31

Hardware- und Nachrichten-Links des 31. Juli 2017

Bezüglich der Ankündigung der Radeon RX Vega Serie gibt es noch einiges nachzutragen: Zum einen hat AMD schon einmal eine "Radeon RX Vega Nano" angeteasert, ohne das es zu dieser allerdings bislang konkretere Daten gäbe. Desweiteren kann man sich AMDs Ankündungs-Show nun nachträglich noch mittels YouTube-Video geben. Derweilen ist es leider immer noch nicht gänzlich gesichert, mittels welcher Vega-Grafikkarte AMD seine eigenen Vega-Benchmarks gegen die GeForce GTX 1080 angetreten hat: Nominell sollte es (laut den Fußnoten) eine reguläre luftgekühlte "Radeon RX Vega 64" sein, aber wegen der nicht gänzlich eindeutigen Namenswahl dieser Karte ist zumindest theoretisch die Verwendung der wassergekühlten "Liquid Cooled" auch noch nicht gänzlich auszuschließen. Für AMD wäre es natürlich wichtig, nach dieser bestenfalls durchwachsenen Vorstellung mit der regulären Radeon RX Vega 64 die GeForce GTX 1080 nun wenigstens eindeutig erreichen zu können.

Dann würde vermutlich der bessere Straßenpreis (leicht) zugunsten von AMD sprechen, denn die GeForce GTX 1080 wird derzeit nach wie vor leicht überteuert (gemessen an ihrem Listenpreis und dem derzeit günstigen Dollar/Euro-Kurs) angeboten. Wegen der vergleichsweise hohen Leistungsaufnahmen muß AMD auch weniger fürchten, das die gesamte Produktion umgehend von Minern weggekauft wird, denn die realistisch erreichbaren 11,5-12 TFlops bei 295 Watt TBP der Radeon RX Vega 64 sind deutlich weniger energieeffizient als die ~8,6 TFlops bei 180W GCP der GeForce GTX 1080 (40% mehr Rechenleistung bei 64% mehr Stromverbrauch). Bei der kleineren Radeon RX Vega 56 ergibt sich diese Chance viel eher: Dort ist mit ~10 TFlops bei 210W TBP (16% mehr Rechenleistung bei 17% mehr Stromverbrauch) in etwa dieselbe Energieeffizienz wie bei der GeForce GTX 1080 zu erwarten, der geringere Preispunkt wird diese Karte wahrscheinlich sogar hochinteressant für Miner machen. Gegenüber der im gleichen Preissegment stehenden GeForce GTX 1070 gibt es immerhin ~55% mehr Rechenleistung zu nur 40% mehr (nominellen) Stromverbrauch – die Radeon RX Vega 56 hat somit durchaus sogar das Potential zu "Miners Best Friend".

Teilweise sieht man die von AMD aufgemachten "Radeon Packs" sogar als Möglichkeit gesehen, die Miner drauszuhalten – sprich, die Miner werden nur die regulären Karten kaufen und die wirklichen Gamer nehmen dann halt eines der Packs und hoffen darauf, deren Mehrpreis irgendwie über die Dreingaben wieder reinzuholen. Sofern dies wirklich von AMD derart gedacht ist, wäre dies eine nette Idee, um wenigstens eine gewisse Verfügbarkeit der Grafikkarten zugunsten der Gamer zu erreichen. Sobald allerdings die Liefermengen klar nicht ausreichend sein sollten, werden so oder so die Preise steigen, ganz egal ob es dann rein die Gamer sind, welche diese Preissteigerungen antreiben. Ein wenig ist an dieser Stelle noch zu kritisieren, das AMDs Radeon Packs außerhalb von Nordamerika sowie Australien & Singapur nicht den 200-Dollar-Rabatt für den Samsung-Monitor CF791 beinhalten, der Rest der Welt an dieser Stelle ersatzlos leer ausgeht. AMD sollte sich wirklich überlegen, ob man dies nicht noch besser lösen kann – ansonsten sieht es (ungünstigerweise) so aus, als müsste der Rest der Welt den gleichen Preis für allerdings klar weniger Inhalt bei den Radeon Packs löhnen.

Notebookcheck befeuern die Gerüchte über einen Intel-Prozessor mit AMD-Grafiklösung durch einen allerdings wohl schlicht falsch gedeuteten Eintrag in einer Benchmark-Datenbank: Denn das dort gelesene Stichwort "amd64" deutet ziemlich sicher nicht die Existenz einer AMD-basierten Grafiklösung beim Intel-Prozessor an, sondern nur daß der verwendete Treiber für ein 64-Bit-System war – "amd64" ist schließlich die korrekte Abkürzung der hierbei verwendeten 64-Bit-Technologie, welche AMD erstmals mit dem Athlon 64 Prozessor vorstellte und welche Intel nachfolgend im Rahmen des Lizenzabkommens zwischen AMD und Intel ebenfalls (bis heute) benutzt. Dabei ist noch nicht einmal sicher, ob die dort genannten Intel-Prozessoren wirklich auf einem Kaby-Lake-Refresh aufsetzen – im eigentlichen ist die Core iX-8000 Serie für Coffee Lake gedacht, nur einzelne Modelle dieser Prozessoren-Serie werden letztlich auf Kaby Lake und Cannon Lake basieren. Aus dieser Warte heraus betrachtet ist es auch unwahrscheinlich, ob der Kaby-Lake-Refresh überhaupt ein neues Stück Silizium mitbringt – oder einfach nur ein Rebranding der vorhandenen Kaby-Lake-Dies darstellt, mittels welcher die Lücken bei der Core iX-8000 Serie auf einfachstmöglichen Weg geschlossen werden.

Intel Core iX-8000 Serie
Kaby Lake Refresh Coffee Lake Cannon Lake
Fertigung 14nm Intel 14nm Intel 10nm Intel
CPU-Herkunft Skylake-Architektur whrschl. Skylake-Architektur event. neue Architektur-Stufe
verfügbare Dies whrschl. 2C+GT2, 4C+GT2 6C+GT2, 6C+GT3 2C+GTx
Tablet-Ausführungen (4,5W TDP) - - 2C
Ultrabook-Ausführungen (15-18W TDP) 2C & 4C - 2C
Notebook-Ausführungen (25-45W TDP) 2C & 4C 6C -
Desktop-Ausführungen (35-95W TDP) 2C (?) 4C & 6C -

Coffee Lake selber besteht aller Wahrscheinlichkeit nach nur aus zwei Sechskern-Dies, welche im Desktop-Segment dann auch für Vierkerner verwendet werden. Für den Notebook-Bereich dürfte man bis auf die absolute Leistungsspitze (Mobile-Sechskerner) dann eher auf den Kaby-Lake-Refresh bzw. auf Cannon Lake mit deren jeweils kleineren Dies setzen, dies macht die (im Notebook-Einsatz relevanten) CPU-Packages kleiner. Welche Prozessoren welcher Abstammung Intel genau für welche Aufgabe einsetzt, läßt sich jedoch noch nicht genau sagen, vermutlich dürfte alles reichlich durcheinander gehen – was durchaus im Sinne des Herstellers ist, denn ein informierter Käufer ist ganz gewiß nicht der beste denkbare Käufer. Im Desktop-Bereich dürfte es Intel allerdings sicherlich versuchen zu vermeiden, außerhalb von Zweikern-Gefilden mit Refresh-Modellen anzutreten, da wird es den CPU-Käufer einfach nach "neuem" dürsten, egal ob die CPU-Architektur mal wieder nur Skylake-Niveau (mit vielleicht minimalen Architektur-Veränderungen) bringen wird.