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Hardware- und Nachrichten-Links des 12./13. Januar 2021

Der CES-Event von AMD brachte die erwartete Vorstellung der Ryzen 5000 U/H Mobile-Prozessoren, mittels welchen dann endlich auch "Zen 3" im Mobile-Segment angeboten wird. Hierfür setzt AMD auf die Cezanne-APU, welche laut Twitterer Locuza 176,7mm² groß ist – und damit nochmals etwas größer als Renoir (155mm²) ausfällt. Die höhere Chipfläche geht nahezu allein für den CPU-Part drauf, wo AMD nunmehr 8 CPU-Kerne aus der Zen-3-Architektur anbietet, zuzüglich eines größeren Level3-Caches. Der GPU-Part ist hingegen nominell unverändert, weiterhin gibt es maximal 8 Shader-Cluster der Vega-Architektur. AMD verspricht im U-Bereich Performance-Zuwächse von gemittelt +17% bei Singlethread- wie Multithread-Performance (gegenüber den gleichnamigen Vorgängern) – bezogen allerdings nur auf die Zen-3-basierten U-Modelle. Denn leider legt AMD innerhalb derselben "Ryzen 5000U" Serie auch drei Zen-2-basierte Prozessoren auf, welche auf dem Renoir-Refresh "Lucienne" basieren (seitens AMD allerdings auch klar zugegeben).

Im konkreten handelt es sich um die Modelle "Ryzen 3 5300U", "Ryzen 5 5500U" und "Ryzen 7 5700U" – zu welchen später natürlich noch weitere nachfolgen könnten. Für den Notebook-Käufer sind diese Prozessoren jedoch kaum von den anderen Modellen zu unterscheiden, allein bei der Ryzen 5000H Serie ist man bezüglich des Zen-3-Unterbaus sicher. Natürlich sind auch diese Zen-2-basierten Modelle nicht schlecht, die Singlethread-Performance legt zwar kaum zu, aber bei der Multithread-Performance gibt es laut AMD wirklich gute Performance-Zuwächse (gegenüber den gleichnamigen Vorgängern). Besser wäre aber in jedem Fall ein echter Unterschied beim Produktnamen gewesen, so begibt man sich leider ins Fahrwasser von (Namens-Großmeister) Intel. Terminlich will AMD leicht vor Intel bereits im Februar herauskommen (die Achtkerner von Tiger Lake-H kommen wohl erst im März), aber natürlich kommt es hierbei eher auf die Praxis an: Wie schnell bekommen die Notebook-Hersteller ihre Designs fertig, wer ist wirklich lieferbar und wo ergibt sich eine gewisse Angebotsbreite, so dass man auch ein paar Wahlmöglichkeiten hat.

Zu weiteren RDNA2-basierten Grafiklösungen hatte AMD auf der CES 2021 leider nicht mehr als einen gewissen Teaser zu vermelden, wonach innerhalb des ersten Halbjahres Mainstream-Modelle für den Desktop sowie erste RDNA2-Mobilelösungen erwartet werden dürfen. Dagegen wurden mit "Ryzen 7 5800" und "Ryzen 9 5900" die ersten non-X-Modelle von Ryzen 5000 vorgestellt, wenngleich allerdings nur für den OEM-Bereich zugunsten also von Komplett-PCs. Inwiefern diese Prozessoren irgendwann auch im Retail-Segment verfügbar werden, bleibt noch abzuwarten – dies ist in der Vergangenheit passiert, wäre aber auch nicht zwangsläufig. Beide non-X-Modelle kommen mit erheblichen Abspeckungen bei der Base-Taktrate, nur einem geringem Unterschied bei der maximalen Boost-Taktrate sowie einer niedrigeren TDP von 65 Watt daher. Wie VideoCardz ausführen, sollte es allerdings möglich sein, diese non-X-Modelle mittels "Precision Boost Overdrive" (PBO) genauso schnell wie die X-Modelle zu bekommen. Bei den jeweiligen Komplett-PCs könnte diese Funktion (im BIOS) zwar gesperrt sein, aber auf Retail-Mainboards müsste jene "Übertaktung" funktionieren.

