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Hardware- und Nachrichten-Links des 26./27. Oktober 2019

Von Phoronix kommt mal wieder ein Artikel, welcher sich mit dem Performance-Einfluß der Patches gegen Spectre & MDS (unter Linux) beschäftigt. Hierfür standen sich der AMD-12-Kerner Ryzen 9 3900X sowie der Intel-Achtkerner Core i9-9900K im Test gegenüber – wobei letzterer aufgrund des inzwischen teilweise Hardware-gefixten Siliziums überraschend gut in diesem Vergleich wegkommt: Zwar verliert der Intel-Prozessor bei aktiven Patches immer noch -5,5% über das gesamte Benchmark-Feld, der AMD-Prozessor muß aber auch -3,7% weniger Performance verbuchen – womit Intel die Problematik, bei seinem Kampf gegen die diversen CPU-Sicherheitslücken zu viel Performance auf AMD einzubüßen, in jedem Fall minimieren konnte. Jener Effekt ist teilweise noch zu sehen an der Auswertung der nur wirklich betroffenen Benchmark, wo Intel gleich -11,1% verliert, AMD hingegen nur -4,3%. Augenscheinlich verliert AMD in den Test unter "unbetroffenen" Benchmarks beachtbar an Performance, ansonsten würde das zu sehende Insgesamt-Ergebnis nicht zu Stande kommen. Ganz auf die Goldwaage legbar ist dieser Test allerdings sowieso nicht, denn es verwundert doch einigermaßen, das der Ryzen 9 3900X unter Linux und mit reichlich professioneller Software nur um ganze 3-5% schneller als der Core i9-9900K sein soll – unter Windows sind dies unter einfacheren Testfeldern schließlich schon lockere +30%.

Ryzen 9 3900X Core i9-9900K
Performance-Verlust alle 322 Benchmarks -3,7% -5,5%
Performance-Verlust nur 75 betroffene Benchmarks -4,3% -11,1%
Performance-Verhältnis ohne/mit Patches ohne Patches AMD +2,7%, mit Patches AMD +4,6%
gemäß der Linux-Benchmarks von Phoronix

Von WikiChip kommt ein recht umfangreicher Artikel zu Intels "Tremont" Prozessoren-Architektur, mittels welcher Intel seine nächste Generation an LowPower-Prozessoren bestreiten will (früher einmal durchgehend als "Atom"-Prozessoren bezeichnet, aber diese Namensgebung benutzt Intel inzwischen nur noch selten). Mittels Tremont will man gegenüber den aktuellen Goldmont-Plus-basierten LowPower-Prozessoren in allen Punkten zulegen, besonders markant ist dabei der IPC-Sprung von prognostiziert oberhalb +30%. Da sich Intels letzte LowPower-Generationen schon ziemlich gut vom einstigen "Superlangsam-Image" der ersten Atom-Prozessoren lösen konnten, dürfte der neuerliche Performance-Sprung grob überschlagen durchaus dazu führen, das Intel mit diesen neuen LowPower-Prozessoren das (taktraten-bereinigte) Performance der ersten Core-Prozessoren erreicht. Inzwischen hat sich die Welt natürlich auch bei diesen "echten" Prozessoren weitergedreht, aber in jedem Fall wird damit die Performance-Differenz zwischen Atom- und Core-Linie kleiner – was den LowPower-Prozessoren mehr Anwendungsfelder erschließen sollte. Als gewissen Problempunkt wird in unserem Forum allerdings über die komplett fehlende AVX-Fähigkeit von Tremont diskutiert: Dies ist für eine neue Architektur natürlich kein Ruhmesblatt – andererseits muß auch klar sein, das selbst aktuelle Celeron- und Pentium-Prozessoren (trotz moderner Core-Architektur) bis maximal SSE4.2 beschnitten ausgeliefert werden, damit also seitens der Software-Entwickler derzeit nicht der große Anreiz besteht, AVX für alltägliche Software unverzichtbar zu machen.

Die PC Games Hardware berichtet über ein Interview mit Microsoft, welche für die kommende Xbox Scarlett ein vollmundiges Versprechen von UltraHD-Auflösung sowie Frameraten von 120 fps abgegeben haben. Zu beachten wäre hierzu allerdings, das die exakte Formulierung nicht gerade nahelegt, das dies gleichzeitig möglich sein soll: "Yes, we can do 4K, but we can also do 120 frames per second." Im Fall dessen, das man 120 fps unter der UltraHD-Auflösung gemeint hätte, hätte der Microsoft-Manager das "also" eher weggelassen bzw. durch ein "at the same time" ersetzt. In dieser Formulierung meint der Satz eher denn, das entweder UltraHD-Auflösung oder 120 fps (dann wahrscheinlich unter der FullHD-Auflösung) möglich sein sollen. Dies wird natürlich oftmals anders gelesen und über entsprechend knallige Überschriften insbesondere im englischsprachigen Raum dann ein ganz anderer Eindruck suggeriert. So oder so hätte sich der Microsoft-Manager sicherlich exakter ausdrücken können, denn natürlich wird Microsoft an solchen Aussagen gemessen – egal in welcher Leseweise. Dabei ist insbesondere die UltraHD-Auflösung ein gewisser Wackelkandidat, denn dies wurde bei Xbox One X sowie Playstation 4 Pro schließlich auch nur dadurch erreicht, das man Spiele basierend auf der viel schwächeren Hardware der Standardkonsolen Xbox One & PS4 auf die höhere Auflösung hochzog (und dies oftmals auch nur mit Rendering-Tricks). Mittels der kommenden neuen Spielekonsolen-Generation dürften die Spieleentwickler allerdings zuerst daran interessiert sein, deren höhere Rechenpower für eine bessere Standard-Grafik auszunutzen – und nicht gleich für die UltraHD-Auflösung zu verballern.

