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News des 8. Januar 2024

Die ComputerBase hatte schon Ende 2023 einen neuen Benchmark-Parcours für das Jahr 2024 aufgelegt, welcher aktualisiertes Testsysteme, Spiele und Settings beinhaltet. Die Menge der getesteten Spiele steigt dabei auf 22 Rasterizer- sowie 8 RayTracing-Titel, was ganz stattlich ist und vor allem bei der Index-Erstellung Werte-Ausreißern den Wind aus den Segeln nimmt (hierzu wären allerdings auch ein paar mehr RayTracing-Titel anzuraten). Aus dem alten Spiele-Parcour für das Jahr 2022 verabschiedeten sich dabei über 80% der vorher benutzten Spiele-Titel, womit der neue 2024er Benchmark-Parcour der ComputerBase u.U. durchaus abweichende Performance-Werte auswerfen könnte. Um dies nachzuprüfen, wurden nachfolgende die Performance-Werte des letzten großen 2023er ComputerBase-Reviews (zum Launch der Radeon RX 7700 XT & 7800 XT) dem neuen 2024er Benchmark-Parcour sowie dem 3DCenter Performance-Index gegenübergestellt, alles normiert auf Radeon RX 7800 XT bzw. GeForce RTX 4070.

FHD: CB'23 FHD: CB'24 FHD: 3DC 4K: CB'23 4K: CB'24 4K: 3DC
Radeon RX 7900 XTX 145% 145% 135% 157% 157% 154%
Radeon RX 7900 XT 130% 128% 124% 133% 134% 130%
Radeon RX 7800 XT 100% 100% 100% 100% 100% 100%
Radeon RX 6800 XT 96% 98% 97% - - -
Radeon RX 7700 XT 88% 85% 88% - - -
Radeon RX 6700 XT 68% 69% 70% - - -
Radeon RX 7600 58% 58% 60% - - -
Radeon RX 6650 XT 54% 54% 58% - - -
ComputerBase-Werte und 3DCenter Performance-Index jeweils normiert auf die Radeon RX 7800 XT = 100%

Dabei ergeben sich zwischen den beiden Benchmark-Parcours' der ComputerBase der Jahre 2023 und 2024 trotz sehr unterschiedlicher Spiele-Auswahl zumeist kaum beachtbare Differenzen – allein die größeren nVidia-Modelle werden unter der 4K-Auflösung etwas besser bewertet. Die insgesamt betrachtet geringe Höhe der Abweichungen dürfte in der hohen Anzahl an benutzten Spielen begründet sein, damit normalisiert sich augenscheinlich das insgesamte Performance-Resultat, egal ob man tatsächlich andere Spiele-Titel benutzt. Die deutlicheren Abweichungen ergeben sich hingegen zum 3DCenter Performance-Index, was aber nur all zu natürlich ist, schließlich verwendet letzterer als Grundlage die Werte von vielen Hardware-Tests und die ComputerBase-Benchmarks stellen nur eine Komponente bei dessen Erstellung dar. Da es die größeren Unterschiede fast ausschließlich unter der FullHD-Auflösung gibt, könnte es jedoch passieren, dass der FullHD-Index auch im Jahr 2024 erneut generell aktualisiert werden muß. Wie bekannt, sind schließlich einige neuere Spiele-Titel schon unter FullHD in der Lage, Grafikkarten besser ausnutzen zu können bzw. skalieren dort schlicht besser, hängen weniger an der CPU-Unterstützung.

FHD: CB'23 FHD: CB'24 FHD: 3DC 4K: CB'23 4K: CB'24 4K: 3DC
GeForce RTX 4090 164% 166% 152% 204% 209% 208%
GeForce RTX 4080 143% 144% 135% 151% 157% 157%
GeForce RTX 4070 Ti 121% 123% 117% 118% 126% 123%
GeForce RTX 4070 100% 100% 100% 100% 100% 100%
GeForce RTX 3080 10GB 100% 100% 97% - - -
GeForce RTX 4060 Ti 8GB 74% 76% 78% - - -
GeForce RTX 3060 Ti 68% 69% 69% - - -
GeForce RTX 4060 61% 62% 64% - - -
GeForce RTX 3060 12GB 51% 52% 53% - - -
ComputerBase-Werte und 3DCenter Performance-Index jeweils normiert auf die GeForce RTX 4070 = 100%

