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Hardware- und Nachrichten-Links des 9. April 2013

Gemäß der DigiTimes wird AMD innerhalb diesen Jahres alle noch im Portfolio befindlichen Prozessoren der früheren Sockel AM3 und FM1 auslaufen lassen, ab 2014 wird es dann nur noch die Sockel AM3+ für das Enthusiasten-Segment sowie FM2 für das Mainstream-Segment geben. Weitere, neue Sockel – was eher spannend gewesen wäre – wurden dabei nicht genannt, sind aber dennoch möglich, wenngleich kaum noch für dieses Jahr. Sollte beispielsweise der Trinity/Richland-Nachfolger "Kaveri" wirklich gleich mit einem DDR4- oder GDDR5-Speicherinterface antreten, wäre für diese Kaveri-Variante sicherlich ein neuer Sockel erforderlich, konkret wahrscheinlich der Sockel FM3. Auch mögliche neue FX-Prozessoren auf Steamroller-Basis im Jahr 2014 könnten durchaus einen neuen Prozessorensockel bedingen, nachdem der Sockel AM3+ nun schon wirklich lange in Verwendung ist.

Noch nachzutragen wäre die Meldung des Heise Newstickers über die erste Standardisierung von "Hybrid Memory Cube" (HMC) – einer Speicherart, welche Stapel von DRAM-Speicherchips direkt auf den eigentlichen Prozessor aufgebracht ermöglicht. Damit sollen anfänglich bis zu 160 GB/sec Bandbreite erreicht werden, später auch bis zu 240 GB/sec (jeweils pro Datentransferrichtung). Gegenüber den aktuellen PC-Möglichkeiten mit DDR3-Speicher an bestenfalls einem QuadChannel-Speicherinterface (Sandy Bridge E), welches maximal 51 GB/sec erreichen kann, wäre dies natürlich ein enormer Schub an Speicherbandbreite. Ungewiß ist allerdings, ob der HMC-Ansatz auch einen Performanceschub auslösen würde, denn derzeit sieht man kaum den Unterschied zwischen einem DualChannel- und einem QuadChannel-Speicherinterface, verlangen heutzutage genutzte Anwendungen einfach nicht nach so viel Speicherbandbreite.

Nutzvoll ist dieses Übermaß an Speicherbandbreite derzeit (im Prozessoren-Bereich) nur für integrierte Grafiklösungen – für diese muß es aber auf der anderen Seite immer möglichst günstig sein, ist integrierte Grafik schließlich nur im preissensitiven LowCost- und Mainstream-Segment interessant. Eventuell ist HMC in zukünftigen Ausbaustufen auch einmal für Grafikchips interessant, allerdings erreichen aktuelle Grafikchips die mit HMC genannten Bandbreiten auch schon jetzt, müsste HMC also mehr bieten als nur das jetzt schon genannte. Vermutlich geht es speziell Intel als einem Vorantreiber von HMC auch viel weniger um die mit HMC möglichen Speicherbandbreiten, als vielmehr um die weitere Feature- und Hardware-Integration bei seinen Prozessoren, welche das Intel-Geschäft langfristig sichern soll. So schnell wird bezüglich HMC trotz der Standardisierung aber nichts reales passieren – hierbei handelt es sich vermutlich um jene Technologie, welche irgendwann einmal (das derzeit immer noch nicht releaste) DDR4 ablösen wird.

Ein bißchen Wirbel gibt es derzeit um die Nicht-Abwärtskompatibilität der NextGen-Konsolen – bestätigt bei der PS4 und (stärkstmöglich) anzunehmen bei der Xbox 720: Dabei ergibt sich dieser Punkt eigentlich ganz automatisch durch die völlig verschiedenen Prozessor-Ansätze: Sony ging vom Cell-Design auf ein x86-Design und Microsoft wird vom PowerPC-Design ebenfalls auf ein x86-Design gehen, was eine direkte Abwärtskompatibilität unmöglich macht. Zudem wäre einzurechnen, daß frühere Abwärtskompatibilitäten teilweise (wie zwischen PS2 und PS3) auch nur dadurch erreicht wurden, daß einfach die Chips der früheren Konsole gleich mit verbaut wurden – was heuer aufgrund des Mainstream-Ansatzes der NextGen-Konsolen kaum wirtschaftlich darstellbar sein wird. Am Ende dürften beide Konsolen-Entwickler in dieser Frage versuchen, eher mit Spielestreaming-Anbietern zu arbeiten (bzw. Sony wird dies mit Gaikai definitiv tun), welche gegenüber der teuren Abwärtskompatibilität in Hardware sogar den Vorteil der höheren Kundenbindung bieten.