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News des 13. Mai 2024

Bei VideoCardz gab es einen massiven Leak zu zukünftigen Notebook-Prozessoren, deren Basis in Form einer Dell-Präsentation sogar offengelegt (und damit bestätigt) werden konnte. Einschränkenderweise sei gesagt, dass jene Dell-Präsentation aus dem August 2023 stammt und auch teilweise reine Annahmen für die Zukunft trifft – so für einen RTX40-Mobile-Refresh, welcher allerdings wie zu sehen nicht passiert ist (und auch nicht mehr kommen dürfte, da das 2025er Mobile-Portfolio von nVidia dann auf "Blackwell" gehen wird). Aber denkbarerweise stimmen zumindest die Angaben der zugrundliegenden Intel-Prozessoren für die geplanten Dell-Notebooks. Natürlich darf man die genannten Termine nur eher grob betrachten, erstens gibt es da die Möglichkeit zu Verschiebungen und zum anderen dürfte der Termin der Dell-Notebooks nicht gänzlich mit Intels Vorstellungstermin zusammenfallen:

    Terminlagen gemäß Dell (bezogen auf Dell-Notebooks):

  • Intel Lunar Lake-MX:  August/September 2024
  • Intel Arrow Lake-H:  Februar/März 2025
  • Intel Panther Lake-H:  Februar/März 2026
  • Intel Nova Lake:  Q1/2027
  • Quelle: Dell-Präsentation, gefunden von VideoCardz

Trotzdem ist somit zu erkennen, dass zum einen von den ganzen neuen Intel-Architekturen nunmehr sogar "Lunar Lake" den Anfang machen soll – wenngleich selbiges eher nur für Ultrabooks und kleine, leichte Notebooks geeignet ist (max. 4P+4E). Danach sollen hingegen "Arrow Lake", "Panther Lake" und "Nova Lake" jeweils in einem ersten Quartal samt Jahresabstand folgen, stellen somit Intels eigentliche Haupt-Vorstellungen der jeweiligen Jahre dar. Da Panther Lake technologisch ähnlich eingeschränkt ist (max. 4P+8E+4LP), dürfte jenem an der Leistungsspitze der schon kolportierte "Arrow Lake Refresh" aushelfen. Die Angaben von Dell passen durchaus zu früheren Terminangaben zum Ablauf der kommenden Intel-Generationen, helfen dies jedoch weiter zu präzisieren. Wichtigste sich hieraus ergebende Erkenntnis ist wohl, dass Nova Lake in der Tat nur Intels Generation für das Jahr 2027 wird (Vorstellungstermin bestenfalls Jahresende 2026) und somit die Jahre 2025 & 2026 im Desktop-Bereich allein Arrow Lake samt dessen Refresh gehören werden.

Fertigung CPU-Architekturen max. Kerne iGPU Sockel Ausrichtung Release
Alder Lake Intel 7 Golden Cove + Gracemont 8P+8E/24T Xe LGA1700 Desktop & Mobile 4. Nov. 2021
Raptor Lake Intel 7 Raptor Cove + Gracemont 8P+16E/32T Xe LGA1700 Desktop & Mobile (tlw. mit ADL-Dies) 20. Okt. 2022
Raptor Lake Refresh Intel 7 Raptor Cove + Gracemont 8P+16E/32T Xe LGA1700 Desktop & HX-Mobile (tlw. mit ADL-Dies) 17. Okt. 2023
Meteor Lake Intel 4 Redwood Cove + Crestmont 6P+8E+2LP/22T Xe LGA1851 rein Mobile (kein HX) 14. Dez. 2023
Lunar Lake TSMC N3B Lion Cove + Skymont 4P+4E/8T Xe2 rein UltraMobile Q3/2024
Arrow Lake 20A + N3B Lion Cove + Skymont 8P+16E/24T Xe LGA1851 Desktop & Mobile Ende 2024
Arrow Lake Refresh 20A + N3B Lion Cove + Skymont 8P+32E/40T ? LGA1851 Desktop & Mobile H2/2025
Panther Lake Intel 18A Cougar Cove + Darkmont 4P+8E+4LP Xe3 ? rein Mobile (kein HX) Q4/25-Q1/26
Nova Lake 14/16A + N2P ? + Arctic Wolf 16P+32E+4LP ? ? Desktop & Mobile Q4/26-Q1/27
Hinweis: Angaben zu noch nicht offiziell vorgestellter Hardware basieren auf Gerüchten & Annahmen: Fertigung bezogen jeweils nur auf die CPU- & GPU-Tiles

