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News des 3. Februar 2011

Die VR-Zone berichtet über eine Intel-interne Angabe, wonach die Anfang 2012 anstehende 22nm-Refresharchitektur Ivy Bridge einen Performancevorteil von 20 Prozent gegenüber der aktuellen Sandy-Bridge-Architektur haben soll. Zu beachten wäre bei solchen Angaben immer, daß CPU-Hersteller eigentlich nie den Vorteil bei der reinen Pro/MHz-Leistung angeben, sondern immer nur den insgesamten Vorteil, höhere Taktraten also eingerechnet. Wie sich dieser Vorteil also zusammensetzt – höhere Pro/MHz-Leistung, höhere Takraten oder beides gemischt – ist aus dieser Angabe also nicht ersichtlich. Angesichts dessen, daß Ivy Bridge allerdings als klare Refresh-Architektur geplant ist und zudem schon entscheidende Vorteile bei der integrierten Grafiklösung bekannt sind (laut Intel um 30 Prozent schneller als bei Sandy Bridge), sind eher weniger Änderungen an der CPU selber zu erwarten.

Der 20prozentige Performancevorteil dürfte demzufolge in erster Linie aus mehr Takt rekrutieren – was allerdings angesichts der 22nm-Fertigung dieser Prozessoren und der schon unter 32nm vorhandenen und von Intel nicht wirklich angetasteten Taktreserven eher wenig ist. Angenommen, es gibt keinen Unterschied in der Pro/MHz-Leistung zwischen Sandy Bridge und Ivy Bridge, würde diese Angabe schlicht bedeuten, daß das schnellste Ivy-Bridge-Modell auf ca. 4,2 GHz antritt – mit einem kleinen Unterschied in der Pro/MHz-Leistung wären es dann ca. 4.0 GHz Takt. Dies mag optisch in jedem Fall gut aussehen, dennoch ist dies nicht mehr als 20 Prozent real vorhandener Mehrperformance. Vor allem aber wäre eine solche Taktrate schon mit der 32nm-Architektur Sandy Bridge möglich, Ivy Bridge scheint diesbezüglich die Möglichkeiten der 22nm-Fertigung nicht im Ansatz auszunutzen.

Aber natürlich wird Intel immer nur diese Prozessoren herausbringen, welche mit Blick auf den Wettbewerb auch wirklich notwendig sind – und wenn 5 GHz Takt, die mit Ivy Bridge sicherlich gehen, nicht benötigt werden, dann hält man diese Taktfrequenz eben zurück bzw. überläßt dies Übertaktungsexperimenten. Sollte AMD mit Bulldozer und im Jahr 2012 mit Bulldozer 2 Intel doch gefährlich nahe kommen, hätte Intel in jedem Fall die Reserven, um nahezu jede Performanceoffensive seitens AMD entsprechend kontern zu können. Faktisch muß AMD bei der eigenen Zielsetzung im Prozessoren-Markt immer schon jenes mit einkalkulieren, was Intel auf Basis der jeweils aktuellen Fertigungstechnologie tun könnte – und nicht nur das, was derzeit offizielles Intel-Angebot ist.

Wir kommen noch einmal zurück auf die vor zwei Tagen vermeldeten AMD-Preissenkungen speziell bei den Phenom II X6 Prozessoren: Da diese durch den vorläufigen Rückzug der kompletten Riege an Sandy-Bridge-Prozessoren nunmehr "nur" gegen Intels Nehalem-Prozessorenriege stehen, ergeben sich hier durchaus einige Ansatzpunkt zugunsten von AMD. Sicherlich liegt AMD weiterhin in der effektiven Performance pro Takt zurück – und dies schon gegenüber der Nehalem-Architektur – kann dies aber ganz gut durch höhere Taktraten und mehr Rechenkerne kompensieren. Für das, was AMD derzeit im Sechskern-Bereich zu Preisen bis maximal 200 Euro auffährt, bekommt man bei Intel nämlich nur Core-5-Prozessoren mit vier Rechenkernen und ohne HyperThreading. Diese sind im Spieleeinsatz nach wie vor klar besser aufgestellt, bei der Anwendungs-Performance sind die AMD-Boliden allerdings gleichwertig bzw. sogar leicht führend.

