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Hardware- und Nachrichten-Links des 26. Februar 2020

Speicherchip-Hersteller SK Hynix hat in einem offiziellen Statement die kürzlich im Rahmen einer (vorgeblichen) Unterlage von SK Hynix präsentierten (angeblichen) Daten zu NextGen-Grafiklösungen definitiv als "gefälschtes Dokument" zurückgeweisen. Der bei dem verbreiteten Screenshot rechtsseitig zu sehende Artikel-Titel kommt wohl von der firmeneigenen Webseite, wurde dort aber nur für einen augenscheinlichen Neujahresgruß verwendet und hat im Original keinerlei Bezug zu HBM2E oder irgendwelchen AMD-Grafikkarten. Zu den linksseitig zu sehenden Kartendaten merkte SK Hynix zudem an, das hierbei die HBM2E-Spezifikationen falsch wiedergegeben wurden. In der Summe sei das ganze fabriziert, sicherlich unter Verwendung von Textabschnitten und Logos von SK Hynix, aber am Ende dürfte es sich somit um eine bewußte Fälschung handeln – welche ergo in ihren technischen Aussagen somit auch keinerlei Wirkmacht mehr entfalten kann. Die vorherigen Vermutungen zur technischen Ausführung von AMDs Navi 21 wie AMDs Arcturus bleiben damit (vorerst) weiterhin intakt.

Arcturus Navi 21
Fertigung wahrschl.  7nm+ TSMC bestätigt  7nm+ TSMC
Abstammung bestätigt  (modifizierte) Vega-Architektur bestätigt  RDNA2-Architektur
Technik wahrschl.  128 Shader-Cluster @ HBM2-Speicherinterface angenommen  80 Shader-Cluster @ GDDR6-Speicherinterface
Zielsetzung wahrschl.  rein Profi-Bereich: HPC & AI bestätigt  HighEnd-Gaming mit Hardware-RayTracing
Release wahrschl.  Frühling 2020 wahrschl.  Sommer/Herbst 2020

Ars Technica berichten von Intels kürzlichem "Security Day" über die Arbeit an einer vollständigen Speicher-Verschlüsselung bei zukünftigen Intel-Prozessoren – derzeit wahlweise "Total Memory Encryption" (TME) oder "Multi-Key Total Memory Encryption" (MKTME) genannt (letzteres möglicherweise eine reine Sondervariante für virtuelle Maschinen, wo jede VM mit einem anderen Key verschlüsselt wird). Derzeit hat Intel in dieser Frage (seit der Skylake-Architektur) nur sein Feature "Software Guard Extensions" (SGX) aufzubieten, welches allerdings in seiner Anwendung limitiert ist und daher auch kaum genutzt wird. AMD ist da mit seinem Feature "Transparent Secure Memory Encryption" (TSME) wesentlich weiter, weil jenes schlicht den kompletten Speicher verschlüsselt und dabei unabhängig vom Betriebssystem und dem Anwender rein CPU-intern arbeitet – man kann es nur im BIOS an- und ausschalten, für die benutzte Software ändert sich gar nichts. AMD bietet TSME seit der Zen-Architektur bei seinen Epyc-Prozessoren an – und im Zeitalter der CPU-Sicherheitslücken ergeben sich die Vorteile daraus faktisch von alleine – insbesondere Seitenkanal-Attacken sind gegenüber verschlüsseltem Speicher kaum noch zweckmäßig. Wahrscheinlich genau aus dieser Sichtweise heraus will Intel zukünftig gleiches anbieten, hatte derzeit allerdings noch keine Terminlage parat. Wie einfach ein solches Feature zu implementieren wäre, bleibt unklar – aber das es man nicht schon längst getan hat, deutet eher darauf hin, das dies mit einiger Arbeit an den Architektur-Innereien verbunden ist und daher möglicherweise Jahre der Vorbereitung benötigt.

Ian Cutress von AnandTech zeigt auf Twitter einen laufenden Xeon W-3175X mit gleich 1,5 TByte Hauptspeicher – obwohl der Prozessor Intel-offiziell maximal 512 GB Speicher unterstützt. Die hierbei aufgestellte Frage ist, ob die Intel-offiziellen Angaben zum maximalen Speichersupport (bezüglich der Kapazität) somit generell Nonsens sind – was wahrscheinlich exakt so zutreffend ist. Auch früher schon konnten die Intel-Prozessoren zumeist viel mehr Speicher verwalten und bezogen sich viele diesbezügliche Hersteller-Angaben (auch bei den Mainboard-Herstellern) nicht auf das, was maximal möglich ist – sondern nur auf das, was in der Evaluierungsphase getestet und zertifiziert wurde. Die einzige wirklich Sperre in diesem Bereich gibt es bei den echten Xeon-Prozessoren (der genannte Xeon W-3175X gehört eher zum HEDT-Segment), wo sich Intel den Speichersupport oberhalb 1 TByte bisher zusätzlich (mittels extra Modellen zu höheren Preislagen) bezahlen läßt. Jene Einschränkung ist aber teilweise schon aufgehoben und dürfte in Zukunft komplett fallen, da AMDs Epyc-Prozessoren ohne diese Limitierung angeboten werden. Eine weitere Einschränkung betrifft dann Windows 10, welches in der Home-Ausführung maximal 128 GB adressieren darf – in der Pro-Version sind es dagegen 2 TB, was derzeit wohl noch etwas außerhalb der Reichweite der meisten PC-Systeme liegt.

