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News des 19./20. März 2011

Unsere letzte Umfrage bezog sich auf die Entscheidung AMDs, bei zukünftigen Prozessoren komplett auf die früheren Markennamen "Athlon" und "Phenom" zugunsten eher krypitischer Prozessorbezeichnungen mit Kennnummer aus Zahlen und Buchstaben zu verzichten – wie sich inzwischen herausgestellt hat, auch für die Prozessoren der HighEnd-Architektur "Bulldozer". Wie sich die zukünftigen Prozessoren aus den Llano- und Bulldozer-Architekturen nennen, hatten wir in einer kürzlichen News-Meldung schon aufgeschlüsselt – und in der Tat hat es sich dabei als günstiger herausgestellt, den Prozessormodellen den Architekturnamen vorzustellen, damit klarer wird, worum es sich jeweils handelt. Aber natürlich kommt man letztlich auch mit neuen Prozessorbezeichnungen zurecht und läßt sich mit der Zeit auch in diesen ein gewisses System erkennen – unsere Umfrage fragte demzufolge auch nicht danach, was "besser" sein, sondern was den Umfrage-Teilnehmern zum einen persönlich mehr zusagt und welches sie zum anderen geschäftlich (auf AMD bezogen) für sinnvoller halten.

Laut den bei der Umfrage aufgelaufenen Stimmen ergeben sich jedoch in beiden Teilfragen Mehrheiten gegen dieses neue Benennungsschema, obwohl die Antwortmöglichkeiten (bewußt) eher zugunsten dieses neuen Benennungsschemas gestaltet waren: Es stand hierbei "kein Problem" gegen "mag ich nicht", womit die erste Antwortmöglichkeit nicht nur positive Stimmen, sondern eben auch neutrale Stimmen umfasst. In der Frage der persönlichen Bewertung kommt dabei mit 46½ zu 53½ Prozent nur eine kleine Mehrheit gegen diese neue Strategie heraus, bei der Frage der Bewertung aus geschäftlicher Sicht ist die Mehrheit mit 37 zu 67 Prozent jedoch klar gegen diese neue AMD-Strategie. Echte Begeisterung ob der AMD-Entscheidung gegen (alte oder neue) Markennamen bei den kommenden Prozessoren sieht jedenfalls anders aus.

 AMD-Prozessoren zukünftig ohne Markennamen?

Ob diese Entscheidung dann irgendetwas am Markt ausmacht, wird sich noch herausstellen – wir sagen jedoch, daß man sich einen günstigeren Start gerade für die Bulldozer-Architektur vorstellen kann, ganz besonders nachdem AMD (auf der Prozessorenseite) nun einige Zeit im "Performance-Tief" verbracht hat und den Markt erst einmal wieder von sich überzeugen muß. Gerade im Massenmarkt wie im OEM-Bereich sind Markennamen wichtig – und ganz besonders interessant ist dies, wenn man etwas performantes wie Bulldozer an der Hand hat, mittels welchen man einem Markennamen ein positives Image geben kann. Warum man im übrigen nicht die jeweiligen Codenamen in den Verkauf übernimmt, wird ein ewiges Rätsel bleiben – wie bei anderen Herstellern sind die aktuellen Codenamen von AMD phonetisch eingängig, gut mit dem jeweiligen Produkt zu verbinden (gerade "Bulldozer" passt perfekt zum Performanceanspruch dieser Prozessoren-Architektur) und nebenbei schon massenweise im Internet in Vorab-Berichten und Newsmeldungen genannt respektive seitens der Suchmaschinen indiziert.

Bei Hot Hardware gibt es einen seltenen Vergleich von HighEnd-Mobilelösungen, im genauen wurden dabei Radeon HD 6970M vs. GeForce GTX 470M getestet – interessanterweise auf demselben Eurocom-Notebook, was mögliche Schwankungen aufgrund unterschiedlicher Notebook-Ausstattungen von Anfang an aus der Gleichung nimmt. Beiden Mobile-Grafiklösungen ist der völlig übertriebene Name gemeinsam – die Radeon HD 6970M bringt es einer groben Einschätzung anhand deren Rohleistungen nach gerade einmal auf eine Performance etwas unterhalb der Radeon HD 6850 des Desktop-Segments (komplette Liste der aktuellen AMD-Mobilebeschleuniger), eine GeForce GTX 470M sollte gar nur etwas schneller als eine GeForce GTS 450 des Desktop-Segments sein (komplette Liste der aktuellen nVidia-Mobilebeschleuniger).

