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Hardware- und Nachrichten-Links des 4. Dezember 2018

Bei ComputerBase und PC Games Hardware hat sich mit der Grafikkarten-Performance unter Hitman 2 beschäftigt – was insofern eine größere Bedeutung hat, als das die offiziellen Systemanforderungen zum Spiel erstmals GeForce GTX 1070 oder Radeon RX Vega 56 als Hardware-Empfehlung nennen. Die Benchmarks beider Webseiten fallen dabei sehr unterschiedlich aus: Die ComputerBase hatte eine eher CPU-limitierte Szene im Visier, welche unter der FullHD-Auflösung alle schnelleren Grafikkarten auf die dieselbe Framerate eindampfte – ein klarer Hinweis darauf, das der Verzicht auf die CPU entlastende Funktionalität von DirectX 12 ein Fehler der Spieleentwickler bei Hitman 2 darstellt. Die PCGH hat hingegen eine klassische GPU-limitierte Testsequenz gefunden, welche auch erhebliche Grafikkarten-Differenzen schon unter der FullHD-Auflösung zeigt – und dabei mit 47 fps für eine werksübertaktete GeForce GTX 1060 6GB sowie 40 fps für eine Radeon RX 590 durchaus nahelegt, das für wirklich gutklassige Frameraten ab 60 fps dann doch GeForce GTX 1070 oder Radeon RX Vega 56 anzuraten sind.

Dies ist natürlich auch eine Entscheidung der subjektiv notwendigen Framerate – aber da heutzutage eigentlich nichts mehr unterhalb von 50 fps sein darf, geht die Empfehlung der Spieleentwickler in den offiziellen Systemanforderungen somit in Ordnung. Hitman 2 ist damit das erste Spiel, für welches man selbst unter der FullHD-Auflösung besser schon zu GeForce GTX 1070 oder Radeon RX Vega 56 greifen sollte – wo bislang maximal GeForce GTX 1060 6GB und Radeon RX 580 notwendig waren. Normalerweise sollte dieser Schritt hin zu einer höheren benötigten Grafikkarten-Leistung eigentlich erst bei Erscheinen einer neuen Midrange-Generation passieren, aber da sich die Midrange-Modelle von Turing bis ins Jahr 2019 Zeit lassen und bei AMD die Navi-Generation sowieso erst fürs nächste Jahr geplant ist, kommt halt in diesem Fall die Anforderung noch vor dem Erscheinen der dafür passenden Beschleuniger. In jedem Fall läuft damit die Zeit von GeForce GTX 1060 6GB und Radeon RX 580 als sorgenlose Midrange-Beschleuniger ab – in Zukunft dürften sicherlich noch mehr Spiele erscheinen, welche auf diesen Grafikkarten die FullHD-Auflösung nur mit grob 40 fps und später sogar niedrigerer Framerate stemmen können.

Ziemlich viel Aufsehen erregt derzeit ein YouTube-Bericht von AdoredTV (Screenshots der wichtigsten Infos beim Planet 3DNow! bzw. WCCF Tech), welche schon für die CES im Januar 2019 die Vorstellung von Ryzen 3000 auf Zen-2-Basis sowie zusätzlich die Ankündung von Navi-10-Grafikarten versprechen. Zu jenen Grafikkarten hat man bereits Namen, Preise, TDPs und eine grobe Performance-Angabe zu bieten, zu den Zen-2-Prozessoren gibt es dagegen komplette Spezifikationslisten samt Preisen. Wirklich glaubwürdig erscheint dieser Leak aber nicht zu sein, weil sich jener abgesehen von den viel zu detailierten Daten nur schlecht in bereits vorliegende Informationen einfügen läßt: So dürfte gemäß anderer Vorab-Informationen der Zen-2-Start eher denn zur Jahresmitte 2019 erfolgen, nicht bereits schon zur CES 2019. Dies ist letztlich nur gut einen Monat entfernt – wollte AMD zu diesem Termin bereits ein komplettes neues Produkt-Portfolio vorstellen, sollte man inzwischen viel mehr Leaks an diversen Einzelheiten und Benchmarks erwarten können, so wie es im Vorfeld des Zen-Launches passiert ist. Zudem passt die verbaute Technik nicht zur erklärten AMD-Roadmap: Angeblich sollen die kleineren Ryzen 3000G Prozessoren bereits mit Navi-basierter Grafiklösung ausgerüstet sein.

Dies geht entgegen letzten Meldungen, wonach der Raven-Ridge-Nachfolger "Picasso" mit weiterhin Vega-Grafiklösung unter dem Verkaufsnamen "Ryzen 3000G" demnächst spruchreif werden soll. An dieser Stelle besteht eine sehr hohe Chance, das jener "Leak" einfach nur eine Erfindung darstellt – von noch dazu einer Person, welche die diesbezüglichen AMD-Roadmaps nicht genau genug studiert hat. Und letztlich ist es ebenfalls nicht besonders wahrscheinlich, das AMD auf der CES bereits neue Navi-Grafikkarten für einen späteren Liefertermin ankündigt, wenn man damit den Umsatz der aktuell verkauften (eigene) Grafikkarten stören würde. Und dieser Fall tritt sicherlich ein, wenn man eine um 15% höhere Performance als bei der Radeon RX Vega 64 zur glatten Hälfte von deren Preispunkt verspricht. Insofern ist jener "Leak" derzeit besser mit größtmöglicher Vorsicht zu behandeln, die Chance auf einen Fake ist viel höher als umgedreht. Als Gegenargument hierzu darf gelten, das wir bei 3DCenter gegenüber besonders hochfliegenden Gerüchten in aller Regel besonders mißtrauisch sind – trotz das selbige manchmal eben doch zutrafen. Unsere "Erkennungsquote" in derart Dingen ist sicherlich nicht über alle Zweifel erhaben, insofern muß sich jeder selbst seinen Reim hierauf machen. (Foren-Diskussion zum Thema)

Die Zahlen zur weltweiten Betriebssystem-Verbreitung (für PCs) für den abgelaufenen Monat November 2018 mäandern weiterhin vor sich hin: Beim eher auf die westliche Welt ausgerichteten Statistik-Dienstleister StatCounter steht es rein unter Windows derzeit 37,2% zu 50,1% zwischen Windows 7 und 10 – auf alle Betriebssysteme umzurechnen lassen sich diese Werte nicht mehr, denn seit zwei Monaten steigt bei StatCounter die Anzahl der nicht erkannten Systeme auf die inzwischen unrealistische Höhe von 15% an (davon abgesehen war MacOS mit angeblich über 12% Verbreitung immer schon arg unrealistisch hoch angesetzt). Beim eher auf den gesamten Planeten ausgerichteten Statistik-Dienstleister NetMarketShare hat es die eigentlich anstehende Wachablösung immer noch nicht gegeben, liegt Windows 7 mit derzeit 38,9% (-0,5 Prozentpunkte) immer noch leicht vor Windows 10 mit derzeit 38,1% (-0,2 Prozentpunkte). Jene Wachablösung dürfte es dann aber demnächst geben – spätestens beim nächsten größeren Statistik-Ausreißer, welcher in beiden Statistiken immer mal wieder vorkommt. Festzuhalten gilt hier eher, das Windows 7 für ein Betriebssystem, welches bereits ab dem Januar 2020 nicht mehr mit Sicherheitsupdates versorgt werden soll, zumindest im weltweiten Maßstab immer noch erstaunlich stark verbreitet ist.