
Twitterer TechEpiphany berichtet wieder einmal zu den Prozessoren-Verkaufszahlen von Amazon USA als dem wohl größten Einzelhändler, welcher derart Zahlen überhaupt offenlegt. Für den Dezember 2025 musste Amazon USA interessanterweise einen heftigen Geschäftsrückgang bei PC-Prozessoren hinnehmen, das Verkaufsvolumen lag bei fast nur der Hälfte (!) gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Auch gegenüber den meisten anderen Monaten des Jahres 2025 war der Dezember für Amazon USA auffallend schwach, gerade wenn man den üblichen Effekt des Weihnachtsgeschäft einrechnet. Nicht ganz auszuschließen, dass sich hier die Auswirkungen der laufenden Speicherkrise zeigen, welche einem derzeit den Spaß am PC-Neubau vermiest. Darauf deutet auch der ziemlich weit oben liegenden durchschnittliche Verkaufspreis (ASP) hin: Die Speicherkrise macht insbesondere Einsteiger-Systeme deutlich teurer, während dies die Käufer von Spitzen-Prozessoren mit besserer Chance eher gelassen sehen als eben die Käufer von Einsteiger-Systemen. Davon abweichend soll das insgesamte PC-Geschäft im letzten Quartal des Jahres 2025 eher zugewonnen haben, allerdings waren bei Komplett-PCs "seinerzeit" eben noch keine Preissteigerungen sichtbar.
Prozessoren-Verkäufe von Amazon (AMD in rot, Intel in blau, durchgehend in dieser Reihenfolge) |
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|---|---|---|---|---|---|
| Absatz | Anteile | Umsatz | Anteile | ASPs | |
| Dezember 2025 | 44'400 Stück | 87,8% 12,2% | $13,38M | 87,4% 12,6% | $300 $312 |
| November 2025 | 72'650 Stück | 84,9% 15,1% | $20,71M | 84,3% 15,7% | $284 $294 |
| Oktober 2025 | 63'000 Stück | 83,8% 16,2% | $17,51M | 82,0% 18,0% | $272 $309 |
| Juli 2025 | 77'600 Stück | 86,3% 13,7% | $22,14M | 88,1% 11,9% | $291 $248 |
| Juni 2025 | 118'929 Stück | 79,8% 20,2% | $36,45M | 82,8% 17,2% | $318 $262 |
| April 2025 | 62'700 Stück | 60,9% 39,1% | $15,43M | 54,8% 45,2% | $222 $285 |
| März 2025 | 39'100 Stück | 78,7% 21,3% | $9,39M | 83,2% 16,8% | $247 $210 |
| Februar 2025 | 59'100 Stück | 84,2% 15,8% | $16,81M | 86,0% 14,0% | $291 $251 |
| Januar 2025 | 63'840 Stück | 79,9% 20,1% | $18,9M | 86,2% 17,8% | $290 $227 |
| Dezember 2024 | 82'400 Stück | 76,6% 23,4% | $21,42M | 78,1% 21,9% | $265 $242 |
| alle Daten basierend auf den Erhebungen von TechEpiphany auf Twitter/X, Umsätze und ASPs US-typisch angegeben ohne Mehrwertsteuer | |||||
Bezüglich der Marktanteils-Verteilung zwischen AMD und Intel ändert sich damit aber nichts. Dies wird auch bestätigt durch die Ergebnisse anderer Amazon-Niederlassungen rund um den Globus – diesesmal sogar inklusive Amazon Italien und Amazon Japan (letzteres leider nicht genauer ausgewertet als der grobe Marktanteil). In allen Fällen ergibt sich für AMD ein Stückzahlen-Marktanteil zwischen 88 und 92%, ergo eine faktisch globale Dominanz von AMD im Retailgeschäft mit PC-Prozessoren. Dies bestätigt nebenbei, dass die üblichen Verkaufszahlen der Mindfactory zumindest in dieser Sparte keineswegs übertrieben oder grob abweichend vom allgemeinen Schnitt sind (gilt natürlich nicht für das Grafikkarten-Geschäft). Bemerkenswert daneben, dass alle drei Amazon-Niederlassungen, zu welchen es Vergleichszahlen vom November 2025 gibt, deutlich beim Prozessoren-Absatz im Dezember 2025 Federn lassen mussten: Bei Amazon Deutschland waren es –29% weniger, bei Amazon Frankreich sogar –45% weniger sowie bei Amazon USA –39% weniger. Ergo kann man diesbezüglich dann doch von einem gewissen Trend sprechen, noch dazu wo es hierfür mit der laufenden Speicherkrise und den schon im Dezember deutlich überhöhten Speicherpreisen sehr wohl eine passende Erklärung gibt.
