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News der Jahresstarttage 2026

Schon Mitte Dezember hatte Twitterer X86 is dead&back weitere Hinweise auf Grafikkarten basierend auf Intels BMG-G31 Chip entdeckt, von diesem Zeitpunkt stammt auch ein erhellender Tweet seitens Lasse Kärkkäinen @ X. Danach bereitet Intel wohl Gaming- und Workstation-Varianten auf Basis des BMG-G31-Chips vor, beiderseits auch wieder in einer Ausführung als "Limited Edition". Die Workstation-Ausführung soll aber wohl erst zur Computex herauskommen, während die Gaming-Variante(n) (Arc B700 Serie) vom Twitterer entweder zur CES oder aber im Verlauf des Januars 2026 erwartet wird. Offenbar steht hinter diesen Aussagen einiges an Insiderwissen, so dass man jene durchaus für belastbar ansehen kann. Letztlich kann Intel dies natürlich alles demnächst auflösen, die offizielle Intel-Präsentation zur CES 2026 steht in der Nacht von kommenden Montag auf Dienstag an (genauso wie bei AMD & nVidia, konkrete Termine).

C91 WS is Workstation variant of G31 and C32 is Gaming variant. Both will have LE / Intel Branded variations. As C91 was still in R&D Late October, I expect it targeting Computex Launch. If C32 does not launch in CES or during january, I am going to be very surprised. Thanks. :)
Quelle:  Lasse Kärkkäinen @ X am 19. Dezember 2025

Twitterer Jukan übersetzt einen Bericht der chinesischsprachigen DigiTimes mit einer Vorschau zum Speichermarkt des Jahres 2026. In jedem muß man sich wohl auf weitere Preissteigerungen einstellen, denn auch im Jahr 2026 soll der Bedarf höher wachsen als das Angebot, sich das Mißverhältnis zwischen diesen beiden Polen also noch weiter erhöhen. Die Differenz im jeweiligen Wachstum beträgt zwar nur ein paar Prozentpunkte, aber damit ist in keinem Fall ein gegenlaufender Trend zu erreichen – selbst allein schon ein Stopp an weiteren Preiserhöhungen wäre aus dieser Sicht heraus ein Erfolg. Für letzteres müssten die Speicherpreise aber letztlich derart hochgehen, dass es wirklich eklig wird, sprich dass Kaufinteressenten regelrecht aufgeben. Dies ist im professionellen Bereich eher kaum zu erwarten, sprich am Ende wird der Consumer-Markt den größten Teil dieser Last tragen – denn irgendjemand wird nichts bekommen müssen, ansonsten gehen die Speicherpreise immer weiter nach oben.

Global memory markets are expected to remain tight through 2026 as aggressive spending by cloud service providers (CSPs) on AI infrastructure continues to outstrip supply growth for both DRAM and NAND flash, pushing prices higher, according to industry estimates. ... Industry estimates show DRAM bit supply rising about 15% to 20% in 2026, while demand is projected to grow faster at roughly 20% to 25%. NAND flash shows a similar pattern, with bit supply growth of 13% to 18% compared with demand growth of 18% to 23%. The gap is most pronounced in server applications. Analysts estimate DRAM and NAND consumption tied to servers will expand by 40% to 50% year on year in 2026, driven by sustained investment in AI training and inference at major cloud platforms.
Quelle:  Jukan @ X am 2. Januar 2026 in Wiedergabe und Übersetzung eines Berichts der DigiTimes

In einem weiteren Tweet berichtet Jukan @ X noch von den konkreten Speicher-Preissteigerungen im vierten Quartal 2025, welche die DRAM-Börse DRAMeXchange kürzlich ermittelt hat. Hierzu werden monatliche und quartalsweise Steigerungen angegeben, welche sich mit allesamt sehr unfreundlich anhören. Leider läßt sich schwer ermitteln, wieviel hiervon bereits in den aktuellen Einzelhandelspreisen zu sehen ist – und was derjenige Anteil ist, der da noch oben drauf kommt. Allerdings wird später im Text noch erwähnt, dass die initalen Preise für das erste Quartal 2026 wiederum eine weitere Preissteigerung von 50-60% sehen. Dies ist dann das, was derzeit gewiß noch nicht in den aktuellen Einzelhandelspreisen zu sehen ist und somit perspektivisch (= mit Verzögerung) noch auf diese oben drauf kommt. Dabei muß nicht zwingend die konkrete Höhe dieser Preissteigerung erreicht werden, immerhin ist die DRAMeXhange ein Spotmarket für Restposten, die wirklich großen Mengen gehen hingegen über Rahmenverträge. Aber die Preise der DRAMeXchange zeigen die Trends im Speichermarkt üblicherweise ziemlich früh und ziemlich klar an.