VideoCardz haben dann noch andere interessante Dinge aus jener Dell-Präsentation gezogen: So die weiteren CPU-Pläne von Qualcomm, als auch Überlegungen zu AMD-basierten Dell-Notebooks. Sehr interessant ist zudem jener Teil der Dell-Präsentation, welcher sich mit Batterielaufzeit und Kostenlage der Snapdragon X PC-Chips beschäftigt. Dells eigene Messungen bestätigen dabei einige der Qualcomm-Versprechungen zugunsten einer (viel) höheren Batterielaufzeit speziell beim Thema der Video-Wiedergabe. Hinzu kommt ein erheblicher Kostenvorteil auf Qualcomm-Seite: Dells eigene Kostenaufstellung rechnet einen Snapdragon X Plus mit 145 Dollar ein, den Intel Core i7-1360P hingegen mit 276-293 Dollar. Erstens einmal erfährt man somit, welche Rabatte die (großen) Notebook-Hersteller von Intel bekommen, denn der genannte Core i7-1360P hat wohl einen Listenpreis von 480 Dollar, Dell erhält jenen Prozessor somit um ca. 40% günstiger von Intel.

Die sich hieran anschließende Frage ist, ob dieser 150-Dollar-Vorteil im Rahmen des (vierstelligen) Komplett-Preises des Notebooks etwas zählt. Dell muß natürlich nicht den kompletten Preisvorteil weitgeben, was allerdings durchaus in die Problematik führen könnte, dass beim Endverbraucher der Preisvorteil als zu gering wahrgenommen wird. AMD kann hiervon ein Lied singen: Jene müssten Intel im Endverbraucher-Markt eigentlich massiv unterbieten, um die dort vorherrschende pro-Intel-Tendenz zu durchbrechen. Allerdings ist dies nicht ganz so einfach, wenn man nur eine Komponente liefert, welche gerade einmal für ein Fünftel bis ein Viertel des Gesamtpreises des Notebooks steht. Die meisten Notebook-Käufer lassen sich (bei halbwegs wertigen Geräten) halt schwer von 100 Dollar/Euro Preisvorteil überzeugen, da müsste man schon mehr bieten – was rein arithmetisch schwer wird, so groß ist der Anteil des CPU-Preises am Gerät eben nicht. Qualcomm könnte es hierbei einfacher haben, weil man PC-geschichtlich nicht vorbelastet ist und mittels Marketing erst einmal die Behauptung der Gleichwertigkeit aufstellen kann. Aber auch Qualcomm muß die Notebook-Hersteller massiv ködern, wie zu sehen mit grob der Hälfte des Intel-Preises.

Ergänzend zu den Angaben über zukünftige Intel-Prozessoren sei noch auf die Ausführungen von Twitterer 'Prakhar Verma' zu Intels "Panther Lake" in drei Tweets – No.1, No.2 & No.3 – hingewiesen. Hierbei wird die bekannte Hardware-Gestaltung mit 4 Performance-, 4 Effizienz- und 5 LowPower-Kernen samt einer integrierten Grafiklösung auf Xe3-Stand (damit bereits Celestial-basierend) bestätigt. Interessant ist, dass Intel hiermit wie im Dell-Leak zu sehen wirklich in den H-Bereich bei Notebook-Prozessoren gehen will, die aktuelle Meteor-Lake-Generation bietet in diesem Feld jedoch bereits 6 Performance- samt 8 Effizienz- und 2 LowPower-Kernen. Zudem werden die für "KI-PCs" interessanten Rechenwerte für Panther Lake mit 120 TOPs allein mittels der iGPU sowie über 170 TOPs für das Gesamtsystem genannt. Augenscheinlich findet hier eine erhebliche Entwicklung mit den nachfolgenden Generationen statt – wobei andererseits immer noch nicht klar ist, wozu die 40 TOPs gut sein sollen, mittels welcher Microsoft den "KI-PC" spezifizieren will.

