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Hardware- und Nachrichten-Links des 30./31. Juli 2015

Laut der DigiTimes geht das Volumen auch des Retail-Marktes angesichts erneut schwacher PC-Verkaufszahlen ebenfalls zurück, im HighEnd-Segment würde die Verkäufe jedoch abweichend davon weiter anziehen. Dies nehmen nun wichtige taiwanesische Hersteller zum Anlaß, ihr Geschäft zukünftig mehr auf HighEnd-Verkäufe auszurichten zu wollen. Man versucht sich hierbei ein Beispiel an Marktführer Asus zu nehmen, welcher sowohl große Stückzahlen umsetzt als auch gut profitabel dabei ist. Eine Rolle dürfte hierbei auch spielen, daß der früher sehr volumenträchige Absatz an LowCost-Grafikkarten durch die heutzutage in fast jeder CPU integrierten Grafiklösungen erheblich zusammengeschrumpft ist, zumindest im Grafikkarten-Geschäft erscheint die Konzentration auf die höherpreisige Segmente daher als natürlich. Ganz generell darf aber auch gelten, daß man im HighEnd-Bereich einfach mehr verdienen kann (Apple & Intel lassen grüßen), und zudem eben nicht nur über den Preis konkurrieren muß. Die Meldung der DigiTimes muß nichts direkt bedeuten, aber ein höheres Augenmerk der großen Hersteller auf das HighEnd-Segment läßt doch die Hoffnung aufkommen, daß es dort in Zukunft positive Entwicklungen geben könnte.

Die PC Games Hardware vermeldet erste Großhandelspreise für Skylake-Prozessoren. Die dort noch fehlende Mehrwertsteuer mit einbezogen, sehen jene schon ganz passend aus – etwas höher als die US-Listenpreise der Haswell-Prozessoren, was aber bedingt durch eben die MwSt. und den derzeit schlechten Dollar/Euro-Umrechnungskurs normal ist. Damit sieht es so aus, als würde Skylake wieder exakt zum Preisniveau von Haswell in den Markt gehen – angesichts dessen, daß im Performance/Enthusiasten-Bereich derzeit kaum ein Wettbewerb stattfindet, schon einmal nicht schlecht, selbst steigende Preise würden die Hardware-Enthusiasten letztlich mitgehen müssen. Andererseits wird Intel derzeit nicht primär über den (darniederliegenden) Wettbewerb mit AMD an höheren Preisen gehindert, sondern über die geringen Leistungssprünge der letzten Intel-Architekturen im Verbund mit kaum noch steigenden Hardware-Anforderungen heutiger Software. Wenn Intel die Preise zu hoch ansetzen würde, blieben die Konsumenten einfach länger bei ihren bisherigen PC-Systemen.

Laut WinFuture soll es noch Anfang August ein Microsoft-intern als "Service Release 1" bezeichnetes Update für Windows 10 geben, welches die ersten nach dem Release gefundenen Bugs und Unstimmigkeiten löst. Hierbei dürfte es sich jedoch noch nicht um das für den Herbst angesetzte erste größere Update handeln, mit diesem dürften wohl eher funktionelle Erweiterungen und Verbesserungen daherkommen, welche es nicht mehr in den RTM-Status geschafft haben. Golem bringen zudem eine etwas genauere Information über die Möglichkeit zur Verschiebung von Windows-Updates – nachdem Windows 10 das komplette Aussetzen von Updates wie bekannt offiziell gar nicht mehr unterstützt: Mittels der Pro-Version ist eine gewisse Verschiebung der Updates möglich, welche zeitlich bis zu vier Monate betragen soll. Insofern hat die Pro-Version dann doch einen gewissen Vorteil, denn mittels der Home-Version bliebe fast nur noch der (unter Windows 10 noch unerprobte) Weg, den Betriebssystem-Dienst "Windows Update" gänzlich zu deaktivieren.

Die PC Games Hardware sowie die ComputerBase widmen sich hingegen den Fragen zur Installation und Hardware-Bindung von Windows 10: Stand der Dinge ist derzeit, daß man für eine saubere Installation zuerst das Upgrade auf Windows 10 regulär durchführen muß, danach kann man die Festplatte plattbügeln und ein sauberes Windows 10 neu installieren – jenes wird anhand des von Microsoft generierten Hardware-Schlüssels erkannt und aktiviert. Wichtig ist hierfür, daß das direkte Upgrade von Windows 7/8.1 auch wirklich einmal durchgeführt wurde, da erst damit bei Microsoft ein entsprechender Hardware-Schlüssel hinterlegt wird, welcher die Kostenlos-Lizenz für Windows 10 begründet. Nachteiligerweise wird das ganze System bei einem Hardware-Wechsel natürlich nicht mehr funktionieren – möglicherweise verlangt Windows 10 nicht nach jedem Hardware-Wechsel eine Neuaktivierung, aber wenn man irgendwann einmal Windows 10 sowieso neu installieren wollte, dürfte es selbst an kleinen Hardware-Änderungen scheitern. Hierfür will Microsoft aber noch entsprechende Umzugs-Tools bereitstellen, um mit der über die Umstiegs-Aktion generierten Windows-10-Lizenz tatsächlich auf andere Hardware bzw. einen anderen PC umziehen zu können.

Die Sache mit der "Landesverrats"-Ermittlung gegen Netzpolitik.org zieht nun endlich einmal größere mediale Kreise – die Mainstream-Presse ist wenigstens teilweise spät aufgewacht. Trotzdem ist das ganze noch lange kein Vergleich mit der seinerzeitigen Spiegel-Affäre, wo sich faktisch die gesamte Öffentlichkeit hinter den Spiegel stellte. Heutzutage geht es natürlich nur um ein "Blog" (ist nicht einmal korrekt, Netzpolitik ist eine reguläre Webseite und nicht nur das Meinungsportal einer Einzelperson) aus dem "Internet", da hält sich das Mitleid der Mainstream-Presse in Grenzen und schreiben nur die halbwegs netzaffinen Magazine teilweise etwas dazu. Zudem wagt es auch niemand, die bestehende Rechtslage selber in Frage zu stellen, welche selbst dann einen "Geheimnisverrat" justizabel macht, wenn man persönlich nirgendwo eine Verschwiegensheitserklärung oder ähnliches unterzeichnet hat (die seinerzeitige Spiegel-Affäre war in dieser Hinsicht einfacher gestrickt, als daß der Spiegel nur Dokumente veröffentlicht hatte, die sowieso "dem damaligen Stand der öffentlichen Unterrichtung" entsprachen).

Trotzdem dürfte im Fall der Netzpolitik der Journalisten-Schutz des Grundgesetzes greifen, dies sollten eigentlich auch die Ermittlungsbeamten wissen – ganz besonders als studierte und auf das Grundgesetz vereidigte Juristen. Aber wahrscheinlich geht es eher darum, mal wieder richtig Eindruck zu machen unter all den neu hinzugekommenen Publizisten im "sogenannten" Internet – von welchen die wenigsten so bedeutsam und mit so breiter Unterstützungsfront ausgestattet sind wie die Netzpolitik, selbst wenn hinter der Netzpolitik kein großer Verlag o.ä. steht. Ob diese Rechnung aufgeht, hängt dann jedoch primär an der Reaktion der Online- und Offline-Öffentlichkeit ab: Kommt der große Schulterschluß zustande wie seinerzeit bei der Spiegel-Affäre, sind die Grenzen der Ermittlung wieder für ein paar Jahrezehnte eindrucksvoll gesetzt – wenn nicht, wird dem Mißbrauch des Landesverrats-Paragraphen Tür und Tor geöffnet.