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News des 16. Februar 2026

Analyst Jukan @ X vermeldet Berichte aus China über erste sinkende Speicherpreise. Die Titulierung ist allerdings wohl etwas großspurig, es handelt sich vielleicht eher nur um eine kleinere Korrektur der absolut höchsten Preisübertreibungen in regionalen Märkten – womit Speicher in der insgesamten Betrachtungsweise weiterhin "nicht signifikant" günstiger geworden ist. Denkbarerweise spielt hier speziell in China auch das nunmehr startende chinesische Neujahresfest mit hinein (17. Februar bis 3. März), welches bekannterweise durch starke Reise- und Familien-Aktivitäten gekennzeichnet ist. Zugleich wird abweichend zu DRAM-Preisen von weiter steigenden Preisen für NAND-Produkte (SSDs) berichtet, hier scheint das Limit noch nicht erreicht zu sein. Interessanterweise konnte die ComputerBase aber selbst für den den deutschen Markt erstmals einen Preisrückgang im DRAM-Feld ermitteln, jener fiel mit –9% im Schnitt von 12 ausgewählten DDR4/5-Produkten auch gar nicht einmal schlecht aus.

Reports of ‘Sharp Decline’ in Memory Prices Spreading Within China ... Traders Say “Extent of Correction Is Limited”
 
· As the Lunar New Year holiday gradually approaches, reports of a sharp decline in memory prices within China have been emerging one after another. In the North American market as well, share prices of major memory companies have been pulling back from their highs.
 
· Based on a recent on-site visit by a reporter to Shenzhen’s largest Huaqiangbei market, spot market memory prices had declined somewhat, but the extent of the correction was not significant. Speculative sentiment has also calmed to a degree. In the flash memory market, some products are showing a trend of ‘further price increases.’
Quelle:  Jukan @ X am 15. Februar 2026

WCCF Tech zeigen im Rahmen eines Artikels zur den Schwierigkeiten der Elektronik-Branche mit der Speicherkrise auch eine Infografik zur Preisentwicklung von DDR & NAND zu Industriepreisen gemäß der Analysten von 'Bernstein'. Inwiefern hier Spot- oder Kontrakt-Preise gemeint sind, ist nicht ganz sicher, Indizien gibt es für beide Auslegungsmöglichkeiten. So oder so ist hier bezüglich DDR-Speicher der gleiche Verlauf der Preisübertreibung zu sehen wie im deutschen Einzelhandel – mit einer rasanten Erhöhung rund um den Jahreswechsel 2025/26. Interessanterweise sollen die Industriepreise für NAND-Speicher (für SSDs) jedoch in fast gleichem Maßstab angezogen haben – wovon im Einzelhandel allerdings (bislang) nur ein Bruchteil zu sehen ist. Wenn dieser Preisschritt dem Einzelhandel tatsächlich noch bevorstehen sollte, dann muß man sich wohl – selbst ausgehend vom jetzt schon um +90% erhöhten Preisniveau – auf eine weitere Preis-Verdopplung bei SSDs einrichten.

All dies zwingt die Hersteller von Consumerelektronik nunmehr wohl zu einigen Planänderungen, denn die Speicherkrise scheint nicht schnell genug vorüberzugehen. Für den PC-Bereich wurde schon zum letzten Jahresende an dieser Stelle prognostiziert, dass die Hersteller im Jahr 2026 nach Produkten & Möglichkeiten schauen müssen, welche dem Endkunden keinen Speicher-Neukauf aufzwingen. Für regelrechte Großprojekte sieht es dagegen nach Preiserhöhungen und/oder Verschiebungen aus. Dies könnte bei der Steam Maschine zutreffen, aber jene ist wohl schon zu kurz vor der Zielgerade, um jene noch weit zu verschieben. Ein andere Möglichkeit besteht in den NextGen-Spielekonsolen rund um die nächste Xbox sowie die PlayStation 6. Hierzu berichten VideoCardz von ernsthaften Überlegungen seitens Sony, letztere auf das Jahr 2028/29 zu verschieben. Hier wird man den Vorteil von womöglich wieder günstigeren Speicherpreisen mit dem Nachteil abwägen müssen, dass die Technik-Entwicklung wahrscheinlich demnächst abgeschlossen wird und man 2029 ein dann technologisch 2 Jahre altes Produkt als "neu" herausbringen würde.

Stichwort PlayStation 6: Die PC Games Hardware notiert Aussagen von Leaker 'Kepler', wonach die PS6 kein volles RDNA5-Design wäre, sondern nur Teile des vollen RDNA5-Featuresets umsetzen würde. Dies ist allerdings nicht ungewöhnlich, Sony hat dies auch bei früheren Spielekonsolen derart getan und ist damit nicht einmal schlecht gefahren – denn manchmal gab es auch mehr Features, als was AMD eigentlich jeweils zu Hand hatte. Sony benutzt halt die technischen Möglichkeiten von AMDs Baukasten-System vergleichsweise frei, und bastelt sich gern auch mal eigene Features hinzu. Microsoft hält sich hingegen bei seinen Xbox-Entwürfen oftmals näher an das AMD-Original, womit auch Microsofts Entwicklungskosten geringer ausfallen dürften. Sony kann sich aufgrund des ziemlich klaren Stands im Konsolen-Wettstreit mit Microsoft diese Extrawurst natürlich leisten bzw. muß das vielleicht auch tun, um weiterhin etwas wirklich eigenes aufbieten zu können und damit in einer immer mehr dem PC zustrebenden Welt den Spieleentwicklern noch etwas "besonderes" bieten zu können.

Ein anderer Nachzügler bei der Einzelhandels-Preisentwicklung in der Speicherkrise könnten konventionelle Festplatten werden. Wie Heise ausführen, haben Western Digital und Seagate ihr Fertigungskontigent für 2026 bereits jeweils nahezu komplett verkauft – wer jetzt noch kommt, wird dann erst in 2027 bedient. Größter Abnehmer und Markttreiber sind hier wieder die Hyperscaler (Betreiber großer Server-Farmen), welche für ihre teilweise extremen Datenmengen immer noch nach dem ganz konventionellen "Datengrab" suchen – einfach, weil dies mit SSDs nicht in dieser Menge zu schultern ist bzw. jene für diese Datenmengen auch viel zu teuer sind. Noch ist allerdings nicht gänzlich sicher, ob hier wirklich ein großer Überbedarf existiert oder ob nicht doch noch genügend für Consumer-Bedürfnisse abfällt. Über großartige Produktionssteigerungen wird zudem nicht berichtet, die Festplatten-Hersteller wollen zwar die durchschnittliche Gigabyte-Menge pro Festplatte steigern, deren reine Fertigungsanzahl jedoch nur unwesentlich.