30

Hardware- und Nachrichten-Links des 29./30. Oktober 2019

Mit dem Launch der GeForce GTX 1660 Super hat nVidia auch die Hardware-Daten und den Launchtermin zur GeForce GTX 1650 Super ganz offiziell bestätigt, hinzukommend auch ein paar nVidia-eigene Benchmarks zu dieser kommenden Mainstream-Karte. Gemäß der dabei angetreteten 5 Spiele-Tests schätzt nVidia die bisherige GeForce GTX 1650 um ca. +47% schneller als die frühere GeForce GTX 1050 ein, was gemäß des FullHD Performance Index ziemlich gut passt (450% / 310% = +45,2%). Die kommende GeForce GTX 1650 Super soll dann immerhin ca. +97% auf die GeForce GTX 1050 sowie ca. +34% auf die GeForce GTX 1650 drauflegen, was auf einem Index-Wert von ~600-610% hinauslaufen sollte – eher am unteren Ende der bisherigen Prognose, aber jene wurde natürlich auch nur auf Basis der reinen Hardware-Daten erstellt. Um sich gegenüber Radeon RX 580 (Perf.Index 570% in der 4-GB-Ausführung) als (leicht) stärker zu positionieren, wird es wohl ausreichen – womit das eigentliche Interesse wiederum in Richtung des Preispunkts der GeForce GTX 1650 Super geht. Genau diese Frage wollte nVidia allerdings bislang nicht beantworten – wahrscheinlich, weil es gar nicht so einfach ist, die aktuell darniederliegenden Straßenpreise der Radeon RX 580 4GB (derzeit 145-180 Euro) mit einer neuen Grafikkarte zu erreichen.

Die ComputerBase berichtet hingegen über einen interessanten AMD-Konter gegenüber der GeForce GTX 1660 Super: Danach hat AMD fast zeitgleich mit diesem nVidia-Launch eine Pressemitteilung herausgegeben, welche schlicht auf die inzwischen sehr günstigen Straßenpreise zur Radeon RX 590 hinweist. Jene sind derzeit beiderseits des Atlantiks unterhalb der Marke von 200 Dollar/Euro für die günstigsten Händlerlistungen gelandet – womit die Radeon RX 590 weit weg ist von ihrem (unveränderten) Listenpreis von 279 Dollar. Derzeit bietet die Radeon RX 590 somit einen um ca. 15% niedrigeren Preispunkt gegenüber der GeForce GTX 1660 Super an, was ganz gut zu deren um -16% niedriger liegenden Performance passt. Für die Radeon RX 590 sprechen dann in jedem Fall noch die beiden aktuellen AMD-Spielebundle "Xbox Game Pass" und "Raise the Game", gegen die Karte sicherlich der um satte +69% höhere Stromverbrauch. Allerdings liegt die Radeon RX 590 angesichts ihres Preis- und Performance-Abstand sicherlich eher einer eigenen Kategorie, ist somit nicht wirklich gut mit der GeForce GTX 1660 Super vergleichbar.

GeForce GTX 1660 Super Radeon RX 590
Speichermenge 6 GB 8 GB
FullHD Perf.Index 770%  (+18%) 650%  (-16%)
UltraHD Perf.Index ~101%  (+16%) 87%  (-14%)
Stromverbrauch 126W  (-41%) 213W  (+69%)
Spielebundle derzeit keines "Xbox Game Pass" und "Raise the Game"
Straßenpreis 220-270 Euro 190-220 Euro

