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Haswell vs. Skylake: Vergleich von Core i3 bis Core i7

Die PC Games Hardware hatte in den letzten Wochen einige Artikel zu den selten getesteten kleineren Skylake-Prozessoren im Angebot, so dem Core i3-6100 (kleinster Zweikerner mit HyperThreading) und dem Core i5-6500 (zweitkleinster Vierkerner). Zusammen mit den Werte aus dem Skylake-Launchartikel kann man damit einen Portfolio-umspannenden Vergleich von Core i3 bis Core i7 basteln, welchen es in dieser Form aufgrund der wie gesagt selten getesteten kleinen Skylake-Modelle bisher nicht im Web gibt. Hierfür wurde schlicht die Performance dieser Skylake-Prozessoren sowie diejenige der mitgetesten Haswell-Pendants sowohl für die Anwendungs-Performance als auch die Spiele-Unterstützungsperformance (CPU-limitierte Settings auf 1280x720) indiziert. Die Menge der hierfür zur Verfügung stehenden Benchmarks ist mit 3 bzw. 4 recht klein, die Benchmark-Auswahl in einem Fall leider abweichend und wegen des Alters des Launchtests gibt es sogar hier und da leicht abweichende Meßwerte. All dies wurde versucht einzurechnen, trotzdem werden die nachfolgenden Zahlen einen gewissen Fehlerquotienten aufweisen – welcher aber wahrscheinlich kaum einen Einfluß auf das Gesamtbild hat:

Anwendungsperformance Spiele-Unterstützungsperf.
Core i7-6700K Skylake, 4C+HT, 4.0/4.2 GHz, 339$ 142% 111%
Core i7-5775C Broadwell, 4C+HT, 3.3/3.7 GHz, 366$ 124% 113%
Core i7-4790K Haswell, 4C+HT, 4.0/4.4 GHz, 339$ 133% 108%
Core i5-6600K Skylake, 4C, 3.5/3.9 GHz, 242$ 108% 107%
Core i5-4690K Haswell, 4C, 3.5/3.9 GHz, 242$ 101% 102%
Core i5-6500 Skylake, 4C, 3.2/3.6 GHz, 192$ 100% 100%
Core i5-4460 Haswell, 4C, 3.2/3.4 GHz, 182$ 88% 93%
Core i3-6100 Skylake, 2C+HT, 3.7 GHz, 117$ 70% 93%
Core i3-4150 Haswell, 2C+HT, 3.5 GHz, 117$ 60% 78%

Und jenes Gesamtbild zeigt unter der Anwendungsperformance erst einmal den Vorteil der Skylake- gegenüber der Haswell-Generation an, welcher bei den Modellen ohne Taktvorteil bei nur grob 7% liegt, bei den Modellen mit Taktvorteil dann jedoch auf sogar 14-17% ansteigt. Da es die Taktratenvorteile primär bei den kleineren Modellen des Skylake-Portfolios gibt, lohnt sich dort Skylake ganz besonders – und umgedreht bei den großen Modellen des Portfolios (wie allerdings bekannt) nur eher geringfügig. Zudem sind bei der Anwendungsperformance auch die groben Differenzen der verschiedenen Leistungsstufen gut sichtbar, da die von der PCGH eingesetzten Benchmarks exzellent skalieren: Grob +40% gewinnt man beim Wechsel vom Zweikerner mit HyperThreading auf den (einfachen) Vierkerner, von diesem zum Vierkerner mit HyperThreading sind es dann ebenfalls nochmal grob +40% an Anwendungsperformance.

Die Spiele-Unterstützungsperformance skaliert dagegen in diesem Test nicht besonders gut und zeigt eher geringe Unterschiede auf – eventuell wären hierbei Messungen unter noch niedrigerer Auflösung zweckdienlicher gewesen. Damit läßt sich aus diesen Benchmarks derzeit nur herauslesen, daß es (gerade ab Skylake) keinen großen Praxis-Unterschied zwischen Core i3 und Core i7 gibt – zwischen Core i3-6100 und Core i7-6700K liegen gemäß diesen Benchmarks gerade einmal +19,4% Differenz bei der Spiele-Unterstützungsperformance, was wenig zum Hardware-Ansatz und der Preisklasse dieser beiden Prozessoren passt. Andere Tests könnten in dieser Frage andere Resultate auswerfen, leider sind ausgerechnet Messungen zur CPU-Unterstützungsperformance wirklich selten anzutreffen. Die alternative Erklärung wäre dann nur noch, daß unter modernen Intel-Architekturen die Zweikerner mit HyperThreading unter Spielen erstaunlich gut und fast ohne echte Nachteilen mitkommen – eine These, welcher man wirklich einmal mittels weiteren Messungen nachgehen sollte.