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News des 16./17. Juli 2011

Die Umfrage der letzten Woche drehte sich um die Erwartungen zu den neuen Grafikchip-Architekturen, AMD Southern Islands und nVidia Kepler. Die Auswertung der bei der Umfrage aufgelaufenen Stimmen ergab dabei ein durchmischtes Bild, bei welchem allerdings erstaunlicherweise (und vermutlich erstmals) nicht der Punkt einer höheren Performance vorn lag, sondern sich vielmehr der geringere zu erwartende Stromverbrauch durch die 28nm-Fertigung den ersten Platz sichern konnte. Hier deutet sich an, daß – auch aufgrund der zuletzt nur eher mäßig gestiegenden Performance-Anforderungen bei neuen Spielen – selbst im Enthusiasten-Bereich Performance nicht mehr alles ist und es immer mehr auf ein gesundes Verhältnis von Performance zu Stromverbrauch ankommt.

 Wohin geht das subjektive Augenmerk bei den kommenden neuen Grafikchip-Architekturen?

Aufgrund dieses Umfrage-Ergebnisses würde es uns nicht verwundern, wenn die Grafikkarten-Käufer im Enthusiasten-Bereich entgegen der sonst üblichen Geflogenheiten beim Aufkommen der ersten 28nm-Grafikchips nicht zuerst auf den größtmöglichen Performance-Sprung schauen, sondern unter Umständen auch mit nur maßvoll mehr Performance zufrieden sind, wenn dafür der Stromverbrauch gegenüber den aktuellen Beschleunigern abgesenkt werden kann. Ob sich diese Prognose dann durch das reale Marktgeschehen bestätigen läßt, wird man sehen müssen – in jedem Fall kann man das Umfrage-Ergebnis als Warnschuß für die Grafikchip-Entwickler betrachten, es beim Thema Leistungsaufnahme nicht noch mehr zu übertreiben als es bisher schon geschehen ist. SingleChip-Beschleuniger mit einem Spieleverbrauch von 250 Watt sind halt schon arg grenzwertig, darüber hinaus sollte man dann aber keinesfalls mehr gehen.

Gemäß der VR-Zone basieren die Probleme von Intel mit der zuletzt von Herbst 2011 auf Januar 2012 verschobenen Sandy Bridge E Architektur anscheinend primär auf Schwierigkeiten mit den passenden Mainboard-Chipsätzen. Die eigentlich geplante Ausführung des PCI Express 3.0 Interfaces der CPU über den Chipsatzes zur Anbindung sehr schneller Speichermedien wie SAS-Festplatten oder PCI-Express-SSDs macht Probleme – und wird daher nun für die Desktop-Version des Patsburg-Chipsatzes (X79) gestrichen werden. Damit könnte Sandy Bridge E dann doch wieder im vierten Quartal 2011 antreten, andere Chipsatz-Versionen mit dem Support von (Chipsatz-seitigen) PCI Express 3.0 für das Workstation/Server-Segment sollen dann nachgereicht werden, haben aber für den Desktop-Bereich keine größere Relevanz. Am PCI Express 3.0 Interface der CPU selber bzw. dessen Ausführung zu den Grafikkarten-Steckplätzen gibt es im übrigen keinerlei Probleme, Sandy Bridge E wird somit die ersten PCI-Express-3.0-Grafikkarten ermöglichen.

Intel Sandy Bridge E Intel Ivy Bridge AMD Bulldozer AMD Bulldozer Trinity
Zielmarkt Desktop HighEnd Desktop/Mobile LowCost bis HighEnd Desktop HighEnd Desktop/Mobile Mainstream
Release Q4/2011 bis Januar 2012 März/April 2012 Herbst 2011 Sommer/Herbst 2012
Fertigung 32nm Intel 22nm Intel 32nm GlobalFoundries 32nm GlobalFoundries
Technik geringe bis mittlere Verbesserungen gegenüber Nehalem (wie Sandy Bridge, nur mit größeren Level3-Caches), QuadChannel DDR3 Interface, PCI Express 3.0 Interface unwesentliche bis geringe Verbesserungen gegenüber Sandy Bridge, DualChannel DDR3 Interface, PCI Express 3.0 Interface stark veränderter Kern in Modul-Bauweise, DualChannel DDR3 Interface wahrscheinlich leicht gegenüber dem originalen Bulldozer verbessert, ansonsten noch recht unbekannt
Rechenkerne 4-6 2-4 4-8 2-4
Sockel 2011 1155 AM3+ FMx
Speicher DDR3/1333 DDR3/1600 DDR3/1866 ?
Taktraten 3.2 bis 3.6 GHz ? geplant mit ca. 3.5 GHz ?
Grafik keine Intel-Grafikchip (DirectX11) mit gegenüber HD Graphics 3000 deutlich verbesserten Features, 33% mehr Recheneinheiten und prognostiziert bestenfalls ca. 100% mehr Performance keine AMD-Grafikchip (DirectX11) mit unbekannter Leistungsfähigkeit, aber sicherlich genauso schnell oder schneller als Llano

