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Die Intel-Geschäftsergebnisse im ersten Quartal 2026

Intel hat seine Geschäftsergebnisse für das erste Quartal des Jahres 2026 vorgelegt, in welchem Intel zwar bei den Umsatz-Zahlen glänzen, bei den Gewinn-Zahlen jedoch wieder einmal im tief roten Bereich herauskommt. Die Ausgangslage war dabei eigentlich gut, denn Intel hatte vorab selber nur 11,7-12,7 Mrd. Dollar Umsatz prognostiziert, konnte dies dann aber mit 13,6 Mrd. Dollar klar überbieten und kommt damit sogar bis auf eine geringe Differenz an den Umsatz des Jahresschlußquartals 2025 heran – welches Intel mit einem ersten Quartal gewöhnlich niemals schlägt. Dies ist von dieser Seite her ein wirklich guter Start ins Jahr, gerade da Intel für das laufende zweite Quartal mit 13,8-14,8 Mrd. Dollar gleich einmal eine weitere Umsatzsteigerung verspricht. Das zweite Quartal soll dann auch ein Ende der Minuszahlen sehen, welche aber auch für dieses erste Quartal wieder stark von Sondereffekten bestimmt sind: 4,1 Mrd. Dollar gingen allein für Restrukturierungskosten drauf, der operative non-GAAP-Gewinn ist hingegen erneut klar positiv.

Q1/2025 Q2/2025 Q3/2025 Q4/2025 Q1/2026
Umsatz 12'667 Mio. $ 12'859 Mio. $ 13'653 Mio. $ 13'674 Mio. $ 13'577 Mio. $
(nomineller) Gewinn –887 Mio. $ –3024 Mio. $ 4270 Mio. $ –333 Mio. $ –4281 Mio. $
Bruttomarge 36,9% 27,5% 38,2% 36,1% 39,4%
operativer non-GAAP-Gewinn 690 Mio. $ –503 Mio. $ 1524 Mio. $ 1205 Mio. $ 1668 Mio. $

Bei den einzelnen Intel-Sparten erlebte die Consumer-Sparte den eigentlich für ein erstes Jahresquartal typischen Einbruch, welcher allerdings auch nicht besonders harsch ausfiel – angeblich wegen steigender Abgabepreise. Was die Consumer-Sparte verlor, gewann die Server-Sparte hingegen hinzu, hier zeigt sich nun auch in Zahlen die aktuelle Bedeutungszunahme von Server-Prozessoren. Fast noch erfreulicher wuchs die Foundry-Sparte, in welcher allerdings Intel nach wie vor zu 97% sein eigener Kunde ist. Zugleich reicht die aktuelle Auslastung der Foundry-Sparte noch bei weitem nicht aus, um selbige profitabel zu machen, denn wie auch in den vorherigen Quartalen produziert jene jedes Quartals ca. 2½ Mrd. Dollar Minus. Inzwischen reichen die Gewinn der anderen Sparten aber wieder aus, um dies zu überdecken: Die Consumer-Sparte stand dieses Quartal für 2,5 Mrd. Dollar Gewinn, die Server-Sparte (lange Zeit mit mageren Gewinnen unterwegs) nunmehr auch wieder bei 1,5 Mrd. Dollar.

Umsätze Q1/2025 Q2/2025 Q3/2025 Q4/2025 Q1/2026
Client Computing  (CCG, "Consumer-Sparte") 7629 Mio. $ 7871 Mio. $ 8535 Mio. $ 8193 Mio. $ 7727 Mio. $
Data Center and AI  (DCAI, "Server-Sparte") 4126 Mio. $ 3919 Mio. $ 4117 Mio. $ 4737 Mio. $ 5052 Mio. $
Intel Foundry  ("Fertigungs-Sparte") 4667 Mio. $ 4417 Mio. $ 4235 Mio. $ 4507 Mio. $ 5421 Mio. $
all other 943 Mio. $ 1053 Mio. $ 993 Mio. $ 574 Mio. $ 628 Mio. $
Hinweis: Die Intel-eigene Fertigung wird auch für Intel-Produkte fakturiert, womit die kumulierten Umsätze aller Intel-Einzelsparten höher aus als der Unternehmens-Gesamtumsatz ausfällt.

Insbesondere, dass Intel im Kern-Geschäft nunmehr passabel solide ist und endlich wieder Wachstums-Zahlen versprechen kann, machte dann an der Börse einigen Eindruck. Trotzdem verbleiben so einige Hausaufgaben für Intel: Die Consumer-Sparte könnte mal wieder einen klaren Gewinner gebrauchen (hierzu scheint "Nova Lake" zumindest gedacht zu sein), die Server-Sparte ruft schon seit Äonen nach selbigem für sich. Dass es momentan so vergleichsweise günstig für Intel aussieht, liegt ja schließlich mitnichten an einer besonders starken Produktentwicklung bei Intel – sondern dass dem Hersteller wohl schlicht alles weggekauft wird, insbesondere im Server-Bereich. Und daneben muß Intel natürlich die fette Minuszahl bei der Foundry-Sparte losbekommen, selbige kommt immer ungünstig gegenüber umsturzeifrigen Aktionären. Gewisse Schritte nach vorn werden das Bild aufhellen, aber gerade in letzter Frage kaum wirklich klären. Intel braucht einfach die fremden Großaufträge – und wenn, wann nicht jetzt in Speicherkrise und aufziehender CPU-Krise.