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News des 8. September 2011

AMD hat in einer Pressemitteilung die Auslieferung erster Bulldozer-Serverprozessoren schon seit dem August bekanntgegeben – und damit das eigene offizielle Ziel von einem Launch oder einer Auslieferung von Bulldozer noch im dritten Quartal 2011 dann doch eingehalten. Da damit die Pflicht erfüllt ist, kann die Kür allerdings warten – sprich, der Launch der Desktop-Modelle muß nicht mehr zwingend noch im September erfolgen, die sich schon andeutende Verschiebung ins vierte Quartal wurde nun sogar durch einen AMD-Mitarbeiter bestätigt. Je nachdem wie AMD mit der Produktion nachkommt, könnte damit – da das offizielle Ziel rein technisch erreicht ist – der Launch der Desktop-Modelle von Bulldozer noch nicht einmal im Oktober stattfinden, schließlich werden für den Endkunden-Markt ganz andere Stückzahlen benötigt und ist daher der Markteinstieg erst einmal nur im Server-Bereich mit geringen Stückzahlen und hohen Margen durchaus nachvollziehbar.

Die X-bit Labs bringen das wilde Gerücht, wonach AMD seine 2012er HighEnd-Plattform Corona mit den Bulldozer "Komodo" Prozessoren gestrichen hätte – zugunsten der neuen HighEnd-Plattform "Volan" mit den Bulldozer "Vishera" Prozessoren. Größere Hintergründe und Details hierzu sind noch nicht bekannt, allerdings scheint es wohl darauf hinauszulaufen, daß der Vishera-Prozessor und die Volan-Plattform weiterhin beim Sockel AM3+ bleiben und nicht wie ursprünglich geplant auf den Sockel FM2 des Llano-Nachfolgers Bulldozer Trinity wechseln. Am Prozessor selber muß sich also zwischen "Komodo" und "Vishera" nicht wirklich etwas geändert haben (AMD vergibt Codenamen ziemlich inflationär), unter Umständen ist der Sockelwechsel also die einzige bedeutsame Änderung am Prozessor.

erste Bulldozer-Generation (2011) zweite Bulldozer-Generation (2012)
aktuelle Planung ursprüngliche Planung neue Planung
Prozessor Zambezi, bis zu 8 Bulldozer-Cores Komodo, bis zu 10 Piledriver-Cores Vishera, bis zu 8 Piledriver-Cores
Plattform Scorpius (9er Chipsatz-Serie) Corona (inkompatibel zu Scorpius) Volan (direkter Scorpius-Refresh, möglicherweise untereinander kompatibel)
Sockel AM3+ FM2 AM3+
PCI Express im Chipsatz, 2.0 in der CPU, 3.0 im Chipsatz

Das für Komodo ursprünglich geplante in die CPU integrierte PCI Express 3.0 Interface kann natürlich nicht mehr an Board sein, dieses könnte über den Sockel AM3+ nicht von der Grafikkarte angesteuert werden. Damit verbleibt bei Vishera das PCI-Express-Interface im Mainboard-Chipsatz – unklar ist, ob AMD dann PCI Express 2.0 oder 3.0 realisieren will. Für die bisherigen AMD-Prozessoren würde die HyperTransport-Bandbreite für PCI Express 3.0 eigentlich nicht ausreichen – was aber nicht zwingend ein Hinderungsgrund dafür wäre, den Mainboard-Chipsatz trotzdem mit PCI Express 3.0 auszurüsten, zudem könnte AMD bei Vishera natürlich auch die HyperTransport-Bandbreite entsprechend erhöhen. Angesichts der jüngsten Tests zur praktischen Bedeutung der PCI-Express-Bandbreite erscheint es sowieso fraglich, ob PCI Express 3.0 zumindest mit heutigen Grafikkarten einen bemerkbaren Performance-Vorteil erzielen kann, möglicherweise hat es anfänglich eher nur eine Bedeutung als Checklisten-Feature.