PC DRAM contract prices in 4Q25 rose by 38–43% QoQ, a sharp increase compared to the 8–13% rise observed in 3Q25. Furthermore, the upward price trend was confirmed to be ongoing during December contract negotiations. The contract price for 8GB DDR4 recorded $46.5, up 18–23% MoM and 70–75% QoQ. The 16GB DDR4 contract price also climbed to $72.0, reflecting an increase of 8–13% MoM and 50–55% QoQ. Meanwhile, the price discount of DDR5 relative to DDR4 expanded to 6% as of December (vs. 2% in 3Q25).
The initial contract price increase proposed by suppliers for 1Q26 is estimated at roughly 50–60% QoQ. This represents an even steeper rise compared to 4Q25. It reflects the continuously strengthening bargaining power of suppliers, and there is a possibility of further upward adjustments. Overall, contract price negotiations are expected to be settled quickly based on suppliers' initial quotes rather than through prolonged discussions.
Quelle:  Jukan @ X am 2. Januar 2026 in Wiedergabe von Ausführungen der DRAMeXchange

Twitterer Harukaze5719 hat in der Geräteliste der PCI-SIG interessante Einträge erspäht, welche auf die neuen Blackwell-Chips GB110, GB112 und GB120 hinweisen. Weil dies alles GB1xx ist, gehören jene allesamt dem HPC/AI-Segment an, hierbei handelt es sich also keineswegs um Consumer/Gaming-Varianten. Der Beschreibungstext ordnet dabei "GB110" den Produkten B300 und GB300 zu – womit "Blackwell Ultra" somit seine eigene Chip-Variante bekommt. Dies bedeutet dann auch, dass hier tatsächlich kleinere Silizium-Änderungen stattgefunden haben können, es sich bei Blackwell Ultra nicht nur um ein Produkt auf Basis des identischen Siliziums mit möglicherweise ein paar mehr freigeschalteten Funktionen handelt. Dies ist bei nVidias HPC/KI-Chips leider nicht wirklich gut erkennbar, da nVidia in diesem Segment nicht sauber zwischen Chip und Produkt trennt. Die wirklichen Hardware-Änderungen von GB100 zu GB110 müssen aber letztlich marginal sein, angesichts der identischen Transistorenmenge und Chipfläche.

"GB112" ist mutmaßlich die Single-Die-Variante von GB110, so wie GB102 die Single-Die-Variante von GB100 ist. Ob jene bislang jemals in Produktform benutzt wurde, ist nicht bekannt, wird möglicherweise dann auch erst mit GB112 geschehen. Zumindest ist dies der erste solide Hinweis darauf, dass das frühere (schwache) Gerücht zu GB102 als Single-Die-Variante von GB100 tatsächlich zutrifft – fast zwei Jahre nach der Vorstellung von "Blackwell" im HPC/AI-Bereich. Was "GB120" hingegen sein soll, ist derzeit komplett unklar. Rein von der Nummerwahl her könnte es sich um eine nochmals verbesserte Variante von "Blackwell Ultra" handeln, bezogen wiederum auf echte Hardware-Änderungen. Dies muß auch keine bedeutsame Änderung sein, aber sobald es nicht mehr zu 100% dieselbe Hardware ist, muß es eine eigene ID bekommen und somit einen extra Eintrag in dieser Geräteliste der PCI-SIG – welche somit in diesen Fragen sehr nützlich ist, um tatsächlich unterschiedliche Hardware zu erkennen.

