergab sich eine erhebliche Performance-Streuung auf dem Asus-Board. Dass nomineller Takt nicht alles ist, zeigte sich hingegen mittels der Übertaktungs-Performance zwischen Gigabyte- und MSI-Board: Obwohl auf dem Gigabyte-Board durchgehend nur 5.1 GHz gegenüber den durchgehend 5.2 GHz auf dem MSI-Board erreicht werden konnten, war die Übertaktungs-Performance auf dem Gigabyte-Boards sogar minimal besser. Leider ist der Test insgesamt zu kurz, um sich bezüglich jener Performance-Werte vollkommen festlegen zu können – bei nur drei eingesetzten Anwendungs-Benchmarks (die Spiele-Benchmarks mit GeForce GTX 1080 unter FullHD zeigten keinerlei beachtbare Ausschläge) mit deutlicher Multithread-Neigung könnte man einwenden, dass ein größerer Mix an Anwendungs-Messungen eventuell auch andere Performance-Ergebnisse hervorbringen könnte.

Leider ist die Kunst der (vergleichenden) Mainboard-Tests seit einiger Zeit verlorengegangen und so reicht es heutzutage oftmals nur zu solcherart eher anekdotischen Messungen – welche auf gewisse Unterschiede hinweisen, jene allerdings nicht final belegen oder gar erklären können. Zurückkommend zur Übertaktung des Core i9-11900K läßt sich noch im generellen Maßstab einwenden, dass Übertaktungserfolge mit letztlich nur 3-7% Performancegewinn eigentlich nicht den Aufwand sowie den damit eigentlich einhergehenden Garantieverlust Wert sind. Zugleich lohnt sich das ganze auch mit Blick auf die Peak-Strombelastung nicht, welche laut AnandTech für das Gesamtsystem mit Core i9-11900K im Referenzzustand bei 308 Watt herauskommt, unter Übertaktung dann jedoch gleich 424 Watt erreicht. Auch wenn jene Peaks seitens Kühlung und Netzteil nicht gleich 1:1 mitgetragen werden müssen (jedenfalls nicht, sofern es im Millisekunden-Bereich bleibt), steigen damit dennoch die relativen Anforderungen an alle Komponenten – für am Ende wie gesagt nur 3-7% Performancezuschlag kaum ein guter Tausch.

Twitterer CyberCatPunk zeigt den Ausschnitt einer Präsentationsfolie (von AMD oder einem Grafikkarten-Hersteller), welche eine "Radeon RX 6900 XTX" als "Erweiterung der RDNA2-Familie" verspricht. Genannt werden sogar zwei technische Daten: 24,93 TFlops FP32-Rechenleistung sowie Speicher auf 18 Gbps Datenraten. Allerdings wäre damit auch ein kleines Mißverständis denkbar, denn die bekannte Radeon RX 6900 XT "Liquid Cooling" trägt mit ihrem Boost-Takt exakt diese Rechenleistung und zu jener wurde im Vorfeld auch gern diese Speicher-Datenrate angegeben, selbst wenn es letztlich korrekterweise 18,5 Gbps geworden sind. Denkbar also, dass hier nur eine alte Präsentationsfolie gezeigt wird – stammend aus einer Zeit, wo AMD selber noch nicht ganz so genau wusste, in welcher Form man diese Radeon RX 6900 XT LC herausbringen würde. Dass es sich tatsächlich um eine neue, zukünftige Grafikkarte handelt, bleibt als Möglichkeit jedoch weiterhin offen – gerade im Zuge der kürzlichen Meldung zu den 17 neuen Device-IDs mit RDNA2-Basis, welche für einen Refresh zur Radeon RX 6000 Serie in absehbarer Zeit sprechen.

The Verge berichten nochmals über den Fall von Windows 11 auf (offiziell) nicht unterstützten PC-Systemen in Verbindung mit der Frage, ob jene Windows-11-Maschinen dann Zugang zu Sicherheitsupdates haben werden. Microsoft hatte selbiges vorher verneint – und wollte selbst auf Nachfrage keine näheren Erläuterungen hierzu abgeben. Damit läßt Microsoft derzeit diesen Punkt bewußt in der Schwebe – möglicherweise auch um zu sehen, wie die öffentliche Reaktion darauf ausfällt. Die Beschränkung von Sicherheitsupdates auf nur offiziell unterstützte Hardware mag seltsam klingen im Sinne der Anstregungen um eine größtmögliche PC-Sicherheit, reduziert für Microsoft allerdings auch den Aufwand, kommende Patches mit allen möglichen PC-Systemen (jeglichen Alters) vorab zu testen. Denkbar aber auch, dass es sich eher nur um eine psychologische Maßnahme handelt, mittels welcher möglichst viele Anwender ihre Altsysteme im Zuge des Wechsels auf Windows 11 ersetzen sollen – daran verdient Microsoft dann (über die OEM-Lizenz) wenigstens etwas.