29

News des 29. November 2007

TweakTown haben den allerersten Test der G92-basierten GeForce 8800 GTS anzubieten. Diese nochmals neue GeForce 8800 GTS basiert wie gesagt auf dem auch schon bei der GeForce 8800 GT verwendeten G92-Chip, allerdings wird dieser Grafikchip bei dieser Karte dann vollständig freigeschaltet: Aus 112 Shader-Einheiten werden somit 128, aus 56 Textureneinheiten nunmehr 64 – nur das 256 Bit DDR breite Speicherinterface bleibt. Zusammem mit den höheren Taktraten von 650/1625/970 MHz ergibt sich aber dennoch ein netter Zugewinn an Rohleistung zwischen G92-basierter GeForce 8800 GTS und der bekannten GeForce 8800 GT (600/1500/900 MHz): 24 Prozent bei der Shader-Power sowie bei der Texturierleistung und 8 Prozent bei der Speicherbandbreite.

Da die G92-basierte GeForce 8800 GTS nun auch in einem DualSlot-Design daherkommt, gibt es die teilweisen Probleme der GeForce 8800 GT bei der Temperatur- und Geräuschentwicklung nun auch nicht mehr. Bezüglich der reinen Performance liefert der Artikel von TweakTown allerdings nur eine erste Ahnung, da bis auf einen Nachtrag keine GeForce 8800 GTX oder Ultra mitgetestet wurde. Trotzdem erscheint es fast so, als würde die G92-basierte GeForce 8800 GTS nicht die bislang erwartete "Überkarte", da es im Schnitt nur zu knapp 10 Prozent Mehrperformance gegenüber der GeForce 8800 GT reicht. Aller Wahrscheinlichkeit nach limitiert dann schon das eben nur 256 Bit DDR breite Speicherinterface diese Karte, denn rein von der restlichen Hardware her sollte der Abstand doch klar größer sein.

Leider wurde zudem der einzige Test gegen GeForce 8800 GTX und Ultra noch ohne Anti-Aliasing durchgeführt, was aber gerade beim Vergleich von 256 vs. 384 Bit DDR Speicherinterface eine große Rolle spielt. Aber aus der Erkenntnis, daß die G92-basierte GeForce 8800 GTS nur knappe 10 Prozent vor der GeForce 8800 GT liegt, läßt sich schon ableiten, daß im Schnitt der Benchmarks die GeForce 8800 GTX nicht wirklich erreicht werden wird und diese – rein von der Performance her – vor allem in höheren Auflösungen mit Anti-Aliasing weiterhin ihre Berechtigung haben wird. Rein preislich stimmt das natürlich so nicht, da die G92-basierte GeForce 8800 GTS wohl zu einem deutlich besseren Preis als die GeForce 8800 GTX in den Markt gehen wird, womit aufgrund des letztlich doch nur geringen Performanceunterschieds die GeForce 8800 GTX wohl endgültig obsolet werden dürfte.

Bei t-break hat man den Test eines Intel Core 2 Duo E6450 anzubieten – einer CPU, welche derzeit in keiner Intel-Preisliste oder auch in einer Roadmap geführt wird. Zwar gab es Mitte des Jahres mal Gerüchte, Intel wolle im Zuge des FSB1333-Updates seiner Prozessoren auch einen Core 2 Duo E6450 herausbringen, die FSB1333-Linie wurde dann aber doch vom Core 2 Duo E6550 mit 2.33 GHz als kleinstem Modell angeführt. Der Prozessor im Test von t-break führt zwar die gleiche Taktfrequenz und auch schon den FSB1333, besitzt als Penryn-Abkömmling aber schon 6 MB Level2 Cache. Demzufolge dürfte dieser Prozessor eher zur Anfang des kommenden Jahres zu erwartenden Core 2 E8x00 Serie an Penryn-basiernden DualCore-Prozessoren gehören.

Zwar führen bisherige Roadmaps als kleinestes Modell dieser Prozessoren-Serie den Core 2 Duo E8200 mit 2.66 GHz, aber das muß ja nichts bedeuten. Insofern scheint der vorgenannte Prozessor im Test von t-break eher denn ein Core 2 Duo E8000 zu sein – daß der Prozessor einer der geplanten Penryn-basierenden Billigserien angehört, ist dagegen ausgeschlossen, da diese regelmäßig beim Level2-Cache und FSB-Takt beschnitten sind. In jedem Fall läßt sich der Penryn-basierte DualCore-Prozessor schon einmal ganz gut an und schlägt den Conroe-basierten DualCore-Prozessor Core 2 Duo E6550 mit ebenfalls 2.33 GHz Takt und FSB1333 (wie schon bei den QuadCore-Modellen zu sehen) in den meisten Benchmarks um ein paar Prozentpunkte.

