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News des 23./24. Juli 2011

Die Umfrage der letzten Woche hatte die aktuelle Speicherbestückung zum Thema, die Wiederholung einer Umfrage vom April 2009 mit erneut sehr interessanten Ergebnissen. Auffallend im Quervergleich ist sofort der große Zug hin zu 64-Bit-Betriebssystemen: Während im April 2009 es zwischen 32- und 64-Bit-Betriebssystemen noch 55:45 zugunsten der 32-Bit-Systeme stand, steht das Verhältnis heuer bei satten 15:85 zugunsten der 64-Bit-Systeme. Die durchschnittliche Speicherbestückung ist dagegen innerhalb dieser etwas mehr als zwei Jahre nur von 4,1 GB auf inzwischen 6,4 GB hochgegangen – dies sieht vielleicht unterdurchschnittlich aus angesichts der früheren Marktweisheit, daß sich die Speicherbestückung jedes Jahr verdoppelt, allerdings ist hier in letzter Zeit eine klare Wachstumsverlangsamung eingetreten. Zwar müssten die wieder einmal sehr niedrigen Speicherpreise eine weitere Aufrüstung eigentlich begünstigen, aber derzeit scheint wohl eher das Problem zu existieren, daß es kaum Anwendungsfälle gibt, wo größere Speichermengen etwas bringen – mit der Aussicht, daß sich dies auch in absehbarer Zukunft nicht ändern wird.

 Welche Speicherbestückung wird verwendet? (Juli 2011)

Donanim Haber zeigen drei Intel-Präsentationsfolien zur Sandy Bridge E Performance, in welchen der Prozessorenbauer das Sandy Bridge E Topmodell Core i7-3960X mit 3.3 GHz Takt, TurboMode auf maximal 3.9 GHz und 15 MB Level3-Cache mit einem Nehalem Gulftown, dem Core i7-990X mit 3.46 GHz Takt, TurboMode auf maximal 3.73 GHz und 12 MB Level3-Cache vergleicht (beides Sechskerner mit HyperThreading). Dabei wird sich Intel natürlich das bestmögliche herausgesucht haben, was an Benchmark-Zahlen vorhanden war – beispielsweise dürfte der Speichertest von SiSoft Sandra maßgeblich an dem verbreiteren Speicherinterface von Sandy Bridge E (und eventuell auch schnellerem eingesetzten Speicher) hängen, die dort erzielten +111% sind allerdings kein Maßstab für die zu erwartenden Performance von Sandy Bridge E. Darauf deuten viel eher die unter Cinebench, POVRay und ProShow Gold erzielten Werte von +12% bis +15% hin, dies entspricht auch dem allgemeinen Performancegewinn zwischen Nehalem und Sandy Bridge von ca. 15 Prozent.

Core i7-3960X vs. Core i7-99X0
SPEC CPU2006 int_rate +34%
SPEC CPU2006 fp_rate +65%
Sandra 2011B Multi-Media +92%
Sandra 2011B Memory Bandwith +111%
Cinebench R11.5 +13%
POVRay 3.7 +12%
ProShow Gold 4.5 +15%
3DMark11 Physics +36% (geschätzt)

Die eigentlich interessante Frage zu Sandy Bridge E dürfte jedoch sein, wie stark sich diese HighEnd-Auskopplung von der "Normalausführung" Sandy Bridge in Form der Core i5/i7-2xxx Prozessoren absetzen kann – eine Frage, welcher Intel mit diesen Präsentationsfolien wohlweislich aus dem Weg gegangen ist. Wenn man grob ansetzt, daß ein Core i7-990X im Schnitt nicht oder nur arg geringfügig mehr Performance als ein Core i7-2600K aufbietet, dann dürfte sich ein Core i7-3960X Prozessor wohl um die vorgenannten ca. 15 Prozent vom Core i7-2600K absetzen können. Dies wäre in etwa derselbe Rahmen wie bei der Nehalem-Architektur, wo die besten HighEnd-Modelle in Form der Gulftown-Sechskerner auch nur 15 bis 20 Prozent vor den besten Mainstream-Modellen (Core i7-8xx) lagen. Problematisch für Sandy Bridge E ist allerdings, daß jene Prozessoren (im Gegensatz zu Nehalem) nunmehr erst nach den Mainstream-Modellen von Sandy Bridge in den Markt kommen und daher das voraussichtlich sehr ungünstige Preis/Leistungsverhältnis von Sandy Bridge E umso offensichtlicher wird.