Bei Tom's Hardware hat man sich die Performance pro MegaHertz und pro Rechenkern verschiedener Prozessor-Architekturen angesehen. Dafür traten 16 CPUs auf gleichen 3.0 GHz Takt (natürlich ohne eventuelle TurboModi) und limitiert auf jeweils einen Rechenkern zum Test in einigen theoretischen und Anwendungs-Benchmarks an. Die Resultate bestätigen das bekannte Wissen, daß die aktuellen Intel-Architekturen teils weit vor AMDs Architekturen stehen und daß es für AMD deutlich an der Zeit wird, mit Bulldozer etwas grundlegend neues zu bringen. Allerdings ist es gut möglich, daß selbst Bulldozer in diesem Test nicht so besonders abschneidet, weil Bulldozer vom grundlegenden Ansatz her eben gerade viel über seine – von der Die-Fläche her billigen – Mehrkerne löst und dieser Punkt bei einem bewußten Einkern-Test natürlich gar nicht zum tragen kommen kann.

THG AMD Intel
2011 - Core i7 (Sandy Bridge)
Performance-Index: 172%
2010 Phenom II X6 (Thuban, K10.5)
Performance-Index: 124%
 
Athlon II X4 (Propus, K10.5)
Performance-Index: 119%
Core i7 (Gulftown, Nehalem)
Performance-Index: 155%
 
Core i5 (Clarkdale, Nehalem)
Performance-Index: 144%
2009 Phenom II X4 (Deneb, K10.5)
Performance-Index: 123%
 
Athlon II X2 (Regor, K10.5)
Performance-Index: 120%
Core i7 (Lynnfield, Nehalem)
Performance-Index: 152%
2008 Athlon 64 X2 (Brisbane, K8)
Performance-Index: 97%
Core i7 (Bloomfield, Nehalem)
Performance-Index: 154%
 
Core 2 Duo (Wolfdale, Core 2)
Performance-Index: 136%
2007 Athlon 64 X2 (Windsor, K8)
Performance-Index: 100%
Core 2 Duo (Conroe, Core 2)
Performance-Index: 126%

Das ganze ist eben ein klassischer IPCC-Test (Instructions per Clock per Core) und kann wenig über die Performance der eigentlichen Produkte aussagen (hier würden neben der Frage der Anzahl der Rechenkerne auch noch teils sehr unterschiedliche Taktraten hinzukommen). Die eigentliche Aussage ist also, wieviel Leistungsgewinn zwischen den reinen Architekturen steht – gut zu sehen, wie zwischen dem K8-basierten Athlon II X2 und der K10-Generation von Athlon II & Phenom II immerhin 24 Prozent mehr Rechenleistung bei gleicher Kernanzahl und Takt erreicht wurden. Intel hat dagegen zwischen der Core-2-Architektur und der Nehalem-Architektur seine 23 Prozent zugelegt und zwischen Nehalem- und Sandy-Bridge-Architektur bis jetzt um 11 Prozent (wobei hier noch Sandy Bridge E als Krone der Sandy-Bridge-Entwicklung fehlt).

 Performance-Hochrechnung (gleicher Takt)
Sandy Bridge: Performance-Hochrechnung (gleicher Takt)
 Performance-Hochrechnung (übertaktet)
Sandy Bridge: Performance-Hochrechnung (übertaktet)

Diese Ergebnisse sind im übrigen ziemlich ähnlich zu unseren (vorstehend verkleinert eingebundenen) Performance-Hochrechnungen zum seinerzeitigen Sandy-Bridge-Launch, wo wir auf Basis diverser Tests aus dem Web zwischen Core 2 und Nehalem 31 Prozent Performance-Unterschied auf gleichem Takt und zwischen Nehalem und Sandy Bridge dann noch 14½ Prozent Performance-Unterschied ermittelt haben. Unsere Zahlen sind dabei etwas höher, weil sie den Effekt des TurboMode mit beinhalten und zudem auch auf breiterer Benchmark-Basis ermittelt wurden – bei dem neueren Test von Tom's Hardware fehlen leider durchgehend Spiele-Tests, welche teilweise stärkere Performance-Ausschläge bereithalten als Anwendungstests. Im groben sind die ermittelten Werte aber dennoch irgendwo gleich, insofern scheint das Gesamtbild als stimmig.

