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News des 13. März 2009

DailyTech betonen nochmals, daß nVidia die GeForce GTS 240 nun doch nicht bringen wird – erwähnen aber im gleichem Atemzug eine "GeForce 9800 GT OC", deren Spezifikationen angeblich der alten GeForce 9800 GTX entsprechen sollen. Damit würde diese Grafikkarte aber auch über 128 Shader-Einheiten anstatt dem 9800GT-Standard von 112 verfügen, was wir dann für ein wenig unwahrscheinlich halten. Aller Vermutung nach wird die GeForce 9800 GT OC von der GeForce 9800 GTX nur deren Taktraten übernehmen, diese sind mit 675/1688/1100 etwas höher als bei der regulären GeForce 9800 GT mit 600/1500/900 MHz. Möglich wäre aber auch eine Freigabe des Takts zugunsten der einzelnen Grafikkarten-Hersteller, welche dann freitätig verschieden getaktete Versionen der GeForce 9800 GT OC herausbringen könnten.

Gemäß Hartware arbeitet ein amerikanisches Startup-Unternehmen namens "Caustic Graphics" an einer "CausticOne" Raytracing-Steckkarte, mittels welcher sich die Raytracing-Leistung dieses Jahr um den Faktor 20 steigern lassen soll, nächstes Jahr mit der zweiten Produktgeneration sogar um den Faktor 200. Derzeit gibt es leider nicht viel mehr Informationen zu diesem Thema, so daß nicht klar ist, wieviel davon Wahrheit und wieviel Marketinggetöse ist, um die für Startup-Unternehmen unverzichtbaren Investoren anzulocken. Prinzipiell gesehen erscheint so etwas durchaus als machbar, wenn man die neuesten mathematischen Ansätze berücksichtigt, welche viele Raytracing-Berechnungen deutlich effizienter als mit roher Rechenkraft auszuführen versprechen.

Ob allerdings der wirklich aggressive Zeitplan eingehalten werden kann, bliebe deutlich abzuwarten – gerade am Anfang einer Produktentwicklung verkalkuliert man sich gern einmal beim wirklich benötigten Zeitaufwand, bis es ein kaufbares Produkt gibt. Viel entscheidender dürfte aber sein, daß im Spielebereich natürlich niemand eine solche Zusatzkarte kauft, sofern es keine Spiele mit entsprechender Unterstützung gibt – und kein Spieleentwickler eine entsprechende Unterstützung einbaut, sofern es keine solide Basis an installierter Hardware gibt. Im Fall der CausticOne-Karte ist dies sogar deutlich schlimmer als bei den PhysX-Karten von Ageia, da PhysX ein Zusatzeffekt ist, der Aufwand für das Hinzufügen von PhysX zu einem Spiel hält sich noch in Grenzen.

Raytracing stellt jedoch eine gänzlich andere Renderart dar, die Einbindung dessen dürfte wahrscheinlich einen ziemlich hohen Arbeitsaufwand für die Spieleentwickler darstellen. Somit haben Hartware wohl vollkommen Recht mit ihrer Einschätzung, daß auch hier wohl wieder das Ageia-Prinzip zum tragen kommen dürfte: Caustic Graphics wird (womöglich) eine interessante Technologie bringen, welche sich jedoch mangels Durchschlagskraft dieser kleinen Firma nicht direkt im Markt durchsetzen können wird, dafür aber über kurz oder lang von einem der großen Player am Markt aufgekauft und für eigene Projekte entsprechend weiterbenutzt werden wird. Die andere übrig bleibende Variante wäre dann nur noch, daß sich Caustic Graphics ausschließlich dem professionellen Segment zuwendet – womit der potentielle Anwenderkreis allerdings nochmals deutlich kleiner wäre.

HT4U berichten über kleinere Verbesserungen an Intels Core i7-920 und Core i7-940 Prozessoren, welche der Prozessorenbauer ohne großes Aufheben an den Verkaufs-CPUs im Gegensatz zu den an die Hardware-Tester seinerzeit ausgesandten Exemplaren gemacht hat. So läßt sich nunmehr auch für die beiden genannten kleineren Nehalem-Modelle (im Mainboard-BIOS) die höchste QPI-Frequenz von 6,4 GHz aktivieren, mit welcher offiziell nur der Core i7-965 XE antritt. Genauso ist der Speichertakt für diese beiden kleineren Modelle nunmehr vom Systemtakt entkoppelt, so daß man den Speicher schneller takten kann, ohne dabei die CPU zwingend übertakten zu müssen.

