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News des 27. Januar 2026

Der zweite Tag der Panther-Lake-Launchreviews war heftig enttäuschend, als dass eine eine kleine Handvoll an Testberichten mit Prozessoren abseits des Spitzenmodells Core Ultra X9 388H hinzugekommen ist – darunter keines, welches dem Leser die Ehre erwiesen hat, die für vergleichende Benchmarks nicht ganz unwichtige Information zu den konkret benutzten Powerlimits zu kredenzen. Von den gestern erwähnten Testberichten scheint es zudem nirgendwo einen zweiten Teil mit Benchmarks eben dieser kleineren Panther-Lake-Modelle zu geben, womit man wohl sagen kann: Intel-Marketing 1, Fachpresse 0. Denn somit hat es Intel über die Zweiteilung des Launchgeschehens hinbekommen, dass sich alle Welt an den gestrigen Performancedaten zum Core Ultra X9 388H orientiert (welches zudem im gestern getesteten Asus-Notebook mit klar höherem Powerlimit lief), obwohl dieses Prozessoren-Modell in der Praxis sicherlich weniger als 5% des Stückzahlen-Volumens ausmachen dürfte. Damit sind weiterhin Tests fehlend zu Panther Lake auf 25 Watt PBP/PL1 – und allein der gestrige iGPU-Test von Hardware Canucks @ YouTube liefert hierzu gewisse Aussagen:

Allerdings gilt zu diesem auch zu beachten, dass die dortige Watt-Angabe die reine iGPU-Power betrifft, somit nicht das komplette Powerlimit. Im Fall von 25W iGPU-Power ist augenscheinlich das standardmäßige Powerprofil des Asus Zenbook Duo (2026) im Einsatz, ergo 46/64 Watt. Der Meßwert mit nur 17W iGPU-Power kommt der Frage dann tatsächlich näher, was bei üblichen Powerlimits passiert. Leider ist nicht völlig klar, welchem Powerprofil dieser Wert entspricht, denn Hardware Canucks geben jenen Wert als "adaptive" an, laut Notebookcheck kennt das bewußte Asus-Notebook aber kein solches Powerprofil. Angenommen es handelt sich um "Balanced", dann würde das Gerät mit 28/64 Watt laufen, was der Zielsetzung von Tests bei 25 Watt PBP/PL1 dann schon näher kommt. In diesem Fall würde Panther Lake natürlich seine Zähne zeigen, denn selbst Strix Point auf 38W iGPU-Power würde von Panther Lake auf 17W iGPU-Power mit größerem Abstand (+43%) geschlagen werden. Auch wenn (natürlich) alles in diese Richtung hinzeigt, ist es nicht schön, dass man nach einem offiziellen Launch derart raten muß, anstatt mit einer Vielzahl an Testberichten alle Themenbereiche und Möglichkeiten abgedeckt zu sehen.

Die PC Games Hardware berichtet über nach wie vor gute und teilweise sogar fallende Preise von HighEnd-Grafiklösungen im Mobile-Bereich – speziell bei der GeForce RTX 5090. An dieser Stelle muß man natürlich einrechnen, dass eine GeForce RTX 5090 Laptop technisch einer GeForce RTX 5080 Desktop entspricht (beiderseits GB203-Chip), und somit mitnichten einer GeForce RTX 5090 Desktop (auf Basis des deutlich größeren GB202-Chips). Dennoch ist auch die GeForce RTX 5080 Desktop derzeit preislich am galoppieren, ergo ist dieser Hinweis valide bzw. kann sogar nutzvoll sein. Eine Erklärung dieser unterschiedlichen Preistendenz ist zudem einfach: Ältere Notebooks sind zum einen schon auf Lager (hergestellt demzufolge zu günstigeren Preisen), gehen unter Druck durch neu in den Markt kommende Notebooks und müssen somit abgesetzt werden. Zugleich folgen derart Substitutionsartikel den Preisübertreibungen der Originale immer erst mit Verzögerung, üblicherweise erst dann, wenn der Druck bei den Originalen zu groß wird. Dann kann es aber auch bei den Substitutionsartikeln zu heftigen Preissprüngen kommen, siehe seinerzeit beim Run auf RTX30-Notebooks im Cryptomining-Hype 2021/22.

