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News des 2. November 2023

AMD hat mit der Vorstellung der Ryzen 3 7440U und Ryzen 5 7545U Mobile-Prozessoren nun endlich die hierfür teilweise benutzten Zen4c-Kerne des "Phoenix2"-Chips bestätigt bzw. offiziell gemacht. Jene CPU-Kerne sind Feature-technisch gleich, allerdings flächenmäßig stark geschrumpft (–35%), was sich in einer niedrigeren Taktbarkeit äußert. Da im Lastbetrieb der volle Takt (gerade unter TDP-limitierten Bedingungen bei Mobile-Prozessoren) aber sowieso nicht praktisch anliegt, kann dies ausreichen, um dieselbe Multithread-Performance zu erzielen, wie AMD mittels eines Cinebench-Vergleichs von Zen4 gegen Zen4c aufzuzeigen versucht. Dabei ist letzterer unter ganz niedrigen Wattagen sogar leicht besser, verliert aber ab ca. 25W etwas an Performance.

Die Differenzen sind wohl generell nicht groß, aber es ist auch zu erkennen, dass dies nur eine Lösung für Mobile-Prozessoren im niedrigen TDP-Bereich darstellt: Dort verliert Zen4c nichts an Performance, trotz der kleineren Chipfläche. Der Gewinner jenes Tauschs ist erst einmal AMD, welche auf weniger Wafer-Fläche die gleiche Performance herausholen – und nachfolgend die Konsumenten, denn somit kann AMD in diesem Marktsegment günstiger anbieten. Eben weil das Taktraten-Maximum für Zen4c recht niedrig liegt (bei ca. 3.5 GHz), ist das ganze derzeit nur etwas für Mobile- und Server-Prozessoren, da letztere ebenfalls zumeist nicht auf besonders hohen Taktraten betrieben werden. Eine "Gefahr" für den Einsatz von Zen4c in Desktop-Prozessoren ergibt sich derzeit nicht, wobei zukünftige "Dense" CPU-Kerne von AMD natürlich auch wieder anders liegen könnten (Zen5c und nachfolgende).

VideoCardz berichten über "Core 7" Prozessoren ohne "Ultra", sprich thematisieren die verwirrende Namensgebung der mittels "Meteor Lake" anstehenden neuen Mobile-Generation von Intel. Selbige wurde von mancher Berichterstattung gern unter das Stichwort "Core Ultra" gestellt, wobei dies natürlich falsch ist, denn es wird auch "i"-lose neue Prozessoren ohne "Ultra"-Anhang geben. Der Clou des von VideoCardz hierzu gefundenen Prozessors liegt darin, dass es ein "Core" ohne "i" und ohne "Ultra" ist, welcher allerdings nicht Meteor-Lake-basiert, sondern vielmehr Raptor-Lake-basiert daherkommt (wobei eventuell sogar ein Alder-Lake-Die im Spiel sein könnte). Damit gibt es eine Möglichkeit mehr, wie das kommende Mobile-Portfolio technisch unterlegt sein kann:

    Intel 2024 Mobile-Portfolio

  • Core i — Raptor-Lake-basiert, nur HX-Modelle
  • Core Ultra — Meteor-Lake-basiert, nur unterhalb HX
  • Core — Meteor-Lake- und Raptor-Lake-basiert, nur unterhalb HX

Die These, dass Intel die non-Ultra-Modelle dafür benutzen könnte, um Prozessoren auf Basis älterer Architekturen unterzubringen, wurde bereits an dieser Stelle spekulativ erwähnt – was sich nun zu bestätigen scheint. Allerdings soll es wohl auch genauso non-Ultra-Modelle auf Basis von "Meteor Lake" geben, die Unterteilung dient auch der Produkt-Segmentierung innerhalb derselben Architektur. Für Intel ist es aber generell eine Möglichkeit, um vom bisherigen Schema herunterzukommen, dass eine neue Mobile-Generation durchgehend dieselbe technologische Basis hat – um somit (wie bei AMD vergleichsweise extensiv betrieben) ältere Prozessoren-Dies auch in der neuen Verkaufsgeneration noch abverkaufen zu können. Dass das Portfolio somit vergleichsweise verwirrend ist, dürfte für Intels Marketingstrategen eher als Vorteil gelten, weil somit die Notebook-Käufer tendentiell in Richtung der "Ultra"-Modelle gedrängt werden – die einzigen Modelle, wo man sich sicher sein kann, dass hier auch wirklich die neueste Architektur im Einsatz ist.