Für seine letzten Geschäftszahlen wird AMD zwar allgemein gelobt, im eigentlichen hat man mit diesen aber auch nur erreicht, mal drei Quartale hintereinander keine roten Zahlen zu schreiben – in der jüngeren Vergangenheit von AMD sicherlich außergewöhnlich, aber eigentlich muß der Blick von AMD inzwischen deutlich in Richtung höherer Ziele gehen: Während Intel nun dauerhaft Quartalsumsätze von über 10 Mrd. Dollar postet, muß AMD langsam mal aus den Umsatzzahlen zwischen 1 und 2 Mrd. Dollar herauskommen, um nicht in absehbarer Bälde als nur noch ein Zehntel so groß wie Intel bewertet zu werden. Insbesondere die Llano-Produktschiene gibt hier Hoffnung, steckt doch im LowCost- und Mainstream-Markt ein unglaubliches Volumen, wofür AMDs Llano-Prozessor gerade durch die integrierte Grafiklösung besser geeignet erscheint – sowohl aus Sicht der Konsumenten als auch aus Sicht der OEMs (niedrigere Kosten für das Gesamtsystem).

  AMD Intel nVidia
(Mill. $) Umsatz Gewinn (operativ) Umsatz Gewinn (operativ) Umsatz Gewinn (operativ)
Q4/06 1773 -574 (-529) 9694 1501 (1488) 878 163 (138)
Q1/07 1233 -611 (-504) 8852 1610 (1675) 844 132 (141)
Q2/07 1378 -600 (-457) 8680 1278 (1350) 935 172 (184)
Q3/07 1632 -396 (-226) 10090 1860 (2247) 1115 235 (247)
Q4/07 1770 -1772 (-1678) 10712 2271 (3047) 1202 256 (262)
Q1/08 1456 -358 (-214) 9673 1443 (2062) 1153 176 (202)
Q2/08 1349 -1189 (-143) 9470 1601 (2255) 892 -120 (-155)
Q3/08 1797 -127 (122) 10217 2014 (3098) 897 61 (56)
Q4/08 1162 -1436 (-1274) 8226 234 (1539) 481 -147 (-175)
Q1/09 1177 -416 (-298) 7145 647 (670) 664 -201 (-230)
Q2/09 1184 -330 (-249) 8024 -398 (-12) 776 -105 (-110)
Q3/09 1396 -128 (-77) 9389 1856 (2579) 903 107 (107)
Q4/09 1646 1178 (1288) 10569 2282 (2497) 982 131 (134)
Q1/10 1574 257 (182) 10299 2442 (3448) 1001 137 (147)
Q2/10 1653 -43 (125) 10765 2887 (3981) 811 -141 (-175)
Q3/10 1620 -118 (128) 11102 2955 (4136) 843 84 (103)
Q4/10 1650 375 (413) 11457 3388 (4347) 886 171 (179)
Q1/11 1610 510 (54) 12847 3160 (4158) 962 135 (154)
Q2/11 1574 61 (105) 13032 2954 (3935)
2007 (Mrd) 6,01 -3,38 (-2,87) 38,34 7,01 (8,31) 4,09 0,79 (0,83)
2008 (Mrd) 5,76 -3,12 (-1,51) 37,58 5,29 (8,95) 3,42 -0,03 (-0,08)
2009 (Mrd) 5,40 0,30 (0,66) 35,12 4,38 (5,73) 3,32 -0,07 (-0,10)
2010 (Mrd) 6,49 0,47 (0,84) 43,62 11,67 (15,91) 3,54 0,24 (0,25)

AMD hat somit nach Jahren des Mittelmaßes auf CPU-Seite endlich wieder einmal hoffnungsvolle Produkte – und stößt damit jedoch auf den schon aus seligen Athlon- und Athlon-64-Zeiten bekannten Widerstand, daß Intel im OEM-Geschäft selbst mit den besseren oder/und preiswerteren Produkten unglaublich schwer zu verdrängen ist. Ein schnelle Wende – wie im Enthusiasten-Bereich durchaus möglich – wird es daher nicht geben und AMD wird wohl noch jahrelang kämpfen (und immer wieder gute Produkte nachlegen müssen), um gegen diese Intel-Vormacht zu bestehen. Natürlich wird es dazu wohl auch sehr verstärkter Marketinganstrengungen bedürften, denn Bobcat und gerade Llano werden durch die PC-Bauer eigentlich schon gutklassig unterstützt – jetzt gilt es für AMD, (aus früheren Zeiten) berechtigte und unberechtigte Vorbehalte gegenüber der Marke "AMD" beim Endkunden abzubauen. Allgemein gesagt muß AMD jetzt auf Basis der guten Produkte den Mut haben, nach vorn zu gehen – wenn nicht mit dieser guten Ausgangslage, wann dann?