CPU GPU NPU insgesamt
AMD Phoenix1 ? ? 10 TOPs 33 TOPs
AMD Hawk Point ? ? 16 TOPs 39 TOPs
AMD Kraken Point ? ? ? >40 TOPs
AMD Strix Point ? ? 50 TOPs ?
AMD Strix Halo ? ? ≤60 TOPs >70 TOPs
Intel Meteor Lake 5 TOPs 18 TOPs 11 TOPs 34 TOPs
Intel Lunar Lake ~5 TOPs ~50 TOPs ~45 TOPs ~100 TOPs
Intel Panther Lake ? 120 TOPs ? >170 TOPs
Qualcomm Snapdragon X1 Plus ? ? 45 TOPs ?
Qualcomm Snapdragon X1 Elite ? ? 45 TOPs 76 TOPs

Die PC Games Hardware bricht eine Lanze zugunsten der Langlebigkeit der GeForce RTX 2080 Ti, welche sich in heutigen Benchmarks immer noch behaupten kann und nach wie vor auf gleicher Höhe oder (mit steigenden Auflösungen) leicht besser als die GeForce RTX 3070 herauskommt. Hier spielen sicherlich zuerst zwei Punkte hinein: Zum einen die Speichermenge von 11 GB, welche die Karte als Alleinstellungsmerkmal ihrer Generation hat – die anderen Turing-Modelle hatten maximal 8 GB VRAM zur Verfügung, was hier und da heutzutage schon einmal (leicht) bremsen kann. Und zum anderen konnte die GeForce RTX 2080 Ti anno 2018 sicherlich auch noch gar nicht wirklich ausgenutzt werden, die Karte konnte somit mit den steigenden Spiele-Anforderungen der neueren Zeit durchaus mitwachsen. Ein Teilaspekt hierzu ist sicherlich die CPU-Unterstützung, welche sich zwischen 2018 und 2024 doch massiv verbessert hat: Seinerzeit hatte Intel noch nicht großartig auf den Ryzen-Angriff reagiert, aber auch AMD stand noch (um einiges) vor der Blüte seiner Gaming-Performance.

Allerdings passt das speziell im 3DCenter-Forum zu diesem Thema notierte Prädikat "Fine Wine" auf die GeForce RTX 2080 Ti nicht wirklich bzw. wurde dies nicht exakt genug bewiesen. Unter "Fine Wine" ordnet man normalerweise Performance-Zugewinne im Laufe der Zeit ein, welche das Ranking der Grafikkarte nicht nur halten, sondern eben sogar verbessern. Unter Umständen könnte man dieses Prädikat auch dann vergeben, wenn eine ganze Grafikkarten-Generation im Laufe der Zeit dann (altergemäß) nach unten geht, sich ein einzelnes Modell aus dieser Generation jedoch dennoch weiter halten kann. Dazu hätte man allerdings andere Turing-Grafikkarten in diesem Test integrieren müssen, um zu sehen, ob sich jene ebenfalls gut halten können – oder vielleicht hier und da stärker herunterfallen. "Fine Wine" wäre im Fall der GeForce RTX 2080 Ti somit auch, wenn sich der Performance-Abstand beispielsweise zur GeForce RTX 2060 Super gegenüber der 2020er Performance-Situation noch einmal deutlich verändert hätte – was nachzuweisen wäre.