17

Hardware- und Nachrichten-Links des 16./17. Oktober 2018

Auf der GTC Europe hat Spieleentwickler Remedy (Max Payne, Alan Wake, Quantum Break) über die Performance-Kosten von RayTracing gesprochen. Golem war vor Ort und konnte dabei erfahren, das Remedy mit einer zusätzlichen Rechenzeit von 9,2ms nur für RayTracing kalkuliert. Die Angabe basiert auf einer Testszene, wurde dafür allerdings innerhalb der Haus-eigenen Northlight-Engine erstellt, welche auch in Zukunft Basis der Spieleveröffentlichungen von Remedy sein wird. Die genannte zusätzliche Rechenzeit würde auf einer Ziel-Framerate von 30 fps den Rechenaufwand knapp um ein Drittel erhöhen, auf einer Ziel-Framerate von 60 fps wären es allerdings gleich die Hälfte mehr an Rechenaufwand. Dies hält sich allerdings immer noch ganz gut im Rahmen und wäre unter Spielen mit Frameraten-Spielraum durchaus zu schultern: Erreicht der Spieletitel beispielsweise tyisch 80 fps, so käme mit aktivem RayTracing noch 46 fps heraus – nicht überragend, aber dennoch ausreichend, um das ganze real nutzen zu können. Vermutlich ist diese Rechnung aber dennoch noch zu simpel, denn gerade eine extra erstellte Testszene hat üblicherweise wenig mit den in realen Spielen erreichten Bedingungen & Frameraten zu tun – darauf deuten ja auch schon nVidias eigene RayTracing-Demos hin. Bislang gilt nach wie vor der Verdacht, das RayTracing auf der GeForce 20 Serie wohl nur unter Zurückschaltung der Auflösung real möglich wird – was auf einen noch wesentlich höheren Rechenaufwand als von Remedy angegeben hindeutet.

Bezüglich der Core i9-9900K Benchmarks seitens Principled Technologies wäre noch nachzutragen, was uns die Firma zum Thema des potentiellen Allcore-Turbos nur beim Core i9-9900K nachträglich noch mitgeteilt hat: Danach lief das benutzte MSI Z390-A Pro Mainboard in der Tat mit dem default-Setting bei der BIOS-Option "Enhanced Turbo", welche wie gesagt die Allcore-Funktionalität regelt. Laut den internen Messungen von Principled Technologies ergibt das "Auto"-Setting dieser BIOS-Option die gleiche Performance wie "Disabled" – womit anzunehmerweise "Auto" also "Disabled" bedeutet und damit das korrekte Setting darstellt, wenn man unübertaktete Benchmarks anstrebt. Zur gänzlichen Sicherheit hätte man natürlich noch einmal mit "Enabled" nachmessen sollen – aber höchstwahrscheinlich ist dies alles schon korrekt. Das MSI-Mainboard setzt damit im Gegensatz zu früheren Mainboards im Standardbetrieb nicht auf einen Allcore-Turbo – wie dies gegenüber den Mainboard-Hersteller auch so gefordert worden war, nachdem das Thema der ab Werk auto-übertaktenden Mainboards zuletzt nach dem initialen Coffee-Lake-Launch im letzten Herbst hochkochte. Die kürzlich genannte zweite Benchmark-Fassung von Principled Technologies dürfte somit das korrekte Performance-Bild zum Core i9-9900K wiedergeben – was sich dann zum Launch am 19. Oktober unabhängig nachprüfen lassen wird.

Dann kann man auch sehen, ob sich die auf Reddit herumgereichten Cinebench-Werte zum Coffee-Lake-Refresh bestätigen lassen. Jene stammen wohl aus China und zeigen Cinebench-R15-Ergebnisse unter verschiedenen Taktratenstufen zu den beiden Achtkernern Core i7-9700K und Core i9-9900K, nebst auch einiger Vergleichswerte zu anderen AMD- und Intel-Prozessoren. Hinzu berichten WCCF Tech über ein chinesisches Video-Review zum Sechskerner Core i5-9600K, bei welchem ebenfalls dieserart Cinebench-Werte aufgestellt wurden. Selbige fallen allerdings nicht so gut aus, wahrscheinlich war da das verwendete Testsystem nicht bestmöglich konfiguriert, denn es lassen sich jetzt schon zum Vorgänger-Modell Core i5-8600K gleichwertige Cinebench-Messungen finden (1037 Punkte bei den SweClockers). Die Werte zu den größeren CPUs stammen hingegen durchgehend aus der derselben Quelle – und zeigen an, das Intel mit dem Core i9-9900K die bisherige AMD-Dominanz unter dem Cinebench eindeutig beenden kann.

Technik CB15 Stock CB15 Overclocked (Quelle)
Core i9-9900K 8C/16T, 3.6/5.0 GHz, 488$ 2085 5.0 GHz: 2203     5.5 GHz: 2375 (Reddit)
Core i7-9700K 8C/8T, 3.6/4.9 GHz, 374$ 1476 5.0 GHz: 1690     5.5 GHz: 1827 (Reddit)
Core i7-8700K 6C/12T, 3.7/4.7 GHz, 359$ 1421 5.0 GHz: 1630     5.5 GHz: 1790 (Reddit)
Ryzen 7 2700X 8C/16T, 3.7/4.3 GHz, 329$ 1777 4.2 GHz: 1863     4.3 GHz: 1970 (Reddit)
Core i5-9600K 6C/6T, 3.7/4.6 GHz, 262$ 1034 5.2 GHz: 1207 (WCCF Tech)
Core i5-8600K 6C/6T, 3.6/4.3 GHz, 257$ 1002 5.2 GHz: 1249 (TechSpot)
Die Übertaktungs-Ergebnisse seitens Reddit entstanden fast ausschließlich unter Wasserkühlung.