Damit verbessert sich die generelle Performance-Skalierung unter FullHD, was der Performance-Wertung aller Grafikkarten zu gute kommt (sofern der VRAM für diese modernen Spieletitel ausreicht). Es gilt 2024 sicherlich wieder zu beobachten, wo die Index-Werte noch passend sind bzw. wo eine Neueinordnung vonnöten ist. Das Monats-Ende wird mit dem Triple-Launch der drei neuen nVidia-Modelle unter der Zugabe der Radeon RX 7600 XT hierfür reichlich Gelegenheit geben. Zu begrüssen wäre natürlich, dass sich nicht nur die deutschsprachigen Hardware-Tester um neue Test-Parcours' kümmern, sondern dass dies auch im englischsprachigen Raum passiert – wo noch viel zu oft in dieser Frage gesündigt wird. Auch die Frage der aktuellen Treiber über die komplette Riege an benutzten Grafikkarten (sprich auch für die Vergleichs-Modelle aus älterer Generation!) ist noch nicht gänzlich aus der Welt, konnten auch letztes Jahr aus diesem Grund selbst eigentlich potente Testberichte nicht bei der Index-Erstellung berücksichtigt werden.

Die von Twitterer TechEpiphany erhobenen Grafikkarten-Verkaufszahlen der Mindfactory zeigen für die erste Woche des neuen Jahres eine leichte Geschäftsbelebung gegenüber der vorhergehenden 52. Woche des alten Jahres an. Dies ist um so beachtbarer, als dass der nVidia-Absatz nochmals stärker eingebüßt hat – primär durch weiter zurückgehende Verkaufszahlen bei GeForce RTX 4070 Ti & 4080, welche nun schließlich kurz vor dem EOL-Status stehen. Trotz des weitgehenden Wegfalls von HighEnd- und Enthusiasten-Geschäft behält nVidia aber seine (knapp) höheren durchschnittlichen Verkaufspreise (ASP) bei, wobei dies bis zur Monatsmitte sicherlich noch weiter unter Druck geraten wird. Erst nach dem Monatsende und damit dem vollständigen Markteintritt des GeForce RTX 40 "SUPER" Refreshs dürfte sich somit wieder ein sinniges Bild ergeben, vorher ist der Grafikkarten-Markt augenscheinlich in einer Übergangsphase.

Grafikkarten-Verkäufe der Mindfactory in den Jahren 2023/24
Absatz Absatz-Anteile Umsatz Umsatz-Anteile ASPs
44. Woche 2023 3965 Stück 53,0%   46,4%   0,6% 2,55M € 47,5%   52,3%   0,2% 577€   724€   177€
45. Woche 2023 3615 Stück 55,1%   43,8%   1,1% 2,22M € 52,6%   46,9%   0,5% 588€   659€   261€
46. Woche 2023 4200 Stück 62,8%   37,0%   0,2% 2,74M € 56,2%   43,7%   0,1% 584€   770€   112€
47. Woche 2023 8155 Stück 61,6%   37,9%   0,5% 4,97M € 58,3%   41,5%   0,2% 577€   668€   229€
48. Woche 2023 8620 Stück 64,9%   34,9%   0,2% 5,17M € 62,3%   37,6%   0,1% 576€   646€   310€
49. Woche 2023 5470 Stück 60,5%   38,5%   1,0% 3,05M € 57,6%   42,0%   0,4% 530€   608€   223€
50. Woche 2023 5005 Stück 54,0%   45,2%   0,8% 2,85M € 51,6%   48,1%   0,3% 544€   608€   232€
51. Woche 2023 4230 Stück 55,1%   44,2%   0,7% 2,47M € 50,5%   49,2%   0,3% 536€   651€   198€
52. Woche 2023 3505 Stück 60,3%   38,8%   0,9% 1,98M € 60,2%   39,4%   0,4% 564€   574€   296€
1. Woche 2024 4050 Stück 64,0%   34,8%   1,2% 2,20M € 61,9%   37,6%   0,5% 525€   585€   238€
alle Daten basierend auf den Erhebungen von TechEpiphany auf Twitter; Wochenkonvention: Sonntag zu Samstag

