4

Hardware- und Nachrichten-Links des 4. Mai 2015

PC-Hersteller Hewlett Packard ist bezüglich der Radeon R300 Serie etwas vorgesprescht und verspricht mittels offizieller Ankündigung neue HP-PCs mit diversen Grafikkarten der Radeon R300 Serie teilweise bereits am dem 10. Juni 2015. Explizit genannt wurden hierbei die Modelle Radeon R7 A330 und A360 sowie Radeon R9 380 (ohne "X") – letztere tatsächlich in einer PC-Serie, welche HP schon ab dem 10. Juni in den USA verkaufen will. Dies deutet dann entgegen der letzten Informationen doch wieder auf einen Computex-Launchtermin der Radeon R300 Serie hin – oder aber darauf, daß AMD den Fiji-Chip der Radeon R390 Serie entgegen der ursprünglichen Planung später bringt und jetzt erst einmal den "Rest" der Radeon R300 Serie heraushaut, ehe man noch länger wartet. Beide diese Möglichkeiten sind derzeit noch absolut möglich – nur ein Abwarten der kompletten Radeon R300 bis zum Juli oder gar später erscheint angesichts dieser klaren Produktankündigung von HP eher unwahrscheinlich.

Mit einem Vortrag auf der "Build Developer Conference" hat Microsoft bekanntgegeben, daß die Arbeiten an DirectX 12 abgeschlossen sind, die neue Grafik-API damit rechtzeitig zum kommenden Release von Windows 10 bereitstehen wird. Im Vortrag (downloadbar als PPTX) wurde auch die interessante Aussage getroffen, daß laut Steam's Survey immerhin 50% aller Gamer bereits DirectX-12-Hardware besitzen. Allerdings ist nach Sichtung der aktuellen Steam-Survey-Zahlen augenscheinlich, daß Microsoft hierbei allein den Software-Part von DirectX 12 meint – sprich jene Grafikkarten, zu welchen es DirectX-12-Treiber geben wird. Dazu zählen bei AMD alles ab der Radeon HD 7000 Serie und bei nVidia alles ab der GeForce 400 Serie – bei Intel wird man sehen müssen, ob es da noch DirectX-12-Treiber für alte Hardware geben wird. Dies dürften in der Summe gut und gerne 50% der derzeitigen Steam-Systeme ausmachen. Der Hardware-Support von DirectX 12 läßt dagegen ein deutlich kleineres Feld zurück, hierunter fallen nach derzeitigem Wissensstand bei AMD nur GCN 1.1 basierte Beschleuniger (Bonaire, Hawaii, Tonga & Fiji), bei nVidia nur die GeForce 900 Serie – dies sind derzeit wohl keine 10% der Steam-Systeme.

Laut der PC Games Hardware gibt es einen ernstzunehmenden Hinweis auf den Release von Windows 10 am 29. Juli 2015 – was ja auch den bisherigen Meldungen von "Ende Juli" entspricht. Gemäß Golem kommt dann aber nur die Desktop-Version des neuen Microsoft-Betriebssystems heraus, nicht aber die Mobile-Version für Smartphones und Tablets – jene kommt später im Laufe des Jahres genauso wie extra Windows-10-Versionen für IoT, Xbox One und Microsofts HoloLens. Gemäß WinFuture sind zudem zumindest in der Desktop-Version von Windows 10 noch nicht alle der versprochenen Features aktiv – wobei man vermutet, daß schon das Herbst-Update von Windows 10 dann zur Nachlieferung dieser Features benutzt werden wird. In der Summe sieht es so aus, als wolle Microsoft Windows 10 unbedingt noch im Sommer herausbringen, egal ob das neue Betriebssystem feature-technisch fertig ist und egal ob zu diesem Termin nur die PC-Version spruchreif wird.

Gemäß IDC hat der Tablet-Markt das zweite Quartal in Folge einen Verlust beim Stückzahlen-Absatz gegenüber dem Vorjahresquartal hinnehmen müssen – im ersten Quartal 2015 waren es -5,9%, im vierten Quartal 2014 noch -3,2%. Und während man dies beim letzten Mal noch als einmaligen Ausrutscher sehen konnte, scheint sich nunmehr eher eine Trendwende zu ergeben – und zwar keine in Richtung eines schwächeren Wachstum des Tablet-Markts (dies gab es schon letztes Jahr), sondern vielmehr eine in Richtung eines regelrecht zurückgehenden Tablet-Markts. Dies kommt selbst für Pessimisten und Tablet-Verächter eher überraschend und wird derzeit primär über die Attraktivität von großen Smartphones erklärt, welche die allermeisten Tablet-Aufgaben ebenso übernehmen können, während sich das Tablet für viele Aufgaben als PC-Ersatzgerät in der Praxis nicht als gänzlich tauglich herausgestellt hat. Im Gegensatz zum Netbook, welches nach seinem schnellen Hoch sehr tief gefallen ist, dürften Tablets jeoch weiterhin ein großer Geschäftszweig bleiben – aber nunmehr kaum noch mit der (früher breit propagandierten) Aussicht, dem PC bei den reinen Stückzahlen gefährlich zu werden.

Das größere Ungemach droht den Tablet-Herstellern aber sowieso an der Umsatz-Front: Denn ohne Stückzahlen-Wachstum fallen die ständig absinkenden Durchschnittspreise für Tablets um so stärker ins Gewicht, machen das Tablet-Geschäft somit doppelt schwierig. Richtig zufrieden dürften wohl nur Hersteller sein, welche sich als Premium-Anbieter etablieren konnten (Asus & Samsung) und welche dementsprechend den schon laufenden und in Zukunft wohl stark zunehmenden Preiskampf im Tablet-Segment nicht in dieser Form mitmachen müssen. Für die langfristige Zukunft deuten die Erfahrungen aus Netbook- und Tablet-Geschäftsverlauf zusammen mit dem schwächelnden PC-Markt wohl darauf hin, daß sich die großen Hersteller sehr breit aufstellen müssen, um in jeder Sparte mitmischen zu können: PC, Tablet, Smartphone, Wearables – und alles andere, was demnächst vielleicht noch groß werden wird. Der Markt an "Computing für Consumer", in welchem es vor dem Jahr 2007 schlicht nur den PC (und Spielekonsolen) gab, fasert sich merklich in deutlich voneinander abweichende Produktgruppen auf – welche allein betrachtet zu klein und zu schwankungsanfällig sind, um als großer Anbieter langfristig vorne mitspielen zu können.