
Von den Marktforschern von IDC kommen vielbeachtete Aussagen mit einem (aktualisierten) Ausblick auf die PC-Branche 2026. In jener aktualisierten Fassung haben IDC die Stückzahlen-Prognosen deutlich niedriger angesetzt und schätzen den weltweiten PC/Notebook-Markt des Jahres 2026 nunmehr um gleich –11,3% schwächer ein als den des Vorjahres, bei Tablets soll der Absturz mit –7,6% etwas geringer ausfallen. Angesichts der eigentlich noch anstehenden vielen Umrüstungen auf Windows 11, was oftmals in PC-Neukäufen mündet, sind dies sagenhaft schlechte Prognosen, ohne Speicherkrise wäre 2026 sicherlich ein klares Plus-Jahr geworden. Andererseits dürfte bei den (großen) Herstellern von Komplett-Geräten der Haussegen deswegen nicht einmal schief hängen, da IDC zugleich sowie dennoch ein gewisses Umsatzplus prognostizieren: +1,6% bei PCs & Notebooks und +3,9% bei Tablets. Mittels dieser Zahlen lassen sich dann auch die sich damit ergebenden steigenden Durchschnittspreise (ASP) errechnen, deren Steigerungen mit +14,5% bei PCs & Notebooks und +12,4% bei Tablets durchaus kräftig ausfallen.
| 2025 → 2026 | Stückzahlen | Umsatz | ASP |
|---|---|---|---|
| PCs & Notebooks | –11,3% | +1,6% | +14,5% |
| Tablets | –7,6 | +3,9% | +12,4% |
| gemäß der Ausführungen von IDC zum weltweiten Markt (ASPs selber errechnet) | |||
Anders formuliert: Für die (großen) Hersteller kompletter Geräte dürfte 2026 nicht einmal ein schlechtes Jahr werden – zwar weniger Geräte, aber dennoch ein leichtes Umsatzplus durch beachtbar steigende Gerätepreise. Gekniffen sind hierbei primär jene Komponentenhersteller ohne Speicheranteil, denn bei jenen schlagen die geringeren Stückzahlen dann voll durch. Jene dürften eventuell auch noch zu weiteren preislichen Zugeständnissen gezwungen sein, verlieren also an Stückzahlen, ASP, Umsatz und Marge. Bei den PC-Herstellern selber ist natürlich dennoch nicht alles in Butter, denn die kleineren Hersteller und vor allem Systembuilder leiden darunter, teilweise gar keinen Speicher zu bekommen, ergo letztlich gar nichts anbieten zu können. Die Speicherkrise spielt überall zugunsten der größeren Teilnehmer, welche schwierige Marktsituationen sowohl besser meistern als auch länger durchhalten können. Je länger die Sache also läuft, um so mehr steigt die Chance auf den Ausstieg kleinerer Marktteilnehmer.
WCCF Tech machen auf ein Posting bei Coelacanth's Dream aufmerksam, welches über Änderungen beim Dual-Issue-Verhalten von RDNA5 berichtet. Mittels Dual-Issue können AMD-Grafikchips ab RDNA3 doppelt so viel Durchsatz in ihren FP32-Einheiten erreichen, was die nominelle Rechenleistung verdoppelt und aufs nVidia-Niveau befördert. In der Praxis ist dies nur unter einigen Bedingungen und sehr wenigen Rechenoperationen überhaupt machbar, ergo blieb der Performance-Boost dieser Maßnahme sehr überschaubar. Die Änderung von RDNA5 ist nun schlicht, dass mehr Rechenoperationen für Dual-Issue zugelassen werden, damit der Nutzungsgrad dieses Performanceboosters erhöht wird. Was praktisch hierbei herauskommt, läßt sich jetzt natürlich noch nicht absehen, dies können dann erst Tests mit der wohl erst im Jahr 2027 verfügbaren RDNA5-Hardware zeigen. Da generell RDNA5-basiert, dürfte auch die nächste Spielekonsolen-Generation auf dieses Feature zugreifen können, welches immerhin keinen direkten Spielesupport benötigt (erledigt der Software-Compiler von alleine).
Von der ComputerBase kommen weitere Spiele-Benchmarks zur Arc B390 iGPU von Intels "Panther Lake", verglichen mit anderen iGPUs und auch der GeForce RTX 5050 als kleinster aktuellen Desktop-Grafikkarte. Das Ergebnis gegenüber jener fällt etwas besser aus als in einem ähnlichen Vergleich der PCGH, womit auch der Indexwert im 3DC FullHD Performance-Index für die Arc B390 etwas niedriger ausfallen müsste: Gemäß dieser ComputerBase-Benchmarks wären ~780% gerechtfertig, im Schnitt beider Testergebnisse könnte man somit auf ~790-800% als Indexwert für die Arc B390 kommen. Dies gilt für die "Vollpower-Version" mit 65 Watt TDP und dem besten Prozessoren, denn bei kleineren Prozessoren wird es dann etwas weniger, während eine TDP-Senkung die Grafik-Performance sehr viel deutlicher beeinflußt.
| Hardware | FHD-Perf. | |
|---|---|---|
| GeForce RTX 5050 | Blackwell, 20 SM @ 128-bit, 130W | 169% |
| Radeon 8060S @ 120W | Strix Halo (RDNA 3.5), 40 CU @ 128-bit (shared), 120W (CPU+GPU) | 160% |
| Radeon 8060S @ 65W | Strix Halo (RDNA 3.5), 40 CU @ 128-bit (shared), 65W (CPU+GPU) | 139% |
| Arc B390 @65W | Panther Lake, 12 Xe3 @ 128-bit (shared), 65W (CPU+GPU) | 100% |
| Arc B390 @25W | Panther Lake, 12 Xe3 @ 128-bit (shared), 25W (CPU+GPU) | 75% |
| Radeon 890M @65W | Strix Point (RDNA 3.5), 16 CU @ 128-bit (shared), 65W (CPU+GPU) | 56% |
| Radeon 890M @24W | Strix Point (RDNA 3.5), 16 CU @ 128-bit (shared), 24W (CPU+GPU) | 46% |
| gemäß den Ausführungen der ComputerBase bzw. Benchmarks mit 7 Spielen | ||
Dies läßt sich gut anhand dieser ComputerBase-Messungen erkennen, da alle iGPUs in zwei TDP-Stufen vermessen wurden – somit beispielsweise auch der Vergleich auf einheitlich 65W möglich ist. Selbst in diesem liegt AMDs "Strix Halo" weiterhin vorn, hat aber natürlich den viel größeren Hardware-Ansatz und üblicherweise die höheren Gerätepreise. Vor allem aber wird AMDs "Strix Point" sehr deutlich geschlagen, sowohl auf gleicher TDP als auch unabhängig von jener. Weiterhin ein Vorteil von Strix Point bleibt, dass dort die jeweilige Spitzen-Grafik in deutlich mehr Prozessoren vorhanden ist, während sich Arc B390 und das nur unwesentlich schwächere Arc B370 auf die X-Modelle von Panther Lake konzentriert – welche kaum mal in Mainstream-Notebooks verbaut werden. Daran, dass Panther Lake richtig mehr iGPU-Leistung bringt, läßt sich nicht deuteln, aber Intel will dies dann halt auch (ordentlich) bezahlt haben.