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News des 1. Oktober 2008

Laut Fudzilla steht die nächste Grafikchip-Generation beider Grafikchip-Entwickler im späten zweiten Quartal 2009 an, dann schon in 40nm gefertigt. Beide Grafikchip-Hersteller wollen offenbar – hierzu gab es bereits in der Vergangenheit einige Meldungen – gleich auf die 40nm-Fertigung als Update der 45nm-Fertigung gehen und somit letztere faktisch überspringen, begünstigt durch einige Erfolge seitens TSMC in der Vorbereitung der 40nm-Fertigung. Was genau ATI und nVidia für den nächsten Sommer planen, ist jedoch noch nicht klar – die Nennung eines ATI RV870-Chips erscheint aus derzeitiger Sicht eher spekulativ bzw. aus dem aktuellen ATI-Nummernschema schlicht hochgerechnet.

Die große Frage ist, ob es sich bei dieser Sommer-Generation 2009 bereits um DirectX11-Chips handelt oder ob die aktuellen DirectX10-Architekturen noch ein weiteres Mal gemolken werden. Möglich ist beides: Der Zeitpunkt spricht zuerst etwas gegen DirectX11 (minimal zu früh), allerdings würde es nach einer Sommer-Generation an weiteren DirectX10-Chip entsprechende DirectX11-Nachfolger frühestens zur Winter-Saison 2009 geben können, vielleicht sogar erst im Frühjahr 2010, was dann wiederum als etwas zu spät für erste DirectX11-Beschleuniger als bisher angenommen erscheint. In jedem Fall birgt der Sprung auf die neue Fertigungstechnologie viel Raum nach oben zu weiteren Performance-Höhen, vielleicht sind daneben sogar ein paar Verbesserungen bei der Leistungsaufnahme möglich ;).

Zurückkommend noch einmal auf den gestrigen Start der Radeon HD 4350 und 4550 Karten läßt sich bezüglich des großen Bildes auf dem Grafikkartenmarkt konstatieren, daß ATI mit der Radeon HD 4000 Serie nun inzwischen wirklich deutlich vorgelegt hat – und nVidia damit schwer in Zugzwang ist. Denn bislang ist bei nVidia nur der absolute HighEnd-Bereich mittels der GeForce GTX 200 Serie mit wirklich neuen Lösungen bestückt, im restlichen Feld sind weiterhin G9x-basierte Lösungen unterwegs, welche inzwischen aber etwas Rost angesetzt haben und langsam aber sicher nach Ablösung rufen. ATI hingegen hat dagegen seine Position kontinuierlich ausgebaut: Nach dem Launch der Radeon HD 4850 und 4870 für das Performance-Segment wurde wie bekannt kurzfristig die Radeon HD 4870 X2 für das HighEnd-Segment nachgeschoben.

Hinzu kommt nun noch die Radeon HD 4600 Serie für das Mainstream-Segment, die Radeon HD 4350/4550 für das LowCost-Segment und weitere geplante Karten (Radeon HD 4750, Radeon HD 4830 sowie weitere), um noch bestehende Lücken zu schließen und damit auch die letzten im Markt befindlichen Angebote der Radeon HD 3000 Serie aufs Altenteil schicken zu können. ATI kann hier bei weiter beherzten Vorgehen rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft (welches spätestens ab dem November anläuft) mit einer bis in alle Ecken ausgebauten Radeon HD 4000 Serie im Markt stehen – und mit dieser dann eben auch gute Geschäfte sowie fast automatisch steigende Marktanteile erzielen, so lange nVidia nicht umgehend entscheidendes dagegen tut.

Danach sieht es derzeit aber nicht unbedingt aus, denn sicher ist aus heutiger Sicht nur eine (teilweise erneute) Umbennung der G9x-basierten GeForce 9000 Karten in die neuen Verkaufsnamen GeForce G100, GT120, GT130, GT140 und GT150. Daneben steht der GT200-Chip noch in der kleineren 55nm Fertigung an (G200b), womit sich nVidia die Performancekrone zurückholen will – was wohl gelingen mag, aber für die Breite des Marktes auch absolut uninteressant ist. Das einzige wirklich griffige Produkt, welches zudem auch noch in diesem Jahr kommt, ist der GT206-Chip der GeForce GT 200 Serie, deren Launch angeblich schon am 15. Oktober stattfinden soll.

Selbst wenn es über diesen Termin noch Zweifel gibt, so würde nVidia mit der GeForce GT 200 Serie maximal etwas neues im Performance-Bereich bieten können – neue Grafikchips für Mainstream- und LowCost-Segment folgen bei nVidia aller Wahrscheinlichkeit nach erst im nächsten Jahr. Und dies ist doch etwas dürftig gegenüber ATIs aktuellem Ansturm mit der Radeon HD 4000 Serie. Es wurde zwar schon des längerem darüber geredet, daß sich nVidia offensichtlich zu sehr auf dem überragendem Erfolg der GeForce 8000 Serie ausgeruht hat, allerdings war dies zumeist nur auf den Vergleich im HighEnd-Bereich bezogen. Nun aber sieht man die wahren Auswirkungen in den anderen Marktsegmenten, wo ATI an nVidia auf breiter Front und aktuell sogar noch ohne Gegenwehr vorbeizieht.

Gleichfalls prescht ATI nun auch bei den Mobile-Grafikchips vor: Laut einer Meldung der X-bit Labs kommen demnächst neue Mobile-Grafikchips von ATI auf Basis der Radeon HD 4000 Serie des Desktop-Segments in den Markt. Aller Wahrscheinlichkeit wird es sich dabei um die Mobile-Adaptionen der Grafikchips RV770 (Radeon HD 4800 Serie) und RV730 (Radeon HD 4600 Serie) handeln, beides auch für das Mobile-Segment sehr interessante Lösungen. Natürlich muß man damit rechnen, daß ATI die Taktraten beschneidet und beim RV770-Chip womöglich auch einige Hardware-Einheiten deaktiviert, um die Leistungsaufnahme auf für Mobile-Gefilde gangbare Werte herunterzudrücken. Trotzdem soll es reichen, um sogar eine DualChip-Lösung für das Mobile-Segment herausbringen zu können, eine Mobility Radeon HD 4850 X2.

Diese dürfte dann natürlich nur für ausgesuchte Notebooks interessant sein, welche in aller Regel schon hart an der Grenze eines mobilen Geräts stehen. Aus Performance-Sicht ist diese Lösung aber trotzdem sehr interessant, wird damit doch der derzeit erhebliche Unterschied in der Performance zwischen Desktop- und Mobile-Segment deutlich reduziert werden. Dazu werden natürlich auch die Mobility Radeon HD 4850/4870 Karten beitragen, selbst wenn deren Performance niedriger ausfällt als bei den Desktop-Äquivalents. Auch hier scheint es, daß ATI nVidia wieder davonzieht, da eine Adaption des GT200-Chips für den Mobile-Sektor aus Gründen des Stromverbrauchs unwahrscheinlich ist und ansonsten noch nichts zu hören ist von neuen Mobile-Lösungen seitens nVidia.