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Hardware- und Nachrichten-Links des 28. Juni 2019

WCCF Tech zeigen einen kurzfristig in der 3DMark-Benchmarkdatenbank aufgetauchten TimeSpy-Wert zur Radeon RX 5700 XT von 8719 Grafik-Punkten. Damit würde sich die kommende AMD-Grafikkarte unter dem TimeSpy-Test des 3DMark13 in der Mitte zwischen der Referenz-Ausführung zur GeForce RTX 2070 sowie deren (etwas höher taktenden) Founders Edition plazieren – wobei letztgenannte Karte aufgrund ihres 100 Dollar/Euro höheren Preispunkts keine praktische Relevanz mehr hat. Die am Grafikkartenmarkt für ab 460 Euro gehandelten GeForce RTX 2070 Karten mit Referenz-Taktraten dürfte die Radeon RX 5700 XT somit in diesem Benchmark um einen minimalen Vorsprung schlagen können, wobei jede halbwegs normale Werksübertaktung zur GeForce RTX 2070 diesen Vorsprung gleich wieder egalisieren dürfte. Andere Benchmarks können natürlich anders ausfallen – und da AMD mittels eigener Benchmarks schon eine vergleichsweise präzise Performance-Vorgabe zur Radeon RX 5700 XT aufgestellt hat (+5,8% vor der GeForce RTX 2070), sind diese TimeSpy-Werte auch nicht mehr derart großartig von Bedeutung.

Technik TimeSpy (Gfx) Liste
GeForce RTX 2080 FE Turing TU104, 2944 SE @ 256 Bit GDDR6, 1515/1800/3500 MHz Ø 10848 699$
GeForce GTX 1080 Ti Pascal GP102, 3584 SE @ 352 Bit GDDR5X, 1480/1582/2750 MHz Ø 9467 699$
GeForce RTX 2070 FE Turing TU106, 2304 SE @ 256 Bit GDDR6, 1410/1710/3500 MHz 8901 599$
Radeon RX 5700 XT Navi 10, 2560 SE @ 256 Bit GDDR6, 1605/1755/3500 MHz 8719 449$
GeForce RTX 2070 Ref. Turing TU106, 2304 SE @ 256 Bit GDDR6, 1410/1620/3500 MHz Ø 8608 499$
GeForce GTX 1080 Pascal GP104, 2560 SE @ 256 Bit GDDR5X, 1607/1733/2500 MHz Ø 7344 499$
Radeon RX Vega 64 Vega 10, 4096 SE @ 2048 Bit HBM2, 1247/1546/945 MHz Ø 7267 499$
Quellen: Werte zu Radeon RX 5700 XT & GeForce RTX 2070 FE kommen von WCCF Tech, alle anderen sind das mathematische Mittel der Werte von Guru3D, KitGuru, SweClockers und Tweakers

Allerdings kann man anhand jener die bisherige Vermutung als erhärtet betrachten, das sich AMD bei seinen eigenen Benchmarks nicht gegenüber der GeForce RTX 2070 FE, sondern "nur" gegenüber der GeForce RTX 2070 auf Referenz-Taktung verglichen hat. Der Unterschied ist nicht weltbewegend groß (zwischen beiden Ausführungen der GeForce RTX 2070 liegt eine Performance-Differenz von 3-3,5%), hat aber durchaus eine Bewandtnis beim anstehenden Navi-Launch – weil viele Hardware-Redaktionen üblicherweise die FE-Varianten und nicht die gebräuchlicheren Referenz-Varianten testen und es somit durchaus vorkommen kann, das die Radeon RX 5700 XT dann (zum großen Erstaunen) eine "GeForce RXT 2070" (in der FE-Ausführung) eben nicht schlägt. Meistens wird dann leider auch noch vergessen zu erwähnen, das die FE mit +100 Dollar Listenpreis wesentlich teurer ist und dies für nur 3-3,5% Performance-Differenz nun überhaupt nicht lohnt. Der korrekte Vergleich zur Radeon RX 5700 XT ist sicherlich derjenige zu einer GeForce RTX 2070 auf Referenz-Taktraten – und selbst werksübertaktete Ausführungen der GeForce RTX 2070 sollte man als Test-Kontrahenten eher vermeiden, da AMD mit der eigenen Radeon RX 5700 XT "Anniversary Edition" selber schon zeigt, das auch zur Radeon RX 5700 XT werksübertaktete Modelle mit gutem Mehrtakt möglich sind.

