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Hardware- und Nachrichten-Links des 10./11. März 2018

Als Nachtrag zu den Daten der Ryzen-2-Modelle wären noch die Angaben zu den neuen Mainboards von AMDs 400er Chipsatz-Serie zu erwähnen, welche El Chapuzas Informatico (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) ebenfalls bereithalten. Die 400er Chipsatz-Serie besteht aus dem X470- sowie dem etwas später nachfolgenden B350-Chipsatz – welche sich gemäß der Feature-Auflistung kaum von ihren Vorgängern aus AMDs 300er Chipsatz-Serie unterscheiden. Der hauptsächliche Unterschied liegt wohl in zwei Dingen: Zum einen dem Support für XFR2 "Enhanced", einem extra-Modus von XFR2, zu welchem dato aber noch keine genaueren Angaben zur Differenz gegenüber dem normalen XFR2 vorliegen. Und zum anderen im Support für "Precision Boost Overdrive" – einer automatischen Boostfunktion, welche den Boost bis an die Grenzen von Kühler und Mainboard bringen kann bzw. jenen dort länger halten soll, je nach individueller Klasse dieser Hardware. Beide Features gibt es im übrigen nur auf den X-Prozessoren von Ryzen 2, womit jenem "X" zum ersten Mal in der Ryzen-Ära eine echte Bedeutung bekommt.

Wie groß der Effekt beider Features ist, muß dagegen erst noch mittels entsprechender Tests ermittelt werden – wobei es sich voraussichtlich eher nur um einen geringen Effekt handeln dürfte. Ein echter Zwang zu neuen Mainboard-Chipsätzen existiert damit bei Ryzen 2 sicherlich nicht, man kann jene Prozessoren genauso gut auch auf Mainboards von AMDs aktueller 300er Chipsatz-Serie betreiben – und verliert dabei wohl nur meßtechnisch, aber nicht fühlbar an Performance. Andererseits herrscht bei AMD-Platinen ein guter Wettbewerb, dürfte es sicherlich kein Problem werden, direkt nach dem Ryzen-2-Launch sich umgehend mit günstigen X470-Mainboards einzudecken. Der B450-Chipsatz soll gemäß der vorliegenden Roadmap erst etwas später in das Geschehen eingreifen – aber hier kann man dann auch wirklich zum Vorgänger B350 greifen, wenn mit der Wahl von B350/B450 anstatt X370/X470 sowieso nicht die allerbeste mögliche Hardware-Konfiguration aufgebaut werden soll. Rein Chipsatz-seitig könnten B350 & B450 sowie X370 & X470 im übrigen glatt identisch sein, die kleineren Differenzen sollten auch mittels Software machbar sein, da sowieso primär von den Ryzen-Prozessoren selber realisiert. Diese Ausgangslage dürfte den Mainboard-Herstellern normalerweise ermöglichen, direkt zum Ryzen-2-Launch (am 19. April) mit neuen Platinen spruchreif zu sein. Davon abgesehen werden laut AMD noch im März alle großen Mainboard-Hersteller ihre BIOS-Updates zugunsten von Ryzen 2 für Mainboards der 300er Chipsatz-Serie zum Download stellen.

Netzpolitik berichten ausführlich über die "Empfehlung" der EU-Kommission hin zu "freiwilligen" Upload-Filtern bei kleinen und großen Plattform-Betreibern gegenüber illegalen Netzinhalten. Letztere umfassten natürlich den kompletten Strauß an unerwünschten Postings, von terroristischen Inhalten bis hin zu (vergleichsweise) banalen Urheberrechtsfällen. Da das EU-Recht derzeit eine diesbezügliche Überwachungspflicht durch die Plattform-Betreiber untersagt, versucht man auf diesem Weg die gewünschte Vorzensur umzusetzen – und kann sich hierbei auf die Mithilfe der meisten Plattform-Betreiber verlassen, welche diese Vorzensur lieber selber vornehmen als mittels einer gesetzlichen Neuregelung dazu gezwungen zu werden. Interessant ist der Punkt, das kleinen Plattform-Anbietern ohne entsprechende Kapazitäten für den Aufbau automatischer Systeme die Teilnahme an den sich aufbauenden Filter-Datenbanken der großen Plattform-Anbieter empfohlen wird – diese Vorgehensweise löst in der Tat ein gewaltiges technisches Problem für die kleinen Anbieter. Dabei beteiligen sich inzwischen Facebook, Google+, Instagram, Microsoft, Twitter und YouTube an einer gemeinsamen Filter-Datenbank, welche digitale Fingerabrücke gesetzeswidriger Inhalte sammelt. Die Problematik dieser Zentralisierung auf gleichzeitig wiederum privatwirtschaftlichen Boden liegt dann darin, das eine (möglichst gesetzliche) Regelung zur Freischaltung von Fehlerkennungen damit umso dringender wird.

Schon jetzt nutzen die verschiedenen Plattform-Anbieter den privatwirtschaftlichen Status ihrer Filtersysteme dahingehend aus, Anfragen zur De-Listung von strittigen Postings meistens einfach zu ignorieren. Um eine einfache, legale Meinungsäußerung dennoch schreiben zu dürfen, müsste man dann als Privatperson erst mühsam vor ein Gericht ziehen – welches sich um dümmsten Fall monatelang darum kümmert festzustellen, ob es dafür überhaupt zuständig ist. Das die automatischen Filtersysteme mit einer Fehlerquote von 99% Treffern aus rein technischer Sicht bereits exzellent arbeiten, vernebelt etwas den Blick darauf, das die restlichen 1% beim heutigen Datenaufkommen in den sozialen Netzwerken gut und gerne tausende Postings am Tag (!) sein können. Gerade durch die Nutzung von einheitlichen Filter-Datenbanken ergibt sich zunehmend das Risiko einer Netz-weiten Ausblendung von legalen Meinungsäußerungen auf Basis einer einzelnen Algorithmus-Entscheidung. Die Tendenz zum Overblocking ergibt sich hierbei schon allein daran, das Overblocking keinerlei finanzielles Risiko darstellt, ein nicht erkanntes illegales Posting die Plattform-Anbieter aber sehr wohl Geld kosten kann (in Deutschland mittels des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes).