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News des 7. Juli 2010

Zur GeForce GTX 460 sind bei Grafikkarten-Hersteller Sparkle schon drei Produkt-Webseiten aufgetaucht: Für eine Karte mit 768 MB GDDR5-Speicher, eine Karte mit 1024 MB GDDR5-Speicher – und erstaunlicherweise für eine Karte mit 1024 MB GDDR3-Speicher. Aller Vermutung nach handelt es sich hierbei aber schlicht um einen Schreib- bzw. Copy&Paste-Fehler, denn der Produktcode "SXX4601024D5SNM" dieser Karte weist wieder auf die Benutzung von GDDR5-Speicher hin. Wahrscheinlich handelt es sich hierbei schlicht um eine Sondervariante mit ab Werk etwas höheren Taktfrequenzen, es wird für diese Karte jedenfalls ein mit 700 MHz um 25 MHz höher als der GTX460-Standard laufender Chiptakt angegeben – Expreview zeigen diesbezüglich sogar eine GeForce GTX 460 von MSI mit gleich 725 MHz Chiptakt.

Davon abgesehen läuft in unserem Forum schon die Diskussion darüber, was von einer GF104-Ausführung im Vollausbau zu erwarten ist. Eine solche Karte ist mit 384 Shader-Einheiten, 64 Textureneinheiten und 32 ROPs an einem 256 Bit DDR Speicherinterface zu erwarten, potentiell könnte es auch etwas höhere Taktraten als bei der GeForce GTX 460 (675/1350/1800 MHz) geben. Zwar ist eine solche Karte derzeit weder bestätigt noch direkt absehbar, wurde aber schon Mitte Juni unter dem Namen "GeForce GTX 468" erstmals genannt. Der chinesischen Quelle dieser Meldung ist aber leider nicht zu entnehmen, ob dieser Namen irgendwo eine reale Grundlage hat oder nur eine gute Vermutung seitens der chinesischen Redaktion ist. Derzeit kann der Name "GeForce GTX 468" durchaus als Synonym für eine GF104-basierte Karte mit den vollen Hardware-Einheiten des GF104-Chips benutzt werden, sicher ist diesbezüglich jedoch leider noch gar nichts.

Vor allem aber dürfte nVidia für den Augenblick erst einmal andere Baustellen im Blickfeld haben, als den Release einer GeForce GTX 468. So könnte der GF104-Chip durchaus mit einer weiteren, noch stärker beschnittenen Variante dafür benutzt werden, um auch in den Preisbereich von 150 Euro hineinzugehen – alternativ macht dies der im August zu erwartende GF106-Chip, dem dann im September noch der GF108-Chip für den Preisbereich von unter 100 Euro folgen wird. Erst nach diesen Launches, mittels welchen nVidia endlich einmal dem seit Monaten kompletten DirectX11-Programm von ATI etwas gleichwertiges entgegenstellen wird, kann man sich solchen Projekten wie einer GeForce GTX 468 zuwenden. Bei dieser gilt zusätzlich einzuplanen, daß eine solche Karte ziemlich sicher das Leistungsniveau der GeForce GTX 470 erreichen wird, womit die GeForce GTX 470 vorher abverkauft sein sollte.

Spezifikations-Vergleich GF104, GeForce GTX 460, 465, 470 & 480

Ein weiterer wichtiger Punkt, welchen nVidia einplanen muß, ist die kommende Southern-Islands-Generation von ATI, welche ab dem Herbst neue Konkurrenz für nVidias Fermi-basierte Grafikkarten bedeutet: Von dieser sind mangels neuem Fertigungsverfahren zwar keine größeren Performancesprünge zu erwarten, aber auch 20 Prozent mehr würden deutliche Verschiebungen auslösen und nVidia unter Umständen zwingen, schneller getaktete Varianten aufzulegen oder Preise abzusenken. Genau dafür könnte sich nVidia den Vollausbau der Grafikchips GF100 und GF104 auch aufheben – um auch noch in der Winter-Saison mit ATIs kommenden neuen Grafikkarten mithalten zu können. Demzufolge ist derzeit ein früher Erscheinungstermin der GeForce GTX 468 eher unwahrscheinlich – nVidia benötigt diese Karte wegen der GeForce GTX 470 derzeit nicht zwingend, welche ihrerseits als Resteverwertung für den GF100-Chip wichtig ist. Erst wenn ATI mit der Southern-Islands-Generation erneut vorlegt, könnte nVidia zu einer GeForce GTX 468 gezwungen werden.

Bei RealWorld Technologie hat man sich intensiv mit dem Thema PhysX bezüglich des Leistungspotentials von nVidia-Grafikkarten gegenüber aktuellen CPUs beschäftigt. Dabei fand man heraus, daß PhysX offensichtlich bewußt stark mit Gleitkommaberechnungen (x87) arbeitet, was heutigen CPUs und deren Augenmerk auf SSE-Code jedoch nicht entgegenkommt. Zugleich nutzt PhysX auf CPUs derzeit per default nur einen Rechenkern, auch hier ergeben sich erhebliche Potentialle zur Leistungssteigerung. In der Summe kommt man damit zur Aussage, daß ein auf aktuelle CPUs optimiertes PhysX möglicherweise dieselbe Physikberechnungs-Performance erreichen könnte wie die nVidia-Grafikkarten und daß man damit nicht sagen kann, daß Grafikkarten die generell besseren Physikbeschleuniger sind. Daß nVidia PhysX natürlich als Marketinginstrument für die eigenen Grafikkarten nutzt und daher niemals Optimierungen an PhysX für Konkurrenzprodukte vornehmen wird, ist auf der anderen Seite auch klar und wird an der Situation, daß diverse PhysX-Anwendungen ohne nVidia-Grafikkarte derzeit nicht spielbar sind, nichts ändern.