Notebookcheck sind der Frage nachgegangen, inwiefern im Notebook Radeon-iGPU oder Einsteiger-Grafiklösung besser wegkommen, wenn jene nominell die gleiche Rechenleistung aufweisen. Im Vergleich standen eine Vega 8 iGPU sowie eine Radeon RX 540X, jeweils in Notebooks baugleicher Ausführungen aus der Acer Swift 3 Serie getestet (die reinen Spiele-Benchmarks liefen teilweise auf anderen Acer-Geräten mit minimal schwächerer CPU). Nominell kommen beide Grafiklösungen mit 1,1-1,2 TFlops Rechenleistung sowie 32-38 GB/sec Speicherbandbreite daher, allerdings ist das Speicherinterface der APU natürlich zwischen CPU & iGPU geshart, womit die real nutzbare Speicherbandbreite der iGPU doch kleiner ausfällt als bei der extra Grafiklösung. Unter den 3DMark-Messungen zeigt sich allerdings nur eine kleine Differenz von gerade einmal +8%, die Spiele-Benchmarks sehen dann die extra Grafiklösung mit immerhin +38% vorn. Die Differenz zwischen beiden Werten läßt sich daran erklären, dass die 3DMarks die CPU nicht großartig belasten, womit in diesem Fall der Großteil der Prozessoren-TDP rein für die iGPU verwendet werden kann. Dies funktioniert im Spiele-Alltag dann natürlich nicht mehr, wo also TDP-bedingt das Performance-Niveau der iGPU absinkt, insbesondere bei auf niedrigen TDPs (wie 15, 18, 25 Watt) operierenden APUs. In der Summe erkämpft sich die Einsteiger-Mobilelösung durchaus ihre Berechtigung, ein noch niedrigeres Performance-Niveau darf es dann aber nicht mehr sein – womit sich gutklassige iGPUs auch als Antreiber der Grafik-Performance im Mobile-Einsteigersegment positionieren.

Technik Rohleistung 3DMarks Spiele
Radeon Vega 8 GCN5, 512 SE @ DualChannel DDR4 (geshart) 1229 GFlops & 38 GB/sec (geshart) 100% 100%
Radeon RX 540X GCN4, 512 SE @ 64 Bit GDDR5 1121 GFlops & 32 GB/sec 107,7% 137,5%
gemäß den Benchmarks von Notebookcheck unter 5 3DMark- und 14 Spiele-Tests
Speicherchip-Hersteller SK Hynix hat in einem offiziellen Statement die kürzlich im Rahmen einer (vorgeblichen) Unterlage von SK Hynix präsentierten (angeblichen) Daten zu NextGen-Grafiklösungen definitiv als "gefälschtes Dokument" zurückgeweisen. Der bei dem verbreiteten Screenshot rechtsseitig zu sehende Artikel-Titel kommt wohl von der firmeneigenen Webseite, wurde dort aber nur für einen augenscheinlichen Neujahresgruß verwendet und hat im Original keinerlei Bezug zu HBM2E oder irgendwelchen AMD-Grafikkarten. Zu den linksseitig zu sehenden Kartendaten merkte SK Hynix zudem an, das hierbei die HBM2E-Spezifikationen falsch wiedergegeben wurden. In der Summe sei das ganze fabriziert, sicherlich unter Verwendung von Textabschnitten und Logos von SK Hynix, aber am Ende dürfte es sich somit um eine bewußte Fälschung handeln - welche ergo in ihren technischen Aussagen somit auch keinerlei Wirkmacht mehr entfalten kann. Die vorherigen Vermutungen zur technischen Ausführung von AMDs Navi 21 wie AMDs Arcturus bleiben damit (vorerst) weiterhin intakt.





Arcturus
Navi 21




Fertigung
wahrschl.  7nm+ TSMC
bestätigt  7nm+ TSMC


Abstammung
bestätigt  (modifizierte) Vega-Architektur
bestätigt  RDNA2-Architektur


Technik
wahrschl.  128 Shader-Cluster @ HBM2-Speicherinterface
angenommen  80 Shader-Cluster @ GDDR6-Speicherinterface


Zielsetzung
wahrschl.  rein Profi-Bereich: HPC & AI
bestätigt  HighEnd-Gaming mit Hardware-RayTracing


Release
wahrschl.  Frühling 2020
wahrschl.  Sommer/Herbst 2020