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Hardware- und Nachrichten-Links der Neujahrsfeiertage 2016

Videocardz sprechen von einer Vorstellung der AMD Polaris-Architektur bereits am Montag – und zeigen aus der zugehörigen Präsentation bereits ein paar Folien. Dabei wird erst einmal klar, daß es sich bei "Polaris" weiterhin um eine GCN-Architektur handelt, "Polaris" also (wie erwartet) nur der Eigenname der "4th Generation Graphics Core Next Architecture" ist. Mit dem von Videocardz hierzu angegebenen "GCN 4.0" hat dies allerdings nichts zu tun, da AMD intern nur Generationsnummern benutzt, welche jedoch auch bei eher kleinen Unterschieden vergeben werden. In der Praxis hat es sich eingebürgert, die bisherigen GCN-Grafikchips unter GCN 1.0, 1.1 und 1.2 einzuordnen (offiziell die erste bis dritte GCN-Generation), während Polaris wegen des zu erwartenden größeren Sprung dann die (inoffizielle) Bezeichnung "GCN 2.0" verdient. Davon abgesehen bleibt abzuwarten, ob AMD am Montag wirklich viel wissenswertes zu Polaris sagen wird – die bisher gezeigten Folien sind eher nur zum Anheizen des Hypes nutzvoll, bringen jedoch kaum einen Informationsgewinn.

Die PC Games Hardware hat sich die (vorläufige) Grafikkarten-Performance unter Unreal Tournament 2016 angesehen, dem kommenden Free-2-Play-Titel von Epic Games in Fortführung der schon anno 1998 gestarteten Unreal-Spieleserie. Unreal Tournament 2016 basiert auf der Unreal Engine 4 und wird DirectX 11 als auch DirectX 12 unterstützen, letztere Grafik-API ist aber noch nicht Teil der aktuell verfügbaren Alpha-Version des Spiels. Jene läuft trotzdem schon ganz gut, alle Grafikkarten ab (heutigem) Mainstream-Niveau erreichen unter FullHD gutklassige Frameraten – so daß dann auch "Altware" wie Radeon HD 6950 (28,7 fps) und GeForce GTX 580 (37,3 fps) ganz anständig mitkommen. Als Free-2-Play-Titel dürfte der Spieleentwickler sicherlich einigen Wert darauf legen, möglichst wenige Gamer auszuschließen – schließlich ist Unreal Tournament 2016 samt kostenlosen SDK und integriertem Marktplatz für eigenerstellte Spielinhalte auch dafür gedacht, daß sich möglichst viele Spieler mit dem Unreal Development Kit beschäftigen und darüber Zugang zur Unreal Engine 4 erlangen. Ein großer Test für die Hardware dürfte Unreal Tournament 2016 damit nicht werden – im großen Gegensatz zum allerersten Unreal von anno 1998 sowie dem ersten Unreal Tournament von anno 1999.

Im Artikel mit der Vorschau auf das Hardware-Jahr 2016 wurde zu Intels Kaby-Lake-Refresharchitektur die Möglichkeit geäußert, daß es sich hierbei um das selbe Silizium wie bei Skylake handeln könnte. Die allerletzten Informationen deuten aber eher davon weg – nicht nur, daß Intel bei Kaby Lake nun auch HDMI 2.0 als Bildausgang bieten will, die gesamte Grafiklösung soll zudem von der Intel-Generation 9 auf die Intel-Generation 9.5 wechseln. Zwar sind deren Änderungen dato unbekannt (und Skylake mit der Intel-Gen. 9 beherrscht auch schon DirectX 12.1 in Hardware), aber dies deutet doch alles auf einen eigenen Chip hin, sprich nicht die platte Weiterverwendung des Skylake-Siliziums. Möglicherweise war dies der ursprüngliche Plan, aber mit der Verschiebung von Kaby Lake auf das Jahresende 2016 hat sich Intel die Zeit erkauft, dieser Prozessoren-Generation dann doch noch ein paar echte Änderungen mit auf den Weg zu geben. Allerdings bleibt es dabei, daß der CPU-Part aller Wahrscheinlichkeit 1:1 von Skylake übernommen wird, hier dürfte diese erst recht spät in die Intel-Roadmap aufgenommene Prozessoren-Generation tatsächlich keine Verbesserungen mehr bieten können.

Eine sehr plakative Aussage, weshalb insbesondere die Grafikchip-Entwickler die 20nm-Fertigung ausgelassen haben, kommt von Huawei, vorgestellt im Rahmen der Präsentation des Kirin 950 Smartphone-SoCs. Hierbei wird das Problem der 20nm-Fertigung von TSMC sehr exakt herausgearbeitet: Zwar steigt die Anzahl der Transistoren auf derselben Fläche um 90%, dafür geht der Stromverbrauch bei derselben Transistorenmenge jedoch nur um 25% zurück. Beide Zahlen zusammengesetzt ergeben das Problem, daß wenn man jene 90% mehr mögliche Transistorenanzahl wirklich ausnutzt, der gesamte Chip dann gleich 42,5% mehr Strom verbraucht – was im Grafikchip-Business einfach nicht gangbar ist. Selbst im Smartphone-Business ist dies ein schwer verdaulicher Happen, die meisten Chipentwickler dürften hierbei die 90% Mehrtransistoren nicht gänzlich ausgenutzt haben, um beim Stromverbrauch im Rahmen zu bleiben. TSMCs 16FF+ sieht hier gegenüber dramatisch besser aus: Bei gleicher Chipfläche und doppelter Transistorenanzahl soll der Stromverbrauch des gesamten Chips bei nur 60% des Niveaus von 28m liegen. Dies dürfte dann allerdings eine eher auf Smartphone-SoCs bezogene Angabe sein, bei großen Grafikchips wird man bei gleicher Chipfläche unter der 14/16nm-Fertigung kaum großartig niedrigere Stromverbrauchswerte erwarten dürfen.