Auf den ohne HyperThreading antretenden Core i7-9700K trifft dies dann allerdings schon nicht mehr zu – hier wird interessant werden zu sehen, wie sich dieser Prozessor in einem breiteren Benchmark-Feld schlägt bzw. wie oft dort das fehlende HyperThreading an Performance kostet. Intel-intern reicht es derzeit knapp dazu aus, damit der Core i7-9700K den Core i7-8700K unter dem Cinebench R15 schlägt – was eigentlich darauf hindeutet, das es insgesamt noch etwas besser für den Core i7-9700K ausgehen sollte, denn der Cinebench reagiert wie bekannt recht stark auf HyperThreading bzw. SMT (zwischen Core i7-9700K und Core i9-9900K auf nahezu gleichem Takt immerhin +41% Mehrperformance). Speziell im Spieler-Feld könnte sich dagegen wiederum eine ganz andere Sichtweise auftun: Dort dürfte der Performance-Abstand zwischen Core i7-9700K und Core i9-9900K regelrecht marginal ausfallen – eher ergibt sich die Chance, das HyperThreading den Core i9-9900K hier und da etwas an Performance kostet und damit der Core i7-9700K die geringe Taktraten-Differenz überwinden und sich tatsächlich noch vor den Core i9-9900K setzen kann. Dies dürfte alles natürlich auf generell sehr geringen Differenzen ablaufen, denn CPU-Performance für Spiele haben diese Prozessoren sicherlich mehr als genug.

Ausgehend von einer Marktbetrachtung vom TechSpot wird derzeit viel von angeblich anstehenden Ryzen-Preissenkungen geredet. Laut der PC Games Hardware war hierbei allerdings nur eine kurzfristige Rabattaktion am Wirken, welche inzwischen schon wieder ausgelaufen ist. Dabei ging es sowieso nur um eine Differenz von 30 Dollar – womit der Ryzen 7 2700X (Listenpreis 329 Dollar) im US-Einzelhandel knapp unter die psychologisch bedeutsame 300-Dollar-Marke kam. Generell gesehen wurde bei diesen Meldungen immer aber auch der Punkt vergessen, das AMDs Prozessoren-Preise sowieso die Tendenz haben, im Einzelhandel leicht unterhalb der Listenpreise zu notieren – und teilweise auch schon mit deutlicheren Differenzen. Zu Änderungen des Listenpreises hat dies nur in den seltensten Fällen geführt, denn unabhängig des Wettbewerbs im Einzelhandel will AMD seine Prozessoren beim Listenpreis auch nicht zu günstig darstellen. Generelle Preissenkungen sind heutzutage im CPU-Geschäft sowieso unmodern geworden: Im Gegensatz zu früher, wo die Portfolios ständig um noch höher getaktete Modelle ergänzt wurden (und die alten Modelle somit im Preis fielen), werden heutzutage eher immer ganze Generationen gegen neue CPU-Generationen ausgetauscht, gibt es Preissenkungen damit bestenfalls noch im Fall von Abverkaufsaktionen.

Auf der GTC Europe hat Spieleentwickler Remedy (Max Payne, Alan Wake, Quantum Break) über die Performance-Kosten von RayTracing gesprochen. Golem war vor Ort und konnte dabei erfahren, das Remedy mit einer zusätzlichen Rechenzeit von 9,2ms nur für RayTracing kalkuliert. Die Angabe basiert auf einer Testszene, wurde dafür allerdings innerhalb der Haus-eigenen Northlight-Engine erstellt, welche auch in Zukunft Basis der Spieleveröffentlichungen von Remedy sein wird. Die genannte zusätzliche Rechenzeit würde auf einer Ziel-Framerate von 30 fps den Rechenaufwand knapp um ein Drittel erhöhen, auf einer Ziel-Framerate von 60 fps wären es allerdings gleich die Hälfte mehr an Rechenaufwand. Dies hält sich allerdings immer noch ganz gut im Rahmen und wäre unter Spielen mit Frameraten-Spielraum durchaus zu schultern: Erreicht der Spieletitel beispielsweise tyisch 80 fps, so käme mit aktivem RayTracing noch 46 fps heraus - nicht überragend, aber dennoch ausreichend, um das ganze real nutzen zu können. Vermutlich ist diese Rechnung aber dennoch noch zu simpel, denn gerade eine extra erstellte Testszene hat üblicherweise wenig mit den in realen Spielen erreichten Bedingungen & Frameraten zu tun - darauf deuten ja auch schon nVidias eigene RayTracing-Demos hin. Bislang gilt nach wie vor der Verdacht, das RayTracing auf der GeForce 20 Serie wohl nur unter Zurückschaltung der Auflösung real möglich wird - was auf einen noch wesentlich höheren Rechenaufwand als von Remedy angegeben hindeutet.