IT-Business

26

Die nVidia-Geschäftsergebnisse im vierten Quartal sowie Gesamtjahr 2020

Grafikchip-Entwickler nVidia hat nach AMD und nach Intel seine Geschäftszahlen für das vierte Jahresquartal 2020 sowie das Gesamtjahr 2020 vorgelegt. Zu beachten wäre hierbei die übliche Abweichung nVidias vom Kalenderverlauf: nVidias viertes Finanzquartal lief von November 2020 bis Januar 2021 und gehört zu nVidias Finanzjahr 2021. Dies macht meistens keinen großen Unterschied aus, im Fall des vierten Quartals liegt dann aber der üblicherweise schlechte Monat "Januar" mit im Quartal, womit die Quartalszahlen des vierten Quartals zumeist nicht ganz so gut ausfallen können wie bei anderen Herstellern. Bei nVidia ist abweichend von dieser Faustregel dennoch ein gutes Ergebnis erwirtschaftet worden: Der Umsatz stieg zum ersten Mal über die Marke von 5 Mrd. Dollar im Quartal – womit nVidia über das Jahr 2020 hinweg glatt von einer 3-Mrd-Dollar-Firma zu einer 5-Mrd-Dollar-Firma (an quartalsweisen Umsatz) gewachsen ist.

7

Die Prozessoren-Marktanteile im vierten Quartal 2020

Tom's Hardware haben seitens der Marktforscher von Mercury Research die AMD-Marktanteile im weltweiten Geschäft mit x86-Prozessoren für das vierte Quartal 2020 erhalten – woraus sich mangels beachtbarer anderer x86-Wettbewerber dann auch die x86-Marktanteile von Intel abbilden lassen. Hierbei gab es gegenüber den Höchstständen vom dritten Quartal, wo AMD erstmals (wieder) die 20%-Marke durchbrochen hatte, allerdings einen kleinen Rückschlag für AMD zu verdauen: Der Marktanteil fiel im Desktop-Markt nicht unerheblich um –0,8 Prozentpunkte, im Mobile-Markt sogar um –1,2 Prozentpunkte – jeweils auf Werte unterhalb der 20%-Marke und damit Intel wieder über die 80%-Marke bringend. Einzig im Server-Markt konnte AMD erneut zulegen, die dort erzielten +0,5 Prozentpunkte sind angesichts des geringen Server-Marktanteils von derzeit 7,1% durchaus vernünftig. Die Verluste bei den Desktop- wie Mobile-Prozessoren führten dann dazu, dass AMD auch beim insgesamten Marktanteil zurückstecken müsste – wobei für dieses Quartal nur der "Overall"-Marktanteil vorliegt, welcher wohl sogar die Konsolen-SoCs mit einschließt.

27

Die AMD-Geschäftsergebnisse im vierten Quartal sowie Gesamtjahr 2020

AMD hat die Quartalszahlen für das abgelaufene vierte Quartal 2020 und somit auch das Gesamtjahr 2020 vorgelegt. Selbiges hat trotz aller Lieferschwierigkeiten Rekorde auf allen Fronten gesehen, im vierten Jahresquartal ging der Quartalsumsatz erstmals auf über 3 Mrd. Dollar hoch – ein heftiger Sprung für ein Unternehmen, welches bis zum Herbst 2019 nie jemals nur die 2-Mrd-Marke gesehen hatte. AMD bricht beim geschäftlichen Erfolg jetzt endlich aus der langjährigen Gleichförmigkeit aus, über die gutklassigen bis herausragenden Produkte gibt es endlich einmal ein substantielles Größenwachstum und damit natürlich auch insgesamt eine größere Reputation innerhalb der IT- wie auch Börsen-Welt. Dabei mag AMD zuletzt von einigen gleichzeitigen Produktlaunches profitiert haben, aber da insbesondere die neue Konsolen-Generation ein langjähriges Geschäft ist wie auch im PC-Bereich man mehr liefern könnte als man produzieren konnte, dürfte die neue Umsatzhöhe keinen Einmaleffekt darstellen, sondern eher so etwas wie einen zukünftigen Sockel ergeben.