Intel Preislage AMD
Core i7-860
Nehalem-Architektur, 45nm, vier Rechenkerne + HyperThreading, 2.8 GHz Takt + TurboMode, 1 MB Level2- und 8 MB Level3-Cache, Sockel 1156, TDP 95W, CB-Performancerating: Anwendungen ca. 66%, LQ-Spiele ca. 78%
Produkt- und Preissuche: Ciao, PreisRoboter, Geizhals
ab 235
Euro
 
  ab 200
Euro
Phenom II X6 1100T BE
K10-Architektur, 45nm, sechs Rechenkerne, 3.3 GHz Takt + TurboCore, 3 MB Level2-Cache und 6 MB Level3-Cache, freier Multiplikator, Sockel AM3, TDP 125W, CB-Performancerating: Anwendungen 66,5%, LQ-Spiele 67,1%
Produkt- und Preissuche: Ciao, PreisRoboter, Geizhals
Core i5-760
Nehalem-Architektur, 45nm, vier Rechenkerne, 2.8 GHz Takt + TurboMode, 1 MB Level2- und 8 MB Level3-Cache, Sockel 1156, TDP 95W, CB-Performancerating: Anwendungen 58,9%, LQ-Spiele 76,9%
Produkt- und Preissuche: Ciao, PreisRoboter, Geizhals
ab 173
Euro
 
  ab 171
Euro
Phenom II X6 1090T BE
K10-Architektur, 45nm, sechs Rechenkerne, 3.2 GHz Takt + TurboCore, 3 MB Level2-Cache und 6 MB Level3-Cache, freier Multiplikator, Sockel AM3, TDP 125W, CB-Performancerating: Anwendungen ca. 65%, LQ-Spiele ca. 66%
Produkt- und Preissuche: Ciao, PreisRoboter, Geizhals
  ab 163
Euro
Phenom II X6 1075T
K10-Architektur, 45nm, sechs Rechenkerne, 3.0 GHz Takt + TurboCore, 3 MB Level2-Cache und 6 MB Level3-Cache, Sockel AM3, TDP 125W, CB-Performancerating: Anwendungen 62,4%, LQ-Spiele 63,3%
Produkt- und Preissuche: Ciao, PreisRoboter, Geizhals
  ab 148
Euro
Phenom II X6 1055T
K10-Architektur, 45nm, sechs Rechenkerne, 2.8 GHz Takt + TurboCore, 3 MB Level2-Cache und 6 MB Level3-Cache, Sockel AM3, TDP 125W, CB-Performancerating: Anwendungen ca. 60%, LQ-Spiele ca. 61%
Produkt- und Preissuche: Ciao, PreisRoboter, Geizhals

Zudem arbeitet die Zeit natürlich zugunsten der Sechskerner, können diese in Zukunft vielleicht noch stärker zulegen als Vierkern-Modelle (ungeachtet des Herstellers). Bei den Übertaktungseigenschaften ergibt sich hier zudem ein seltener Gleichstand: Zwar sind die Nehalem-Prozessoren nach wie vor die generell besseren Übertakter, dafür aber gibt es bei AMD gleich zwei Black Editions in diesem Preisbereich, wo also der Multiplikator frei ist, was einfaches Übertakten ermöglicht. Herausstechendes Angebot bei AMD in diesem Preisbereich ist der Phenom II X6 1090T BE wegen des hohen Takts, des freien Multiplikators und des sehr humanen Preispunkts. Intels Gegenangebot in Form des Core i5-760 ist jederzeit aller Ehren wert und unter gewissen Prämisen (hohe Spieleperformance, niedrige Verlustleistung) immer vorzuziehen, aufgrund der neuen Preissituation und vor dem Relaunch der Sandy-Bridge-Architektur hat aber auch AMDs Prozessorenangebot seine Reize (die oftmals übersehen werden).

Shortcuts: TweakPC haben eine schöne Auflistung seitens Gigabyte, mittels welcher der Mainboard-Hersteller angibt, welche SATA-Ports auf den aktuellen Sandy-Bridge-Platinen von Gigabyte potentiell fehlerhaft sind und welche SATA-Ports bedenkenlos genutzt werden können. Daneben gibt Gigabyte aber auch an, vorraussichtlich erst im April mit neuen Mainboard-Chipsätzen seitens Intel beliefert zu werden und erst dann die bisherigen Platinen austauschen zu können – der SATA-Bug von Intel dürfte also nicht so schnell aus der Welt kommen. Golem berichten über einen Rechtsstreit vor dem Europäischen Gerichtshof über die rechtmäßige Verwendbarkeit von PayTV-Decoderkarten aus anderen EU-Staaten. In den Vorinstanzen wurden die jeweiligen nationalen Exklusivverträge der Programmanbieter noch nicht beanstandet, die EU-Generalanwältin weist in ihrem Schlussantrag nun aber auf die Unvereinbarkeit dieser Praxis mit dem Grundgedanken des freien, grenzüberschreitenden Wettbewerbs in der EU hin. Sollte sich das Gericht dieser Ansicht anschließen, hätte der Fall sicherlich auch Auswirkungen auf andere Bereiche, in welchen nach wie vor nationale Exklusivverträge geschlossen werden, um sich vorm Wettbewerb abzuschotten.

