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News des 15./16. Mai 2010

Unsere letztwöchentliche Umfrage beschäftigte sich mit der Frage, wieviel Geld unsere Leser für ein Gehäuse (ohne Netzteil) ausgeben. Die dabei ausgelaufenen Zahlen helfen natürlich vor allem den Redakteuren des Casecenters bei ihrer Arbeit: Danach ergibt sich ein deutlicher Peak von 48 Prozent und damit nahezu der Hälfte der Umfrageteilnehmer bei einem Gehäusepreis von 51 bis 100 Euro. Erhebliche Anteile erhalten noch die beiden direkt umherliegenden Gruppen: Für Preise von bis zu 50 Euro votierten 19 Prozent, für Preise von 101 bis 150 Euro noch 18 Prozent. Damit liegt die kummulierte Gruppe von Preisen bis zu 150 Euro bei immerhin 84 Prozent der Umfrageteilnehmer – die restlichen 16 Prozent vortierten dann für echte HighEnd-Gehäuse mit Preisen ab 151 Euro.

 Was wird fürs PC-Gehäuse (ohne Netzteil) ausgegeben?

AMDs TurboCore hat sich in den entsprechenden Tests wie bekannt als nicht so schlagkräftig erwiesen, wie vorher aufgrund der Ansetzung angenommen: Schließlich bietet AMD immerhin 400 bzw. 500 MHz mehr Takt unabhängig von irgendwelchen TDP-Bremsen für die Hälfte der Rechenkerne an, während Intels TurboMode gerade bei den Core i7-9xx Prozessoren auf 266 MHz Mehrtakt limitiert ist und oftmals auch nur 133 MHz Mehrtakt erreicht. Allerdings kommt Intel entgegen, daß in der Praxis dieser TurboMode-Aufschlag eben auch immer (unabhängig der Kernauslastung) verfügbar ist – zwar nicht immer in voller Höhe, aber wenigstens zu einem gewissen Teil. AMDs Lösung ist dagegen explizit davon abhängig, daß möglichst wenige Rechenkerne belastet werden und daß dann nicht auch noch das Betriebssystem dazwischenfunkt. Gerade das passiert in der Praxis aber viel häufiger als man denkt, da die Thread-Scheduler moderner Betriebssystem die anstehende Rechenlast möglichst breit auf viele Kerne zu verteilen versuchen.

Dies läuft dem TurboCore-Ansatz allerdings vollkommen konträr, so daß oftmals auch als singlethreaded oder dualthreaded konzipierte Software nicht wirklich gut von TurboCore profitieren kann – sei es dadurch, daß zusätzliche Threads seitens Windows hinzukommen, oder sei es dadurch, daß der Thread-Scheduler von Windows die Rechenlast so rasch immer wieder auf andere Rechenkerne verteilt, daß der TurboCore-Boost gar nicht durchgehend wirken kann. Wo das Problem liegt, liegt hier aber auch die Lösung: Genauso wie man dem Thread-Scheduler von Windows erst beibringen musste, anständig mit HyperThreading umzugehen, wird auch AMDs TurboCore mit zukünftigen Thread-Schedulern besser und damit performanter funktionieren können. Allerdings werden Thread-Scheduler nun auch nicht gerade übers Knie gebrochen oder per Betriebssystem-Update nachgeliefert, eine durchschlagende Besserung der TurboCore-Problematik wird es daher wohl erst mit Windows 8 geben können.

Die PC Games Hardware hat sich die BigfootKiller Xeno Pro Netzwerkkarte für Gamer angesehen, die Nachfolgerlösung zur Bigfoot Killer M1/K1. Im Gegensatz zu dieser hat die neue Gamer-Netzwerkkarte einen deutlich niedrigeren Preis, welcher allerdings mit knapp 100 Euro für eine Netzwerkkarte weiterhin hoch ist, womit die Anschaffung wohlüberlegt sein will. In jedem Fall läßt sich mittels des Tests der PCGH auch klar belegen, daß diese Gamer-Netzwerkkarte in der Tat etwas höhere fps-Zahlen erzielt als onboard Netzwerk-Lösungen. Zumeist ist der Unterschied mit mittleren einstelligen Prozentzuwächsen zwar unrelevant, aber gerade in Szenen mit höherem Aufkommen an Mitspielern ergeben sich auch mal sehr interessant Zuwächse, wie beispielsweise von 22 auf 30 fps. Hinzu kommen angeblich Vorteile bei den Pings, dies wurde seitens der PCGH allerdings nicht genau mit Zahlen hinterlegt.

Zwei Einschränkungen sind hierzu zu erwähnen: Erstens einmal kann die Gamer-Netzwerkkarte logischerweise nur CPU-limitierte Szenen beschleunigen, weil sie schlicht und ergreifend ja nur der CPU Arbeit abnimmt. CPU-limitierte Szene treten aber weniger im typischen Online-Shooter auf, dafür allerdings durchaus bei MMOs – wenn wie gesagt eine Vielzahl an Mitspielern gleichzeitig antritt. Und zweitens werden die besseren Pings (die exakte Höhe des Vorteils wurde wie gesagt nicht veröffentlicht) natürlich durch die Priorisierungslösung der Gamer-Netzwerkkarte erzielt, was man allerdings auch mit gewöhnlichen Netzwerkkarten und Softwarelösung wie cFos erreichen kann – im genauen macht cFos ja auch nichts anderes als der Treiber der Gamer-Netzwerkkarte. Insofern kann man diesen Punkt auch deutlich günstiger haben als durch den Erwerb der BigfootKiller Xeno Pro – diese hat als exklusiven Vorteil weiterhin die besseren Frameraten unter CPU-limitierten Szenarien. Um eine Kaufempfehlungs aussprechen zu können, müsste man den Effekt, daß es gerade in den Szenen mit Beteiligung vieler Mitspieler zu interessanten Frameraten-Zuwächsen kommt, jedoch noch genauer untersuchen.