Klasse Eigenname Hardware max. TDP Anmerkungen
GB102 Single Die - 4 GPC, 80 SM, 4096-bit HBM3e, PCIe 6.0 - 104 Mrd. Transistoren auf ~800mm² Chipfläche aus TSMCs 4nm-Fertigung
GB100 Dual Die
(2x GB102)
"Blackwell" 8 GPC, 160 SM, 8192-bit HBM3e, PCIe 6.0, ≤192 GB, Die-to-Die-Interconnect 1200W 2x 104 Mrd. Transistoren auf 2x ~800mm² Chipfläche aus TSMCs 4nm-Fertigung
GB112 Single Die - 4 GPC, 80 SM, 4096-bit HBM3e, PCIe 6.0 - 104 Mrd. Transistoren auf ~800mm² Chipfläche aus TSMCs 4nm-Fertigung
GB110 Dual Die
(2x GB112)
"Blackwell Ultra" 8 GPC, 160 SM, 8192-bit HBM3e, PCIe 6.0, ≤192 GB, Die-to-Die-Interconnect 1200W 2x 104 Mrd. Transistoren auf 2x ~800mm² Chipfläche aus TSMCs 4nm-Fertigung
GB120 ? ? ? ? ?
B100 Produkt (1x GB100) - unbekannt 700W SXM-Modul für HGX-Plattform
B200 Produkt (1x GB100) - unbekannt 1000W SXM-Modul für HGX-Plattform
B300 Produkt (1x GB110) - unbekannt 1200W SXM-Modul für HGX-Plattform
GB200 Produkt
(2x GB100 + CPU)
"Blackwell Superchip" 16 GPC, 288 SM, 2x 8192-bit HBM3e, PCI 5.0, 2x 192 GB 2700W nVidia-eigenes Server-Modul mit 2x GB100, 1x "Grace" CPU und NVLink-Switch
GB300 Produkt
(2x GB110 + CPU)
"Blackwell Ultra Superchip" 16 GPC, 320 SM, 2x 8192-bit HBM3e, PCI 6.0, 2x 288 GB >3000W nVidia-eigenes Server-Modul mit 2x GB110, 1x "Grace" CPU und NVLink-Switch
Hinweis: ob GB102/GB112 tatsächlich maximal 80 SM und GB100/GB110 tatsächlich maximal 160 SM tragen, ist bislang unbestätigt

Dass die "Radeon RX 9070" (non-XT) nun erstmals im Steam Hardware Survey auftaucht, wird hier und da thematisiert – dabei nicht beachtend, wie grundsätzlich unsolide jene statistische Auswertung generell und ganz besonders in der Dezember-Ausgabe ist. Erstens ist es (wieder einmal) höchst irritierend, dass Steam die am Markt klar weniger bevorzugte AMD-Karte zuerst listet – sprich, die Radeon RX 9070 (non-XT) taucht auf, die Radeon RX 9070 XT hingegen nicht. Bei bekannten Retailern (Amazon & Mindfactory) beträgt das Verkaufsverhältnis dieser Modelle gern 1:10 zugunsten der XT-Variante. Dies würde sich kaum jemals durch eine eventuell anderslautende Präferenz im OEM-Geschäft derart drastisch ändern lassen, auf dass im insgesamten Absatzgeschehen das XT-Modell weit hinter dem non-XT-Modell herauskommen könnte – einmal abgesehen von dem Punkt, dass AMD bekannterweise nicht wirklich stark im OEM-Markt ist. Selbiges ist im übrigen schon einmal zwischen Radeon RX 7700 XT & 7800 XT passiert, wo Steam auch das kleinere und verkaufsschwächere Modell zuerst deutlich bevorzugte. Bevor hierzu niemand belegt, dass AMD tatsächlich (deutlich) mehr Radeon RX 9070 non-XT als XT-Modelle absetzt, sollte man da eher seinem Bauchgefühl vertrauen, was nun geradezu massiv gegen eine solche Marktverteilung spricht.

Nicht beachtet wird weiterhin der Punkt, dass sich in den nunmehr 9,09% nicht einzeln notierten Grafikkarten faktisch ganze Grafikkarten-Serien unterbringen lassen – gerade da der Einstiegspunkt bei nur 0,15% liegt. Logischerweise wird die Radeon RX 9070 XT in diesen 9,09% schlummern – und dies nicht nur zu 0,14%, sondern mußmaßlicherweise mit deutlich höherem Prozentanteil. Ansonsten würde es schließlich schwierig werden, jene 9,09% zu füllen, allein mit Grafikkarten unterhalb der GeForce 10 und Radeon RX 5000 Serien wird dies (aufgrund deren Alter und nunmehr eingestellten Treiber-Supports) nicht ganz so einfach. Aber letztlich hätte einfach der Blick ganz nach oben gereicht, um zu sehen, dass die Dezember-Ausgabe des Steam Hardware Surveys mal wieder einen schweren statistischen Schluckauf aufweist. Denn (vorgeblich) lag im Dezember 2015 die Menge an DirectX-8-Grafikkarten bei –32,39%, die Menge an DirectX-12-Grafikkarten bei 131,44%. Hierbei handelt es sich nicht um Veränderungs-Angaben, sondern absolute Werte – welche demzufolge natürlich niemals unter Null oder über 100% liegen können. Hier ist mal wieder etwas grob danebengegangen beim Steam Survey, dessen Zahlen & Angaben sind damit für diesen Monat komplett unverwendbar. Dazu gehört auch der große Sprung der GeForce RTX 3060 von 4,33% auf 6,53% – was für einen Monat Differenz natürlich schon für sich allein vollkommen unrealistisch ist, gerade für ein derzeit aus dem Markt gehendes Modell.