Der Heise Newsticker berichtet über die hochfliegenden Pläne von nVidia mit den eigenen Tegra-Chips: Danach soll das Tegra-Segment bei nVidia innerhalb von fünf Jahren dominierend werden, sprich das GPU-Segment als Hauptumsatzträger ablösen. nVidia geht diesbezüglich von einer Steigerung des gesamten GPU-Markts bis 2015 von 58 Prozent aus (7,3 Mrd. Dollar), währenddessen der Markt an mobilen Prozessoren für Smartphones und Tablets auf das Zehnfache anwachsen soll (ca. 20 Mrd. Dollar). Für nVidia als Firma sind dies natürlich überaus positive Nachrichten, denn allein in der Ecke der GPUs wäre es schierig, die eigene Bedeutung über die nächsten Jahre zu steigern oder auch nur zu halten. Zudem kann der Markt an mobilen Prozessoren immer auch das Sprungbrett zu mehr sein – in Richtung echter PC-Prozessoren, je nachdem ob es die vorhandene Software-Landschaft zuläßt (Microsoft wird mit seiner ARM-Unterstützung bei Windows 8 hierzu die Pionierarbeit leisten).

Allerdings enthält die Zukunftsprognose von nVidia unserer Meinung nach eine große Unwägbarkeit: Die Wachstumsprognose über mobile Prozessoren für Smartphones und Tablets ist mit dem Zehnfachten innerhalb nur vier Jahren ziemlich gewagt. Es scheint fast so, als hätte hier jemand die realen Wachstumszahlen während des aktuell stattfindenden Hypes auf gleich vier Jahre hochgerechnet – und dabei weder ein Abflauen des Hypes noch ein Absinken der Durchschnittspreise durch den Preiskampf der Hersteller untereinander mit einkalkuliert. Wir sind jedenfalls sehr gespannt, ob sich diese Prognose halten lassen wird, vier Jahre sind in der IT-Welt eine kleine Ewigkeit und anno 2015 wird der Markt wohl deutlich anders aussehen und vermutlich auch schon längst wieder einen anderen Hype reiten. Es sei hierbei nur an die Netbooks erinnert, welchen zu Hype-Zeiten ähnlich "magische" Fähigkeiten zu Umsatzsteigerungen zugeschrieben wurden, welche aber derzeit eher nur durch Preisverfall und ein dementsprechend schweres Geschäft auf Herstellerseite auffallen.

Dies muß bei Smartphones und Tablets nicht zwingend passieren, denn als stärker auf den nicht-PC-affinen Endkunden ausgerichtete Produkte haben diese viel eher eine Chance darauf, sich auch über die Hypephase hinaus zu entwickeln. Eine gewisse Konsolidierungsphase mit sinkenden Preisen aufgrund des Wettbewerbs sollte man aber durchaus einrechnen. Gerade die derzeitigen Durchschnittspreise werden noch viel zu stark durch Apple-Produkte bestimmt, für welche aber eher "Liebhaberpreise" bezahlt werden, die nicht wirklich in Zusammenhang mit dem Wert der Geräte stehen. Die Geräte anderer Hersteller haben es dagegen sehr schwer, dasselbe Preisniveau wie bei Apple zu erreichen, hier deutet sich der kommende Preisverfall gerade im Tablet-Bereich schon an. Und speziell für das Wachstum in der Breite in potentiell umsatzstarken Schwellenländern wie Indien und China wird zweifelslos eine andere Preislage benötigt – derzeit stehen wir viel zu sehr am Anfang dieses sich gerade erst herausbildenden Marktsegments, um schon solide Prognosen über dessen Wachstumsaussichten abgeben zu können.

Shortcuts: Laut den X-bit Labs will AMD den Llano-Nachfolger Bulldozer Trinity im zweiten Quartal 2012 in den Markt bringen – anscheinend zum selben Zeitpunkt wie für Llano im Jahr 2011 geplant, was aber bei Llano wie gesehen nicht funktioniert hat. Zumindest garantiert der frühe Zeitpunkt, daß AMD selbst mit Verzögerungen wenigstens für das wichtige Herbst-Geschäft dann Trinity breit im Markt haben sollte. Gemäß SemiAccurate soll Auftragsfertiger TSMC den Grafikchip-Entwicklern AMD und nVidia die Preise für 28nm-Wafer um einen nicht genau spezifizierten Betrag im Rahmen von 15 bis 25 Prozent erhöht haben – angeblich weil Apple reichlich Kapazitäten blockiert und für sich selbst natürlich Vorzugsbehandlung erwartet. Dies dürfte beiden Grafikchip-Entwicklern deutlich nicht in die 28nm-Planungen passen – andererseits ist man derzeit klar auf TSMC angewiesen, womit sich TSMC gewisse Freiheiten herausnehmen kann. Speziell für AMD dürfte dies natürlich der letzte Anstoß dazu sein, sich zukünftig eher auf GlobalFoundries als Chiphersteller zu konzentrieren.