Die Umfrage der letzten Woche hatte die aktuelle Speicherbestückung zum Thema, die Wiederholung einer Umfrage vom April 2009 mit erneut sehr interessanten Ergebnissen. Auffallend im Quervergleich ist sofort der große Zug hin zu 64-Bit-Betriebssystemen: Während im April 2009 es zwischen 32- und 64-Bit-Betriebssystemen noch 55:45 zugunsten der 32-Bit-Systeme stand, steht das Verhältnis heuer bei satten 15:85 zugunsten der 64-Bit-Systeme. Die durchschnittliche Speicherbestückung ist dagegen innerhalb dieser etwas mehr als zwei Jahre nur von 4,1 GB auf inzwischen 6,4 GB hochgegangen - dies sieht vielleicht unterdurchschnittlich aus angesichts der früheren Marktweisheit, daß sich die Speicherbestückung jedes Jahr verdoppelt, allerdings ist hier in letzter Zeit eine klare Wachstumsverlangsamung eingetreten. Zwar müssten die wieder einmal sehr niedrigen Speicherpreise eine weitere Aufrüstung eigentlich begünstigen, aber derzeit scheint wohl eher das Problem zu existieren, daß es kaum Anwendungsfälle gibt, wo größere Speichermengen etwas bringen - mit der Aussicht, daß sich dies auch in absehbarer Zukunft nicht ändern wird.



Donanim Haber zeigen drei Intel-Präsentationsfolien zur Sandy Bridge E Performance, in welchen der Prozessorenbauer das Sandy Bridge E Topmodell Core i7-3960X mit 3.3 GHz Takt, TurboMode auf maximal 3.9 GHz und 15 MB Level3-Cache mit einem Nehalem Gulftown, dem Core i7-990X mit 3.46 GHz Takt, TurboMode auf maximal 3.73 GHz und 12 MB Level3-Cache vergleicht (beides Sechskerner mit HyperThreading). Dabei wird sich Intel natürlich das bestmögliche herausgesucht haben, was an Benchmark-Zahlen vorhanden war - beispielsweise dürfte der Speichertest von SiSoft Sandra maßgeblich an dem verbreiteren Speicherinterface von Sandy Bridge E (und eventuell auch schnellerem eingesetzten Speicher) hängen, die dort erzielten +111% sind allerdings kein Maßstab für die zu erwartenden Performance von Sandy Bridge E. Darauf deuten viel eher die unter Cinebench, POVRay und ProShow Gold erzielten Werte von +12% bis +15% hin, dies entspricht auch dem allgemeinen Performancegewinn zwischen Nehalem und Sandy Bridge von ca. 15 Prozent.





Core i7-3960X vs. Core i7-99X0





SPEC CPU2006 int_rate
+34%



SPEC CPU2006 fp_rate
+65%



Sandra 2011B Multi-Media
+92%



Sandra 2011B Memory Bandwith
+111%



Cinebench R11.5
+13%



POVRay 3.7
+12%



ProShow Gold 4.5
+15%



3DMark11 Physics
+36% (geschätzt)





Die eigentlich interessante Frage zu Sandy Bridge E dürfte jedoch sein, wie stark sich diese HighEnd-Auskopplung von der "Normalausführung" Sandy Bridge in Form der Core i5/i7-2xxx Prozessoren absetzen kann - eine Frage, welcher Intel mit diesen Präsentationsfolien wohlweislich aus dem Weg gegangen ist. Wenn man grob ansetzt, daß ein Core i7-990X im Schnitt nicht oder nur arg geringfügig mehr Performance als ein Core i7-2600K aufbietet, dann dürfte sich ein Core i7-3960X Prozessor wohl um die vorgenannten ca. 15 Prozent vom Core i7-2600K absetzen können. Dies wäre in etwa derselbe Rahmen wie bei der Nehalem-Architektur, wo die besten HighEnd-Modelle in Form der Gulftown-Sechskerner auch nur 15 bis 20 Prozent vor den besten Mainstream-Modellen (Core i7-8xx) lagen. Problematisch für Sandy Bridge E ist allerdings, daß jene Prozessoren (im Gegensatz zu Nehalem) nunmehr erst nach den Mainstream-Modellen von Sandy Bridge in den Markt kommen und daher das voraussichtlich sehr ungünstige Preis/Leistungsverhältnis von Sandy Bridge E umso offensichtlicher wird.