Dies hängt zum einen mit den im Mobile-Segment üblicherweise abgesenkten Taktraten zusammen – und zum anderen mit den niedrigeren angesetzten Grafikchips: Die Radeon HD 6970M basiert nur auf dem RV940/Barts-Chip der Radeon HD 6800 Serie, die GeForce GTX 470M nur auf dem GF104-Chip der GeForce GTX 460. Zuzüglich einer Abspeckungen und der genannten niedrigen Taktraten erzielen diese beiden "Spitzenlösungen" des Mobile-Segments (bei nVidia gibt es allerdings noch eine GeForce GTX 480M und 485M) bestenfalls eine Performance im unteren Performance-Segment, bei üblicherweise stolzem Kostenpunkt. Somit kommen auch diese "HighEnd-Lösungen" auf der nativen FullHD-Auflösung des benutzten Notebooks schnell in Performance-Schwierigkeiten mit Frameraten teilweise unterhalb von 20 fps – sicherlich nicht das, was man von einem 2000-Euro-Notebook erwarten würde. Erst mittels SLI- und CrossFire-Kombinationen kommt man dann auf durchgängig ordentliche Frameraten, der Kostenpunkt geht dabei natürlich noch weiter nach oben.

Performance zu 470M Performance zu 6970M Technik
GeForce GTX 470M 100% -16% GF104 mit 288 Shader-Einheiten, 48 TMUs, 24 ROPs, 192 Bit DDR Speicherinterface, bis zu 535/1100/1250 MHz Takt
GeForce GTX 470M SLI +82% +52% -
Radeon HD 6970M +20% 100% RV940/Barts mit 960 Shader-Einheiten, 48 TMUs, 32 ROPs, 256 Bit DDR Speicherinterface, bis zu 680/1800 MHz Takt
Radeon HD 6970M CF +129% +91% -

Im Performancevergleich gewinnt nicht überraschend die Radeon HD 6970M mit ca. 20 Prozent Vorteil gegenüber der GeForce GTX 470M. Dies könnte durchaus dafür reichen, daß die bessere GeForce GTX 485M (die GeForce GTX 480M ist nur ungefähr gleich schnell zur GeForce GTX 470M) im Endeffekt dann wieder vor der Radeon HD 6970 liegen sollte – die GeForce GTX 485M bietet immerhin 43 Prozent mehr Rechenleistung und gleich 60 Prozent mehr Speicherbandbreite als die GeForce GTX 470M auf. So richtiges HighEnd wird aber auch damit nicht herauskommen: Wir schätzen die GeForce GTX 485M gerade einmal auf der Performance der GeForce GTX 460 SE des Desktop-Segments ein – und die ist keine Grafiklösung, welche Begeisterungsstürme auslöst oder die maßlosen im Mobile-Segment zu löhnenden Preise irgendwie rechtfertigen würde. Schließlich kosten bei diesem Eurcom-Notebook eine GeForce GTX 470M oder Radeon HD 6970M einzeln 290 Euro sowie eine GeForce GTX 485 einzeln 617 Euro (!) – für eine Grafikperformance, für welche im Desktop-Bereich ein Modell des Preisbereichs 110 bis 140 Euro ausreicht.

Shortcuts: Bei der VR-Zone gibt es einen Artikel zu den Hintergründen und Varianten von Unterbrechungsfreien Stromversorgungen (USV, im englischen Uninterruptible Power Supply aka UPS). In Deutschland mit seinem vergleichsweise sehr stabilen Stromnetz wird eine USV normalerweise nicht benötigt, kann allerdings für den einen oder anderen Anwender doch interessant sein – spätestens dann, wenn doch mal eine Stromschwankung zur Unzeit kam und eine große Menge ungespeicherter Arbeit vernichtete. Bei der PCGH gibt es eine hübsche WTF-Kolumne, wie heftig Crytek das kommende Crysis 2 "verkonsolisiert" hat. Dies Tendenz durchzieht das Spiel leider von Anfang bis Ende – aus HighEnd-Sicht besonders bedauernswert ist die Abschaffung der frei konfigurierbaren ini-Dateien, mittels deren maximaler Ausnutzung einige Spieler wunderprächtige Crysis-Screenshots hinbekommen haben. Ganz offensichtlich hat Crytek vergessen, woher man mal gekommen ist und wer für den jeweiligen Hype um die Crytek-Spiele verantwortlich war – sehr bedauerlich.