Die VR-Zone berichtet über eine Intel-interne Angabe, wonach die Anfang 2012 anstehende 22nm-Refresharchitektur Ivy Bridge einen Performancevorteil von 20 Prozent gegenüber der aktuellen Sandy-Bridge-Architektur haben soll. Zu beachten wäre bei solchen Angaben immer, daß CPU-Hersteller eigentlich nie den Vorteil bei der reinen Pro/MHz-Leistung angeben, sondern immer nur den insgesamten Vorteil, höhere Taktraten also eingerechnet. Wie sich dieser Vorteil also zusammensetzt - höhere Pro/MHz-Leistung, höhere Takraten oder beides gemischt - ist aus dieser Angabe also nicht ersichtlich. Angesichts dessen, daß Ivy Bridge allerdings als klare Refresh-Architektur geplant ist und zudem schon entscheidende Vorteile bei der integrierten Grafiklösung bekannt sind (laut Intel um 30 Prozent schneller als bei Sandy Bridge), sind eher weniger Änderungen an der CPU selber zu erwarten.

Der 20prozentige Performancevorteil dürfte demzufolge in erster Linie aus mehr Takt rekrutieren - was allerdings angesichts der 22nm-Fertigung dieser Prozessoren und der schon unter 32nm vorhandenen und von Intel nicht wirklich angetasteten Taktreserven eher wenig ist. Angenommen, es gibt keinen Unterschied in der Pro/MHz-Leistung zwischen Sandy Bridge und Ivy Bridge, würde diese Angabe schlicht bedeuten, daß das schnellste Ivy-Bridge-Modell auf ca. 4,2 GHz antritt - mit einem kleinen Unterschied in der Pro/MHz-Leistung wären es dann ca. 4.0 GHz Takt. Dies mag optisch in jedem Fall gut aussehen, dennoch ist dies nicht mehr als 20 Prozent real vorhandener Mehrperformance. Vor allem aber wäre eine solche Taktrate schon mit der 32nm-Architektur Sandy Bridge möglich, Ivy Bridge scheint diesbezüglich die Möglichkeiten der 22nm-Fertigung nicht im Ansatz auszunutzen.

Aber natürlich wird Intel immer nur diese Prozessoren herausbringen, welche mit Blick auf den Wettbewerb auch wirklich notwendig sind - und wenn 5 GHz Takt, die mit Ivy Bridge sicherlich gehen, nicht benötigt werden, dann hält man diese Taktfrequenz eben zurück bzw. überläßt dies Übertaktungsexperimenten. Sollte AMD mit Bulldozer und im Jahr 2012 mit Bulldozer 2 Intel doch gefährlich nahe kommen, hätte Intel in jedem Fall die Reserven, um nahezu jede Performanceoffensive seitens AMD entsprechend kontern zu können. Faktisch muß AMD bei der eigenen Zielsetzung im Prozessoren-Markt immer schon jenes mit einkalkulieren, was Intel auf Basis der jeweils aktuellen Fertigungstechnologie tun könnte - und nicht nur das, was derzeit offizielles Intel-Angebot ist.

Wir kommen noch einmal zurück auf die vor zwei Tagen vermeldeten AMD-Preissenkungen speziell bei den Phenom II X6 Prozessoren: Da diese durch den vorläufigen Rückzug der kompletten Riege an Sandy-Bridge-Prozessoren nunmehr "nur" gegen Intels Nehalem-Prozessorenriege stehen, ergeben sich hier durchaus einige Ansatzpunkt zugunsten von AMD. Sicherlich liegt AMD weiterhin in der effektiven Performance pro Takt zurück - und dies schon gegenüber der Nehalem-Architektur - kann dies aber ganz gut durch höhere Taktraten und mehr Rechenkerne kompensieren. Für das, was AMD derzeit im Sechskern-Bereich zu Preisen bis maximal 200 Euro auffährt, bekommt man bei Intel nämlich nur Core-5-Prozessoren mit vier Rechenkernen und ohne HyperThreading. Diese sind im Spieleeinsatz nach wie vor klar besser aufgestellt, bei der Anwendungs-Performance sind die AMD-Boliden allerdings gleichwertig bzw. sogar leicht führend.




Intel
Preislage
AMD





Core i7-860
Nehalem-Architektur, 45nm, vier Rechenkerne + HyperThreading, 2.8 GHz Takt + TurboMode, 1 MB Level2- und 8 MB Level3-Cache, Sockel 1156, TDP 95W, CB-Performancerating: Anwendungen ca. 66%, LQ-Spiele ca. 78%
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ab 235
Euro
 



 
ab 200
Euro
Phenom II X6 1100T BE
K10-Architektur, 45nm, sechs Rechenkerne, 3.3 GHz Takt + TurboCore, 3 MB Level2-Cache und 6 MB Level3-Cache, freier Multiplikator, Sockel AM3, TDP 125W, CB-Performancerating: Anwendungen 66,5%, LQ-Spiele 67,1%
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Core i5-760
Nehalem-Architektur, 45nm, vier Rechenkerne, 2.8 GHz Takt + TurboMode, 1 MB Level2- und 8 MB Level3-Cache, Sockel 1156, TDP 95W, CB-Performancerating: Anwendungen 58,9%, LQ-Spiele 76,9%
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ab 173
Euro
 



 
ab 171
Euro
Phenom II X6 1090T BE
K10-Architektur, 45nm, sechs Rechenkerne, 3.2 GHz Takt + TurboCore, 3 MB Level2-Cache und 6 MB Level3-Cache, freier Multiplikator, Sockel AM3, TDP 125W, CB-Performancerating: Anwendungen ca. 65%, LQ-Spiele ca. 66%
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Euro
Phenom II X6 1075T
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Phenom II X6 1055T
K10-Architektur, 45nm, sechs Rechenkerne, 2.8 GHz Takt + TurboCore, 3 MB Level2-Cache und 6 MB Level3-Cache, Sockel AM3, TDP 125W, CB-Performancerating: Anwendungen ca. 60%, LQ-Spiele ca. 61%
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Zudem arbeitet die Zeit natürlich zugunsten der Sechskerner, können diese in Zukunft vielleicht noch stärker zulegen als Vierkern-Modelle (ungeachtet des Herstellers). Bei den Übertaktungseigenschaften ergibt sich hier zudem ein seltener Gleichstand: Zwar sind die Nehalem-Prozessoren nach wie vor die generell besseren Übertakter, dafür aber gibt es bei AMD gleich zwei Black Editions in diesem Preisbereich, wo also der Multiplikator frei ist, was einfaches Übertakten ermöglicht. Herausstechendes Angebot bei AMD in diesem Preisbereich ist der Phenom II X6 1090T BE wegen des hohen Takts, des freien Multiplikators und des sehr humanen Preispunkts. Intels Gegenangebot in Form des Core i5-760 ist jederzeit aller Ehren wert und unter gewissen Prämisen (hohe Spieleperformance, niedrige Verlustleistung) immer vorzuziehen, aufgrund der neuen Preissituation und vor dem Relaunch der Sandy-Bridge-Architektur hat aber auch AMDs Prozessorenangebot seine Reize (die oftmals übersehen werden).

Shortcuts: TweakPC haben eine schöne Auflistung seitens Gigabyte, mittels welcher der Mainboard-Hersteller angibt, welche SATA-Ports auf den aktuellen Sandy-Bridge-Platinen von Gigabyte potentiell fehlerhaft sind und welche SATA-Ports bedenkenlos genutzt werden können. Daneben gibt Gigabyte aber auch an, vorraussichtlich erst im April mit neuen Mainboard-Chipsätzen seitens Intel beliefert zu werden und erst dann die bisherigen Platinen austauschen zu können - der SATA-Bug von Intel dürfte also nicht so schnell aus der Welt kommen. Golem berichten über einen Rechtsstreit vor dem Europäischen Gerichtshof über die rechtmäßige Verwendbarkeit von PayTV-Decoderkarten aus anderen EU-Staaten. In den Vorinstanzen wurden die jeweiligen nationalen Exklusivverträge der Programmanbieter noch nicht beanstandet, die EU-Generalanwältin weist in ihrem Schlussantrag nun aber auf die Unvereinbarkeit dieser Praxis mit dem Grundgedanken des freien, grenzüberschreitenden Wettbewerbs in der EU hin. Sollte sich das Gericht dieser Ansicht anschließen, hätte der Fall sicherlich auch Auswirkungen auf andere Bereiche, in welchen nach wie vor nationale Exklusivverträge geschlossen werden, um sich vorm Wettbewerb abzuschotten.