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News des 29. April 2008

Die Produktwebseite zur GeForce9-Serie von nVidia listet nun auch die GeForce 9600 GSO sowie deren technische Daten auf. Damit steht fest, dass es sich bei dieser Karte um eine pure Umbenennung der bisherigen GeForce 8800 GS handelt, denn die technischen Daten sind vollkommen identisch zu dieser. Die GeForce 8800 GS, einstmals als kurzfristige Konkurrenz zur Radeon HD 3850 gedacht, so lange nVidia die GeForce 9600 GT noch nicht zur Verfügung hatte, wird nun also in Form der GeForce 9600 GSO weiterleben und hierbei im Preisbereich von um die 100 Euro primär den nVidia-Gegenpol zur Radeon HD 3850 256MB darstellen, wofür die GeForce 9600 GT wohl zu schnell und auch etwas zu teuer ist.

Ein gutes Beispiel, wie arg man nach wie vor im Grafikkarten-Markt aufpassen muss, nicht reichlich zweifelhafte Produktzusammenstellungen angedreht zu bekommen, liefert eine Radeon HD 3650 mit 1 GB DDR2-Speicher im Test von TweakTown. Hierbei sind nicht nur die gleich 1 GB Grafikkartenspeicher herzlich übertrieben, da gerade die ATI-Grafikkarten besser als die nVidia-Pendants mit ihrem Speicher umzugehen verstehen und es daher auch in sehr hohen Auflösungen sowie Filtersettings keine Leistungseinbrüche bei 512-MB-Modellen gibt. Im Fall der Radeon HD 3650 noch außerdem noch hinzu, dass deren Grafikchip-Power sowieso viel zu gering ist, um jemals an eine Speicherlimitierung zu gelangen – hier wird also immer zuerst die Leistungsfähigkeit des RV635-Grafikchips limitieren, nie die Speichergröße.

Die Krone setzt dem ganzen aber die Verwendung von DDR2-Speicher anstatt von GDDR3 auf. Damit hat die Karte nur einen Speichertakt von nur 500 MHz (bei der GDDR3-Version sind es immerhin 800 MHz), was diese sowieso schon nicht besonders leistungsfähige Mainstream-Lösung weiterhin ausbremst. Die Zusammenstellung "großer Speicher" und "niedriger Speichertakt" ist in der Summe natürlich schon fast eine Beleidigung des mitdenkenden Käufers, denn den Mehrspeicher wird man auf einer Karte dieser Leistungsklasse sowieso kaum nutzen können – und durch den niedrigeren Speichertakt dann sowieso auf keinen Fall mehr. Leider lässt sich so etwas anscheinend nach wie vor absetzen, wohl begünstigt durch den Umstand, dass "mehr Speicher" auch bei Grafikkarten zu oft noch automatisch mit "mehr Leistung" gleichgesetzt wird.

Aber genau wie bei PC-Hauptspeicher auch, trifft diese platte Annahme natürlich nicht zu: Speicher ist sowohl bei PC-Hauptspeicher als auch bei Grafikkartenspeicher nur bis zu einem gewissen Maß nutzvoll, über dieses Maß hinaus erbringt mehr Speicher dann aber keine höheren Leistungen. In dem konkreten Fall der Radeon HD 3650 mit 1 GB wäre den Käufern also weit mehr geholfen mit 512 MB GDDR3-Speicher zum höheren Speichertakt. Aber selbst wenn beide Lösungen denselben Speichertakt haben, sind die 1 GB Grafikkartenspeicher in diesem Fall Nonsens, da der verbaute Grafikchip wie gesagt nicht über die nötige Grundleistung verfügt, um diese Grafikkarte jemals in eine Speichergrößenlimitierung zu treiben.

WinFuture berichten über vermeintliche Kompatibilitätsprobleme der schnellen Phenom-Prozessoren mit einigen Mainboards. Scheinbar wurde hier aber wohl nur nicht beachtet, dass gerade viele günstige Mainboards nur für Prozessoren mit einer TDP von 95 Watt ausgelegt sind – gerade dafür sind die TDP-Angaben ja da (und nicht zum Vergleich des realen Stromverbrauchs). Prozessoren mit einer TDP von 125 Watt können in solcherart Mainboards laufen, müssen das aber nicht tun – in jedem Fall ist hier aber weder AMD noch der Mainboard-Hersteller schuld, sondern derjenige, der das System zusammengestellt hat. Auch bei Intel existieren schließlich diese TDP-Klassen und ist nicht jedes Mainboard auch geeignet, Spitzen-Prozessoren mit hoher TDP zu betreiben. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Information seitens Hard Tecs 4U, wonach noch schnellere 65nm-Prozessoren von AMD dann eine neue TDP-Klasse von 140 Watt erfordern würden, für welche aber derzeit kaum ein Mainboard ausgelegt ist.

Gemäß der DigiTimes will AMD zum Jahresende mit den ersten 45nm-Ausführungen der Phenom-Prozessoren auch wieder höhere Taktfrequenzen anbieten. Allerdings sollen es innerhalb des Jahres 2008 nicht mehr als 2.8 GHz werden (zur Zeit ist AMD bei 2.5 GHz) – diese Frequenz wird von AMD aber eigentlich schon jetzt benötigt, um mit Intel in höheren Performance-Lagen mithalten zu können. Wenigstens lässt sich konstatieren, dass die 45nm-Fertigung bei AMD gleich von Anfang an wieder für höhere Taktraten steht, denn bei der aktuellen 65nm-Fertigung hat AMD ja noch nicht einmal das Taktraten-Niveau der vorhergehenden 90nm-Fertigung erreicht. Aufgrund dieser Schwäche der 65nm-Fertigung bei AMD besteht allerdings auch die Aussicht, dass mit der 45nm-Fertigung die angestauten erheblichen Taktreserven erschlossen werden können – wenngleich dies im Jahr 2008 wohl nichts mehr werden dürfte.

Shortcuts: Wie zu erwarten war, haben ATI und nVidia in Bezug auf den 3DMark Vantage neue Grafikkarten-Treiber veröffentlicht, deren Nutzen wohl allein darin liegen dürfte, in diesem theoretischen Benchmark besser dazustehen. Gemäß WinFuture streicht Ubisoft die zuvor noch gelobte DirectX-10.1-Funktionalität mit einem zukünftigen Patch aus Assassin's Creed. Angeblich hätten wohl einige Nutzer damit Darstellungsfehler zu verzeichnen – es steht aber auch das Gerücht im Raum, dass nVidia hier dahintersteckt, da das Spiel Teil von nVidias "The Way It's Meant To Be Played" Programm ist. Und letztlich vermelden nochmals WinFuture einen Fehler im Service Pack 3 für Windows XP, was dessen Bereitstellung als extra Download noch etwas verzögert. Der Fehler dürfte aber nur Firmenkunden betreffen, die bislang schon gezogenen SP3-Downloads sind demzufolge für die allermeisten Anwender nicht wirklich falsch.