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Hardware- und Nachrichten-Links des 10./11. November 2012

Der Tech Report hat sich ausführlich mit den langfristigen Festplatten-Preisen seit der Thailand-Flut vor einem Jahr beschäftigt. Grob gesehen sind die Marktpreise für Festplatten zwar wieder im Lot, die genauere Betrachtung ergibt jedoch ein immer noch etwas höheres durchschnittliches Preisniveau gegenüber dem Stand vor der "Festplatten-Krise". Dies ist jedoch je nach Festplatte teils sehr unterschiedlich, im Mix von 28 Festplatten ergibt sich dann ein durchschnittlicher Mehrpreis von gut 18 Prozent. Dies hört sich nicht nach besonders viel an, aber regulärerweise wären in einem Jahr ohne jede Festplatten-Krise die Festplatten-Preise eher um denselben Betrag gefallen, ohne Festplatten-Krise hätten wir also demzufolge jetzt um 30 bis 40 Prozent niedrigere Festplatten-Preise.

Hier zeigt sich das, was schon von Anfang an vermutet worden war: Die Festplatten-Hersteller nutzen die Krise auch dazu aus, um die für die Festplatten-Hersteller eigentlich viel zu niedrige Preissituation zu stabilisieren – sprich, einfach wieder etwas an den Festplatten zu verdienen. Vor der Festplatten-Krise war der Wettbewerb unter den Festplatten-Herstellern schließlich so hart, daß jene trotz guter Umsätze nie wirklich Gewinn gemacht haben, was dann schließlich auch zu gewissen Marktbereinigungen geführt hat (Samsung hat seine Festplatten-Sparte an Seagate verkauft). Der Verkauf von stark nomierten Standardartikeln führt halt immer zu einem ziemlich erbarmungslosen Preiskampf, insofern seien den Festplatten-Herstellern die leicht höheren Preispunkte im aktuellen Festplatten-Markt sogar gegönnt.

Das Neunetz hat sich damit auseinandergesetzt, in welchem Chaos das geplante Leistungsschutzrecht resultieren wird: Da aus der Sicht von Suchmaschinen und Newsaggregatoren vorab nicht erkennbar ist, welche Webseite nun ein "Presseerzeugnis" ist (und Tantiemen eintreiben will), müssten Suchmaschinen & Newsaggregatoren eigentlich vorsichtshalber den gesamten Index an bundesdeutschen Webseiten löschen. Um diese Löschung bei den Suchmaschinen zu verhindern, müssten unabhängige Webseiten und Blogs wiederum Mittel und Wege finden, den Suchmaschinen ihren Verzicht auf alle Rechte aus dem Leistungsschutzrecht bekanntzumachen – und dies möglichst maschinell, denn gerade bei Suchmaschinen wertet keiner mehr etwas per Hand aus. Am Ende haben alle diejenigen, die das Leistungsschutzrecht gar nicht wollen, jede Menge Arbeit damit – und ernsthafte Presseverlage, die glauben, sie könnten mit dem Leistungsschutzrecht irgendwelche Tantiemen von Google & Co. eintreiben, werden schlicht aus dem Suchindex genommen und verlieren somit doppelt.