18

Hardware- und Nachrichten-Links des 18. Januar 2018

Heise notieren den Start der GDDR6-Massenfertigung bei Samsung – welches im Gegensatz zur letztjährigen Ankündigung nun gleich mit einer Datenrate von 18 GBit/sec/Pin in den Ring steigen soll. Dies ergibt im QDR-Übertragungsverfahren eine Taktrate von 4500 MHz – womit sich das unter GDDR6 alternativ zur Verfügung stehende DDR-Übertragungsverfahren automatisch erledigt, dafür wären auf dieser Datenrate dann schon utopische 9000 MHz Takt vonnöten. Ob ein Grafikchip-Entwickler diesen hohen Takt nun gleich ausnutzt, ist nicht gesagt – aber dies gilt ja auch für den hohen HBM2-Takt von 1200 MHz, welchen ebenfalls Samsung kürzlich ankündigte. Mit der neuen Höchsttaktrate von GDDR6 verschieben sich natürlich auch die Eckpunkte des Vergleichs zu HBM2-Speicher: Im HighEnd-Bereich kommt GDDR6 nahezu perfekt an HBM2 heran, wäre demzufolge wohl sogar vorzuziehen, im Midrange-Bereich liegt GDDR6 dagegen recht deutlich vorn. Nur im Enthusiasten-Segment (auch betreffend reine Profi-Produkte) läge HBM2 weiterhin (deutlich) vorn, dies wäre seitens GDDR6 nur mittels des Griffs zum großen 512 Bit Speicherinterface (nahezu) erreichbar.

GDDR5 GDDR6 HBM2
Midrange 256 Bit @ 4500 MHz DDR
= 288 GB/sec
192 Bit @ 4500 MHz QDR
= 432 GB/sec
1024 Bit @ 1200 MHz DDR
= 317 GB/sec
HighEnd 384 Bit @ 4500 MHz DDR
= 432 GB/sec
256 Bit @ 4500 MHz QDR
= 576 GB/sec
2048 Bit @ 1200 MHz DDR
= 614 GB/sec
Enthusiast 512 Bit @ 4500 MHz DDR
= 576 GB/sec
384 Bit @ 4500 MHz QDR
= 864 GB/sec
4096 Bit @ 1200 MHz DDR
= 1229 GB/sec
benutzt wurde für diesen Vergleich die jeweils höchste offiziell verfügbare Taktrate sowie eine übliche Interface-Bandbreite

Natürlich richten sich die Grafikchip-Entwickler bei der Wahl der Speicherinterfaces für ihre kommenden Grafikchips nicht nach der maximal erreichbaren Speicherbandbreite – vielmehr kommen da auch noch andere Faktoren wie Firmenpolitik, Kostenlage, Speicher-Verfügbarkeit und vor allem die angestrebte Speicherbandbreite ins Spiel. So lange eine Grafikkarte nur eine gewisse Speicherbandbreite benötigt, muß man schließlich nicht die bestmögliche Technologie verbauen, wenn es eine leistungsschwächere, aber günstigere Technologie genauso gut macht. Dies gilt vor allem für nVidia, welche nicht an HBM2 auf Gamer-Produkten denken müssen, so lange GDDR6 ausreichend Speicherbandbreite für die angestrebten Performanceziele offeriert. Genauso gut muß im Mainstream-Bereich niemand auf GDDR6 umsatteln, so lange für diesen Einsatzzweck weiterhin der (günstigere) GDDR5-Speicher genauso ausreichend ist. Vermutlich wird keiner der beiden Grafikchip-Entwickler seine bisherige Speicher-Strategie ändern, weil da einfach zu viel grundsätzliche Firmenpolitik mit drinsteckt: AMD wird also weiterhin versuchen, so viel wie möglich mittels HBM zu realisieren (und zukünftig GDDR vielleicht nur noch bis zum Mainstream-Segment einsetzen), während nVidia außerhalb des HPC-Bereichs auch weiterhin mit den jeweils neuesten GDDR-Ausführungen operieren dürfte.

