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News des 12. Juli 2022

Die PC Games Hardware hat sich mit der Prozessoren-IPC unter Spielen beschäftigt – sprich, der Performance der reinen CPU-Architekturen auf jeweils gleicher Taktrate (3.2 GHz), gleicher Anzahl an CPU-Kernen (4C/4T), gleichen Speicher-Settings und unlimitierter TDP. Test-Gegenstand waren allerdings nicht Mikro- oder Anwendungs-Benchmarks, sondern zwei Spiele-Titel plus der 3DMark13. Die gewählte Taktrate ist recht niedrig, damit Alt-Architekturen wie Sandy Bridge etc. noch gut mitkommen – denn der Test-Parcour ging von Sandy Bridge bis Alder Lake sowie von Zen 1 bis Zen 3. Das herauskommende Ergebnis ist an der Spitze etwas überraschend, denn Alder Lake liegt hierbei um immerhin +14% vor Zen 3 – und dies wie gesagt bereits ohne jede Taktraten-Differenz.

AMD Gaming-IPC Intel
133% Alder Lake  (30MB L3, P-Cores, 2021)
Zen 3  (64MB L3, 2020) 117% Rocket Lake  (16MB L3, 2021)
105% Comet Lake  (20 MB L3, 2019)
102% Coffee Lake  (16 MB L3, 2017)
101% Kaby Lake  (8 MB L3, 2016)
100% Skylake  (8 MB L3, 2015)
Broadwell  (6 MB L3, +L4, 2014)
Zen 2  (64MB L3, 2019) 97%
Zen+  (16MB L3, 2018) 88%
Zen  (16MB L3, 2017) 86%
84% Haswell  (8 MB L3, 2013)
78% Ivy Bridge  (6 MB L3, 2012)
74% Sandy Bridge  (8 MB L3, 2011)
gemäß der Benchmarks der PCGH unter 4C/4T auf fest 3.2 GHz mit unlimitierter TDP, einheitlich DDR3/1600, DDR4/2933 oder DDR5/4400 (je nach CPU-Generation), Schnitt der Messungen unter Doom Eternal, Hitman 3 (jeweils 1280x720) und 3DMark13 TimeSpy (CPU-Score)

Selbst der hierbei mit einfliessende 3DMark13 TimeSpy (CPU-Score) verändert dieses Bild nicht all zu sehr, ohne diesen Test sind es auch noch +10% pro Alder Lake. Normalerweise dachte man, dass Intels Vorteil bei der Spiele-Performance von Alder Lake zu größerem Teil an den höheren Taktraten des Intel-Designs hängt – gemäß diesen PCGH-Benchmarks ist die Grundlage jedoch eher ein IPC-Vorteil. Eher weniger überraschend fallen dann die anderen Vergleiche aus: Gut sind die geringen Steigerungen Intels zwischen Skylake und Comet Lake zu sehen, welche schließlich eigentlich allesamt Skylake-Derivate darstellen. In dieser Zeitspanne, wo Intel keine neuen Architekturen bot, sondern hingegen die Kern-Anzahl hochschraubte, konnte sich AMD von Zen 1 zu Zen 2 langsam an die Skylake-IPC heranrobben. Wirklich deutlich von dieser abweichend sind dann nur die CPU-Designs von Zen 3, Rocket Lake und Alder Lake.

nVidia hat ein neues Spiele-Bundle für seine aktuellen Spitzen-Grafikkarten aufgelegt, welches für GeForce RTX 3080, 3080 Ti, 3090 und 3090 Ti (in allen Formen und Verkaufs-Varianten) die Spiele "Ghostwire: Tokyo" und "Doom Eternal" zuzüglich dem "Doom Eternal Year One Pass" bietet. Letzterer beinhaltet zwei Doom-Eternal-Erweiterungen, in allen Fällen handelt es sich um Steam-Codes. Bei nVidia liegt das letzte Spiele-Bundle noch viel länger als bei AMD zurück, gerade bezogen auf die Spitzen-Grafikkarten – deren Verkauf musste nVidia innerhalb der Ampere-Generation eigentlich nie ankurbeln. Heuer nun ist diese Aktion der augenscheinliche Versuch, so schnell wie möglich die vorhandene Lager-Ware an Spitzen-Beschleunigern der Alt-Generation loszubekommen, ehe dann dann die neue Generation an der Schwelle steht (deswegen auch der vergleichsweise kurze Aktions-Zeitraum nur bis Ende Juli).

nVidia "Stell dich deinen Dämonen" Spiele-Bundle Juli 2022
teilnehmende Hardware Aktionszeitraum Inhalt des Spielebundles
GeForce RTX 3080, 3080 Ti, 3090 & 3090 Ti
(Desktop- und Notebook-Modelle, einzeln oder im Rahmen eines Komplett-Geräts)
12. Juli bis 1. August 2022 Spiele "Ghostwire: Tokyo" und "Doom Eternal" zuzüglich dem "Doom Eternal Year One Pass" (jeweils als Steam-Codes)
Hinweis: Nicht jeder Händler nimmt an allen Aktionen teil und selbst bei den teilnehmenden Händlern muß nicht jedes Produktangebot Teil der konkreten Aktion sein.

Ob dies wirklich etwas bringt, darf allerdings bezweifelt werden: Der Performance-Vorteil der NextGen-Grafikkarten ist wohl viel zu groß, als dass diese (vergleichsweise) kleine indirekte Preissenkung die Alt-Generation zum jetzigen Zeitpunkt noch irgendwie attraktiv machen könnte. Dafür müsste nVidia sich preislich wirklich deutlich bewegen: Mindestens das Preis/Leistungs-Verhältnis der Nachfolge-Generation sollte geboten werden – und eigentlich unterboten werden, schließlich steht bei gleichem Preis/Leistungs-Verhältnis der Neuheitswert zugunsten der neuen Generation. Die Rechnung hierzu lautet simpel: Performance-Sprung der neuen Generation (ca. +60-100% je nach Karte) minus Preissteigerung der neuen Generation. Letzteres ist unbekannt, aber mal nur angenommen es handle sich um 20% höhere Listenpreise, würde das Preis/Leistungs-Verhältnis der nächsten Generation um +33-66% höher liegen.

Um diesen Faktor müssten die Preise zur Alt-Generation also herunterfallen (die Tücken der Prozentrechnung beachtend sind es 25-40% weniger), um noch (halbwegs) attraktiv zu sein. Dass dies passiert, ist jedoch ziemlich unwahrscheinlich: Dies geht dann schon hart in Richtung der Fertigungskosten, wäre nur eine absolute Notmaßnahme. Ausnahmen sind nur möglich bei Karten wie der GeForce RTX 3090 Ti mit ihrem hochgepumpten Listenpreis (und demzufolge viel Platz gegenüber den realen Fertigungskosten), wo nVidia in den USA bereits eine Preislage von 400 Dollar unterhalb Listenpreis aufbietet. Doch für das breite Produkt-Portfolio schiebt man die Neuvorstellungen zeitlich einfach etwas hinaus, verkauft somit die Alt-Generation einen oder zwei Monate länger – was bei bereits gestoppter Fertigung die Läger sehr effektiv entleert. Wirklich sinnvolle Grafikkarten-Käufe sind dies angesichts der nahenden nächsten Grafikkarten-Generation natürlich nicht, selbst wenn derzeit die US-Listenpreise durchaus schon erreicht sind.