AMD hat in einer Pressemitteilung die Auslieferung erster Bulldozer-Serverprozessoren schon seit dem August bekanntgegeben - und damit das eigene offizielle Ziel von einem Launch oder einer Auslieferung von Bulldozer noch im dritten Quartal 2011 dann doch eingehalten. Da damit die Pflicht erfüllt ist, kann die Kür allerdings warten - sprich, der Launch der Desktop-Modelle muß nicht mehr zwingend noch im September erfolgen, die sich schon andeutende Verschiebung ins vierte Quartal wurde nun sogar durch einen AMD-Mitarbeiter bestätigt. Je nachdem wie AMD mit der Produktion nachkommt, könnte damit - da das offizielle Ziel rein technisch erreicht ist - der Launch der Desktop-Modelle von Bulldozer noch nicht einmal im Oktober stattfinden, schließlich werden für den Endkunden-Markt ganz andere Stückzahlen benötigt und ist daher der Markteinstieg erst einmal nur im Server-Bereich mit geringen Stückzahlen und hohen Margen durchaus nachvollziehbar.

Die X-bit Labs bringen das wilde Gerücht, wonach AMD seine 2012er HighEnd-Plattform Corona mit den Bulldozer "Komodo" Prozessoren gestrichen hätte - zugunsten der neuen HighEnd-Plattform "Volan" mit den Bulldozer "Vishera" Prozessoren. Größere Hintergründe und Details hierzu sind noch nicht bekannt, allerdings scheint es wohl darauf hinauszulaufen, daß der Vishera-Prozessor und die Volan-Plattform weiterhin beim Sockel AM3+ bleiben und nicht wie ursprünglich geplant auf den Sockel FM2 des Llano-Nachfolgers Bulldozer Trinity wechseln. Am Prozessor selber muß sich also zwischen "Komodo" und "Vishera" nicht wirklich etwas geändert haben (AMD vergibt Codenamen ziemlich inflationär), unter Umständen ist der Sockelwechsel also die einzige bedeutsame Änderung am Prozessor.





erste Bulldozer-Generation (2011)
zweite Bulldozer-Generation (2012)


aktuelle Planung
ursprüngliche Planung
neue Planung





Prozessor
Zambezi, bis zu 8 Bulldozer-Cores
Komodo, bis zu 10 Piledriver-Cores
Vishera, bis zu 8 Piledriver-Cores



Plattform
Scorpius (9er Chipsatz-Serie)
Corona (inkompatibel zu Scorpius)
Volan (direkter Scorpius-Refresh, möglicherweise untereinander kompatibel)



Sockel
AM3+
FM2
AM3+



PCI Express
im Chipsatz, 2.0
in der CPU, 3.0
im Chipsatz





Das für Komodo ursprünglich geplante in die CPU integrierte PCI Express 3.0 Interface kann natürlich nicht mehr an Board sein, dieses könnte über den Sockel AM3+ nicht von der Grafikkarte angesteuert werden. Damit verbleibt bei Vishera das PCI-Express-Interface im Mainboard-Chipsatz - unklar ist, ob AMD dann PCI Express 2.0 oder 3.0 realisieren will. Für die bisherigen AMD-Prozessoren würde die HyperTransport-Bandbreite für PCI Express 3.0 eigentlich nicht ausreichen - was aber nicht zwingend ein Hinderungsgrund dafür wäre, den Mainboard-Chipsatz trotzdem mit PCI Express 3.0 auszurüsten, zudem könnte AMD bei Vishera natürlich auch die HyperTransport-Bandbreite entsprechend erhöhen. Angesichts der jüngsten Tests zur praktischen Bedeutung der PCI-Express-Bandbreite erscheint es sowieso fraglich, ob PCI Express 3.0 zumindest mit heutigen Grafikkarten einen bemerkbaren Performance-Vorteil erzielen kann, möglicherweise hat es anfänglich eher nur eine Bedeutung als Checklisten-Feature.

