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Hardware- und Nachrichten-Links des 4. Oktober 2017

Bei Reddit wurden wiederum die aktuellen Prozessoren-Verkaufszahlen des deutschen Onlinehändlers Mindfactory gepostet – welche erneut sehr gut für AMD aussehen. Natürlich wurde hierbei nur ein gewisser Teil des CPU-Portfolios beider Prozessoren-Entwickler notiert (nur die jeweils aktuelle CPU-Generationen) und dieses leider auch noch nicht einmal wirklich vollständig (Core i3-7300, -7320 & -7350K fehlen), was nachfolgend keine größere Auswertung zuläßt. Aber zumindest die Tendenzen sind doch sehr gut zu sehen: AMD befindet sich auf dem klaren Vormarsch, hat im August und September nun zweimal hintereinander klar mehr CPUs im (interessanten Teil) des Retail-Segments abgesetzt. Zudem ist das ganze auch finanziell für AMD wie für die Einzelhändler lukrativ, denn die Durchschnittspreise der verkauften AMD-Prozessoren liegen nur minimal unterhalb des Intel-Niveaus – gerade in diesem Punkt hatte AMD in der Vergangenheit doch erhebliche Nachteile, nahm zumeist sehr deutlich weniger pro verkaufter CPU ein als Intel.

Natürlich bezieht sich diese Verkaufsstatistik nur auf den Selbstbau-Teil des Retail-Segments, sprich einen gerade bezüglich PC-Prozessoren nur sehr kleinen Anteil am Gesamtmarkt (zu diesem gehören dann noch Komplett-PCs im Retail-Handel sowie das sehr umfangreiche OEM-Geschäft). Dafür kann man in diesem eher kleinen Marktsegment aber auch genauer ablesen, was die PC-Enthusiasten derzeit so verbauen – kaum jemand anderer kauft schließlich einzelne CPUs. Für AMD ist diese neue Marktverteilung von knapp mehr als der Hälfte (bei der jeweils aktuellen CPU-Generation) ein feiner Achtungserfolg, welcher zudem über Multiplikatoren-Effekte auch noch weitere positive Auswirkungen in der Zukunft haben sollte. Um im Gesamtmarkt aber auf nur annähernd solche Zahlen zu kommen, ist allerdings noch ein sehr langsamer, mühsamer Weg für AMD zu gehen – und Intel wehrt sich wie an Skylake-X und dem kommenden Coffee Lake zu sehen jetzt schon nach Kräften, wird in Zukunft wahrscheinlich noch viel schwere Geschütze auffahren. Aber so lange AMD die Zen-Architektur in den nächsten Jahren gut weiterentwickelt, dürfte auch bei AMD der wirtschaftliche Erfolg zunehmen.

WCCF Tech vermelden in Südkorea aufgetauchte Ryzen 5 1600 & 1600X Sechskern-Prozessoren, welche "out of the box" gleich mit 8 aktiven CPU-Kernen samt entsprechendem Level-2/3-Cache liefen – die Taktraten entsprechen dann im Fall des Ryzen 5 1600X exakt einem (nominell doppelt so teuren) Ryzen 7 1800X. Hierbei könnte es sich um einen Fehler AMDs, aber auch um eine bewußte (inoffizielle) PR-Aktion handeln. Die Chance, ganz generell freigeschaltete oder freischaltbare Prozessoren zu erhalten, liegt dagegen eher im Nullbereich, denn alle freischaltbaren CPUs und GPUs der letzten Jahre waren ausschließlich bewußte PR-Aktionen seitens deren Hersteller – das so etwas ganz ohne Wissen des Herstellers oder auf Basis eines Fehler passiert, liegt lange zurück (und kommt auch nicht wieder). Aller Vermutung nach will AMD einfach in Fernost den Ryzen-Hype weiter schüren und liefert demzufolge bewußt ein paar Esteregg-Modelle aus – der PR-Erfolg einer solchen Aktion übersteigt die wirtschaftliche "Einbuße" im Fall von nur ein paar Dutzend solcher Prozessoren sicherlich bei weitem.

WinFuture berichten über eine angeblich nur laue Verfügbarkeit der kommenden Coffee-Lake-Prozessoren von Intel über die kommenden Wochen – zumindest soll dies in Schweden und Großbritannien derart sein. Angeblich wäre Intel wohl in Lieferschwierigkeiten wegen der Terminvorverlegung von Coffee Lake, welches ursprünglich erst Anfang 2018 kommen sollte – und jene Lieferschwierigkeiten würde man dann erst zum Dezember 2017 in den Griff bekommen. Wie real diese Meldungen sind, wird man schon bald sehen können, aber normalerweise sind solcherart Probleme für Intel eher ungewöhnlich. Zudem wird Coffee Lake nun nicht gerade erst seit gestern vorbereitet, hat Intel sicherlich ausreichend Kapazitäten mit seinen Chipwerken und basiert das ganze auch noch auf der bekannten 14nm-Fertigungstechnologie – eigentlich wenig Anlaß, hierzu in Sorge zu sein. Gänzlich auszuschließen wäre eine anfangs schlechte Verfügbarkeit zwar auch nicht – genauso gut ist aber auch eine inoffizielle PR-Aktion zur Ankurbelung der Vorbestellungen denkbar.

Die neuesten Zahlen zur weltweiten Betriebssystem-Verteilung für den Monat September 2017 bei StatCounter bringt leider eine eher schwer zu lesende Statistik mit sich, in welcher die Zahlen für die Betriebssystem-Gruppen sowie den einzelnen Windows-Versionen nur noch getrennt ausgewiesen werden. In jedem Fall hat laut StatCounter zwischen August und September Windows 7 erheblich verloren und Windows 10 erheblich hinzugewonnen, die Kurven beider Betriebssysteme nähern sich nunmehr also wieder (deutlich) stärker an als über die letzten Monate zu beobachten. Bei StatCounter steht das Verhältnis derzeit bei (über alle Betriebssysteme inklusive der nicht von Microsoft stammenden gerechnet) 36,6% zu 32,7%, beim konkurrierendem Statistikdienst NetMarketShare sind es immerhin noch 47,2% zu 29,1% zwischen Windows 7 und 10. Bei StatCounter dürfte das Ereignis, das Windows 10 dann Windows 7 überholt, also schon in den nächsten Monaten eintreffen – wie real dieses aber tatsächlich ist, läßt sich angesichts der deutlich abweichenden Zahlen von NetMarketShare nicht wirklich bestimmen.