Dies hängt natürlich auch an der konkreten Grafikpower der NextGen-Konsolen, welche immer noch nicht ganz klar ist – alles zwischen Radeon RX 5500 und 5800 ist noch denkbar (mit "5800" ist eine Grafikpower höher als bei der Radeon RX 5700 XT gemeint), aber eine Grafiklösung mit echter Befähigung zu spielbaren Frameraten unter UltraHD darf als unwahrscheinlich gelten. So oder so ist für die Spieleentwickler wahrscheinlich klar, das bei der Entscheidung "höhere Grafikpracht" gegenüber "UltraHD-Auflösung" letztere immer das Nachsehen haben wird, weil wesentlich ineffektiver und auf einem TV-Gerät zudem auch nicht so zwingend wie auf einem Computer-Monitor. Die reale Nutzung der UltraHD-Auflösung oder auch von Frameraten von 120 fps dürften auch bei den NextGen-Konsolen dann eher eSports-Titeln und anderen Casual Games vorbehalten sein – während die allermeisten AAA-Titel eher in Richtung von mehr Grafikpracht gehen dürften und somit keine Reserven für diese beiden Features übriglassen dürften. Einzurechen wäre an dieser Stelle auch der Effekt, das bei Spielekonsolen im Laufe deren Lebenszyklus die Render-Auflösung immer stärker unter Druck gerät, da mit jedem Jahr eine bessere Grafik geboten werden soll, gleichzeitig aber keine bessere Hardware zu Verfügung steht. Langfristig gesehen dürften Xbox Scarlett & Playstation 5 damit doch wieder auf der FullHD-Auflösung landen – es sei denn, die verbaute Grafik-Hardware ist deutlich leistungsfähiger als man bislang vermutet.

Nachzutragen ist noch eine Meldung von Ende September über einen weiteren "8K-Standard" für TV-Geräte – diesesmal ausgegeben von der Consumer Technology Association (CTA). Dies kommt etwas überraschend nach der kürzlichen Ankündigung der "8K Association" zugunsten eines eigenen 8K-Standards für TV-Geräte – schließlich ist damit nun in Form von konkurrierenden Standards & Logos genau das eingetreten, was eigentlich verhindert werden sollte. Ironischerweise lesen sich die von der CTA geforderten Spezifikationen mehr oder weniger genauso wie diejenigen der "8K Association": Auflösung von 7680x4320, Bit-Tiefen bis zu 10 Bit, Frameraten von 24, 30 und 60 fps, HDR nach BT.2100 und HDMI 2.1 mit HDCP 2.2 – wirkliche Differenzen dürften sich da wohl erst mit dem Blick in den jeweils nicht öffentlichen Spezifikations-Teil finden lassen. Die CTA mag dabei mit ihrer Spezifikation später angetreten sein, will aber früher zu Potte kommen, hat bereits ein fertiges Logo parat und will jenes ab dem 1. Januar 2020 für entsprechende TV-Geräte vergeben. Das die CTA als bekannte Industrie-Vereinigung dabei auf eine Geschichte seit dem Jahr 1924 zurückblicken kann, immerhin 2200 Mitglieds-Firmen vertritt und auch noch die bekannte CES-Messe (jeden Jahresanfang in Las Vegas) ausrichtet, dürfte deren 8K-Standard sicherlich einen erheblichen Start-Vorteil bescheren.

Von Phoronix kommt mal wieder ein Artikel, welcher sich mit dem Performance-Einfluß der Patches gegen Spectre & MDS (unter Linux) beschäftigt. Hierfür standen sich der AMD-12-Kerner Ryzen 9 3900X sowie der Intel-Achtkerner Core i9-9900K im Test gegenüber - wobei letzterer aufgrund des inzwischen teilweise Hardware-gefixten Siliziums überraschend gut in diesem Vergleich wegkommt: Zwar verliert der Intel-Prozessor bei aktiven Patches immer noch -5,5% über das gesamte Benchmark-Feld, der AMD-Prozessor muß aber auch -3,7% weniger Performance verbuchen - womit Intel die Problematik, bei seinem Kampf gegen die diversen CPU-Sicherheitslücken zu viel Performance auf AMD einzubüßen, in jedem Fall minimieren konnte. Jener Effekt ist teilweise noch zu sehen an der Auswertung der nur wirklich betroffenen Benchmark, wo Intel gleich -11,1% verliert, AMD hingegen nur -4,3%. Augenscheinlich verliert AMD in den Test unter "unbetroffenen" Benchmarks beachtbar an Performance, ansonsten würde das zu sehende Insgesamt-Ergebnis nicht zu Stande kommen. Ganz auf die Goldwaage legbar ist dieser Test allerdings sowieso nicht, denn es verwundert doch einigermaßen, das der Ryzen 9 3900X unter Linux und mit reichlich professioneller Software nur um ganze 3-5% schneller als der Core i9-9900K sein soll - unter Windows sind dies unter einfacheren Testfeldern schließlich schon lockere +30%.





Ryzen 9 3900X
Core i9-9900K





Performance-Verlust alle 322 Benchmarks
-3,7%
-5,5%



Performance-Verlust nur 75 betroffene Benchmarks
-4,3%
-11,1%



Performance-Verhältnis ohne/mit Patches
ohne Patches AMD +2,7%, mit Patches AMD +4,6%



gemäß der Linux-Benchmarks von Phoronix