Für seine letzten Geschäftszahlen wird AMD zwar allgemein gelobt, im eigentlichen hat man mit diesen aber auch nur erreicht, mal drei Quartale hintereinander keine roten Zahlen zu schreiben - in der jüngeren Vergangenheit von AMD sicherlich außergewöhnlich, aber eigentlich muß der Blick von AMD inzwischen deutlich in Richtung höherer Ziele gehen: Während Intel nun dauerhaft Quartalsumsätze von über 10 Mrd. Dollar postet, muß AMD langsam mal aus den Umsatzzahlen zwischen 1 und 2 Mrd. Dollar herauskommen, um nicht in absehbarer Bälde als nur noch ein Zehntel so groß wie Intel bewertet zu werden. Insbesondere die Llano-Produktschiene gibt hier Hoffnung, steckt doch im LowCost- und Mainstream-Markt ein unglaubliches Volumen, wofür AMDs Llano-Prozessor gerade durch die integrierte Grafiklösung besser geeignet erscheint - sowohl aus Sicht der Konsumenten als auch aus Sicht der OEMs (niedrigere Kosten für das Gesamtsystem).




 
AMD
Intel
nVidia


(Mill. $)
Umsatz
Gewinn (operativ)
Umsatz
Gewinn (operativ)
Umsatz
Gewinn (operativ)





Q4/06
1773
-574 (-529)
9694
1501 (1488)
878
163 (138)



Q1/07
1233
-611 (-504)
8852
1610 (1675)
844
132 (141)



Q2/07
1378
-600 (-457)
8680
1278 (1350)
935
172 (184)



Q3/07
1632
-396 (-226)
10090
1860 (2247)
1115
235 (247)



Q4/07
1770
-1772 (-1678)
10712
2271 (3047)
1202
256 (262)



Q1/08
1456
-358 (-214)
9673
1443 (2062)
1153
176 (202)



Q2/08
1349
-1189 (-143)
9470
1601 (2255)
892
-120 (-155)



Q3/08
1797
-127 (122)
10217
2014 (3098)
897
61 (56)



Q4/08
1162
-1436 (-1274)
8226
234 (1539)
481
-147 (-175)



Q1/09
1177
-416 (-298)
7145
647 (670)
664
-201 (-230)



Q2/09
1184
-330 (-249)
8024
-398 (-12)
776
-105 (-110)



Q3/09
1396
-128 (-77)
9389
1856 (2579)
903
107 (107)



Q4/09
1646
1178 (1288)
10569
2282 (2497)
982
131 (134)



Q1/10
1574
257 (182)
10299
2442 (3448)
1001
137 (147)



Q2/10
1653
-43 (125)
10765
2887 (3981)
811
-141 (-175)



Q3/10
1620
-118 (128)
11102
2955 (4136)
843
84 (103)



Q4/10
1650
375 (413)
11457
3388 (4347)
886
171 (179)



Q1/11
1610
510 (54)
12847
3160 (4158)
962
135 (154)



Q2/11
1574
61 (105)
13032
2954 (3935)





2007 (Mrd)
6,01
-3,38 (-2,87)
38,34
7,01 (8,31)
4,09
0,79 (0,83)



2008 (Mrd)
5,76
-3,12 (-1,51)
37,58
5,29 (8,95)
3,42
-0,03 (-0,08)



2009 (Mrd)
5,40
0,30 (0,66)
35,12
4,38 (5,73)
3,32
-0,07 (-0,10)



2010 (Mrd)
6,49
0,47 (0,84)
43,62
11,67 (15,91)
3,54
0,24 (0,25)





AMD hat somit nach Jahren des Mittelmaßes auf CPU-Seite endlich wieder einmal hoffnungsvolle Produkte - und stößt damit jedoch auf den schon aus seligen Athlon- und Athlon-64-Zeiten bekannten Widerstand, daß Intel im OEM-Geschäft selbst mit den besseren oder/und preiswerteren Produkten unglaublich schwer zu verdrängen ist. Ein schnelle Wende - wie im Enthusiasten-Bereich durchaus möglich - wird es daher nicht geben und AMD wird wohl noch jahrelang kämpfen (und immer wieder gute Produkte nachlegen müssen), um gegen diese Intel-Vormacht zu bestehen. Natürlich wird es dazu wohl auch sehr verstärkter Marketinganstrengungen bedürften, denn Bobcat und gerade Llano werden durch die PC-Bauer eigentlich schon gutklassig unterstützt - jetzt gilt es für AMD, (aus früheren Zeiten) berechtigte und unberechtigte Vorbehalte gegenüber der Marke "AMD" beim Endkunden abzubauen. Allgemein gesagt muß AMD jetzt auf Basis der guten Produkte den Mut haben, nach vorn zu gehen - wenn nicht mit dieser guten Ausgangslage, wann dann?