Inwiefern es dafür allerdings ein entsprechendes BIOS-Update des Mainboards bedarf, ist noch nicht klar, dürfte aber sowieso je nach Mainboard verschieden sein – einige Hersteller werden diese Funktionalität früher einbauen, andere später. Generell betrachtet ist die Erhöhung der QPI-Frequenz eigentlich unnötig, weil die dort gebotene Bandbreite derzeit noch vollkommen übertrieben hoch ist, man also durch die höhere QPI-Taktfrequenz nichts gewinnt. Der höhere Speichertakt ohne gleichzeitige CPU-Übertaktung ist dagegen ein sehr willkommenes Feature, hat Intel doch die Nehalem-Prozessoren offiziell nur für maximal DDR3/1066-Speicher freigegeben, obgleich es inzwischen deutlich besseren DDR3-Speicher zu kaufen gibt. Eine Übertaktung, welche damit außerhalb der Produktgarantie läuft, dürften beide Möglichkeiten aber trotzdem sein.

Die PC Games Hardware hat sich 14 CPUs unter Empire: Total War angesehen, dem neuen Strategietitel von Creative Assembly. Herausgesucht hat man sich dabei eine sehr stressende Szene zu Wasser, womit auch nur noch sehr dürftige Frameraten erzielt werden – welche aber dafür im normalen Spiel in aller Regel höher liegen sollten. Die Performance-Charakteristik des Spiels läßt sich dabei an zwei markanten Punkten festmachen: Erstens einmal zählt die Taktrate und zweitens ist Intel überall klar vorn. So macht es kaum einen Unterschied, ob ein DualCore- oder QuadCore-Modell gewählt wird – für eine Spieleart mit üblicherweise hohen CPU-Anforderungen eine allerdings etwas seltsame Entscheidung der Spieleentwickler.

Ein SingleCore-Modell sollte man allerdings nicht wählen, denn die DualCore-Unterstützung des Spiels ist anscheinend nahezu perfekt: Auf gleichem Takt kommen faktisch einhundert Prozent Mehrleistung durch den zweiten Kern hinzu. Ansonsten ergibt sich eine klare Hackordnung der einzelnen CPUs: Vorneweg die Core i7 Modelle, dahinter die schnelleren Core 2 Duo/Quad Modelle und erst danach das beste, was AMD zu bieten hat. Das Spiel ist ganz offensichtlich auf Intel-Prozessoren optimiert (man wirbt sogar mit der Optimierung auf den Core i7), womit das maue Abschneiden der AMD-CPUs eher denn eine politische Angelegenheit als denn eine faire Bewertung deren Leistungsfähigkeit darstellt.

Insofern sind die Ergebnisse dieses Spiels nicht überzubewerten: Wer heutzutage ein klar CPU-fressendes Spiel herausbringt, für den sind unserer Meinung nach eine erstklassige QuadCore-Unterstützung sowie die bestmögliche Ausnutzung aller CPUs egal des Herstellers absolute Pflicht, was unter Empire: Total War derzeit nicht gegeben ist. Eine Unterstützung für QuadCore-Modelle will man offenbar noch nachschieben, wobei von einer derart nachträglich drangepflaschten "Optimierung" nicht besonders viel zu erwarten ist. Eine bessere Optimierung gerade auf AMDs Phenom II Prozessoren ist dagegen derzeit nicht in Sicht, wäre aber angesichts der unterdurchschnittlichen Ergebnisse und des CPU-Hungers des Spiels anzuraten.

In unserem Forum gibt es einen hübschen Treibervergleich zu Intels GMA X4500HD integrierter Grafiklösung zu visitieren. Hierbei wurden die letzten drei Treiber miteinander verglichen, welche allesamt schon aus diesem Jahr stammen, nichtsdestotrotz aber eine erhebliche Entwicklung aufzeigen. Nur ein Beispiel: FarCry geht unter 1024x768 von 26 fps auf 43 fps hoch – innerhalb nur drei Treiberversionen, zwischen denen nur wenig mehr als ein Monat Zeit liegt. Der Vorteil liegt positiverweise vornehmlich bei den realen Spieletests, welche um satte 38 Prozent hinzugewinnen, die semi-theoretischen Tests 3DMark und AquaMark legen dagegen "nur" um 11 Prozent zu. Auf jeden Fall ist es die absolut richtige Richtung, in welche das Intel-Treiberteam hier arbeitet – welches aber gerade bei der Spielekompatibilität in der Breite auch weiterhin noch sehr viel aufzuholen hat.