Gestern schon verlinkt, aber nicht extra gewürdigt wurde ein Artikel zur Online-Durchsuchung seitens Indymedia, welcher sich vorwiegend mit möglichen Abwehrmaßnahmen beschäftigt. Dabei wurde auch eine bislang kaum beachtete und dabei sehr griffige Abwehrmaßnahme genannt: Wenn man schlicht den eigenen Rechner nie (oder nur im eigenen Beisein) herunterfährt, ist es faktisch nicht möglich, die vorhandene Software-Umgebung auf Schwachstellen abzuklopfen bzw. den Bundestrojaner manuell zu installieren, ohne das dies auffallen würde. Denn derzeit scheint der Königsweg für den Bundestrojaner ja wohl darin zu bestehen, sich zuerst mittels eines staatlichen Wohnungseinbruchs die vorhandene Software-Umgebung anzusehen und dann in einem zweiten Wohnungseinbruch einen darauf maßgeschneiderten Bundestrojaner zu installieren.

Dies setzt natürlich voraus, daß die Überprüfung der vorhandenen Software-Umgebung zum Finden von Schwachstellen nicht schon über das Internet möglich ist. Schon eine einfache Firewall dürfte dies aber effektiv verhindern – und um dann herauszufinden, mit was für einem System und welcher Software (vor allem, welcher Sicherheitssoftware, weil diese ja für den Bundestrojaner zuverlässig ausgeschaltet werden muß) die Zielperson arbeitet, führt kaum ein Weg an einer "physischen Kontrolle" vorbei. Stehen unsere staatlichen Aufpasser dann aber vor einem Rechner, der gar nicht heruntergefahren ist, sondern zur Deaktivierung des Bildschirmschoners ein Passwort einfordert, dürften diese erst einmal ziemlich doof aus der Wäsche schauen (entsprechende Bilder einer WebCam wären sicherlich preisverdächtig).

Das Zielsystem ist mit einem beherzten Reboot zwar trotzdem ausspähbar – es ist dann aber nahezu unmöglich zu verhindern, daß dies nicht später bemerkt werden kann. Windows zeichnet schließlich auf, wann es abgestürzt ist und wann es wieder anlief – wenn hier eine größere Zeitspanne dazwischenliegt (in welcher man die Festplatte ausgebaut und kopiert hat), dann ist automatisch etwas faul. Richtig auf die Spitze treiben kann man es damit, wenn die Festplatten auch noch komplett verschlüsselt sind – dann kommt man an deren Inhalt nur heran, wenn das Betriebssystem selber schon läuft, welches wiederum ohne dem richtigen Passwort gar nichts preisgibt. Der Idee der "Sicherheitsbehörden", sich an ausgeschalteten und damit faktisch wehrlosen Rechnern zu vergehen, kann man also schlicht damit entgegnen, den Rechner inklusive allen aktivierten Sicherheitsfeatures (Verschlüsselung, Passwörter, etc.) ständig laufen zu lassen.

Damit wird die Online-Durchsuchung zwar nicht unmöglich, aber um einige Potenzen schwerer: Die Ordnungshüter müssen dann wohl oder übel ausschließlich den Weg über das Internet gehen, um von dort aus irgendeine Schwachstelle des verwendeten Betriebssystems bzw. der verwendeten Software auszunutzen. Gerade letzteres wird allerdings äußerst zeitaufwendig, wenn die benutzte Software-Umgebung nicht genau bekannt ist (deswegen ja im Normalfall der Wohnungseinbruch). Bei Attacken ohne exakter Kenntnis der vom Zielsystem verwendeten Software-Umgebung besteht zudem immer das Problem, daß diese Attacke vom Nutzer bzw. dessen Sicherheitssoftware erkannt werden könnte – was so ziemlich der GAU für die Sicherheitsbehörden wäre. Insofern läßt sich wohl mit Fug und Recht sagen, daß der Schutz vor dem Bundestrojaner deutlich weniger aufwendig ist als dessen geplante Erstellung, die Erfolgsaussichten dieses Projekts angesichts dieser eindeutigen Ausgangslage nur schwach über dem Nullpunkt flimmern.

Shortcuts: Laut WinFuture will auch ATI alsbald mit neuen und leistungsträchtigen Mobile-Grafikchips antreten. Dabei soll der Performance-Grafikchip RV670 für den mobilen Einsatz zurechtgestutzt werden, wie bei nVidia sind hierbei Abspeckungen bei der Anzahl der freigeschalteten Hardware-Einheiten sowie bei den Taktraten zu erwarten, um die Mobile-Ausführung bei der Verlustleistung auf für Notebooks gangbare Werte herunterzutrimmen. Genauere Daten oder/und ein Erscheinungstermin gibt es derzeit allerdings noch nicht. Und letztlich darf unser aller GröBiMaZ (Größer Bundesinnenminister aller Zeiten) noch einmal ran und gemäß des Heise Newstickers die Verkündung ins Volk hinaustragen, daß die Online-Durchsuchung doch auch nichts anderes als die "Streifenwagen des digitalen Zeitalters" wären. Nun denn – wenn bei Schäubles die Streifenwagen (samt vorhergehendem Einbruch) durchs Wohnzimmer fahren, soll es wohl so sein ;).