Der kleine Marktaufschwung wird dann durch die Prozessoren-Verkaufszahlen der Mindfactory für die erste Woche des neuen Jahres bestätigt, wiederum ermittelt seitens Twitterer TechEpiphany. Ebenfalls weiter ging der Trend der letzten Wochen zu steigenden AMD-Marktanteilen, ohne das es deswegen aus Sicht neuer oder kommende Produkte einen besonderen Anlaß gäbe. Inzwischen sind es schon wieder 90,5% AMD-Marktanteil bei der Mindfactory – und dies wohl die Mindfactory gerade im Prozessoren-Bereich sehr oft die Bestpreis-Listen der Preisvergleiche eben auch bei Intel-Modellen anführt. Einen gewissen Mindfactory-Offset zugunsten AMD kann man trotzdem einkalkulieren, aber sowohl das grobe Ergebnis als auch die Ergebnis-Tendenz sollten sich eigentlich auch bei anderen Einzelhändlern widerspiegeln (es sei denn es gäbe dort gänzlich abweichende Bedingungen, wie beispielsweise ein unterentwickeltes AMD-Angebot).

Denkbarerweise wirken hier mehrere Effekte gleichzeitig, denn so wenige (neue) Intel-Systeme gibt es unter Hardware-Enthusiasten wohl gar nicht. Allerdings basieren jene primär auf der 13. Core-Generation, während die 14. Core-Generation einfach zu wenig an Neuerungen daherbrachte, um das Verkaufsgeschehen wirklich zu beleben. Beachtenswert ist wohl auch der Punkt, dass es wesentlich mehr Komplett-PCs mit Intel-Prozessoren zur Auswahl gibt – womit man auch eher einen solchen als Basis für den Aufbau eines neuen PC-Systems nutzt. Mangels ausreichender Auswahl an Komplett-PCs mit AMD-Prozessor muß der AMD-Nutzer wohl fast zwangsweise sein System selbst aus Einzelteilen aufbauen – und füllt somit automatisch die DIY-Verkaufsstatistik, während Intel dann die Verkaufszahlen des Komplett-PC-Segments dominieren dürfte. Hier spielt sicherlich auch der Punkt der Sockel-Langlebigkeit hinein, welcher den Intel-Nutzer eher zu einem ganz neuen PC-System neigen läßt, während der AM4-Nutzer sehr wohl die Option zur Aufrüstung hat – und somit einmal mehr die DIY-Verkaufsstatistik anheizt.

Prozessoren-Verkäufe der Mindfactory in den Jahren 2023/24
Absatz Anteile Umsatz Anteile ASPs AM4, AM5, 1200, 1700
44. Woche 2023 4875 Stück 83,0%   17,0% 1,45M € 78,9%   21,1% 283€   370€ 2140, 1905, 60, 740
45. Woche 2023 4175 Stück 78,6%   21,4% 1,25M € 74,1%   25,9% 282€   361€ 1670, 1610, 70, 825
46. Woche 2023 5335 Stück 82,4%   17,6% 1,61M € 78,4%   21,6% 288€   370€ 2185, 2210, 80, 860
47. Woche 2023 11'020 Stück 89,0%   11,0% 3,46M € 86,8%   13,2% 306€   378€ 4350, 5460, 40, 1170
48. Woche 2023 10'840 Stück 89,9%   10,1% 3,23M € 87,5%   12,5% 290€   370€ 4210, 5540, 70, 1020
49. Woche 2023 7670 Stück 86,4%   13,6% 2,11M € 83,2%   16,8% 265€   339€ 3350, 3275, 95, 950
50. Woche 2023 7160 Stück 88,8%   11,2% 1,94M € 85,6%   14,4% 261€   349€ 3270, 3090, 40, 740
51. Woche 2023 6710 Stück 88,5%   11,5% 1,85M € 85,4%   14,6% 266€   351€ 3120, 2820, 40, 730
52. Woche 2023 5490 Stück 89,4%   10,6% 1,50M € 86,4%   13,6% 264€   350€ 2460, 2450, 40, 540
1. Woche 2024 6120 Stück 90,5%   9,5% 1,64M € 87,3%   12,7% 258€   358€ 2820, 2720, 50, 530
alle Daten basierend auf den Erhebungen von TechEpiphany auf Twitter; Wochenkonvention: Sonntag zu Samstag