WinFuture notierten Aussagen des Stadia-Chefs zu den Spielepreisen bei Googles Stadia: Jene sollen nicht niedriger liegen als die gewöhnlichen Spielepreise – trotz das ein Spiel bei Stadia nicht wie üblich erworben wird, sondern nur ein Nutzungsrecht über Stadia existiert (was jetzt allerdings bei vielen Steam-Spielen praktisch auch nicht anders ist). Die Aussage mag hier und da vielleicht überraschen, da vor der Stadia-Vorstellung oftmals die Hoffnung auf eine Spiele-Flatrate oder sonstwie einen erheblichen Preisvorteil existiert hatte. Mittel der Preisstruktur von Stadia, welches teilweise eine kostenfreie Nutzung des Dienstes ermöglicht, war allerdings klar, daß das Spielestreaming zumindest aus geschäftlicher Sicht nur die zweite Geige darstellen konnte, Google faktisch zu zumindest halbwegs normalen Spielepreisen gezwungen sein dürfte – was sich nunmehr bestätigt. Googles Stadia zeigt sich somit immer mehr vom Kern her als der Spieleshop von Google – nur eben mit dem Streaming-Feature, mittels welchem man sich von der Konkurrenz abheben kann, was auch nur Google mittels seiner weltweiten Technik derart perfekt liefern kann. Das Streaming ist aber eben nur der Zuckerguß oben drauf, im eigentlichen dürfte es Google darum gehen, im Markt der Spieleshops einen Einstieg zu finden.

Heise berichten über eine neue Angriffstechnik gegenüber Microsoft Excel, welche ähnlich verherrende Schäden anrichten könnte wie die "beliebten" Office-Makros. Dabei macht man sich die Fähigkeit von Excel 2016 & 2019 zunutzen (kann bei Excel 2010 & 2013 per AddOn nachgerüstet werden), mittels DDE (Dynamic Data Exchange) Daten einzelner Tabellen-Zellen aus dem Internet oder dem Netzwerk nachzuladen – ein einfaches Beispiel wäre eine Excel-Datei, wo mit Währungsumrechnungen hantiert wird und demzufolge jeweils aktuelle Währungskurse nachgeladen werden. Leider geht die entsprechende Excel-Funktionalität ziemlich weit, mittels DDE kann man auch echte Code-Bestandteile nachladen, nicht nur reine Nutzdaten. Sobald dies gut genug verschleiert wird, bemerken übliche Virenscanner derzeit nichts davon – und im Gegensatz zu Office-Makros läßt sich das ganze auch so einrichten, das es keinerlei Warnmeldungen von Excel gibt, die man erst einmal wegklicken müsste. Im "Idealfall" bedeutet also das reine Öffnen einer derart verseuchten Excel-Tabelle die Infektion des Systems mit Schadcode.

Da dies alles vergleichsweise einfach zu realiseren ist, dürfte sich diese dato nur in der Theorie beschriebene Angriffstechnik schon demnächst in der Praxis größerer Verbreitung "erfreuen" – auch, weil Microsoft den Kopf in den Sand steckt und keinerlei Fixes hier gegenüber plant. Sicherlich handelt es sich hierbei um eine gewollte Funktionalität von Excel – doch wenn jene allerdings derart einfach zu mißbrauchen ist, darf durchaus die Frage nach der Abwägung von Vor- und Nachteil gestellt werden. Natürlich kann man die DDE-Funktionalität auch vollständig deaktivieren – ironischerweise nur mittels Registry-Einträgen, wo Microsoft ansonsten immer davor warnt, an der Windows-Registry herumzuspielen. Die eigentliche Empfehlung kann daher eigentlich nur dahin gehen, Microsofts Office generell auf den Prüfstand zu stellen, wenn Microsoft die Sicherheit der Anwender in der Praxis weit weniger wichtiger ist als eine Funktionalität, von der 99% der Nutzer sicherlich noch nicht einmal wussten, das jene überhaupt existiert. Zu bedenken sind dabei auch die anderen Fälle, bei welchen Microsoft ähnlich reagiert und speziell die Nutzer von Microsoft Office somit erhöhten Risiken aussetzt.