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Hardware- und Nachrichten-Links des 29./30./31. August 2019

Für einige Aufmerksamkeit sorgt derzeit eine Meldung seitens Jon Peddie Research über den Grafikchip-Markt im zweiten Quartal 2019 – in welchem AMD den zweiten Platz von nVidia übernommen hat. Allerdings handelt es sich hierbei um die Statistik aller verkauften PC-Grafikchips, inklusive auch der (mengenmäßig deutlich dominierenden) integrierten Grafikchips in Intels Prozessoren wie auch AMDs APUs. AMD hat in dieser Statistik über sein APU-Portfolio also einen enormen Standortvorteil gegenüber nVidia – und es war somit eher beachtlich, das sich nVidia so lange auf dem zweiten Platz hatte halten können. Sobald das AMD-Geschäft aber wirklich rund laufen sollte (sprich guter Anteil am Geschäft mit extra Grafikchips sowie guter Prozessoren-Marktanteil), dürfte nVidia in dieser Statistik jederzeit keine Chance gegenüber AMD haben, egal wie es bei den Desktop-Grafikkarten steht. Das hierbei der Anteil der integrierten Grafiklösungen glasklar dominiert, sieht man letztlich am Marktanteil von Intel in dieser Statistik, welcher ohne einen einzelnen dedizierten Grafikchip jahrelang konstant zwischen 65-70% pendelte. Sobald AMDs Anteil am CPU-Geschäft zulegt, dürfte Intel wohl etwas in Richtung 60% verlieren, AMD bei grob 25% herauskommen und nVidia auf grob 15% gedrückt werden. Wie üblich sagt diese Statistik leider gar nichts dazu aus, wer in diesem Markt wirklich eine Bedeutung hat, wenn die Masse an mitgeschleiften und zumeist nie fürs Gaming genutzten integrierten Grafiklösungen hierbei fast alleinig den Ausschlag gibt.

Videocardz berichten über neue Asus-Mainboards für die kommende Threadripper 3000 Generation, welche augenscheinlich auf einem regelrecht neuen Mainboard-Chipsatz basieren: TRX40. Ein Leak basierend auf Angaben des "USB Implementers Forum" (einem Zusammenschluß von Herstellern von USB-Gerätschaften) zeigt dann noch zwei andere neue Threadripper-Chipsätze: TRX80 & WRX80. Dies wäre abweichend von früheren Annahmen, nachdem die kommende Threadripper 3000 Generation mit dem "X599" nur einen neuen Mainboard-Chipsatz erhalten sollte. Richtig Öl ins Feuer gießt dann allerdings die PC Games Hardware mit ihrer Meldung, wonach Threadripper 3000 laut einer Mail des ASRock-Supports nicht mehr mit früheren Mainboard-Chipsätzen kompatibel sein soll – dies wäre dann klar überraschend und auch ungewöhnlich angesichts der bisherigen Kompatibilitäts-Strategie von AMD. Zwar hat AMD niemals eine Mainboard-Kompatibilität, sondern immer nur eine Sockel-Kompatibilität versprochen – rein praktisch lief es bislang aber durchaus darauf hinaus, das ein gleicher Sockel auch Mainboard-Kompatibilität (außerhalb des LowCost-Segments) bedeutete. Sicher ist das ganze natürlich noch mitnichten, aber es scheint bei AMD doch gewisse Änderungen gegenüber den bisherigen Annahmen zu Threadripper-Mainboards zu geben. Threadripper 3000 wird regulär diesen Herbst erwartet und könnte dort bei einem Oktober-Termin direkt gegen Intels Cascade Lake X (Core i9-10000X) antreten, ist aber bislang terminlich noch nicht wirklich fixiert.

Heise berichten auf Basis entsprechender Linux-Patches über einen ungewöhnlich hohen (offiziellen) Speichersupport bei AMDs kommender Renoir-APU: Es soll gleich bis auf DDR4/4266 hinaufgehen – nachdem AMD bisher im APU-Feld maximal DDR4/2933 (Desktop) bzw. DDR4/2400 (Mobile) geboten hatte. Ausgehend von jener Differenz dürften auch die genannten DDR4/4266 wohl nur für die Desktop-Ausführungen von Renoir gedacht sein, die Mobile-Ausführungen dann etwas niedriger antreten – womöglich mit den gleichen DDR4/3733, wie es in der Spezifikation von Intels Ice Lake steht. Selbige Mobile-Prozessoren hatten zuerst mit dieser vergleichsweise hohen Speichertaktung überrascht und somit möglicherweise AMD den Anlaß gegeben, bei seinen eigenen APUs nachzuziehen – gerade wo die Performance der jeweiligen integrierten Grafik inzwischen maßgeblich an der zur Verfügung stehenden Speicherbandbreite hängen dürfte. Auch Intels stark verbesserte Grafik-Performance mittels Ice Lake dürfte letztlich zu einem nicht geringen Teil auf der (derzeit) viel höheren Speichertaktung basieren, was AMD hiermit wohl zu egalisieren versucht. In jedem Fall dürfte es zu einem interessanten Wettstreit im Mobile-Segment kommen, wenn dann Anfang 2020 die Renoir-APU als würdiger Gegner zu Intels Ice Lake in den Markt kommt.