Laut dem chinesischen ITHome (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) gibt es beim eigentlichen AMD-Kontrahenten der GeForce GTX 1650 Super wohl eine weitere Verzögerung zu ertragen – so soll die Radeon RX 5500 erst im Dezember antreten. Angesichts von AMDs Halb-Vorstellung der Karte schon am 7. Oktober ist dies natürlich enttäuschend, wobei der Grund hierfür nur vermutet werden kann: ITHome schreiben hierzu etwas verklausuliert über ein ursprüngliches Performance-Ziel von (regulärer) GeForce GTX 1650 und Radeon RX 480, welches nunmehr durch ein neues Performance-Ziel "nahe der Radeon RX 580" ersetzt werden soll. Dies könnte nahelegen, das AMD die Karte (mit mehr Performance) etwas besser im Markt positionieren will, nachdem gerade die Performance der GeForce GTX 1650 Super nunmehr (wie vorstehend beschrieben) immer klarer wird – und die Radeon RX 5500 womöglich exakt für denselben Preisbereich gedacht ist. Andererseits ergab die Performance-Prognose der Radeon RX 5500 zur Karten-Vorstellung schon ein Performance-Niveau von ~600-620%, sprich etwas oberhalb der Radeon RX 580 (Perf.Index 590% in der 8-GB-Ausführung). Ganz 100%ig kann man die Ausführungen von ITHome sowieso nicht nehmen, da dort üblicherweise nur (ohne exakte Quellenangabe) aus dem chinesischen Batang-Forum abgeschrieben wird (wobei nichtsdestotrotz viele der bisherigen Meldungen von ITHome letztlich einen wahren Kern trugen).

GeForce GTX 1650 Radeon RX 5500 GeForce GTX 1650 Super GeForce GTX 1660 Super
Chipbasis nVidia TU117 AMD Navi 14 nVidia TU116 nVidia TU116
Technik 2 Raster-Engines, 14 Shader-Cluster, 896 Shader-Einheiten, 56 TMUs, 32 ROPs, 1 MB Level2-Cache, 128 Bit GDDR5-Interface (Salvage) 2 Raster-Engines, 22 Shader-Cluster, 1408 Shader-Einheiten, 88 TMUs, 32 ROPs, 128 Bit GDDR6-Interface (Salvage) 3 Raster-Engines, 20 Shader-Cluster, 1280 Shader-Einheiten, 80 TMUs, 32 ROPs, 1 MB Level2-Cache, 128 Bit GDDR6-Interface (Salvage) 3 Raster-Engines, 22 Shader-Cluster, 1408 Shader-Einheiten, 88 TMUs, 48 ROPs, 1.5 MB Level2-Cache, 192 Bit GDDR6-Interface (Salvage)
Taktraten 1485/1665/4000 MHz (DDR) ?/1717/3500 MHz (QDR) 1530/1725/3000 MHz (QDR) 1530/1785/3500 MHz (QDR)
Rohleistungen 3,0 TFlops & 128 GB/sec 4,8 TFlops & 224 GB/sec 4,4 TFlops & 192 GB/sec 5,0 TFlops & 336 GB/sec
Speicher 4 GB GDDR5 4/8 GB GDDR6 4 GB GDDR6 6 GB GDDR6
TDP (GCP/TBP) 75W unsicher 100W 125W
FHD Perf.Index 450% geschätzt: ~600-620% geschätzt: ~600-610% 770%
Listenpreis 149$ unbekannt unbekannt 229$
Release 23. April 2019 angebl. Dezember 2019 22. November 2019 29. Oktober 2019

Igor's Lab plaudern ein wenig aus dem Nähkästchen zur Problematik der Teststellungen seitens der Chip-Entwickler am Beispiel des Core i9-9900KS: Wenn der Chip-Entwickler – wie in diese Fall – keinen großen Launch plant, dann kommt der Hardwaretester unvergleichlich schwer an die entsprechenden Testobjekte heran, wenn man nicht gerade für eine der ganz großen Publikationen schreibt. Die einzigen real existierenden Möglichkeiten lagen in diesem Fall im Bundle eines Mainboard-Herstellers – welcher dann im Gegenzug einen nicht gerade schlecht ausfallenden Test seines Mainboards erwartet oder halt das Selbst-Kaufen, was im Sinne dieser kurzlebigen Hardware dauerhaft nicht zu leisten ist. Ironischerweise kam es sogar zum Angebot eines YouTubers, Igor hierbei auszuhelfen – für Leute, deren einzige "Information" im Auspacken der Hardware und Anwerfen eines Spiels besteht, waren dann augenscheinlich doch Testsamples vorhanden. Daneben gab es noch die wichtige Randnotiz, das der Ryzen 9 3950X derzeit auf die Zielgerade einbiegt – also schon demnächst mit dessen offiziellem Launch gerechnet werden kann (bislang nur ungenau für den "November 2019" angekündigt)