Die Umfrage der letzten Woche drehte sich um die Erwartungen zu den neuen Grafikchip-Architekturen, AMD Southern Islands und nVidia Kepler. Die Auswertung der bei der Umfrage aufgelaufenen Stimmen ergab dabei ein durchmischtes Bild, bei welchem allerdings erstaunlicherweise (und vermutlich erstmals) nicht der Punkt einer höheren Performance vorn lag, sondern sich vielmehr der geringere zu erwartende Stromverbrauch durch die 28nm-Fertigung den ersten Platz sichern konnte. Hier deutet sich an, daß - auch aufgrund der zuletzt nur eher mäßig gestiegenden Performance-Anforderungen bei neuen Spielen - selbst im Enthusiasten-Bereich Performance nicht mehr alles ist und es immer mehr auf ein gesundes Verhältnis von Performance zu Stromverbrauch ankommt.



Aufgrund dieses Umfrage-Ergebnisses würde es uns nicht verwundern, wenn die Grafikkarten-Käufer im Enthusiasten-Bereich entgegen der sonst üblichen Geflogenheiten beim Aufkommen der ersten 28nm-Grafikchips nicht zuerst auf den größtmöglichen Performance-Sprung schauen, sondern unter Umständen auch mit nur maßvoll mehr Performance zufrieden sind, wenn dafür der Stromverbrauch gegenüber den aktuellen Beschleunigern abgesenkt werden kann. Ob sich diese Prognose dann durch das reale Marktgeschehen bestätigen läßt, wird man sehen müssen - in jedem Fall kann man das Umfrage-Ergebnis als Warnschuß für die Grafikchip-Entwickler betrachten, es beim Thema Leistungsaufnahme nicht noch mehr zu übertreiben als es bisher schon geschehen ist. SingleChip-Beschleuniger mit einem Spieleverbrauch von 250 Watt sind halt schon arg grenzwertig, darüber hinaus sollte man dann aber keinesfalls mehr gehen.

Gemäß der VR-Zone basieren die Probleme von Intel mit der zuletzt von Herbst 2011 auf Januar 2012 verschobenen Sandy Bridge E Architektur anscheinend primär auf Schwierigkeiten mit den passenden Mainboard-Chipsätzen. Die eigentlich geplante Ausführung des PCI Express 3.0 Interfaces der CPU über den Chipsatzes zur Anbindung sehr schneller Speichermedien wie SAS-Festplatten oder PCI-Express-SSDs macht Probleme - und wird daher nun für die Desktop-Version des Patsburg-Chipsatzes (X79) gestrichen werden. Damit könnte Sandy Bridge E dann doch wieder im vierten Quartal 2011 antreten, andere Chipsatz-Versionen mit dem Support von (Chipsatz-seitigen) PCI Express 3.0 für das Workstation/Server-Segment sollen dann nachgereicht werden, haben aber für den Desktop-Bereich keine größere Relevanz. Am PCI Express 3.0 Interface der CPU selber bzw. dessen Ausführung zu den Grafikkarten-Steckplätzen gibt es im übrigen keinerlei Probleme, Sandy Bridge E wird somit die ersten PCI-Express-3.0-Grafikkarten ermöglichen.





Intel Sandy Bridge E
Intel Ivy Bridge
AMD Bulldozer
AMD Bulldozer Trinity





Zielmarkt
Desktop HighEnd
Desktop/Mobile LowCost bis HighEnd
Desktop HighEnd
Desktop/Mobile Mainstream



Release
Q4/2011 bis Januar 2012
März/April 2012
Herbst 2011
Sommer/Herbst 2012



Fertigung
32nm Intel
22nm Intel
32nm GlobalFoundries
32nm GlobalFoundries



Technik
geringe bis mittlere Verbesserungen gegenüber Nehalem (wie Sandy Bridge, nur mit größeren Level3-Caches), QuadChannel DDR3 Interface, PCI Express 3.0 Interface
unwesentliche bis geringe Verbesserungen gegenüber Sandy Bridge, DualChannel DDR3 Interface, PCI Express 3.0 Interface
stark veränderter Kern in Modul-Bauweise, DualChannel DDR3 Interface
wahrscheinlich leicht gegenüber dem originalen Bulldozer verbessert, ansonsten noch recht unbekannt



Rechenkerne
4-6
2-4
4-8
2-4



Sockel
2011
1155
AM3+
FMx



Speicher
DDR3/1333
DDR3/1600
DDR3/1866
?



Taktraten
3.2 bis 3.6 GHz
?
geplant mit ca. 3.5 GHz
?