AMD Intel
2018 Raven Ridge (Zen 1): DDR4/2933 (Desktop) bzw. DDR4/2400 (Mobile) Coffee Lake (und Abkömmlinge): DDR4/2666 (Desktop & Mobile)
2019 Picasso (Zen+): DDR4/2933 (Desktop) bzw. DDR4/2400 (Mobile) Ice Lake: DDR4/3733 (Mobile)
2020 Renoir (Zen 2): DDR4/4266 (whrschl. Desktop) ?

Auf Steam finden sich die finalen PC-Systemanforderungen für das Horror-Drama "The Dark Pictures: Man of Medan", welches am 30. August in den Handel gegangen ist. Basierend auf der Unreal Engine 4 erstellt, fragt das Spiel von Entwickler "Supermassive" und Publisher "Bandai Namco", vergleichsweise Standard-Hardware ab, was natürlich auch der Art des Spiels selber entspricht – wo es eher um die erzählte Geschichte als um ein besonderes Effekt-Feuerwerk geht. Als Ausnahme gegenüber anderen Spiele-Systemanforderungen stimmen dabei sogar einmal die Zuordnungen im CPU-Bereich: Unter der Minimum-Paarung passt eben nur der FX-8350 zum Core i5-3470, weil bei der Spiele-Performance es wirklich den Achtkern-Bulldozer braucht, um mit diesem älteren Intel-Vierkerner (halbwegs) mitzuhalten. Viele Spiele-Publisher geben an dieser Stelle grob unsinnig Angaben ab, welche vermutlich auf der Anwendungs-Performance dieser Prozessoren basieren – was jedoch nichts mit deren Spiele-Performance zu tun hat, gerade bezüglich Bulldozer-Prozessoren (gutklassige Anwendungs-Performance, unter Spielen weit zurückhängend). Mit dem Vorhandensein der neuen Ryzen-Prozessoren dürfte sich diese Problematik jedoch mit der Zeit verflüchtigen, gerade wo speziell Ryzen 3000 (außerhalb der Spitzen-Modelle) nunmehr doch ziemlich gut mit Intels-Prozessoren im Gaming-Einsatz mithalten kann.

Minimum Empfohlen
OS Windows 7 64-Bit, DirectX 11, 80 GB Festplatten-Platzbedarf
CPU Core i5-3470 oder FX-8350 Core i5-8400 oder Ryzen 5 1600
Speicher 8 GB RAM 8 GB RAM
Gfx GeForce GTX 750 Ti oder Radeon HD 7870 GeForce GTX 1060 oder Radeon RX 580
(rein offizielle Systemanforderungen zu "The Dark Pictures: Man of Medan")
Für einige Aufmerksamkeit sorgt derzeit eine Meldung seitens Jon Peddie Research über den Grafikchip-Markt im zweiten Quartal 2019 - in welchem AMD den zweiten Platz von nVidia übernommen hat. Allerdings handelt es sich hierbei um die Statistik aller verkauften PC-Grafikchips, inklusive auch der (mengenmäßig deutlich dominierenden) integrierten Grafikchips in Intels Prozessoren wie auch AMDs APUs. AMD hat in dieser Statistik über sein APU-Portfolio also einen enormen Standortvorteil gegenüber nVidia - und es war somit eher beachtlich, das sich nVidia so lange auf dem zweiten Platz hatte halten können. Sobald das AMD-Geschäft aber wirklich rund laufen sollte (sprich guter Anteil am Geschäft mit extra Grafikchips sowie guter Prozessoren-Marktanteil), dürfte nVidia in dieser Statistik jederzeit keine Chance gegenüber AMD haben, egal wie es bei den Desktop-Grafikkarten steht. Das hierbei der Anteil der integrierten Grafiklösungen glasklar dominiert, sieht man letztlich am Marktanteil von Intel in dieser Statistik, welcher ohne einen einzelnen dedizierten Grafikchip jahrelang konstant zwischen 65-70% pendelte. Sobald AMDs Anteil am CPU-Geschäft zulegt, dürfte Intel wohl etwas in Richtung 60% verlieren, AMD bei grob 25% herauskommen und nVidia auf grob 15% gedrückt werden. Wie üblich sagt diese Statistik leider gar nichts dazu aus, wer in diesem Markt wirklich eine Bedeutung hat, wenn die Masse an mitgeschleiften und zumeist nie fürs Gaming genutzten integrierten Grafiklösungen hierbei fast alleinig den Ausschlag gibt.


Total Graphics Market Share Q2/2010-Q2/2019   © Jon Peddie Research