23

Hardware- und Nachrichten-Links des 23. Januar 2020

Die ComputerBase hat noch einmal altes & neues BIOS auf der Radeon RX 5600 XT von Sapphire verglichen. Unsererseits wurde in die nachfolgende Grafik dann auch noch das Referenz-Ergebnis der ComputerBase (ganz unten) eingemischt – sprich die Simulation einer Radeon RX 5600 XT auf AMDs Referenz-Taktraten. Das Ergebnis ist sowohl klar wie auch eindrucksvoll: Mit dem ursprünglichen BIOS lief jene Sapphire Radeon 5600 XT Pulse nur mit Augenzudrücken auf AMDs Referenzniveau – mit dem neuen BIOS wurde die Karte dann um gut +10% schneller. Und dies ändert dann mit dem BIOS-Update die Betrachtungsweise zu dieser Sapphire-Karte sehr deutlich: Von einem "Standard-Produkt" auf Referenz-Performance hin zur derzeit (fast) schnellsten Werksübertaktung – und dies alles geboten zu AMDs Listenpreis, sprich als eine der günstigsten derzeit verfügbaren Radeon RX 5600 XT Modelle. Sicherlich machen selbst +10% Performance nicht den großen Praxisunterschied aus: Die zu sehenden Prozent-Werte könnte man auch als fps-Werte lesen – und dann sind 55 zu 61 fps in der Praxis wirklich nicht wahrnehmbar. Aber innerhalb der Riege der Radeon RX 5600 XT Modelle positioniert sich Sapphire mit diesem Angebot ganz weit vorn – und setzt die anderen Grafikkarten-Hersteller unter Druck, entweder ähnliches zu bieten oder aber mit den Preisen herunterzugehen.

Dabei wäre eine gewisse preisliche Entwicklung nach unten hin gar nicht einmal so verkehrt, denn zu den derzeitigen Straßenpreise von ab 299 Euro ist die Radeon RX 5600 XT einfach zu nah dran an der Radeon RX 5700 (derzeit ab 309 Euro) – oder aber letztere inzwischen zu günstig, um der Radeon RX 5600 XT ordentlich Raum zu lassen. Da die Radeon RX 5500 XT selbst in der 8-GB-Ausführung eher eine Karte für den Preisbereich unter 200 Euro darstellt und derzeit auch schon für ab 209 Euro angeboten wird, sollte sich die Radeon RX 5600 XT eher denn im 200er Preisbereich austoben – idealerweise mit gutem Abstand zur Radeon RX 5700 bei sagen wir ca. 270 Euro. Denn in jedem Fall wird diese Radeon RX 5700 weiter existieren und nicht durch die Radeon RX 5600 XT ersetzt, wie AMD gegenüber der PC Games Hardware klar gemacht hat. Dann sollten aber auch die einfachsten Modelle der Radeon RX 5600 XT sich preislich entsprechend nach unten hin absetzen, sprich klar unterhalb die 300-Euro-Marke gehen – wenn die gutklassigen Werksübertaktungen zur Radeon RX 5600 XT schon für eben jene ca. 300 Euro zu bekommen sind.

Und der Anlaß, preislich nach unten zu gehen, wird wohl weiterhin bestehen bleiben – denn einige Herstellerkarten können speziell den Sprung auf den höheren Speichertakt zweifelsfrei nicht mitgehen. Laut der Berichterstattung von PCWorld und Videocardz haben sich Asus & MSI in dieser Frage zu einem sehr ungewöhnlichen Schritt entschieden: Die eigentlich als jeweilige Spitzen-Modelle gedachten Asus Strix OC und MSI Gaming X gehen den Sprung auf den höheren Speichertakt nicht mit (erhalten allerdings den höheren Chiptakt) und werden somit weiterhin auf einem Speichertakt von 3000 MHz QDR bzw. einer Speicherübertragungsrate von 12 Gbps ausgeliefert. Für den höheren Speichertakt werfen Asus & MSI dann extra aufgelegte Modellen in die Runde: Asus Strix Top & MSI Gaming Z treten dann mit 3500 MHz QDR bzw. 14 Gbps an. Diese zusätzlichen Grafikkarten-Modelle werden allerdings erst später ausgeliefert, jene durchlaufen augenscheinlich bei Asus & MSI erst einmal noch den üblichen Validierungs-Prozess. Die Bandbreite an möglichen Varianten zur Radeon RX 5600 XT nimmt damit nur noch weiter zu – wobei sich inzwischen mit der "MSI 5600 XT Mech" (non-OC) auch eine Karte auf absoluten Referenz-Taktraten eingefunden hat:

Game/max.Boost Kartenmodelle @ 12 Gbps Kartenmodelle @ 14 Gbps
1375/1560 MHz MSI Mech -
1420/1600 MHz MSI Gaming -
1460/1620 MHz Gigabyte Windforce OC, MSI Mech OC -
1560/1620 MHz PowerColor Std., XFX Thicc II Pro PowerColor Red Dragon
1615/1750 MHz ASRock Challenger, ASRock Phantom Gaming D2, Asus TUF Gaming X3, MSI Gaming X, XFX Thicc III Pro MSI Gaming Z, Sapphire Pulse
1660/1750 MHz - PowerColor Red Devil, XFX Thicc III Ultra
1670/1750 MHz ASRock Phantom Gaming D3, Asus Strix OC Asus Strix Top, Gigabyte Gaming OC
Angaben gemäß der jeweiligen Hersteller-Webseiten am 23. Januar 2020 (MSI Gaming Z laut dem Bericht von Videocardz hinzugetragen)
Update vom 26. Januar 2020: Die Angaben zur Gigabyte Gaming OC sowie zur XFX Thicc III Ultra wurden aufgrund neuer vorliegender Daten entsprechend korrigiert.

Laut Gamers Nexus @ YouTube verbaut EVGA in einigen seiner "EVGA GeForce RTX 2060 KO" Grafikkarten keinen TU106-Chip, sondern den TU104-Chip von GeForce RTX 2070 Super, GeForce RTX 2080 & GeForce RTX 2080 Super. Leider bestätigt das Video alle Vorurteile gegenüber der Darreichungsform von Informationen als Video. Zwar wird groß auf der "geheimen GPU" und der damit satt höheren Blender-Performance herumgeritten, die Frage nach dem "Wie geht das?" allerdings nur sehr maßvoll angeschnitten – so dass hier mehr Fragen offenbleiben als Antworten geliefert werden. Hierzu hätte man sich sicherlich dem Punkt zuwenden können, wie aus einem Grafikchip (bspw. TU106) dann eine SKU (bspw. GeForce RTX 2060) wird, sprich wie die Grafikchip-Entwickler ihre Grafikchips beschneiden bzw. teil-deaktivieren, um zu ihren konkreten Produkten zu kommen. Denn augenscheinlich hat dies bei dieser Grafikkarte nicht 100%ig perfekt funktioniert, wenn die Gaming-Performance zwar gleich zu einer regulären GeForce RTX 2060 ist, unter Blender & SPEC ViewPerf dann jedoch sehr erhebliche Performance-Gewinne zu sehen sind (welche auch außerhalb des Bereichs einer eventuell höheren TDP liegen). So bleibt es leider bei einer 21 Minuten langen Sensations-Meldung, welche kaum einen Erkenntnisgewinn im technischen Bereich liefert.