Kerne Takt L2+L3 TDP/PPT Kühler Liste Release
Ryzen 9 5950X 16C/32T 3.4/4.9 GHz 8+64 MB 105/142W keiner $799 5. November 2020
Ryzen 9 5900X 12C/24T 3.7/4.8 GHz 6+64 MB 105/142W keiner $549 5. November 2020
Ryzen 9 5900 12C/24T 3.0/4.7 GHz 6+64 MB 65/88W keiner rein OEM 12. Januar 2021
Ryzen 7 5800X 8C/16T 3.8/4.7 GHz 4+32 MB 105/142W keiner $449 5. November 2020
Ryzen 7 5800 8C/16T 3.4/4.6 GHz 4+32 MB 65/88W keiner rein OEM 12. Januar 2021
Ryzen 5 5600X 6C/12T 3.7/4.6 GHz 3+32 MB 65/88W Wraith Stealth $299 5. November 2020
Alle Zen-3-basierten Vermeer-Prozessoren kommen im Sockel "AM4" daher und bedingen Mainboards aus AMDs 500er Chipsatz-Serie (empfohlen) bzw. 400er Chipsatz-Serie (erst nach BIOS-Update). Der offizielle Speicher-Support reicht (durchgehend) bis maximal DDR4/3200.

Die Marktforscher von Gartner & IDC zeigen bemerkenswerte Zahlen zum PC-Markt des Jahres 2020 auf – sowohl das abgelaufene vierte Quartal als auch das Gesamtjahr betreffend. Danach stieg die Anzahl der verkauften Komplett-PCs zwischen 2019 und 2020 um +4,8% (Gartner) bzw. +13,1% (IDC), wovon das vierte Quartal mit Steigerungsraten von +10,7% bzw. +26,2% offensichtlich einen Löwenanteil innehatte. Die Differenz in den Zahlen resultiert aus der unterschiedlichen Wertung beider Marktforscher, was man unter "PC" versteht: Bei Gartner werden hierbei üblicherweise Ultramobiles und Chromebooks herausgelassen, wobei gerade letztere inzwischen in erheblichen Stückzahlen verkauft werden. Da aber auch diese Produktklasse letztlich weitgehend auf übliche PC-Komponenten setzt, erklärt sich um so besser die derzeit zu beobachtende "Dürre" auf dem ganzen PC-Markt.

Q4/2020 +/- Jahr 2020 +/-
PC-Verkäufe laut Gartner 79,4 Mio. +10,7% 275,1 Mio. +4,8%
PC-Verkäufe laut IDC 91,6 Mio. +26,2% 302,6 Mio. +13,1%
Vergleiche jeweils zum Vorjahreszeitraum

Denn neben den neuen Grafikkarten sind gerade auch Notebooks derzeit nicht wirklich gut lieferbar bzw. so wenig lieferbar, dass sich kein echter Preiskampf der Einzelhändler entwickeln kann und demzufolge die Abgabepreise ein bemerkbar höheres Niveau erreichen. Der gerade anstehende Modell-Wechsel im Mobile-Segment (Ryzen 5000 U/H, Tiger Lake-H, GeForce RTX 30 Mobile) mag hierbei auch mit hineinspielen, aber letztlich dürfte es für die PC-Industrie nach Jahren von eher sinkenden Absatzzahlen auch schwierig gewesen sein, ausgerechnet in einem Pandemie-Jahr die Produktion in erheblichen Maßstab zu steigern. Selbst die Problematik des Transports (von nunmehr größeren Stückzahlen) ist ja schon schwierig bzw. teurer geworden, hier kommen also einige ungünstige Faktoren zusammen. Allerdings könnte man nun seitens der Hersteller nunmehr vielleicht auch in die Richtung substantieller Fertigungsausweitung (samt entsprechender Investitionen) denken, denn die "neue Normalität" wird wohl den verstärkten PC-Einsatz breiter Bevölkerungsschichten verlangen – welche nach diesem aus Lieferbarkeitssicht mauen Jahr 2020 noch (lange) nicht allesamt mit neuen Geräten versorgt sind.