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Hardware- und Nachrichten-Links des 4./5. Januar 2020

Ein weiterer in unserem Forum diskutierter Benchmark-Wert zu AMDs "Renoir"-APU unter dem UserBenchmark zeigt eine hervorragende Performance für das dort getestete 8C/16T-Modell "Ryzen 7 4800U" – unter natürlich aber auch Benchmark-Bedingungen, welche kaum einen soliden Vergleich ermöglichen. Die somit wahrscheinlich eher interessante Erkenntnis hieraus sind die augenscheinlich weiterhin nur 4 MB 8 MB Level3-Cache von Renoir (Update: fehlerhafte Auslesung korrigiert, es sind 8 MB und nicht 4 MB) – (normiert auf die Kern-Anzahl) auf dem Niveau der vorhergehenden Picasso-APU, aber dennoch für ein Zen-2-basiertes Design vergleichsweise wenig (32 MB pro 8C-Chiplet). Hier zeigen sich dann allerdings die verschiedenen Design-Ansätze zwischen den Desktop-Prozessoren und den APUs: Erstere müssen bis in den Server-Bereich hinein gut skalieren, sind zudem (mit extra I/O-Teil und ohne iGPU) vergleichsweise klein und benötigen den großen Level3-Cache damit auch zur besseren Wärmeverteilung auf dem Die. Zweitere müssen keinerlei Server-Funktionen erfüllen und verfügen mittels des augenscheinlich integrierten I/O-Teils wie auch der großen iGPU automatisch über genügend Chipfläche, um keine Wärmeverteilungs-Problematik aufzuweisen – womit es eben auch der kleinere Level3-Cache macht und AMD hiermit Chipfläche (bei diesem Produkt für den Massenmarkt) sparen kann. Nebenbei macht diese Cache-Größe dann auch klar, das Renoir (entsprechend aller Erwartungen) weiterhin monolitisch aufgebaut ist – denn ein Zen-2-Chiplet trägt nun einmal gleich 32 MB Level3-Cache für dieselbe Kern-Anzahl (8).

Raven Ridge Picasso Renoir ???
Verkaufsnamen Ryzen 2000 U/H/G Serien Ryzen 3000 U/H/G Serien Ryzen 4000 U/H/G Serien Ryzen 5000 U/H/G Serien
Fertigung 14nm GlobalFoundries 12nm GlobalFoundries 7nm TSMC 7nm+ TSMC
Aufbau monolitisch monolitisch monolitisch ?
CPU Zen 1, max. 4C Zen+, max. 4C Zen 2, max. 8C Zen 3, vermutl. max. 8C
iGPU Vega, max. 11 CU Vega, max. 11 CU Vega, angebl. max. 16 CU vermutl. Navi
Release 26. Oktober 2017 6. Januar 2019 angekündigt Anfang 2020 irgendwann 2021

Auf Reddit wird über eine Statistik aus dem Steam Hardware-Survey diskutiert, nach welcher im Dezember 2019 erstmals (auf Steam) die Sechskern-CPUs vor den Zweikern-CPUs herausgekommen sind. Dabei läßt sich diese Statistik natürlich jederzeit bezüglich der exakten Zahlenhöhe anzweifeln, da auf Steam gerade zuletzt wieder massig an chinesischen Systemen hinzugekommen sind – mit der (leicht) ironischen Auswirkung, das Windows 7 auf Steam sogar bedeutsam an Anteilen hinzugewonnen hat. Allerdings ist die Tendenz der Zahlen über die letzten Monate dennoch vergleichsweise gleichförmig und dürften PC-Systeme in chinesischen Internet-Cafes auch nicht gerade pro besonders vieler CPU-Kerne konfiguriert sein – insofern kann man jene Tendenz dann also trotzdem werten. Die relevante Größe ist hierbei weniger der Zugewinn der Sechskern- und Achtkern-Systeme, da jene immer noch auf zu wenig Masse kommen bzw. die Vierkern-Systeme immer noch bei über 50% stehen. Wichtig insbesondere für die Spieleentwickler ist der schnelle Absturz der Zweikern-Systeme ausgehend von 23,9% im August 2019 auf nur noch 16,9% im Dezember 2019 – sprich, von einer durchaus zu beachtenden Anzahl nunmehr in Richtung einer absehbaren Bedeutungslosigkeit. Und sobald die Spieleentwickler diese Hardware-Verteilung realisieren, dürfte der Anteil an neuen PC-Spielen, welche mit Zweikernern noch halbwegs anständig laufen oder überhaupt erst starten, entschieden zurückgehen.

Aug. 2019 Sept. 2019 Okt. 2019 Nov. 2019 Dez. 2019
Zweikerner 23,9% 23,9% 23,7% 21,1% 16,9%
Vierkerner 53,4% 52,1% 51,9% 52,5% 55,1%
Sechskerner 16,7% 17,6% 18,0% 19,4% 21,7%
Achtkerner 3,6% 4,0% 4,1% 4,6% 4,4%
basierend auf der Steam Hardware-Statistik, notiert bei Reddit

Laut Igor's Lab kommt die Radeon RX 5600 XT mit einem zweigeteilten Launch am 21. und 22. Januar 2020. Die Zweiteilung bezieht sich auf die Karten zum von AMD vorgegebenen Listenpreis, welche am 21. Januar antreten sollen – sowie die Karten zu höheren Preislagen, welche erst am 22. Januar in den Ring steigen dürfen. Dies läuft dann letztlich auf eine Auftrennung nach Karten zum Referenztakt gegenüber werksübertakteten Karten hinaus. AMD will mit dieser Maßnahme augenscheinlich verhindern, das diese werksübertakteten Karten mit ihren höheren Preislagen das Performance/Preis-Verhältnis des Launchgeschehens bestimmen – so wie es bei der Radeon RX 5500 XT passiert ist, wo am Launchtag kaum eine der getesteten Karten AMDs Listenpreis getroffen hat. Angesichts dessen, das es in letzter Zeit (bei AMD wie bei nVidia) fast durchgehend nur noch schwache Performancegewinne durch werksübertaktete Karten gegeben hat, ist dies eine durchaus sinnvolle Maßnahme – weil am Ende der Preiskampf schließlich sowieso über die Karten zum Referenztakt bestimmt wird. Jene müssen im übrigen noch nicht einmal auf schlechteren Kartendesigns basieren, denn viele Hersteller bieten ein und dasselbe Kartendesign einmal zum Referenztakt und einmal werksübertaktet an. Somit kann man also durchaus die Vorteile eines vernünftigen Hersteller-Designs mit den niedrigeren Preispunkten einer Karte zum Referenztakt kombinieren.

Aus Fernost (die Leaker-Markierung deutet auf Vietnam hin) kommt eine angebliche Spezifikations-Folie zur Radeon RX 6900 Serie in Form der beiden Ausführungen "Radeon RX 6900 LT" und "Radeon RX 6900 RXT". Leider ist jene gefälscht, wie inzwischen klar nachgewiesen werden konnte: Darauf deuten schon Helligkeits-Unterschiede in der Beschriftung hin, sicher wird es dann über die Identifikation des gezeigten (angeblichen) Navi-Chips, da dessen Seriennummer schon bei einem früheren, offiziellen Navi-10-Foto seitens AMD verwendet wurde. Daneben sind die ganzen Spezifikationen an vielen Stellen einfach unglaubwürdig bzw. AMD-untypisch: Beispielsweise beim hohen Abstand zwischen beiden Grafikkarten-Varianten, beim zu hohen Chiptakt von (maximal) 2048 MHz oder auch der weitgehend gleichförmigen Anordnung der Hardware-Einheiten auf dem (angeblichen) Die-Shot. Etwas unklar ist, ob das ganze Navi 21 oder Navi 23 darstellen soll, denn Navi 21 darf in jedem Fall nicht so kräftig erwartet werden – in dessen Chipfläche von angeblich ~505mm² passen auch keine 26 Mrd. Transistoren, wenn Navi 10 bei 251mm² Chipfläche "nur" 10,3 Mrd. Transistoren trägt. Derzeit kann man von Navi 21 grob die Konkurrenz zur GeForce RTX 2080 Ti (plus X) erwarten. Wenn AMD höher hinaus wollte, braucht man mehr Chipfläche (oder eine bessere Fertigung) – was dann eventuell ein Job für "Navi 23" wäre, zu welchem es derzeit aber auch nur spekulatives gibt.

Ein weiterer in unserem Forum diskutierter Benchmark-Wert zu AMDs "Renoir"-APU unter dem UserBenchmark zeigt eine hervorragende Performance für das dort getestete 8C/16T-Modell "Ryzen 7 4800U" - unter natürlich aber auch Benchmark-Bedingungen, welche kaum einen soliden Vergleich ermöglichen. Die somit wahrscheinlich eher interessante Erkenntnis hieraus sind die augenscheinlich weiterhin nur 4 MB 8 MB Level3-Cache von Renoir (Update: fehlerhafte Auslesung korrigiert, es sind 8 MB und nicht 4 MB) - (normiert auf die Kern-Anzahl) auf dem Niveau der vorhergehenden Picasso-APU, aber dennoch für ein Zen-2-basiertes Design vergleichsweise wenig (32 MB pro 8C-Chiplet). Hier zeigen sich dann allerdings die verschiedenen Design-Ansätze zwischen den Desktop-Prozessoren und den APUs: Erstere müssen bis in den Server-Bereich hinein gut skalieren, sind zudem (mit extra I/O-Teil und ohne iGPU) vergleichsweise klein und benötigen den großen Level3-Cache damit auch zur besseren Wärmeverteilung auf dem Die. Zweitere müssen keinerlei Server-Funktionen erfüllen und verfügen mittels des augenscheinlich integrierten I/O-Teils wie auch der großen iGPU automatisch über genügend Chipfläche, um keine Wärmeverteilungs-Problematik aufzuweisen - womit es eben auch der kleinere Level3-Cache macht und AMD hiermit Chipfläche (bei diesem Produkt für den Massenmarkt) sparen kann. Nebenbei macht diese Cache-Größe dann auch klar, das Renoir (entsprechend aller Erwartungen) weiterhin monolitisch aufgebaut ist - denn ein Zen-2-Chiplet trägt nun einmal gleich 32 MB Level3-Cache für dieselbe Kern-Anzahl (8).