Twitterer Chi11eddog zeigt erste Performance-Werte zum Ryzen 7 9850X3D aus einem chinesischen Test. Hierbei wurde die Spiele-Performance unter der FullHD-Auflösung unter 7 Spieletiteln mit dem bekannten Ryzen 7 9800X3D verglichen, mit dem Resultat von Zugewinnen zwischen +0% und 6%. Denkbarerweise ging es hier um die durchschnittliche Frameraten, das Ergebnis unter Minimum-Frameraten sollte also noch etwas besser ausfallen. Generell ist die Richtung dieser Benchmark-Ergebnisse aber absolut nachvollziehbar, mehr als eine kleine Performance-Zugabe ist vom Ryzen 7 9850X3D einfach nicht zu erwarten. Die offiziellen Tests zu diesem neuen Achtkern-Spitzenmodell sind im Laufe des frühen Nachmittags des 28. Januar zu erwarten (üblicherweise 14 Uhr), der Marktstart wird dann am 29. Januar erfolgen. Mangels Ankündigung des Arrow-Lake-Refreshs muß der Ryzen 7 9850X3D vorerst allein gegen die bisherigen X3D-Modelle antreten, die Launchtests dürften demzufolge wohl dazu genutzt werden, die aktuelle Performance aller neueren X3D-Modelle vergleichend abzubilden.

Von TechEpiphany @ X kommen die aktuellen Grafikkarten-Verkaufszahlen der Mindfactory, welche in der 4. Woche nur eine minimale Verbesserung beim Absatzgeschehen zeigen, dafür allerdings klar bessere Umsätze und somit höhere Grafikkarten-Durchschnittspreise gegenüber der Vorwoche. Jene erklären sich primär am wieder anziehenden Absatz der GeForce RTX 5080 sowie der (gewissen) Marktrückkehr der GeForce RTX 5090. Beide Karten stehen derzeit zwar nicht für große Absatzzahlen, aber aufgrund deren hohen Preislagen ziehen jene den Durchschnittspreis auch so gut nach oben. Letzterer gewinnt natürlich auch durch die allgemeinen Preissteigerungen bei Grafikkarten an Fahrt, eine GeForce RTX 5070 Ti ist derzeit bei der Mindfactory nicht mehr unter 949 Euro zu bekommen – fast 200 Euro über dem, was der umgerechnete US-Listenpreis eigentlich ermöglichen sollte. Bei AMD hatte es einen solchen Sprung beim durchschnittlichen Verkaufspreis (ASP) bereits letzte Woche gegeben, womit die minimale ASP-Abkühlung dieser Woche nicht wirklich ins Gewicht fällt.

Grafikkarten-Verkäufe der Mindfactory in den Jahren 2025/26   (AMD in rot, nVidia in grün, Intel in blau, durchgehend in dieser Reihenfolge)
Absatz Absatz-Anteile Umsatz Umsatz-Anteile ASPs
4. Woche 2026 1300 Stück 62,7%   34,2%   3,1% 0,99M € 51,0%   48,0%   1,0% 618€   1063€   244€
3. Woche 2026 1215 Stück 69,1%   28,4%   2,5% 0,79M € 66,7%   32,7%   0,6% 631€   754€   164€
51. Woche 2025 1680 Stück 57,4%   38,7%   3,9% 1,05M € 46,0%   52,8%   1,2% 499€   851€   187€
50. Woche 2025 2795 Stück 55,3%   40,8%   3,9% 1,89M € 42,5%   56,1%   1,4% 519€   928€   231€
49. Woche 2025 3845 Stück 69,4%   29,0%   1,6% 2,26M € 62,8%   36,7%   0,5% 532€   745€   200€
48. Woche 2025 2850 Stück 66,0%   33,0%   1,0% 1,69M € 58,7%   40,9%   0,4% 527€   733€   245€
47. Woche 2025 2605 Stück 59,9%   38,0%   2,1% 1,69M € 50,6%   48,8%   0,6% 550€   836€   177€
34. Woche 2025 2635 Stück 56,9%   42,3%   0,8% 1,92M € 43,6%   56,1%   0,3% 559€   967€   290€
33. Woche 2025 2535 Stück 54,6%   44,2%   1,2% 1,74M € 44,4%   55,2%   0,4% 559€   858€   251€
32. Woche 2025 2740 Stück 53,5%   45,4%   1,1% 1,88M € 42,3%   57,4%   0,3% 543€   865€   168€
31. Woche 2025 2045 Stück 61,6%   37,4%   1,0% 1,33M € 52,9%   46,8%   0,3% 560€   816€   197€
30. Woche 2025 1655 Stück 52,3%   47,1%   0,6% 1,13M € 43,3%   56,6%   0,1% 564€   818€   124€
alle Daten basierend auf den Erhebungen von TechEpiphany auf Twitter; Wochenkonvention: Sonntag zu Samstag; "p.W." = per Woche