Der Heise Newsticker berichtet über die hochfliegenden Pläne von nVidia mit den eigenen Tegra-Chips: Danach soll das Tegra-Segment bei nVidia innerhalb von fünf Jahren dominierend werden, sprich das GPU-Segment als Hauptumsatzträger ablösen. nVidia geht diesbezüglich von einer Steigerung des gesamten GPU-Markts bis 2015 von 58 Prozent aus (7,3 Mrd. Dollar), währenddessen der Markt an mobilen Prozessoren für Smartphones und Tablets auf das Zehnfache anwachsen soll (ca. 20 Mrd. Dollar). Für nVidia als Firma sind dies natürlich überaus positive Nachrichten, denn allein in der Ecke der GPUs wäre es schierig, die eigene Bedeutung über die nächsten Jahre zu steigern oder auch nur zu halten. Zudem kann der Markt an mobilen Prozessoren immer auch das Sprungbrett zu mehr sein - in Richtung echter PC-Prozessoren, je nachdem ob es die vorhandene Software-Landschaft zuläßt (Microsoft wird mit seiner ARM-Unterstützung bei Windows 8 hierzu die Pionierarbeit leisten).


nVidia-Marktprognose GPUs und mobile Prozessoren 2011-2015

Allerdings enthält die Zukunftsprognose von nVidia unserer Meinung nach eine große Unwägbarkeit: Die Wachstumsprognose über mobile Prozessoren für Smartphones und Tablets ist mit dem Zehnfachten innerhalb nur vier Jahren ziemlich gewagt. Es scheint fast so, als hätte hier jemand die realen Wachstumszahlen während des aktuell stattfindenden Hypes auf gleich vier Jahre hochgerechnet - und dabei weder ein Abflauen des Hypes noch ein Absinken der Durchschnittspreise durch den Preiskampf der Hersteller untereinander mit einkalkuliert. Wir sind jedenfalls sehr gespannt, ob sich diese Prognose halten lassen wird, vier Jahre sind in der IT-Welt eine kleine Ewigkeit und anno 2015 wird der Markt wohl deutlich anders aussehen und vermutlich auch schon längst wieder einen anderen Hype reiten. Es sei hierbei nur an die Netbooks erinnert, welchen zu Hype-Zeiten ähnlich "magische" Fähigkeiten zu Umsatzsteigerungen zugeschrieben wurden, welche aber derzeit eher nur durch Preisverfall und ein dementsprechend schweres Geschäft auf Herstellerseite auffallen.

Dies muß bei Smartphones und Tablets nicht zwingend passieren, denn als stärker auf den nicht-PC-affinen Endkunden ausgerichtete Produkte haben diese viel eher eine Chance darauf, sich auch über die Hypephase hinaus zu entwickeln. Eine gewisse Konsolidierungsphase mit sinkenden Preisen aufgrund des Wettbewerbs sollte man aber durchaus einrechnen. Gerade die derzeitigen Durchschnittspreise werden noch viel zu stark durch Apple-Produkte bestimmt, für welche aber eher "Liebhaberpreise" bezahlt werden, die nicht wirklich in Zusammenhang mit dem Wert der Geräte stehen. Die Geräte anderer Hersteller haben es dagegen sehr schwer, dasselbe Preisniveau wie bei Apple zu erreichen, hier deutet sich der kommende Preisverfall gerade im Tablet-Bereich schon an. Und speziell für das Wachstum in der Breite in potentiell umsatzstarken Schwellenländern wie Indien und China wird zweifelslos eine andere Preislage benötigt - derzeit stehen wir viel zu sehr am Anfang dieses sich gerade erst herausbildenden Marktsegments, um schon solide Prognosen über dessen Wachstumsaussichten abgeben zu können.

Shortcuts: Laut den X-bit Labs will AMD den Llano-Nachfolger Bulldozer Trinity im zweiten Quartal 2012 in den Markt bringen - anscheinend zum selben Zeitpunkt wie für Llano im Jahr 2011 geplant, was aber bei Llano wie gesehen nicht funktioniert hat. Zumindest garantiert der frühe Zeitpunkt, daß AMD selbst mit Verzögerungen wenigstens für das wichtige Herbst-Geschäft dann Trinity breit im Markt haben sollte. Gemäß SemiAccurate soll Auftragsfertiger TSMC den Grafikchip-Entwicklern AMD und nVidia die Preise für 28nm-Wafer um einen nicht genau spezifizierten Betrag im Rahmen von 15 bis 25 Prozent erhöht haben - angeblich weil Apple reichlich Kapazitäten blockiert und für sich selbst natürlich Vorzugsbehandlung erwartet. Dies dürfte beiden Grafikchip-Entwicklern deutlich nicht in die 28nm-Planungen passen - andererseits ist man derzeit klar auf TSMC angewiesen, womit sich TSMC gewisse Freiheiten herausnehmen kann. Speziell für AMD dürfte dies natürlich der letzte Anstoß dazu sein, sich zukünftig eher auf GlobalFoundries als Chiphersteller zu konzentrieren.