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News des 17./18. April 2010

Unsere letztwöchentliche Umfrage beschäftigte sich mit der Frage, welche Monitorauflösungen für Spiele zur Verfügung stehen – unterteilt dabei zusätzlich je nach (grober) Leistungsfähigkeit der Grafikkarte. Die Umfrage-Ergebnisse wiesen unter den 3467 Umfrageteilnehmern erst einmal eine Grafikkarten-Unterteilung von 21 Prozent zugunsten des Mainstream-Segment (Grafikkarte bis 100 Euro), 43 Prozent zugunsten des Performance-Segments (Grafikkarte 100 bis 200 Euro) und 36 Prozent zugunsten des HighEnd-Segments (Grafikkarte über 200 Euro) aus. In der Insgesamtwertung aller Stimmen (unabhängig der Leistungsfähigkeit der Grafikkarte) verbuchen die Auflösungen 1680x1024 und 1920x1200 mit 36 bzw. 42 Prozent die dicksten Anteile, während due Auflösung 1280x1024 mit 18 Prozent noch auf beachtbare Anteile kommt und die Auflösung 2560x1600 mit nur 3 Prozent deutlich abfällt.

 Welche Monitorauflösung steht für den Spielerechner zur Verfügung?

Daß in der Insgesamtwertung recht klare Bild ändert sich jedoch stark, wenn man die Wertungen nach Marktsegmenten (ermittelt wie gesagt anhand der groben Leistungsfähigkeit der Grafikkarte) ansieht: Unter den Nutzern mit einer Mainstream-Grafikkarte gibt es ein nahezu ausgeglichenes Verhältnis zwischen den Auflösungen 1280x1024 (30%), 1680x1050 (38%) und 1920x1200 (31%), während die Auflösung 2560x1600 mit nur einem Prozent bedeutungslos ist. Bei den Nutzern mit einer Performance-Grafikkarte verschieben sich bedeutende Anteile von 1280x1024 (19%) in Richtung 1680x1050 (42%, ein wenig mehr) und 1920x1200 (38%, viel mehr), während die Auflösung 2560x1600 bei einem Prozent weiterhin bedeutungslos bleibt.

Bei den Nutzern mit einer HighEnd-Grafikkarte ergibt sich dann jedoch das am deutlichsten abweichende Bild: Die Auflösung 1280x1024 liegt dann nur noch bei 10 Prozent, die Auflösung 1680x1050 büßt ebenfalls ein, hat aber mit 29 Prozent immer noch sehr bedeutsame Anteile. Die Auflösung 1920x1200 holt mit 54 Prozent dann mehr als die Hälfte der Nutzer und die bei den anderen Marktsegmenten unbedeutende Auflösung 1920x1200 kommt hier mit 7 Prozent heraus (letzteres bedeutet auch, daß die 3 Prozent für 1920x1200 in der Insgesamtwertung fast ausschließlich aus dem HighEnd-Segment kommen). Grob gesagt: Im Mainstream- und Performancebereich gibt es eine ziemliche gleiche Aufteilung der Nutzer zwischen den Auflösungen 1280x1024, 1680x1050 und 1920x1200, während im HighEnd-Bereich 1920x1200 klar führend ist und nur 1680x1050 noch bedeutsame Anteile aufweisen kann.

Die Auflösung 2560x1600 erscheint dagegen derzeit noch als unbedeutend, denn selbst die im HighEnd-Bereich erzielten 7 Prozent sind nicht wirklich viel. Die aus diesen Zahlen ermittelbaren Empfehlungen für Grafikkarten-Tests lauten also: Für Grafikkarten des Mainstream- und Performance-Segments sind die Auflösungen 1280x1024, 1680x1050 und 1920x1200 interessant. Für Grafikkarten des HighEnd-Segments (ab 200 Euro Kartenpreis) sind es dagegen die Auflösungen 1680x1050 und 1920x1200 – und wenn noch Zeit bleibt, dann gern auch noch 2560x1600. Wir danken damit für die wieder einmal sehr zahlreiche Teilnahme an dieser Umfrage (welche nicht nur eine reine Umfrage ist, sondern uns auch bei der Planung von Grafikkarten-Tests hilft) und verweisen damit auf die nächste Umfrage, welche nach der Nutzung von Anti-Aliasing fragt.

FarCry- und Crysis-Entwickler Crytek hat im Gespräch mit Develop das Ende von Spiele-Demos vorhergesagt, wenngleich dies nicht über Nacht passieren dürfte. Grund hierfür sollen die (angeblich) hohen Herstellungskosten sein, weswegen man auch der EA-Idee von umfangreicheren, dann aber kostenpflichtigen Demos viel abgewinnen kann. Allerdings zieht das Kostenargument ehrlicherweise überhaupt nicht – angesichts einer üblichen Spiele-Entwicklungzeit von drei Jahren mit einem mehrere Dutzende Mitarbeiter (oder mehr) umfassenden Team sind die zwei Wochen, in denen eine Demo (aus schon vorhandenem Content) erstellt wird, kein echter Kostenfaktor – das Argument ist eine klare Nebelkerze. Vielmehr dürfte es eher darum gehen, dem Spieler vorab keinen Einblick in ein Produkt zu gewähren, für welches es nach dem Kauf üblicherweise kein Rückgaberecht gibt – denn dies ist der besondere Zweck von Software-Demos. Sicherlich ist es nicht in jedem Fall notwendig, eine Demo zu haben – manchmal hilft es aber durchaus, um Spielprinzip und konkretes Handling des Spiels besser zu erkennen.

Und auf jeden Fall liegt hier der Vorteil eher auf der Kundenseite – man kann mittels Demos erkennen, ob ein laut Ankündigung interessantes Spielprinzip auch wirklich sinnvoll umgesetzt wurde oder ob nicht eventuell Schwächen in der Spielmechanik, der Steuerung oder anderen Dingen einen durchaus interessanten Ansatz zunichtemachen. Möglicherweise schrecken heutige Spieledemos somit mehr potentielle Käufer ab als daß sie neue Käufer hinzugewinnen – aber dies liegt dann in erster Linie an der durchwachsenen Umsetzung vieler Spielekonzepte (und auch der Betriebsblindheit bei vielen Spieleentwicklern, die einfach den Spielspaß aus den Augen verlieren). Im dem Sinne gestehen Crytek mit ihrer Aussage also ein, daß viele Spiele heutzutage (trotz guter Ansätze) so durchschnittlich geworden sind, daß die Demoversionen als Werbung fürs Spiel eher kontraproduktiv sind – und deswegen abgeschafft werden dürften. Wirtschaftlich mag dies kurzfristig Sinn machen, aber langfristig schafft man damit nicht das eigentliche Problem aus der Welt, daß viele Spiele ihre Ideen nur unausgegoren umsetzen, oft viel mittelmäßiger werden als es eigentlich möglich gewesen wäre.