Grafik
keine
Intel-Grafikchip (DirectX11) mit gegenüber HD Graphics 3000 deutlich verbesserten Features, 33% mehr Recheneinheiten und prognostiziert bestenfalls ca. 100% mehr Performance
keine
AMD-Grafikchip (DirectX11) mit unbekannter Leistungsfähigkeit, aber sicherlich genauso schnell oder schneller als Llano





Bei Tom's Hardware hat man sich die Performance pro MegaHertz und pro Rechenkern verschiedener Prozessor-Architekturen angesehen. Dafür traten 16 CPUs auf gleichen 3.0 GHz Takt (natürlich ohne eventuelle TurboModi) und limitiert auf jeweils einen Rechenkern zum Test in einigen theoretischen und Anwendungs-Benchmarks an. Die Resultate bestätigen das bekannte Wissen, daß die aktuellen Intel-Architekturen teils weit vor AMDs Architekturen stehen und daß es für AMD deutlich an der Zeit wird, mit Bulldozer etwas grundlegend neues zu bringen. Allerdings ist es gut möglich, daß selbst Bulldozer in diesem Test nicht so besonders abschneidet, weil Bulldozer vom grundlegenden Ansatz her eben gerade viel über seine - von der Die-Fläche her billigen - Mehrkerne löst und dieser Punkt bei einem bewußten Einkern-Test natürlich gar nicht zum tragen kommen kann.




THG
AMD
Intel





2011
-
Core i7 (Sandy Bridge)
Performance-Index: 172%



2010
Phenom II X6 (Thuban, K10.5)
Performance-Index: 124%
 
Athlon II X4 (Propus, K10.5)
Performance-Index: 119%
Core i7 (Gulftown, Nehalem)
Performance-Index: 155%
 
Core i5 (Clarkdale, Nehalem)
Performance-Index: 144%



2009
Phenom II X4 (Deneb, K10.5)
Performance-Index: 123%
 
Athlon II X2 (Regor, K10.5)
Performance-Index: 120%
Core i7 (Lynnfield, Nehalem)
Performance-Index: 152%



2008
Athlon 64 X2 (Brisbane, K8)
Performance-Index: 97%
Core i7 (Bloomfield, Nehalem)
Performance-Index: 154%
 
Core 2 Duo (Wolfdale, Core 2)
Performance-Index: 136%



2007
Athlon 64 X2 (Windsor, K8)
Performance-Index: 100%
Core 2 Duo (Conroe, Core 2)
Performance-Index: 126%





Das ganze ist eben ein klassischer IPCC-Test (Instructions per Clock per Core) und kann wenig über die Performance der eigentlichen Produkte aussagen (hier würden neben der Frage der Anzahl der Rechenkerne auch noch teils sehr unterschiedliche Taktraten hinzukommen). Die eigentliche Aussage ist also, wieviel Leistungsgewinn zwischen den reinen Architekturen steht - gut zu sehen, wie zwischen dem K8-basierten Athlon II X2 und der K10-Generation von Athlon II & Phenom II immerhin 24 Prozent mehr Rechenleistung bei gleicher Kernanzahl und Takt erreicht wurden. Intel hat dagegen zwischen der Core-2-Architektur und der Nehalem-Architektur seine 23 Prozent zugelegt und zwischen Nehalem- und Sandy-Bridge-Architektur bis jetzt um 11 Prozent (wobei hier noch Sandy Bridge E als Krone der Sandy-Bridge-Entwicklung fehlt).





Sandy Bridge: Performance-Hochrechnung (gleicher Takt)

Sandy Bridge: Performance-Hochrechnung (übertaktet)




Diese Ergebnisse sind im übrigen ziemlich ähnlich zu unseren (vorstehend verkleinert eingebundenen) Performance-Hochrechnungen zum seinerzeitigen Sandy-Bridge-Launch, wo wir auf Basis diverser Tests aus dem Web zwischen Core 2 und Nehalem 31 Prozent Performance-Unterschied auf gleichem Takt und zwischen Nehalem und Sandy Bridge dann noch 14½ Prozent Performance-Unterschied ermittelt haben. Unsere Zahlen sind dabei etwas höher, weil sie den Effekt des TurboMode mit beinhalten und zudem auch auf breiterer Benchmark-Basis ermittelt wurden - bei dem neueren Test von Tom's Hardware fehlen leider durchgehend Spiele-Tests, welche teilweise stärkere Performance-Ausschläge bereithalten als Anwendungstests. Im groben sind die ermittelten Werte aber dennoch irgendwo gleich, insofern scheint das Gesamtbild als stimmig.