Prozessoren-Verkäufe von Amazon im Dezember 2025 (AMD in rot, Intel in blau, durchgehend in dieser Reihenfolge) |
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| Absatz | Anteile | Umsatz | Anteile | ASPs | |
| Amazon Deutschland | 10'850 Stück | 91,7% 8,3% | 2,89 Mio. € | 91,8% 8,2% | 267€ 265€ |
| Amazon Frankreich | 6700 Stück | 90,3% 9,7% | 1,77 Mio. € | 91,2% 8,8% | 278€ 312€ |
| Amazon Italien | 3400 Stück | 88,2% 11,8% | 0,96 Mio. € | 87,0% 13,0% | 278€ 312€ |
| Amazon Japan | ~~90% ~~10% | ||||
| Amazon USA | 44'400 Stück | 87,8% 12,2% | $13,38 Mio. | 87,4% 12,6% | $300 $312 |
| alle Daten basierend auf den Erhebungen von TechEpiphany auf Twitter/X, Umsätze und ASPs für USA ohne MwSt, für Deutschland, Frankreich & Italien mit MwSt (19%, 20% bzw. 22%) | |||||
BenchLeaks @ X weist auf einen ersten Geekbench-Wert zum Core Ultra 9 290K Plus hin, dem Top-Modell des Arrow-Lake-Refreshs. Gemäß der Auswertung seitens WCCF Tech ergibt sich hiermit ein vergleichsweise hoher Performancegewinn zum Core Ultra 9 285K von +7,9% unter Singlethreading sowie +9,0% unter Multithreading – welcher dann aber auch schon wieder unrealistisch hoch aussieht. Denn gemäß der vorliegenden Spezifikationen bringt das neue Top-Modell nur +200 MHz mehr Boosttakt mit, (im Gegensatz zu den kleineren Modellen dieses Refreshs) nicht jedoch mehr CPU-Kerne. Damit sind keineswegs solcherart hohe Performancegewinne zu erreichen, dies würde selbst mit höheren Powerlimits (vermutlich gleich liegend, dies ist aber nicht sicher bekannt) schwer werden. Denkbarerweise war der Core Ultra 9 290K Plus hierbei übertaktet unterwegs, zugleich wurde auch nur gegenüber dem offiziellen Wert der Geekbench-Datenbank verglichen. Jener offizielle Wert ist ein Durchschnittswert aus allen in die Datenbank eingeflossenen Einzelergebnissen, darunter auch übertaktete CPUs und aber vor allem viele in OEM-Systemen steckende und damit nicht optimal konfigurierte CPUs. Die "offiziellen" Geekbench-Werte haben somit immer die gewisse Tendenz, zu niedrig gegenüber ernsthaft ausgeführten Benchmarks zu liegen und damit als Vergleich-Grundlage manchmal auch untauglich zu sein.