22

Die Intel-Geschäftsergebnisse im vierten Quartal sowie Gesamtjahr 2020

Prozessoren-Entwickler Intel hat seine Geschäftsergebnisse für das vierte Jahresquartal 2020 sowie das Gesamtjahr 2022 vorgelegt, welche besser als erwartet ausgefallen sind und Intel somit einen Jahresabschluß auf Rekordniveau ermöglicht haben. Insbesondere das abgelaufene vierte Quartal 2020 lief dabei klar oberhalb von Intels Erwartungen, mit nahezu 20 Mrd. Dollar Quartalsumsatz wurde das zweitstärkste Quartal aller Zeiten bei Intel erzielt. Dabei war ausgerechnet der Vergleichszeitraum des Vorjahres jenes Rekordquartal, womit es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum beim Umsatz um –1,1% nach unten ging, gegenüber dem Vorquartal gab es allerdings eine Steigerung von um +9,0%. Das Bild des groben Quartalsvergleichs drückt es noch am besten aus: Intel ist nunmehr wieder nahe zu seinen Rekordständen – und auch das Jahr 2020 war (trotz gegenteiliger Prognose) insgesamt ein gutes Jahr für Intel, mit drei Spitzen-Quartalen und nur einem halbwegs mittelmäßigem.

11

Zu wenige RayTracing-Tests: nVidia schließt "Hardware Unboxed" von Testsample-Lieferungen aus

Hardware Unboxed haben auf Twitter ein Statement herausgegeben, wonach der bekannte YouTube-Channel (dessen Tests oftmals auch in Schriftform beim TechSpot erscheinen) von nVidia mit der weiteren Belieferung von Testsamples an "Founders Edition" Grafikkarten ausgeschlossen wurde. Zukünftig müsste man sich damit rein bei den Grafikkarten-Herstellern umsehen, womit man aber in den meisten Fällen nicht zum weltweiten Launchtermin mit einem Review spruchreif wäre, weil am jeweiligen Launchtag bei nVidia üblicherweise nur Tests der jeweiligen Founders Edition veröffentlich werden dürfen. Hintergrund des ganzen ist, dass nVidia nicht zufrieden ist mit der Test-Zielrichtung von Hardware Unboxed primär zugunsten von Rasterizer-Performance – anstatt der RayTracing-Performance. Sehr harsch ist insbesondere die letzte Aussage, wonach nVidia bei Änderung dieser Test-Zielrichtung über eine Wiederaufnahme der Sample-Lieferungen nachdenken könnte.

Nvidia have officially decided to ban us from receiving GeForce Founders Edition GPU review samples.
Their reasoning is that we are focusing on rasterization instead of ray tracing.
They have said they will revisit this "should your editorial direction change".

Quelle:  Hardware Unboxed @ Twitter am 10. Dezember 2020

4

Die Grafikchip- und Grafikkarten-Marktanteile im dritten Quartal 2020

Von Jon Peddie Research kommen die Marktanteile im Markt von Grafikchips für Desktop-Grafikkarten (Add-in Board = AIB) des abgelaufenen dritten Quartals 2020. Selbiges sah die Markteinführung von nVidias Ampere-Generation sowie gleichzeitig das Auslaufen erster Teile des bisherigen Turing-Portfolios. Dies führte teilweise zur Situation, dass es im Einzelhandel gar kein nVidia-Angebot in gewissen Preisbereichen mehr gab, weil die Turing-Beschleuniger schon nicht mehr verfügbar waren und die Nachlieferungen der Ampere-Beschleuniger wie bekannt zu gering ausfielen, um dem (hohen) Bedarf gerecht zu werden. Wohl aus diesem Grund heraus gewinnt AMD in der Quartalsabrechnung sogar einen Prozentpunkt Marktanteil hinzu – obwohl AMD hierfür (im dritten Quartal) wirklich nichts berichtenswertes getan hat.

AiB-Grafikchips Q3/2019 Q4/2019 Q1/2020 Q2/2020 Q3/2020
AMD 27,1% 31,1% 30,8% 22% 23%
nVidia 72,9% 68,9% 69,2% 78% 77%
Quelle: Jon Peddie Research
20

Die nVidia-Geschäftsergebnisse im dritten Quartal 2020

Grafikchip-Entwickler nVidia hat seine Geschäftszahlen für das (sinnbildliche) dritte Jahresquartal 2020 vorgelegt, welches bei nVidia zum Finanzjahr 2021 gehört und abweichend vom Kalenderverlauf von August bis Oktober 2020 geht. In diesem Zeitrahmen fällt somit der Ampere-Launch, gleichzeitig aber auch die Nachlieferschwierigkeiten rund um Ampere-Grafikkarten – dass sich jetzt nun langsam etwas Aufhellung an dieser Front ergibt, können diese Geschäftszahlen aber eigentlich noch nicht abbilden. Um so erstaunlicher ist, dass nVidia erneut überaus satte Geschäftsrekorde in allen Disziplinen aufgestellt hat: Der Umsatz liegt mit 4,7 Mrd. Dollar erstmals (deutlich) oberhalb der 4-Mrd-Marke, dies ist gegenüber dem Vorquartal ein Zugewinn von +22% sowie gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Zugewinn von gleich +57%. Interessanterweise liegt nVidia mit diesen Ergebnissen somit nur noch 44 Millionen Dollar unterhalb des Gesamtergebnisses des Jahres 2018 als bisherigem Rekordjahr – womit für das Gesamtjahr 2020 logischerweise ein neuer, satter Umsatzrekord ansteht.