Sehr unerfreulich ist, was AMD derzeit bei seinen Grafikkarten-Treibern veranstaltet: Da gibt es zwar weiterhin die aktuellste Treiber-Version 23.1.1 auch für Grafikkarten ab der Radeon RX 400 (Polaris) Serie – allerdings abgetrennt von den Treibern für die neueren AMD-Grafikkarten. Im genauen führt AMD derzeit zwei Treiber-Linien, trotz einheitlicher Versionsnummer: Radeon RX 400/500 & Vega erhalten einen extra Treiber, nur Radeon RX 5000-7000 einen wirklich neuen Treiber. Dies läßt sich daran erkennen, dass die "neuen" Treiber für die älteren AMD-Modelle nur noch Bugfixes enthalten, aber keinen Hinweis auf den Support neuerer Spiele-Titel – im Gegensatz zu den Treiber für die neueren AMD-Modelle. Dies sieht doch ganz nach einem Einstieg in den Ausstieg aus – sprich der Beendigung des Treiber-Supports für Radeon RX 400/500 & Vega Grafikkarten durch die Hintertür, dass jene Treiber schlicht nicht mehr bezüglich neuer Spiele gepflegt werden.

Aus unserem Forum kommt eine interessante These (kein Gerücht) zu einem möglichen Radeon RX 8000 Portfolio, welches nicht nur Mainstream- und Midrange-Beschleuniger bietet. Letztere soll AMD tatsächlich in Form von RDNA4-basierten Grafikchips aufbieten, aber damit soll RDNA4 dann auch enden. Laut der Portfolio-These sollen die oberen Portfolio-Teile dann von Refresh-Lösungen basierend auf dem Navi-31-Chip gebildet werden – mit dem besonderen Clou des Einsatzes von weiterem gestappelten Infinity Cache. Dies wurde als Möglichkeit von AMD bereits technisch angedacht und könnte somit durchaus spruchreif sein – und in diesem Fall wäre es eine Ausweichmöglichkeit in Ermanglung größerer RDNA4-Chips.

Hardware Perf-Prognose SKU-Serien
Navi 31 + X3D RDNA3, 96 CU @ 384 Bit GDDR6, 96 MB IF$ + extra IF$ gestapelt etwas schneller als Radeon RX 7900 XTX vermtl. Radeon RX 8800 & 8900
Navi 48 angbl. RDNA4, 64 CU @ 192 Bit GDDR7, 48 MB IF$ im Idealfall wie Radeon RX 7800 XT vermtl. Radeon RX 8700
Navi 44 angbl. RDNA4, 40 CU @ 128 Bit GDDR7, 32 MB IF$ etwas schneller als Radeon RX 7600 vermtl. Radeon RX 8600
Hinweis: reine Portfolio-These, nur teilweise (Navi 44/48) "gedeckt" durch entsprechende Gerüchte

Den ganz großen Performance-Sprung dürfte man damit keineswegs herausholen, aber es könnte für ein anständiges Ergebnis reichen – und mehr kann AMD bei dieser Zwischen-Generation ohne eigenen HighEnd-Chip sowieso nicht erwarten. Tendentiell könnte dies sogar wieder für eine etwas bessere Energieeffizienz sorgen, zumindest wenn man sich die entspechenden Ergebnisse mit X3D-Cache aus dem CPU-Bereich ansieht. Denkbarerweise könnte AMD sogar auf die volle Anzahl an MCDs verzichten, was Waferfläche wie Speicherbausteine einspart und Performance-technisch durch den größeren Infinity Cache ausgeglichen werden kann. Aber natürlich ist dies derzeit alles nur eine mögliche These zur Portfolio-Gestaltung der Radeon RX 8000 Serie, welche keinerlei Anspruch auf Korrektheit oder den Hintergrund eines belastbaren Gerüchts vorbringen kann.