3

Hardware- und Nachrichten-Links des 3. Januar 2013

In der Frage der schwankenderen Frameraten von AMDs Radeon HD 7000 Serie hat sich leider derzeit noch nichts bewegt, obwohl AMD eigentlich eine Stellungnahme noch vor Jahresschluß 2012 versprochen hatte. Der die ganze Anlegenheit auslösende Tech Report berichtet allerdings über einen neuen Ansatzpunkt zur Erklärung sowie Lösung dieser Problematik: So sollen Probleme mit Software-Puffern sowie dem Speichermanagment in den AMD-Treibern für das Problem verantwortlich sein, indirekt ausgelöst durch AMDs Architekturwechsel von einer VLIW- zur GCN-Architektur bei der Radeon HD 7000 Serie. Dies sei aber mittels des Neuschreibens diverse Teile des Treibercodes letztlich fixbar – und AMD will dies auch in einer Serie von Treiber-Update demnächst tun. Der springende Punkt dieser durchaus positiven Entwicklung wird natürlich sein, ob es AMD gelingt, dies alles ohne Performanceverlust zu realisieren – nur dann könnte man das Problem auch wirklich als vollständig ohne Nachgeschmack gelöst betrachten.

Bei Tom's Hardware wird basierend auf einem Sony-Patent zum dynamischen GPU-Umschalten dahingegend spekuliert, die kommende Playstation 4 könne ein solches System nutzen. Hier spielt auch mit hinein, daß die Hardware der Playstation 4 aus AMD-Prozessor und AMD-Grafikchip besteht, was gern in Richtung der Verwendung einer APU mit integrierter Grafiklösung verstanden wird. Letztere Auflösung ist aber doch eher unwahrscheinlich für die Playstation 4: Wieso sollte Sony auch gleich zwei Grafiklösungen bei einer feststehenden Hardware aus lauter sonderangefertigten Komponenten benutzen, wo man sich also die jeweils passende Hardware zurechtdesignen könnte? Dies wäre nichts anderes als Silizium-Verschwendung – und dies wird bei einer Spielekonsole, welche zumindest anfänglich in jedem Fall ein Zuschußgeschäft darstellen wird, kaum passieren. Das Argument des Stromsparens zieht dann sowieso nicht, da es sich bei einer Spielekonsole um ein Produkt für den unkritischen Massenmarkt handelt – wo die Frage des Stromverbrauchs also allerhöchstens eine Randnotiz wert ist, ganz besonders beim Idle-Verbrauch (und nur diesen könnte ein zweiter Grafikchip senken).

Zudem sei auf das Alter des Patents hingewiesen: Im Jahr 2009 war der Idle-Verbrauch von schnellen Grafikkarten durchaus noch ein Thema, heutzutage verbraucht der wahrscheinlich bei der Playstation 4 verbaute Pitcairn-Chip im Idle-Betrieb nur seine 11 bis 13 Watt. Bei explizit designter Hardware (wie eben für eine Spielekonsole) kann man dies sicher auch noch etwas weiter runterdrücken – und sobald man unterhalb von 10 Watt liegt, gibt es einfach keinen größeren Spareffekt mehr, welchen man mit einem zweiten Grafikchip nur für 2D-Aufgaben realisieren könnte. Ganz generell betrachtet existiert das System der zwei Grafikchips bei heutigen PCs & Notebooks ja auch nur deswegen, weil AMD und Intel derzeit wohl über 95% ihrer Consumer-Prozessoren mit integrierter Grafiklösung ausliefern und daher diese Silizium-Verschwendung einfach schon vorhanden ist. Wirklich sinnvoll ist es dagegen (bis auf spezielle Anforderungen) nicht, beide Grafiklösungen (zusammen mit einer bekannterweise nicht immer perfekt funktionierenden Umschalt-Lösung) zusammen laufen zu lassen – vielmehr sollte man im Normalfall die integrierte Grafiklösung besser abschalten und somit einfach nur als Backup-Lösung im Fall des Defekts der eigentlichen Grafiklösung ansehen.