28

Die AMD-Geschäftsergebnisse im dritten Quartal 2020

Chipentwickler AMD hat (nach Intel) seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2020 vorgelegt, welche einen massiven Sprung in allen Kategorien einhergehenden mit einem neuen absoluten Umsatzrekord zeigen. Jener kletterte auf gleich 2,8 Mrd. Dollar, was für AMD eine ganz neue Sphäre ist, wo man bislang erst einmalig knapp über 2 Mrd Dollar Quartalsumsatz erreichte (im vierten Quartal 2019) und in den Zeiten des tiefsten geschäftlichen Tals der Jahre 2015 und 2016 der durchschnittliche Quartalsumsatz nur minimal oberhalb der Marke von 1,0 Mrd. Dollar lag. AMD hat sich damit also endlich einmal von den üblicherweise durchschnittlichen Geschäftszahlen nach der Übernahme von ATI anno 2006 wegbewegen können. Als (alleiniger) Anbieter gleich dreier Technologie-Kategorien (Prozessoren, Grafikkarten & Spielekonsolen-SoCs) sollte dies auch eigentlich "normal" sein, der harte Wettbewerb gegen Nahezu-Monopolisten und teilweise auch AMDs schwache eigene Produkte haben dies jedoch lange verhindert – bis sich jetzt endlich auch der geschäftliche Erfolg für AMD einstellt.

25

Die Intel-Geschäftsergebnisse im dritten Quartal 2020

Chipentwickler Intel hat seine Geschäftsergebnisse für das dritte Quartal 2020 vorgelegt – welche leicht besser als von Intel vorab erwartet ausgefallen sind, dennoch erstmals einen beachtbaren Rückgang der Intel-Geschäftstätigkeit aufzeigen. So musste Intel durchgehend bei Umsatz, nominellen und operativem Gewinn abgeben – sowohl im Vergleich zum Vorquartal als auch zum Vorjahreszeitraum. Bei den Umsatzzahlen ist dies noch weniger deutlich, hier verliert Intel "nur" -7% zum Vorquartal sowie -4% zum Vorjahreszeitraum. Beim nominellen Gewinn wird Intel allerdings mit -16% bzw. -29% stärker gebeutelt, die Zahlen zum operativen Gewinn sehen mit -11% bzw. -22% prinzipiell ähnlich aus. Rein von dieser Zahlenstruktur ausgehend sieht es ganz danach aus, als hätte Intel zwar nicht schlecht verkauft, musste dafür aber hohe Rabatte geben und konnte somit nur noch bemerkbar geringere Gewinne einfahren – üblicherweise ein klares Anzeichen eines stärker werdenden Wettbewerbs.

14

nVidia übernimmt ARM

nVidia hat den zuletzt häufiger kolportierten Kauf des britischen Chipentwicklers ARM nunmehr offiziell bestätigt, der Kaufpreis liegt (erfolgsabhängig) zwischen 33,5 bis 38,5 Mrd. Dollar für 90% der ARM-Aktien (10% der Aktien sowie die "ARM IoT Services Group" verbleiben beim bisherigen Eigner "SoftBank"). Hiervon zahlt nVidia allerdings nur 12 Mrd. Dollar in bar, der Rest wird in nVidia-Aktien beglichen – womit nVidia eine gute Möglichkeit bekommt, die sprudelnden Gewinne der letzten Jahre sinnvoll "loszuwerden", ohne sich dabei jedoch finanziell gänzlich zu übernehmen. Diese Übernahme wird maßgeblich durch nVidias hohe Aktienkurse der letzten Zeit begünstigt, nachdem nVidia derzeit einen Unternehmenswert von knapp 300 Mrd. Dollar aufweist (sogar deutlich mehr als Intel). Insbesondere die Begleichung von mehr als der Hälfte des Kaufpreises in Aktien kommt nVidia somit derzeit sehr günstig.

Inhalt abgleichen