Zugleich kommen von TechEpiphany @ X die aktuellen Prozessoren-Verkaufszahlen der Mindfactory, welche für die 4. Woche bei Absatz und Umsatz fast exakt auf Höhe der (schwachen) Vorwoche liegen. Der Einzelhandel scheint derzeit nicht wirklich gut zu laufen, wenngleich hierfür zur Beurteilung allein die Mindfactory-Zahlen nicht ausreichend belegkräftig sind. Beachtbar für diese Woche ist nur die gewisse Verschiebung bei AMD vom Sockel AM5 zum Sockel AM4 – der ältere Sockel gewinnt hinzu, der jüngere verliert hingegen. Dass mehr AM4-Prozessoren verkauft werden, ist innerhalb der laufenden Speicherkrise nur zu verständlich: Viele Anwender verschieben nunmehr einen geplanten Sockel-Wechsel, der auch zu neuem RAM zwingen würde – und rüsten lieber innerhalb derselben Plattform auf. Der Rückgang des AM5-Absatzes könnte hingegen den zu hohen Speicherpreisen geschuldet sein – oder aber es gibt da einfach CPU-Käufer, welche auf den Ryzen 7 9850X3D warten. Da der bisherigen Ryzen 7 9800X3D in den Modell-Verkaufslisten regelmäßig an erster Stelle liegt, könnte für diese Woche allein dieser Effekt der bewußten Kaufzurückhaltung zugunsten des Ryzen 7 9850X3D zur Erklärung jener Zahlen ausreichend sein.

Prozessoren-Verkäufe der Mindfactory in den Jahren 2025/26   (AMD in rot, Intel in blau, durchgehend in dieser Reihenfolge)
Absatz Anteile Umsatz Anteile ASPs AM4, AM5, 1700, 1851
4. Woche 2026 1505 Stück 87,4%   12,6% 0,48M € 89,9%   10,1% 328€   255€ 460, 850, 120, 60
3. Woche 2026 1535 Stück 87,9%   12,1% 0,48M € 91,0%   9,0% 323€   232€ 390, 960, 150, 35
51. Woche 2025 2105 Stück 91,4%   8,6% 0,54M € 91,8%   8,2% 259€   248€ 715, 1210, 130, 50
50. Woche 2025 2120 Stück 94,3%   5,7% 0,54M € 95,9%   4,1% 261€   184€ 490, 1510, 90, 20
49. Woche 2025 3905 Stück 93,6%   6,4% 1,19M € 95,0%   5,0% 310€   236€ 950, 2705, 200, 40
48. Woche 2025 3620 Stück 95,7%   4,3% 1,03M € 96,3%   3,7% 287€   249€ 880, 2585, 80, 55
47. Woche 2025 2480 Stück 91,1%   8,9% 0,75M € 92,9%   7,1% 307€   243€ 410, 1850, 160, 60
46. Woche 2025 1815 Stück 89,3%   10,7% 0,45M € 90,0%   10,0% 252€   232€ 470, 1150, 110, 80
40. Woche 2025 1780 Stück 88,2%   11,8% 0,50M € 90,9%   9,1% 288€   216€ 360, 1210, 130, 70
34. Woche 2025 3715 Stück 91,4%   8,6% 1,09M € 92,9%   7,1% 299€   241€ 590, 2805, 200, 120
33. Woche 2025 3450 Stück 90,7%   9,3% 1,06M € 92,0%   8,0% 312€   264€ 580, 2550, 240, 80
32. Woche 2025 3880 Stück 92,0%   8,0% 1,18M € 94,3%   5,7% 313€   216€ 590, 2980, 240, 70
31. Woche 2025 2365 Stück 87,3%   12,7% 0,69M € 89,1%   10,9% 298€   252€ 435, 1630, 210, 90
30. Woche 2025 2235 Stück 93,3%   6,7% 0,64M € 95,1%   4,9% 293€   210€ 445, 1640, 120, 30
alle Daten basierend auf den Erhebungen von TechEpiphany auf Twitter; Wochenkonvention: Sonntag zu Samstag; "p.W." = per Woche