Hardwareluxx haben in der SiSoft Benchmark-Datenbank einen der kommenden Ryzen-2-Prozessoren entdeckt: Das sich augenscheinlich "Ryzen 5 2600" nennende Modell wird wie der Ryzen 5 1600 seine 6 CPU-Kerne samt SMT bieten, dies passiert allerdings wohl auf Taktraten von 3.4/3.8 GHz anstatt der 3.2/3.6 GHz des Ryzen 5 1600. Gänzlich sicher sein kann man sich diesbezüglich noch nicht, andererseits handelt es sich wohl schon um ein seriennahes "Qualification Sample", an welchem üblicherweise nichts mehr verändert wird. Sollte der Prozessor derart erscheinen, würde jener also ein Taktratenplus von 200 MHz bei Base- und Turbo-Takt mitbringen – sicherlich am unteren Ende der Erwartungen, aber auch nicht wieder so ungewöhnlich angesichts der kleinen Möglichkeiten beim Sprung von der 14nm- auf die 12nm-Fertigung. Andere Prozessoren-Modelle der Ryzen-2-Serie könnten dann natürlich größere Taktratensprünge mitbringen, mehr als +300 MHz würde allerdings eher überraschen – wenn AMD so viel Spielraum hätte, würde man den wohl auch schon beim Ryzen 5 2600 ansetzen. Es bestätigt sich somit, das Ryzen 2 nur ein gewöhnlicher Refresh mit kleinem Performanceeffekt wird – was aber auch bedeutet, das man jetzt sogar weiterhin Ryzen 1 kaufen kann, denn Ryzen 2 wird Ryzen 1 nirgendwo überrunden.

Golem haben mit Daniel Gruß von der TU Graz gesprochen, einem der Entdecker der Meltdown & Spectre CPU-Sicherheitslücken. Jener zeigt sich recht zufrieden mit den Möglichkeiten, Meltdown zu verhindern – die aktuellen Betriebssystem-Patches schalten diese Möglichkeit auch aus Sicht des Sicherheitsforschers zuverlässig aus. Spectre hingegen wird mit aktuellen Patch-Möglichkeiten bestenfalls erschwert und kann auch zukünftig kaum jemals wirklich auf derzeitiger Hardware besiegt werden. Hier kommt als entscheidendes Punkt hinzu, das Spectre noch ein großes Forschungsfeld ist, weitere mögliche Angriffsszenarien derzeit eher nur erahnt werden können. Nicht auszuschließen, das zu Spectre gar keine generell wirkenden Patches kommen können, sondern das nach einer gewissen Erschwerung durch grundsätzliche Patches dann immer nur neue Patches für real stattgefundene Angriffe erstellt werden können – was natürlich bedeutet, das hierzu erst einmal das Kind in den Brunnen gefallen sein muß, die Antiviren-Firmen und Malware-Schreiber sich also ein Hase-und-Igel-Wettrennen liefern werden.

Die einzige komplett wirksame Hardware-Maßnahme gegen Spectre würde dagegen die Abschaltung der "Branch Prediction" (Sprungvorhersage) in den Prozessoren verlangen – mit einem Performance-Effekt von -80% bis -95%, was damit jedoch niemanden zuzumuten ist. Angesichts dieser Schwierigkeiten wird es jedoch immer interessanter, ob die CPU-Entwickler es so alsbald hinbekommen, wirklich Spectre-unanfällige Prozessoren zu entwickeln. Die Schwierigkeiten, dies zu einem akzepablen Performancerverlust hinzubekommen, sind wohl einigermaßen größer als bislang gedacht – was sich dann auch in der dafür notwendigen Entwicklungszeit niederschlagen sollte. Angesichts der üblichen Vorlaufzeiten von Design-Ende bis Auslieferung neuer Prozessoren-Generationen (von gut einem Jahr) darf man damit schon leicht in Frage stellen, ob es Anfang 2019 (Intel "Ice Lake" & AMD Zen 2) bereits Spectre-sichere Prozessoren geben kann. Das ganze scheint doch deutlich über das Niveau eines Bugs mit anschließendem Fix an der erkannten Bruchstelle hinauszugehen – die korrektere Einordnung wäre wohl die einer systematischen Schwäche im gesamten System der Sprungvorhersage moderner PC-Prozessoren.

