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News des 11. Oktober 2023

Die Arc A580 ist nun doch noch im deutschen Einzelhandel aufgetaucht – allerdings nur als einzelnes Händlerangebot auf einer Preislage von 215 Euro. Hierbei handelt es sich um die zumeist getestete "ASRock A580 Challenger OC", ergo sind bisher ermittelte Performance und Stromverbrauch passgenau. Preislich liegt jenes Angebot leicht oberhalb von Intels Listenpreis-Vorgabe, was sich pro Forma über das werksübertaktete Eigendesign sowie auch den Status als einziges Händlerangebot erklären läßt. Die Pro-Forma-Erklärung hilft der A580 dann jedoch nicht weiter bei der Frage des Performance/Preis-Verhältnisses: Hier müsste Intel gegenüber den Platzhirschen eigentlich besseres bieten, wobei nVidias GeForce RTX 3050 diesbezüglich sicherlich keinen Maßstab darstellt. Doch gegenüber der Radeon RX 6600 gibt es somit die gleiche Performance zu (mit Augenzudrücken) dem gleichen Preispunkt – kein großer Anreiz also, um zur Intel-Grafikkarte zu greifen.

Radeon RX 6600 Arc A580 Arc A750
Hardware 28 Shader-Cluster (1792 FP32) @ 128 Bit 24 Shader-Cluster (3072 FP32) @ 256 Bit 28 Shader-Cluster (3584 FP32) @ 256 Bit
Speicherausbau 8 GB GDDR6 8 GB GDDR6 8 GB GDDR6
FHD Perf-Index 1050% ~1020-1060% 1120%
TDP / Realverbrauch 132W  /  131W 185W  /  ~195W 225W  /  208W
Listen- / Straßenpreis $329  /  200-230€ $179  /  215€ $249  /  236-260€

Die Arc A580 startet somit zur gleichen Problematik, welche es seinerzeit schon bei A750 & A770 gab: Intel ist augenscheinlich nicht zu Kampfpreisen bereit bzw. ist damit zufrieden, ein grob gleichwertiges Angebot aufzustellen. Marktanteile erringt man damit allerdings mitnichten, nicht umsonst liegen Intel-Modelle bei den wöchentlichen Grafikkarten-Verkaufsstatistiken der Mindfactory regelmäßig bei unter 1% des gesamten Absatzes. Es bleibt nur zu hoffen, dass Intel dies auch tatsächlich so als interne Strategie hat und man echte Marktanteile erst mit zukünftigen Generationen anpeilt, wenn man ein größeres Portfolio bieten kann und die eigenen Treiber auch als ausgereifter erscheinen. Schlecht wäre hingegen das Gegenteil, wenn die Intel-Bosse das Consumer-Geschäft an Grafikkarten auf Basis des aktuellen "Markterfolgs" in Frage stellen – denn jener kann sich mit diesem Angebot nur schwer einstellen.

WCCF Tech zeigen die Modell-Spezifikationen zu Ryzen Threadripper 7000, deren offizielle Ankündigung für den 19. Oktober ansteht. Regulär ist auch diese Threadripper-Generation wieder nur für Workstation-Nutzer gedacht, womit diese Prozessoren auch nicht unbedingt konkurrenzfähig unter typischen Consumer-Benchmarks sein müssen. Nichtsdestotrotz besteht natürlich die Chance darauf, dass Threadripper 7000 dies eventuell auch kann – was vorangetrieben wird durch den nicht einmal schlechten Boost-Takt von 5.35 GHz bei allen Modellen außer dem 96-Kerner an der Portfolio-Spitze (nur 5.15 GHz). Speziell im Spiele-Einsatz dürften allerdings AMDs X3D-Modelle immer effektiver sein, einmal abgesehen von der wenig Gamer-tauglichen TDP von 350 Watt bei allen neuen Threadripper-Prozessoren (was denkbarerweise nicht jedes Modell in der Praxis erreicht).

Nochmals WCCF Tech zeigen recht ansprechende Geekbench-Werte zum Ryzen 3 7440U, dem bislang ersten realen Produkt auf Basis von "Phoenix2". Bei der Ryzen 3 7440U Mobile-APU wurde diese Ausgangslage dann auf vier CPU-Kerne zusammengekürzt, womit die von WCCF Tech offerierten Vergleichswerte allesamt auch nur von Vierkern-Prozessoren stammen. Jenen Wettstreit besteht Ryzen 3 7440U überraschend gut, im Singlecore-Bereich liegt man an der Spitze, im Multicore-Bereich muß man sich nur Desktop-Prozessoren mit klar höherer TDP (und somit mehr Platz für höhere Multicore-Taktraten) geschlagen geben. Alle Mobile-Prozessoren im Vierkern-Bereich läßt der Ryzen 3 7440U allerdings hinter sich – was man durchaus als Hinweis dafür ansehen kann, AMDs Dense-Kerne (Zen4c & Zen5c) mehr Beachtung einzuräumen.