Die ComputerBase stellt mit einem "Anti-Melt-Kabel" von Cybenetics eine weitere Möglichkeit vor, der grundsätzlichen Unsicherheit des 12V-2×6-Steckers zu begegnen. Das Kabel enthält eine eigene Überwachung der Stromflüsse samt Warn- und Abschaltfunktionen, welche man selber noch feintunen kann. Grundsätzlich handelt es sich somit um etwas ähnliches wie die entsprechenden Zwischenstecker mit selbiger Überwachungs- und Regelfunktionalität. Der Vorteil liegt in der Kabel-Bauweise, denn die Zwischenstecker passen nicht an jede Grafikkarte oder in jedes System, in der Kabel-Bauweise kann man die auch hier vorhandene Controller-Box einfach besser verstecken. Zudem wurde auf Spielereien verzichtet und soll das finale Produkt einen vergleichsweise günstigen Preispunkt haben. Allerdings fehlt diesem Cybenetics-Kabel noch ein Distributor, welcher jenes Produkt vertreiben will – eventuell findet sich nun jemand nach der Medien-Berichterstattung hierzu. Zwar kann auch dieses Kabel wieder nur die Symptome angehen, aber etwas besseres ist außerhalb des Wirkungskreises von AMD, Intel, nVidia, der PCI-SIG und den Grafikkarten-Herstellern sowieso nicht möglich. Zumindest gewinnt der Nutzer hochwertiger Grafikkarten hiermit die Sicherheit zurück, dass seine Grafikkarte nicht ansatzlos durchschmort, sondern dass jene Schutzschaltung vor Schlimmerem bewahrt.
nVidia-Mitarbeiter Jacob Freeman @ X erinnert an das diese Jahr anstehende 20-jährige Jubiläum der GeForce 8800 GTX. Konkret wird dies am 8. November passieren, im Jahr 2006 hatte nVidia an diesem Tag dieses erste Modell der GeForce-8-Serie und damit den ersten Beschleuniger nach DirectX 10 offengelegt. Die Karte erreicht regelmäßig Spitzenplätze in Umfrage zu bedeutsamen 3D-Beschleunigern aus der Vergangenheit, da zum einen technologisch stark vorangehend und zum anderen beim erzielten Performance-Gewinn herausragend. Mittels der GeForce-8-Architektur wuchsen erstmals die vorher getrennten Rechenwerke für Pixelshader und Vertexshader zu den "unified" Shader-Prozessoren zusammen. Zugleich legte nVidia den zugrundeliegenden G80-Chip auch recht dick an, in der Folge gab es ein Performanceplus von +108% gegenüber der GeForce 7900 GTX – welche ihrerseits ja auch schon einen Refresh zur GeForce 7800 GTX darstellte. Versucht man hier einen echten Generationsgewinn zu ermitteln, so hat nVidia von GeForce 7800 GTX 256MB zu GeForce 8800 GTX innerhalb von nur anderthalb Jahren fast die dreifache Performance (!) erreicht – und dies zum identischen Listenpreis. Die zwischenzeitliche Refresh-Ablösung von GeForce 7800 GTX zu 7900 GTX hatte nVidia im übrigen trotz verdoppeltem Grafikkartenspeicher zum günstigeren Listenpreis angeboten.
| GeForce 7800 GTX | GeForce 7900 GTX | GeForce 8800 GTX | |
|---|---|---|---|
| Chip | G70, 302 Mio. Transistoren auf 333mm² Chipfläche in 110nm TSMC | G71, 278 Mio. Transistoren auf 196mm² Chipfläche in 90nm TSMC | G80, 681 Mio. Transistoren auf 484mm² Chipfläche in 90nm TSMC |
| Hardware | 8 Vertex-Shader + 24 Pixel-Shader, 24 TMUs, 16 ROPs, 256-bit, DirectX 9 | 8 Vertex-Shader + 24 Pixel-Shader, 24 TMUs, 16 ROPs, 256-bit, DirectX 9 | 128 unified Shader, 32 TMUs, 24 ROPs, 384-bit, DirectX 10 |
| Speicher | 256 MB GDDR3 | 512 MB GDDR3 | 768 MB GDDR3 |
| TDP | 86W | 84W | 155W |
| Performance | - | +39,5% ggü. 7800GTX-256 +7,4% ggü. 7800GTX-512 |
+108,1% ggü. 7900GTX +190% ggü. 7800GTX-256 |
| Listenpreis | $599 (512MB: $649, ab Nov. 2005) | $499 | $599 |
| Release | 22. Juni 2005 | 9. März 2006 | 8. November 2006 |