Leider hat Spieleentwickler und -publisher Square Enix seine Systemanforderungen zu Final Fantasy XV gleich zweimal notiert, welche sich im Detail dann sogar leicht unterscheiden: Auf der FF15-Webseite gibt es die eine (bisher verwendet), im Square-Enix-Shop die andere. Letztere bringt dann auch die bisher fehlenden Daten zur Hardware-Empfehlung für die FullHD-Auflösung mit sich, was einen gewissen Unterschied bei der benötigten Grafik-Hardware ausmacht: GeForce GTX 1060 6GB oder Radeon RX 480 werden hierfür abgefragt. Zudem gibt es noch eine gewisse Differenz in den CPU-Anforderungen bei der 4K-Empfehlung: Während die FF15-Webseite hierbei mit Core i7-3770 oder FX-8350 zufrieden ist, sollen es laut dem Square-Enix-Shop hingegen Core i7-7700 oder Ryzen 5 1600X sein (im übrigen eine seltsame Kombination). Welche der beiden offiziell so notierten Hardware-Anforderungen nun die "richtige" ist, bleibt offen, wäre aber angesichts der geringen Differenzen sowieso ziemlich egal. Denn prinzipiell gesehen bleibt es beim bisher schon zu Final Fantasy XV gesagtem: Die Hardware-Anforderungen liegen auf dem derzeit bekannten Niveau, ohne irgendwo wirklich höher hinauszugehen als bei anderen aktuellen Spieletiteln.

Minimum Empfohlen 4K-Empfehlung
Auflösung 1280x720 1920x1080 3840x2160
OS Windows 7 64-Bit, DirectX 11, 100 GB Platzbedarf Windows 10 64-Bit, DirectX 11, 155 GB Platzbedarf
CPU Core i5-2500 oder FX-6100 Core i7-3770 oder FX-8350 Core i7-7700 oder Ryzen 5 1600X
Speicher 8 GB RAM 16 GB RAM 16 GB RAM
Gfx GeForce GTX 760 oder GeForce GTX 1050 oder Radeon R9 280 GeForce GTX 1060 6GB oder Radeon RX 480 GeForce GTX 1080 Ti
Systemanforderungen von FF15 laut dem Square-Enix-Shop, abweichend von der FF15-Webseite
Heise notieren den Start der GDDR6-Massenfertigung bei Samsung - welches im Gegensatz zur letztjährigen Ankündigung nun gleich mit einer Datenrate von 18 GBit/sec/Pin in den Ring steigen soll. Dies ergibt im QDR-Übertragungsverfahren eine Taktrate von 4500 MHz - womit sich das unter GDDR6 alternativ zur Verfügung stehende DDR-Übertragungsverfahren automatisch erledigt, dafür wären auf dieser Datenrate dann schon utopische 9000 MHz Takt vonnöten. Ob ein Grafikchip-Entwickler diesen hohen Takt nun gleich ausnutzt, ist nicht gesagt - aber dies gilt ja auch für den hohen HBM2-Takt von 1200 MHz, welchen ebenfalls Samsung kürzlich ankündigte. Mit der neuen Höchsttaktrate von GDDR6 verschieben sich natürlich auch die Eckpunkte des Vergleichs zu HBM2-Speicher: Im HighEnd-Bereich kommt GDDR6 nahezu perfekt an HBM2 heran, wäre demzufolge wohl sogar vorzuziehen, im Midrange-Bereich liegt GDDR6 dagegen recht deutlich vorn. Nur im Enthusiasten-Segment (auch betreffend reine Profi-Produkte) läge HBM2 weiterhin (deutlich) vorn, dies wäre seitens GDDR6 nur mittels des Griffs zum großen 512 Bit Speicherinterface (nahezu) erreichbar.





GDDR5
GDDR6
HBM2




Midrange
256 Bit @ 4500 MHz DDR
= 288 GB/sec
192 Bit @ 4500 MHz QDR
= 432 GB/sec
1024 Bit @ 1200 MHz DDR
= 317 GB/sec


HighEnd
384 Bit @ 4500 MHz DDR
= 432 GB/sec
256 Bit @ 4500 MHz QDR
= 576 GB/sec
2048 Bit @ 1200 MHz DDR
= 614 GB/sec


Enthusiast
512 Bit @ 4500 MHz DDR
= 576 GB/sec
384 Bit @ 4500 MHz QDR
= 864 GB/sec
4096 Bit @ 1200 MHz DDR
= 1229 GB/sec


benutzt wurde für diesen Vergleich die jeweils höchste offiziell verfügbare Taktrate sowie eine übliche Interface-Bandbreite